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Intelligenz vererbbar?

13. Juli 2009 um 15:52

Die Frage mag vielleicht bei einigen nun anecken oder zu großem Kopfschütteln führen, doch wüsste ich gern, für wie wahrscheinlich ihr es haltet, dass sich Intelligenz vererbt?
Es gibt ja Wissenschaftler, die sich damit beschäftigen und die behaupten, dass Intelligenz in gewissermaßen genetisch determiniert sein könnte, auch wenn andere äußere Faktoren ebenfalls Einfluss auf die Intelligenz nehmen.
Was meint ihr, sollte man seinem Kind, - weil man weiß, dass man selbst überdurchschnittlich intelligent ist - einen Test zumuten, um die Förderung noch besser individualisieren zu können?
Ich meine, wie vererbt sich denn Intelligenz und wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein Kind ansatzweise die gleichen Werte hat wie seine Eltern?
Wenn z.B. ein Elternteil hochbegabt ist und in der Familie allgemein ein überdurchschnittlicher IQ gemessen wurde, wie würde sich das wohl auf das Kind auswirken, wenn aber der andere Elternteil "nur" durchschnittliche Werte erzielt hat bei einem Test?
Natürlich hat diese Frage viel mit Genetik zutun, doch würde mich viel mehr interessieren, wie ihr zu Intelligenztest bei Kleinstkindern steht.

Ich betone, dass diese Diskussion eher hypothetischen Charakter hat und es nicht speziell um mich oder meine Familie geht, sondern diese Frage mich im Allgemeinen (angeregt durch eine private Unterhaltung) interessiert, um persönlicher Kritik bereits im Vorfeld den Wind aus den Segeln zu nehmen.

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20. August 2009 um 11:04

Hier ein paar stichworte,
falls du nach so vielen Wochen hier noch nach einer Antwort suchst:

- Sicherlich ist intellektuelle Hochbegabung eine "Veranlagung" und damit eine genetische Frage, und ganz bestimmt auch vererbbar. Ich kenne etliche HBs mit Elternhäusern, die das nicht unbedingt nahelegen, aber lustigerweise findet man bei ausfühlichem Nachforschen meist andere "interessante Fälle" in der Verwandtschaft. Die Umwelt (Bildung, Erziehung) hat so, wie ich intellektuelle Begabung definiere, nur einen Einfluss darauf, inwieweit diese Begabungen ausgelebt werden (dürfen, sollen, müssen). Eine Wahrscheinlichkeit in Ziffern für die Vererbbarkeit habe ich noch nirgends gefunden :-;

- Intelligenztests bei Kleinkindern halt nicht bloß ich für Unfug, weil die individuellen Entwicklungsunterschiede bis zum Vorschulalter (etwa) noch sehr groß sind. Es kann sich also immer auch um einen Entwicklungsvorsprung handeln (Beispiel für beide Fälle habe ich in der eigenen Familie). Ein seriöser Tester wird also warten, bis das Kind so in etwa im Schulalter ist. Ich persönlich rate auch, einen Test nur dann zu machen, wenn dahinter eine wirklich drängende Frage steht ("Ist mein Kind in der Schule so laut, weil es intellektuell nicht ausgelastet ist?"). Manches Kind hat auch anderweitige starke Probleme, denen auf den Grund gegangen werden soll, z.B. eine Störung aus dem Autismus-Spektrum. - Wenn sich ein wirklich stark überdurchschnittlicher IQ im Kleinstkindalter schon äußert, was durchaus der Fall sein kann, dann brauchst du übrigens keinen Test, um das zu erkennen.

- Was die "individuelle Förderung" betrifft: Sie ist nicht wirklich nötig. Die beste Förderung, die du einem HB (und jedem anderen Kind) geben kannst, ist, es als Persönlichkeit zu bestätigen und ihm zu gestatten, seine Begabungen nach Bedarf SELBST zu entwickeln. Wenn sich also ein Dreijähriger selbst ans Klavier setzt, darf man über Unterricht nachdenken. Wenn ein Dreijähriger sich das Lesen selbst erarbeitet, gebe man ihm freien Zugang zu Büchern und dazu das Gefühl, dass dies in Ordnung und akzeptiert ist.

Die wirklich interessanten Probleme mit HB-Kindern kommen erst mit der Schule (d.h. einem vorgegebenen Entwicklungstempo im Gleichschritt). Bis dahin sollte man die Zeit genießen.

Grüße, Senecio (mit viel eigener Erfahrung auf diesem Gebiet)

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