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Ich kann einfach nicht mehr

29. März 2011 um 15:32

Hallo zusammen,

ich habe gestern schon eine Diskussion unter einem anderem Stichpunkt eröffnet, weil ich mit dem Verhalten eines Mannes nicht klar komme.
Nun dachte ich, ich kann von euch allen auch im Allgemeinen mal Rat und eventuell sogar Hilfe bekommen, denn bei mir/uns (Familie) läuft seit einiger Zeit nichts mehr rund.
Zum einen wäre da meine Großmutter, die mit meiner Mutter immer wieder kleine Phychospielchen spielt. Das geht schon seit einiger Zeit so und immer wieder muss ich sie aufbauen, wenn sie aufgrund einer Aussage meiner Oma völlig am Boden ist.
Dann wurde vor einigen Wochen eine Magersucht bei meiner kleinen Schwester diagnostiziert. Seitdem dreht sich alles nur noch um ihr Essverhalten. Fast täglich gibt es Diskussionen, weil sie zu wenig gegessen hat oder meine Eltern mal wieder belogen hat, was ihre Mahlzeiten angeht.
Meine andere Schwester heiratet diesen Sommer. Die Vorbereitungen laufen schon seit einem Jahr und dennoch wird permanent irgendwas hochzeitliches geplant.
Ich studiere nun seit Anfang Oktober und seither sagen alle aus meiner Familie, ich habe mich verändert.
Das stimmt ja auch, ich bin erwachsener geworden, aber das ist ja nicht unbedingt was schlechtes.
Außerdem glaube ich, dass es nicht daran liegt, dass ich nun studiere sondern daran (und dies habe ich noch niemandem erzählt), dass ich Ende des Sommers vom einem Mann missbraucht/vergewaltigt wurde.
Ich war etwas betrunken und dann hat er die Chance genutzt. Er war so viel stärker als ich,... Mit 14 ist mir so etwas ähnliches schon mal passiert, doch damals kam mir Gott sei Dank jemand zur Hilfe. Diesmal war niemand da. Immer und immer wieder kommen mir diese Bilder in den Kopf. Ich will daran eigentlich gar nicht mehr denken, aber ich kann manchmal gar nicht anders.
Seitdem habe ich mich von allen etwas abgesondert. Gut, ich war noch nie der geselligste Typ. Ich brauche immer wieder meine Freiräume, brauche lange Zeit bis ich jemanden emotional an mich ran lasse und seitdem was letzten August passiert ist, sowieso nicht mehr. Niemanden mehr.
Nun habe ich jemanden gefunden, dem ich absolut vertraue und genau das war der Fehler. Er hat zu mir gesagt, dass er eigentlich keine Beziehung möchte. Zack, die Realität hat mich wieder. Für kurze Zeit dachte ich ernsthaft, dass ich endlich jemanden gefunde habe, dem ich trauen kann und nun ist alles noch schlimmer als vorher!
Meine Familie hört mir nicht zu, ständig werde ich von allen angemotzt, meine Leistungen in der Uni sind dürftig und der Typ, dem ich seit langem wieder so sehr vertraue, dass ich sogar mit ihm geschlafen hätte ( Er wollte lieber warten. Gott sei Dank, sonst wär ich jetzt noch mehr am Boden) will keine Beziehung.
Ich kann nicht mehr. Fühle mich leer, gebeutelt, dick, hässlich und ungeliebt. Entschuldigt bitte dieses Selbstbemitleiden, aber ich bin gerade wirklich an einem Punkt, der mich verzweifeln lässt. ...

Vielleicht könnte ihr mir sagen, wie ich aus diesem Loch wieder rauskomme.
Vielen Dank im Vorraus
vida1991

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29. März 2011 um 21:28

Kopf hoch !
Ach je, deine Situation kommt mir bekannt vor...ich war in einer ähnlichen. Hatte familiäre Probleme und war dann auch noch verliebt in einen Mann, der keine Beziehung wollte.
Kann es sein, dass du dich niemandem in deiner Familie anvertraust, weil du das Gefühl hast, jeder ist mit sich und seinen eigenen Problemen und Angelegenheiten genug beschäftigt ? Oder hast du es versucht, aber niemand nimmt dich wirklich ernst ?
Ich kann dir nur raten, dich irgendwo (egal wo... sei es hier im Forum oder bei einer Freundin oder einem Therapeuten) mal so richtig "auszukotzen". Eine Vergewaltigung steckt man (frau) nicht einfach so weg. Und dann zusätzlich diese vielen Familienbaustellen... für die du übrigens aus meiner Sicht nicht verantwortlich oder zuständig bist ! Es ist nicht Aufgabe der Tochter, die Mutter ständig wieder aufzubauen. Die Magersucht deiner Schwester ist sicherlich für alle Beteiligten schwierig und belastend. Dennoch rate ich dir, dich und deine Sorgen deshalb nicht in den Hintergrund zu stellen.
Ich glaube, ich bin dir ganz ähnlich. Auch ich brauche lange, bis ich emotional jemanden an mich heranlasse.
Früher hielt ich mich meistens zurück, beobachtete und war für andere da, wenn mich jemand brauchte. Wie es mir ging fragten nicht viele und ich erzählte es von mir aus kaum jemandem. Heute schaffe ich es immer öfter, mich wichtig zu nehmen, auch an mich zu denken und nicht immer nur Rücksicht zu nehmen. Sorgen in sich hineinfressen ist gefährlich und macht depressiv. Ich kann dir aus meiner Erfahrung nur raten: Schau genau hin wer und was dir gut tut und wer oder was nicht. Geh raus, triff dich mit Leuten, die es gut mit dir meinen, sei auch mal egoistisch, rede über dich, trenne dich von allem, was dir auf Dauer schadet. Und damit meine ich in erster Linie Männer, die beziehungsunfähig oder unreif sind. Ich habe zwei Jahre lang vergebens um solch einen Mann versucht zu kämpfen...mit dem Ergebnis, dass ich verzweifelte und ich mich zum Schluß hässlich, dick und ungeliebt gefühlt habe. Heute bereue ich es, dass ich mich nicht schon viel früher von ihm distanziert hatte.
Das Leben geht immer weiter...es kommt darauf an, was man daraus macht. Zum Erwachsenwerden gehört meiner Meinung nach in erster Linie, auf sich selbst acht zu geben, sich vor zu viel Ballast zu schützen.
Ich wünsche dir ganz viel Kraft, Kopf hoch, du bist zu jung zum Verzweifeln !

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29. März 2011 um 23:50

Du brauchst einen Therapeuten
eine Vergewaltigung steckt niemand mal gerade so weg und manchmal kommt das erst nach Jahren oder Jahrzehnten und dann zerbricht eine Beziehung.
Lieben Gruß
melike

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30. März 2011 um 19:22
In Antwort auf nadia_12290644

Kopf hoch !
Ach je, deine Situation kommt mir bekannt vor...ich war in einer ähnlichen. Hatte familiäre Probleme und war dann auch noch verliebt in einen Mann, der keine Beziehung wollte.
Kann es sein, dass du dich niemandem in deiner Familie anvertraust, weil du das Gefühl hast, jeder ist mit sich und seinen eigenen Problemen und Angelegenheiten genug beschäftigt ? Oder hast du es versucht, aber niemand nimmt dich wirklich ernst ?
Ich kann dir nur raten, dich irgendwo (egal wo... sei es hier im Forum oder bei einer Freundin oder einem Therapeuten) mal so richtig "auszukotzen". Eine Vergewaltigung steckt man (frau) nicht einfach so weg. Und dann zusätzlich diese vielen Familienbaustellen... für die du übrigens aus meiner Sicht nicht verantwortlich oder zuständig bist ! Es ist nicht Aufgabe der Tochter, die Mutter ständig wieder aufzubauen. Die Magersucht deiner Schwester ist sicherlich für alle Beteiligten schwierig und belastend. Dennoch rate ich dir, dich und deine Sorgen deshalb nicht in den Hintergrund zu stellen.
Ich glaube, ich bin dir ganz ähnlich. Auch ich brauche lange, bis ich emotional jemanden an mich heranlasse.
Früher hielt ich mich meistens zurück, beobachtete und war für andere da, wenn mich jemand brauchte. Wie es mir ging fragten nicht viele und ich erzählte es von mir aus kaum jemandem. Heute schaffe ich es immer öfter, mich wichtig zu nehmen, auch an mich zu denken und nicht immer nur Rücksicht zu nehmen. Sorgen in sich hineinfressen ist gefährlich und macht depressiv. Ich kann dir aus meiner Erfahrung nur raten: Schau genau hin wer und was dir gut tut und wer oder was nicht. Geh raus, triff dich mit Leuten, die es gut mit dir meinen, sei auch mal egoistisch, rede über dich, trenne dich von allem, was dir auf Dauer schadet. Und damit meine ich in erster Linie Männer, die beziehungsunfähig oder unreif sind. Ich habe zwei Jahre lang vergebens um solch einen Mann versucht zu kämpfen...mit dem Ergebnis, dass ich verzweifelte und ich mich zum Schluß hässlich, dick und ungeliebt gefühlt habe. Heute bereue ich es, dass ich mich nicht schon viel früher von ihm distanziert hatte.
Das Leben geht immer weiter...es kommt darauf an, was man daraus macht. Zum Erwachsenwerden gehört meiner Meinung nach in erster Linie, auf sich selbst acht zu geben, sich vor zu viel Ballast zu schützen.
Ich wünsche dir ganz viel Kraft, Kopf hoch, du bist zu jung zum Verzweifeln !

Danke
Dankeschön für den schnellen Rat.

Leider habe ich besagten Typ schon emotional schon viel zu nah an mich heran gelassen.... Das kenne ich eigentlich gar nicht von mir. Ich vertrau ihm völlig und ich denke genau das ist das Problem.

Mit meiner Schwester geht es langsam wieder bergauf und dennoch schwebt das ganze wie eine große dunkel Wolke über der Familie.
Ich hab schon ein paar Mal mit dem Gedanken gespielt allen von dem Vorfall im letzten Sommer zu erzählen, aber einerseits schäme ich mich daüfr und andererseits möchte ich nicht noch ein Problem in den Topf werfen...

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