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Ich verstehe meine Mutter nicht mehr

7. August um 9:23

Hallo liebe Community,

ich würde gerne zu meinem Anliegen einige Außenstehende Meinungen oder ähnliche Erfahrungen hören. Weil ich selber ziemlich ratlos bin.

Und zwar ist es so, dass es mit meiner Mama (58) immer "schlimmer" wird. 
Meinem Papa (61) gegenüber ist sie hochgradig eifersüchtig, obwohl es laut ihm keinen Grund dazu gibt, hatte auch schon mehrere Male mit ihm drüber gesprochen. Vor einigen Jahren ist mir das nicht so extrem aufgefallen bzw er sagt auch, dass es mit der Zeit zugenommen hat. Mein Papa tut halt jetzt mehr für seine Gesundheit, geht zum Sport etc. Er tut es wirklich für sich und nicht für andere, was sie denkt. Darüber habe ich mit ihr auch schon geredet, aber sie möchte(?) es nicht hören.
Zudem stichelt sie auch ständig. Aus ganz normalen Unterhaltungen bricht sie einen Streit vorn Zaun, unterstellt meinem Papa wieder Dinge oder reibt ihm Dinge unter die Nase, die sie stören oder die mal gewesen sind. Dabei ist sie sehr vorwurfsvoll und zickig. Teilweise muss man echt aufpassen wie und was man sagt, weil sie schnell was "falsch" versteht oder nicht so ankommt wie es gemeint war und dann ändert sich die Stimmung bei ihr schlagartig, wenn sie Aussagen oder Themen blöd findet. Auch wenn man es nochmal erklärt. Verbal austeilen kann sie sehr gut, einstecken nur nicht. Ich kenne es schön seit meiner Kindheit so, dass sich meine Eltern sehr oft lautstark wegen irgendwas gestritten haben, aber seit mehreren Jahren nimmt es zu.
Es ist auch bei ihr so, wenn sie nicht das Gefühl hat, dass man auf ihrer Seite ist, egal bei was, wird sie sauer und ist eingeschnappt.
Auch ich kann mir ständig anhören, dass sie meine Berufswahl nicht gut findet und es überhaupt nicht verstehen kann, dass ich im Krankenhaus und im Schichtdienst arbeite. Wenn ich denn mal was von der Arbeit erzähle, sieht sie nur das Negative und das Positive oder gute Momente von denen ich berichte, lässt sie unkommentiert. Auch wenn sie es nicht gut findet, nach 7 Jahren könnte man es wenigstens respektieren, finde ich. Sie hängt mir auch ständig damit in den Ohren, dass ich noch studieren soll, einen "vernünftigen" Job haben soll. Habe ihr auch schon paar Mal gesagt hat, dass ich berufsbegleitend noch gerne was machen würde, aber wollte nach der Ausbildung auch erstmal gerne Berufserfahrung sammeln usw. Klar, sie möchte nicht, dass ich mich "kaputt" arbeite und es etwas einfacher habe als sie, aber egal was man sagt, sie hängt sich ständig an dem Thema auf und kann dabei auch ziemlich abwertend sein. Meine Mama selber arbeitet schon lange nicht mehr in ihrem gelernten Beruf, was sie halt immer noch sehr frustriert.
Mit den Jahren hat sie sich auch immer mehr zurück gezogen, geht wenig weg. Und wenn sie mal irgendwo anders ist, hat sie meist was zu meckern, beteiligt sich kaum an Gesprächen, auch wenn versucht wird sie mit ein zu beziehen. Auch bei anderen Leuten findet sie immer was, was ihr nicht gefällt, sie benennt selten etwas positives an anderen Menschen. 
Meine Mama selbst meldet sich auch kaum bei anderen, entweder müssen es die anderen tun oder, wenn sie es mal macht, hört oder liest man unterschwellig einen Vorwurf, dass man sich ja nicht melden würde, obwohl der Kontakt meist von den anderen kommt und nicht von ihr.
Meine Mama hat auch eine liebe und fürsorgliche Seite, als Kind habe ich mich nicht unwohl bei meinen Eltern gefühlt. Aber seit Jahren nehmen Dinge zu, die früher ab und zu mal vorkamen.

Natürlich habe ich mir schon meine Gedanken dazu gemacht, warum sie so ist wie sie ist. Würde mich über eure Meinungen/Ansichten/ähnliche Erfahrungen freuen.

LG

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7. August um 16:36

Ich denke, jeder kennt so jemanden... Wie du siehst, nehmen manche Leute immer mehr das Negative wahr und/oder vermuten und erwarten es. Natürlich sind es selbst keine glücklichen Menschen. 
Es ist auch egal, was du machst. Beschäftigt du dich viel mit deiner Mutter, kriegst du umso mehr Klagen um die Ohren, über dich oder andere. Wird dir das zu bunt und hälst du mehr Abstand, macht sie dir genau das zum Vorwurf. 
Eine gewisse Vorsicht ist angebracht, ob du nicht auch so eine Veranlagung hast, du kennst deine Mutter ja auch anders. Meistens sind es Menschen, die den Unterschied zwischen Empathie und Mitgefühl nicht kennen. Wenn du im Krankenhaus mit belastenden Situationen zu tun hast, wirst du dich damit bestimmt beschäftigt haben. Der "Fürsorgliche" verschlingt emotional quasi seine Mitmenschen, mischt sich überall ein, und macht seine Vorstellung von "Glück" zum Maß aller Dinge. Leben lassen gibt es nicht. Dieser Hunger nach Anerkennung kann niemals befriedigt werden. 
Geh nicht in dieselbe Falle. Du kannst deiner Mutter deutlich machen, dass du sie liebst, dass du aber dein Leben hast und sie Vertrauen haben kann in deine Fähigkeiten - schließlich hat sie dich erzogen. 

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