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Ich kann meine Familie nicht ernst nehmen

4. April 2018 um 13:20

Liebe Community,

ich wollte mich mit anderen austauschen, die auch in ihrer Familie niemanden haben, mit dem sie sprechen können.
Ich bin Mitte 20 und wohne derzeit wieder bei meiner Mutter zu Hause und schreibe meine Abschlussarbeit.
Ich möchte nach dem Abschluss dringend wieder ausziehen und weiß nicht einmal, ob ich danach noch Kontakt zu meiner Familie haben möchte.

In meiner Familie habe ich das Gefühl sind alle Erwachsenen total kindisch.

Egal ob es meine Mutter ist, oder meine Großeltern oder meine Tanten.
Ich kann einfach zu niemandem aufschauen und kann mit niemandem reden. Ich kann von niemandem einen guten Rat erwarten. Niemand gibt mir eine vernünftige Antwort.

Ich vermisse die Vernunft in meiner Familie so sehr, dass ich aufgehört habe, mit allen zu reden, über meine persönlichen Sachen. Weil ich einfach niemanden mehr ernst nehmen kann in der Familie. Und weil alle sowieso nur irgendwas sinnloses sagen würden.

Meine Mutter war immer alleinerziehend, da mein Vater abgehauen ist. Er hat sich nie gemeldet und nicht mal eine Adresse hinterlassen. Mit so einer Person würde ich den Kontakt auch nicht suchen.

Seit ich 18 bin, ist das Verhältnis zu meinen Großeltern angespannt. So sehr, dass ich sie nicht mehr besuchen kann, weil es immer im Streit eskaliert. Ich rufe nur noch von Weitem mit dem Telefon an. Wenn meine Mutter sie besuchen fährt, geht sie alleine.

Meinen Großeltern bin ich nicht gut genug. Sie kritisieren ständig an mir herum und sagen mir, dass ich die schlimmste Tochter und die schlimmste Enkelin bin. Dass ich eine Katastrophe bin und dass ich ein Problemkind bin. Dass ich kein Recht habe, mich gegen verbale Übergriffe zu wehren, weil ich bei meiner Mutter keine Miete bezahle. Ich muss mich unterordnen und darf erst in meiner eigenen Wohung bestimmen, wie ich behandelt werden möchte. Sie hätten mich großgezogen und haben daher das Recht, mich Tag und Nacht niederzumachen, weil man das eben in der Familie so macht. Ich soll froh sein, dass sie mir ihre Beleidigungen ins Gesicht sagen, schlimmer wäre es ja, wenn sie es hinter meinem Rücken täten.

Wenn ich versuche in ruhiger und sachlicher Weise mit meiner Oma zu reden, sagt sie sie hat es satt zu reden und sie lässt sich auf Diskussionen mit mir nicht ein. Ich habe ihr schon 100 mal erklärt, dass es meine Gefühle verletzt, wie sie über mich redet, und sie macht es immer wieder. Ich soll ihr keine Fragen stellen und leise sein.

Meine Mutter ist zwar nett und lässt mich bei ihr wohnen, mit ihr reden kann ich aber nicht so wirklich.

Sie war jahrelang die Geliebte eines Mannes, der noch eine Ehefrau hatte, und sie sozusagen als Zweitfrau hatte. Ich habe diesen Mann nie akzeptiert und das wirft sie mir bis heute vor. Sie war fest davon überzeugt, dass er sie sehr liebt. Irgendwann hat seine Ehefrau es mitbekommen und ist ausgezogen, da waren sie dann ein Jahr lang offiziell zusammen. Das war dem Mann aber zu anstrengend, weil meine Großeltern ihn auch nicht so toll fanden, sie haben alles ja mitbekommen. Er hat sich bei meiner Mutter beschwert, dass sie zu wenig Zeit mit ihm verbringt und dass alle ihn ja nicht mit offenen Armen begrüßt haben (Welch ein Wunder nach so einem Verhalten). Dann hat er sich von ihr getrennt, und meine Mutter hat mich dafür verantwortlich gemacht,weil ich ja nicht nett zu ihm war.
Kurz darauf hat er eine andere gehabt und ist direkt mit ihr zusammengezogen, meine Mutter hat dann seine Nummer blockiert. Ihm hat die Neue dann doch nicht gefallen und er hat angefangen alle Freundinnen meiner Mutter zu stalken, von denen er die Nummer wusste und wusste wo sie wohnen. Dann hat er alle so bedrängt bis meine Mutter sich wieder mit ihm getroffen hat. Nun möchten er sie wieder zurück und ich kann es einfach nicht fassen, wie dumm meine Mutter eigentlich ist. Und was sie alles mit sich machen lässt. Ich hatte so gehofft, dass sie mal etwas lernt. Aber irgendwie lernt sie nichts und deswegen kann ich sie einfach nicht ernst nehmen.

Insgesamt ist sie auch noch total esoterisch, lässt sich dauernd Karten legen und pendelt alles aus und ich kann damit überhaupt nichts anfangen. Gegen die verbalen Übergriffe meiner Großeltern hat sie mich noch nie verteidigt.

Ich kann einfach mit niemandem aus der Familie mehr was anfangen und fühle mich ständig wie im falschen Film.

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4. April 2018 um 14:57

"Freunde sind Gottes Entschädigung für Verwandte" - irisches (glaub ich... ) Sprichwort.

Es ist nun einmal so - die Familie kann man sich nicht aussuchen, man kann also auch eine erwischen, mit der man gar nicht klar kommt. Da hilft nur eins: akzeptieren und so bald es geht ins eigene Leben wechseln.

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