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In Beziehung meines Vaters einmischen?

24. April um 7:34

Es geht um ein etwas heikles Thema. Normalerweise bin ich ein Mensch der sich nicht in andere Beziehungen einmischt aber hier bin ich echt ratlos, da es mich leider in gewisser Weise auch betrifft.

Kurze Hintergrundinfo: Ich habe eine ziemlich schwere Zeit hinter mir und bin nach einer tiefen Lebenskrise erstmal wieder zurück zu meinem Vater gezogen und fange nun nochmals mit einem neuen Studium an (bin Ende 20ig) - grösstenteils ziehe ich wieder "Zuhause" ein, weil ich einfach Geld sparen möchte und es auch irgendwie schön finde wieder etwas mehr Zeit mit meinem Vater verbringen zu können. Meine Mutter hat sich vor etwas mehr als einem Jahr das Leben genommen, meine Eltern waren allerdings schon länger getrennt (obwohl sie noch zusammen gewohnt haben aber beide mit einem neuen Partner zusammen waren). Nun ist es allerdings so, dass ich es hier kaum aushalte da die neue Freundin meines Vaters auch hier lebt. Nicht weil ich sie als Person nicht mag, sondern weil sie krankhaft eifersüchtig und extrem impulsiv ist. Es vergeht kaum ein Tag an dem ich die beiden nicht streiten höre und es böse , agressive Worte hagelt. Ich möchte hier meinen Vater nicht in Schutz nehmen, denn es gibt immer 2 Parteien die Schuld an einer Beziehungssituation sind. Ich möchte auch nicht, dass die beiden sich trennen, sondern eine Ruhe und Harmonie einkehrt. Doch alles läuft immer nach Schema F ab. Jeden Tag! In etwa so:

Vater hat mit Nachbarn zum Spieleabend verabredet. Sie tickt völlig aus. Da sind doch noch andere Frauen! Was machst du da?! Du gehst da sicher mit einer ins Bett blablablabla. Er immer: Nein, hör auf. Jetzt hör auf. Komm doch einfach mit. Sie: Nein ich will nicht. Er: Dann bleib hier ich gehe. Sie: Heulend, winselnd wie kleines Kind. Er bleibt extra länger und fängt auf sie einzureden, dass sie sich das alles einbildet und nicht so tun soll. Sie soll jetzt mitkommen und sich selbst überzeugen. Und es ist wirklich immer das Gleiche, jeden einzelnen Tag. Wenn er alleine weggeht muss er sich erstmal 1 Stunde rechtfertigen und/oder sie mitnehmen (egal wohin, zum Vereinssport, zum Golfen, überall).

Ich weiss, dass die Frau ein riesen Problem hat, weil ihr Exmann sie für eine Andere verlassen hat. In gewisser Weise tut mir das auch Leid aber es ändert nichts daran, dass das Vergangenheit ist und sie mit diesem Verhalten eine ungesunde Beziehung herbeiführt, wenn sie sich aufgrund ihrer Angst so verhält und nicht an sich arbeitet (und übrigens, ich wurde auch nach 10 Jahren für eine Andere von meinem Expartner verlassen würde aber niemals ein solches Verhalten in einer neuen Beziehung an den Tag legen - deswegen weiss ich sehr wohl von was ich rede). Ein solches Verhalten ist auch extrem belastend für mich, weil ich bspw. in einer ihrer Ragen sogar mitbekommen habe wie sie meinen Vater für den Tod meiner Mutter verantwortlich gemacht hat und das habe ich bis heute nicht verdaut, weil ich nicht verstehe wie es sein kann, dass sich mein Vater so etwas bieten lässt (zumal, er natürlich nicht schuldig daran ist). Und nein, ich lausche nicht. Sie schreien tatsächlich durchs ganze Haus.

Ich möchte nichts anderes, als dass mein Vater und auch sie glücklich sind und ich entspannt mit den beiden leben kann bis ich wieder ausziehe (und natürlich darüber hinaus für die beiden ^^). Ich merke halt auch, wie sich meine Beziehung zu der Frau verschlechtert und ich den Respekt vor ihr und auch meinem Vater verliere, weil sie ihn so behandelt/emotional fertig macht und er sich von ihr alles bieten lässt und sein Verhalten/Umgang mit ihr in solchen Situationen nicht überdenkt und ändert.

Was würdet ihr mir raten? Wie soll ich damit umgehen? Kann ich hier nur ohnmächtig zusehen oder Musik aufdrehen bis alles wieder vorbei ist?

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2. Mai um 11:51

Stimmt genau...da wirst du nicht viel machen können. Wenn er sie liebt, wird er sich sowieso nicht gegen sie stellen. Und wenn du ihn darauf ansprichst, dass sie sich toxisch verhält, wird er das wahrscheinlich nicht wahrhaben wollen und dann geht nur noch mehr Streit los...
Wenn er nicht von selbst drauf kommt, dass diese Beziehung ungesund ist, bleibt dir nur, Musik aufzudrehen...

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5. Mai um 12:57

Deiner Beschreibung nach gibt es da eine Menge alter Belastungen, die wahrscheinlich von einigen, wenn nicht sogar allen Betroffenen weder ausreichend reflektiert wurden noch im Miteinander "anders" angegangen werden.

In einer Kind-Eltern-Beziehung ist es für ein solches Gespräch wichtig, wie gut beide miteinander können, sie respektvoll miteinander umgehen. Dabei ist wichtig, wie der Gegenüber das empfindet und nicht, wie man es selbst für sich sieht - und auch die Bereitschaft besteht, sich gerade von seinem Kind ein Einmischen sowie Tipps für die eigene Situation anhören zu wollen.
Ihr lebt in einer gewachsenen Situation, Deine Eltern, Dein Vater war(en) vom Grundgedanken bislang die Person(en), die DIR erzieherisch gegenüber stand(en). Einigen Eltern fällt es deshalb unglaublich schwer, sich überhaupt auf diese nun vermeintlich "verdrehte Situation" überhaupt einzulassen: sie fühlen sich unterstellt unfähig, bevormundet - sie blockieren, können aggressiv reagieren.

Es hängt ferner entscheidend davon ab, eine Problematik selbst so formulieren zu können, dass sie nicht belehrend und vorwurfsvoll empfunden wird. Dennoch können auch Emotionen während des Gespräches hochkommen, die dann eine große Herausforderung bedeuten, da man sich nicht mitreißen lassen sollte und erkennen muss, ob ein Gesprächsabbruch sinnvoller wäre (endgültig oder temporär) oder besser am Ball zu bleiben, da auch eine "Storming-Phase" durchaus da rein gehört. Allerdings ist auch hier immer das Wie entscheidend.

Wäge ab, schätze euch - und vor allem Dich selbst - für einen solchen Versuch ein, den ist es vom Grundsatz allemal wert. Du kannst nur von Deinen Möglichkeiten und Bereitschaften ausgehen und ohne Ansprüche und große Erwartungshaltungen in ein solches Gespräch gehen.

Im worst case bleibt Dir - mit oder ohne Gesprächsversuch - ohnehin nur ein Auszug, wenn Du Dein Leben zukunftsträchtig gestalten möchtest. Es ist dann in jedem Fall besser, mit seinem Vater den Versuch gewagt zu haben. Lieber ein "schlechtes Gespräch" als still und heimlich die Tür hinter sich zu schließen.
Allerdings sollte das nicht in destruktiven Streit kippen, dass sich beide Seiten an die Gurgel wollen oder man sich nicht mehr in die Augen sehen kann - es gibt dann nur Verlierer.

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12. Juni um 22:51

Hallo kleineerdbeere,
ich finde- du sollst ausziehen. Du bist groß genug für eigene Familie.
Mit Ende zwanzig noch als "Kind" zu leben, ist einfach zu spät.
Wenn du willst, dann kannst du deinen Vater fragen, ob er dich beim Studium finanziell unterstützt. Und evt. erwähnen, dass du dich sorgen um ihn machst wegen der jetzige Beziehung. Und erklärst warum, wenn er dich fragt.
Ausserdem gibt es BAFÖG, so dass du es auch selbst das Studuim finanziell schaffen kannst.
Viel Erfolg.
Blaukorn21
 

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14. Juni um 6:34

Was geht dich das an? Zieh doch aus, ist ja peinlich! Und lass die zwei endlich in Ruhe

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