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Ich wollte doch nur eine Mutter..

4. Juni 2006 um 0:28

Hallo.

Ich hoffe ich bin hier damit richtig.

Meine Geschichte....

Ich bin 21 Jahre alt. Seit dem ich denken kann wünsche ich mir ein anderes Leben. Obwohl mir Materiell und Finanziell nie etwas gefehlt hat.
Ich muß versuchen gerade nicht zu weinen anzufangen.
Es fällt mir schwer darüber zu reden.

Meine Mutter ist Alkoholikerin, Quartal Säuferin der schlimmen Sorte. Wir haben nach außenhin immer das Bild einen normalen Familie abgegeben.
Vater-Mutter haben eine geregelte, gut bezahlte Arbeitsstelle, anhaltende Harmonie ein gutes Leben sozusagen.

Doch hinter den Kulissen sah es immer anders aus.
Ich träume heute noch davon wie Sie besoffen durchs Haus gefallen ist, mir und meinem Vater das Leben zur Hölle gemacht hat.
Ich war 6 oder 7 als ich das erste mal meinen Micky Maus Rucksack mitten in der Nacht gepackt habe und zu meiner Tante gelaufen bin. Ich hatte Angst geschlagen zu werden. Ich schäme mich dafür, aber ich kann gar nicht zählen wie oft ich mir damals in die Hose gemacht habe vor Angst, das Sie mich haut. Ich war doch nur ein Kind. Mein Vater (er trinkt keinen Schluck Alkohol) hat Panik davor gehabt allein zu sein.
Wisst Ihr wie das ist jeden Tag in der ungewissheit zu sein ob man heim kommt und angst haben muß das SIE wieder getrunken hat.
Ich hatte 12.ten Geburtstag. Meine Mutter betrank sich und alle Kinder haben Ihre Eltern angerufen weil sie heim wollten. Wie peinlich das für mich war kann ich euch gar nicht sagen.
Sie hat mir in den Bauch geboxt weil ich ein Eis wollte.
Warum nur.. Ich bin doch Ihr Kind.

Die Jahre vergingen doch es wurde nie besser.
Als ich 18 war passierte es dann.
Ich kam mit meinem Freund zu mir nachhause und sie war stock betrunken und fing an wegen lapalien mit mir zu streiten. Sie warf mein Eingekauftes auf die Straße, brüllte rum und wollte mich wieder Ohrfeigen.
Mein Freund Sprang dazwischen und hat sie für mich kassiert. Er hat mich mitgenommen zu sich, seit dem wohne ich nicht mehr zu hause.
Doch meine Probleme werden nicht besser. Sie schwirt mir tag für tag im Kopf herum. Mir fehlt meine Mutter, die ich nie hatte.
Sie hat mich sensiebel und krank gemacht.
Ich hasse sie dafür.

Ich war doch bloß ein Kind. Was hat sie sich dabei gedacht...

Danke an diejenigen die sich die zeit genommen haben das hier durch zu lesen.

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4. Juni 2006 um 1:09

...gute entscheidung...
hallo du,
deine geschichte hat mich sehr traurig gemacht - aber auch wütend.
traurig wenn ich an deine erlebte kindheit denke und wütend das alkohol so etwas anrichten kann.
der vater meiner mutter hat auch getrunken - allerdings kein quartal-säufer. er hat aber auch nach außen den schein bewart, das er nicht trinkt. nur die familie wusste es und musste unter ihm leiden. er hat auch ständig seine arbeitsstellen gewechselt, nur weil er das gefühl hatte es könnte jemand mitbekommen haben. gegen seine kinder (also gegen meine mutter und ihre geschwister) und seine frau wurde er nicht handgreiflich - jedoch gegen seinen vater, der ihn immer unterdrückt hat....mit dem alkohol traute er sich auch seinem vater zu widersprechen und konnte wohl die unterdrückung eher ertragen.
ich habe meinen opa nie kennenlernen dürfen - er starb als meine mutter 14 jahre alt war. sie sagt heute, das sie damals froh darüber war - da sie es nicht mehr ausgehalten hat...die eigene familie rief zum teil die polizei weil sie sich nicht mehr zu helfen wussten. er ist dann an leberversagen gestorben!!!!
hat aber mehrere entziehungskuren gemacht bzw. auch abgebrochen...meine mutter sagt heute, wenn ihre eltern und ihre geschwister nicht mit den großeltern unter einem dach gewohnt hätten und weg gezogen wären, hätte er es vielleicht geschafft...vielleicht???
warum trinkt deine mutter??? hat es vielleicht auch mit ihrer kindheit zu tun? hat sie schon einmal eine entziehungskur gemacht?
deine mutter meint/meinte es in den schlimmen momenten nicht böse...sie hat sich in dem moment nichts gedacht. sie weiß manches mit sicherheit hinterher auch nicht mehr oder es würde ihr leid tun, wenn sie es erfahren würde...aber das ist natürlich keine entschuldigung.
schlimm ist vor allem, das du die erfahrung schon als kleines kind machen musstest- als kind kann man ja auch nicht abschätzen, das das jetzt nur wegen des alkohols ist und vielleicht mit dir überhaupt nichts zu tun hat.
krass finde ich, das sie nicht mal vor deinem freund halt gemacht hat...das sie selbst da nicht erkannt hat "halt, das ist eigentlich eine fremde person - was mach ich da eigentlich"...!!!
..ich finde die entscheidung, bei deinem freund zu wohnen garnicht mal so schlecht...vielleicht ist das schon einer der ersten schritte, deine mutter zu besinnung zu bringen - bzw. zumindest zum nachdenken zu bewegen. aber dein vater müsste auch gewisse vorderungen an deine mutter stellen - damit sie weiß so kann es nicht weiter gehen...dein vater geht daran ja auch kaputt.
sie muss unbedingt in therapie und einen entzug machen...wenn sie sich darauf über gespräche mit dir und deinem vater nicht einlässt, muss auch dein vater die konzequenzen ziehen und handeln...denn nur wenn es einem alkohol-kranken richtig schlecht geht und wenn er selbst merkt "ok, so kann es nicht mehr weiter gehen - das muss ein ende haben" - erst dann bringt auch eine therapie oder ähnliches was...
es ist normal, das die deine mutter fehlt - denn sicher hattet ihr (da sie ja quartal-säuferin ist) auch schöne zeiten und somit auch schöne erinnerungen.
ruf sie doch einfach mal an...wenn sie ran geht und betrunken ist sag ihr "du bist ja schon wieder betrunken - so möchte ich nicht mir dir reden" und lege auf...wenn du sie dann nüchtern am telefon hast, kannst du ja ganz normal mit ihr sprechen und ihr ja auch sagen, das die sie vermisst - so wie sie im moment ist...und das du sie liebst wenn sie nüchtern ist aber das du von ihr angst hast wenn sie betrunken ist - ob sie sich darüber schon einmal gedanken gemacht hat. weiss deine mutter, das du vor angst in die hose gemacht hast? oder das du geflüchtest bist zu deiner tante? habt ihr in solchen fällen im nüchternen zustand anschließend darüber geredet oder weiss sie manches bis heute nicht? wenn nicht, erzähle ihr das doch mal...aber besprich dich zuerst mit deinem vater...er ist ja schließlich genauso betroffen.
...ich persönlich würde mir halt auch die frage stellen - was ist, wenn du mal selbst kinder hast???
...den richtigen moment erwischen - um bei der oma deiner kinder einen besuch machen zu können?!?
...mesch, jetzt habe ich doch mehr geschrieben als ich wollte, aber vielleicht hilft dir die eine oder ander zeile.
ich wünsche dir auf jedenfall sehr viel kraft und mut egal für welchen weg du dich entscheidest.
viel glück und liebe grüße herzle

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4. Juni 2006 um 12:40

Mitleid
Hi...

Die Geschichte ist traurig. Genauso traurig, wie auch meine. Weißt du, ich hatte auch eine Kindheit, die eigentlich keine war. Obwohl nicht das Alkohol in meinem Fall das war, was alles kaputt machte. Aber die ewigen Streitereien und der unverdeckte HASS der beiden "Ehepartner" sich gegenüber haben es auch in sich gehabt... Genauso kam ich mit 13, 14 jeden Tag nach Hause von der Schule, ohne sich sicher zu sein, dass ich da auch übernachten werde..
Ich habe auch KEINE Mutter und komme mir seelisch ganz oft vor, wie jemand, der im Kinderheim aufgewachsen ist. Ohne Bezugsperson.. Und ohne jemanden, der einem einfach mal die Unterstützung gegeben hat und das Gefühl, man wäre nich umsonst in dieser Welt erschienen..

Hoffentlich macht es dir meine Geschichte etwas leichter.
Und ich denke, dass du dir vor allem eins klar machen solltest: egal, wie schlimm es war, und wie oft es dich innerlich erschütterte - DU BIST NICHT SCHULD daran.

Wünsche dir viel Glück

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