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Ich habe ein Problem mit einem 8jährigen

13. September 2011 um 9:29

Hallo!

Ich bin seit ein paar Jahren geschieden (2 Kids aus der Ehe 14/16) und habe danach meinen jetzigen Lebensgefährten kennengelernt. Ich liebe ihn sehr und er ist für mich ein Traummann auch noch nach 3 Jahren, wir haben auch ein gemeinsames Kind (8Monate). Wir sind zusammen gezogen und wurden eine große Patchworkfamilie. Wir leben mit den beiden Großen und dem Baby zusammen und eigentlich auch sehr glücklich, wenn da nicht sein Sohn aus erster Ehe wäre.
Ich/Wir wussten von vornherein, dass wir halt Kinder haben und die bei jedem von uns einen gewissen Stellenwert haben, sind also nicht blauäugig in die Beziehung gestapft, allerdings muss ich gestehen, dass ich mit so einem Kind nicht gerechnet habe. Kennengelernt habe ich ihn, da war er 6 und damals hatte ich schon bei dem Kind ein komisches Gefühl, was sich auch bestätigt hat.
Der Junge ist nicht wie andere Kinder. Er hat nichts liebenswertes an sich, wie es fast alle anderen Kinder in dem Alter haben. Er kann mit sich überhaupt nichts anfangen, er braucht permanent Beschäftigung, sei es durch Medien, durch den Papa oder durch andere Kinder, allerdings hat er ein gestörtes Sozialverhalten, so dass spielen mit anderen Kindern fast immer in Streitschlichtung endet. Da er jedes zweite WE bei seinem Vater ist und eine 24h Rundum-Betreuung braucht, bin ich mit meinen Nerven fast am Ende. Die ExFrau ( auch wenn ich sie überhaupt nicht leiden kann) scheint es auch durchschaut zu haben, dass mit dem Kleinen etwas nicht stimmt und hatte ihn zum Psychater geschickt, die allerdings nur Tests gemacht haben, er zeigt typische ADHS-Symptome und hat eine Hochbegabung im Sprachgebrauch (er redet unglaublich viel, geht mit Fremdwörtern um - auch richtig angewandt, weiß alles besser, hat keinen Respekt vor Erwachsenen). Dieses Gerede von ihm nimmt ihm jede Lieblichkeit und das Bewusstsein, er ist noch ein Kind. Das alles führte dazu, dass er in der Schule ein Jahr wiederholen muss, da er auf allen anderen Gebieten Mathe, Schreiben, Lesen total versagt und dort eine Unterbegabung hat.
Der Junge wird von seinem Vater wie ein rohes Ei behandelt, was es mir natürlich sehr schwer macht, auch mal zu intervenieren (der Psychater meinte, man solle mit ihm normal reden und nicht hochgestochen, damit er seinen Fokus woanders hinsetzt), aber es wird mit dem Kind immer schlimmer. Mittlerweile kommt er jede Nacht, die er bei uns ist ins Schlafzimmer um seinen Vater zu holen.
Ich bin mal ganz ehrlich, mich stösst der Junge richtig ab mit seiner ganzen Art (ach so, er ist auch aggressiv gegenüber Kleintieren, wenn er meint, es schaut keiner hin) und weiß nicht mehr, wie ich mich verhalten soll, denn im Gegenzug tut mein Partner alles für meine Kinder, die allerdings auch einen angenehmen Charakter haben und es ihm sehr leicht machen. Momentan bin ich bei ihm sehr auf Abstand und versuche die WEs und Ferien so zu überstehen, dass ich die Stunden oder Tage zähle bis er wieder weg ist und ich meinen Partner wiederhabe (auch das gemeinsame Töchterchen wird sehr vernachlässigt dann, weil der "arme" Junge ja dann leiden könnte).
Natürlich haben wir schon viele Gespräche geführt, die allerdings fruchtlos endeten, weil er seinen Sohn auf einen Thron setzt.
Dieser Junge braucht in meinen Augen dringend psychologische Betreuung (zusammenfassend: aggressiv, autoaggressiv, gestörtes Sozialverhalten, keine Frustrationstoleranz, Typ: Klugscheißer, kein normal kindliches Verhalten, immun gegen Belehrungen, Schulversagen, nicht in der Lage, Phantasiespiele alleine mit sich zuspielen (Lego, Playmobil).
Für uns ist er sehr beziehungsbelastend ( teils bewusst herbeigeführt von dem Jungen) und mein Umgang mit ihm kann auch keine Lösung sein.

Weiß jemand einen Rat, ganz speziell wie ich mich gegenüber diesem Kind verhalten soll?

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13. September 2011 um 9:46

PS: ein Beispiel zur Verdeutlichung
Vielleicht ist ein Beispiel angebracht um zu verdeutlichen, warum es mir so schwerfällt

Situation Essen am Tisch:

Wir alle fröhlich und unbefangen: Guten Appetit
Er: Wohl bekomm's

Mein Partner zeigt mir während des Essens unterm Tisch eine Brandblase.
Partner: Schau mal Schatz, heute hatte ich wieder Pech
Alle: Ui, das tut doch sicher weh
Er: Ich wünsche nicht, dass während des Essens solche unappetitlichen Themen behandelt werden, da es nicht schicklich ist und bei mir einen Würgereiz hervorruft, der es mir unmöglich macht weiter zu essen

So geht das ständig

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13. September 2011 um 20:04

IHR braucht Hilfe, nicht der Junge
Zumindest in erster Linie. Ich wußte, was los ist, bevor ich diesen Part in deinem Text gelesen hatte. Hochbegabung. Dieses Kind langweilt sich zu Tode.
Ja, er braucht permanent "Input" und den gerne von Älteren/Erwachsenen. Problem dabei ist: ER muß sie als ebenbürtig ansehen - und das seid ihr offensichtlich nicht. So ein Kind merkt sehr schnell, wer im geistig das Wasser halten kann und wer nicht. Das soll jetzt nicht abwertend sein, versteh mich da bitte nicht falsch, es ist nur so, daß Hochbegabte oft das Gefühl haben, von lauter "Deppen" umgeben zu sein.

Stell dir einfach mal vor, du müßtest ab jetzt in einer geschlossenen Psychiatrie leben und versuchst dort ein vernünftiges Gespräch zu führen......SO fühlt sich das Kind. Bedenke einfach: IQ 130 und höher= hochbegabt. IQ100 = normal. IQ 70= minderbegabt (politisch unkorrekt auch "schwachsinnig". So, blöd nur, daß IQ 130 von "Normal" genauso weit weg ist, wie normal zu minderbegabt. Von demher....er fühlt sich so, als wäre er von Schwachsinnigen umgeben.

Ich denke, ihr und seine Mutter solltet euch mal zusammen setzen und euch überlegen, welche Einrichtungen bzw. Angebote für Hochbegabte Kinder ihr nutzen könntet. Mensa e.V. kann da auch Hilfen geben (einfach mal googeln).

Und die Minderbegabungen? Sind es tatsächlich solche oder ist im der Stoff der Grundschule vielleicht einfach zu doof? Ich kenne z.B. Kinder, die nie Puzzlen wollten. Die konnten die einfachen 10-20 Teile Puzzle nicht. Dann hat ihnen mal jemand ein 500 Teile-Puzzle gegeben.....

Ich würde auch mal dringend den Psychiater wechseln. Denn - würdest DU nicht aggressiv werden, wenn dich keiner versteht und dir dann auch noch "Müll" erzählen will? DAS ist das Gefühl dieses Kindes. Er braucht den geistigen Austausch mit Gleichgesinnten. Er muß nicht "umerzogen" werden. Auch seine Sprache muß nicht angepaßt werden. Stell dir mal vor, DIR wollte jemand klar machen, daß du ab jetzt - weils ja so schön ist- nach jedem Satz noch ein "bubububaaa" anhängen mußt. Wie kämst DU dir vor?

Gut wäre sicher auch ein sportlicher Ausgleich, damit er seine Wut auch mal rauslassen kann - und zwar in einer sozial verträglichen Art und Weise. Aber blos keinen Mannschaftssport! Vielleicht eher was in Richtung Boxen, Karate etc.

Eventuell laßt ihr ihn mal auf das Asperger-Syndrom testen, das würde zur mangelnden Phantasie und zur "hochgestochenen" Sprache passen.

So als "Schnellhilfe" bzw. "Was ist eigentlich los hier" kann ich Folgende Bücher nur empfehlen:

Andrea Brackmann - Hochbegabt und Hochsensibel bzw.
ganz normal hochbegabt

Da schildern "Betroffene" ihre Situation.

Und nochwas: Das wird so weiter gehen. Er wird niemals das werden, was man im Allgemeinen als "sozial verträglich" bezeichnet. Aber ich denke, daß muß er auch nicht, wenn er von euch und anderen den richtigen Input bekommt. Leicht wird das nicht, aber wenn ihr euch darauf einlaßt, kann es sehr spannend werden und für euch auch sehr lehrreich. Stellt sich die Frage: Seid ihr bereit zu lernen? Über Dinge, die euch bisher noch nie im Leben interessiert haben? Dann nichts wie los

LG Zimt.....die aus eigenen Erfahrung weiß, wovon sie spricht.......

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14. September 2011 um 8:47

Danke, bitte mehr
Durch eure Beiträge werde ich mit meinem Verhalten nochmal sehr mit diesem Thema konfrontiert und muss mich damit auseinendersetzen.
Ich war erst am Überlegen, ob ich es überhaupt poste, aber doch, es bringt mir etwas...ich kann mehr ins Detail gehen und auf eure Beiträge gezielt antworten.

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14. September 2011 um 8:55

Hmmm
Also, generell tendiere ich genau zu diesem Verhalten, meistens aber eher abweisend und genervt, trotz bester Vorsätze und genau das will ich ja an mir irgendwie ändern.

Der Junge wirkt auf mich ( eigentlich auf alle anderen, die ihn kennen auch) nur abstoßend, ich will ihn "gern haben", ich weiß nur nicht wie, da der "Kindbonus" vollkommen fehlt. Man hat das Gefühl, man redet mit einem Erwachsenen und einem extrem unangenehmen Erwachsenen dazu...
Sorry, aber das ist so schwer zu beschreiben...

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14. September 2011 um 9:11
In Antwort auf kristi_11897686

IHR braucht Hilfe, nicht der Junge
Zumindest in erster Linie. Ich wußte, was los ist, bevor ich diesen Part in deinem Text gelesen hatte. Hochbegabung. Dieses Kind langweilt sich zu Tode.
Ja, er braucht permanent "Input" und den gerne von Älteren/Erwachsenen. Problem dabei ist: ER muß sie als ebenbürtig ansehen - und das seid ihr offensichtlich nicht. So ein Kind merkt sehr schnell, wer im geistig das Wasser halten kann und wer nicht. Das soll jetzt nicht abwertend sein, versteh mich da bitte nicht falsch, es ist nur so, daß Hochbegabte oft das Gefühl haben, von lauter "Deppen" umgeben zu sein.

Stell dir einfach mal vor, du müßtest ab jetzt in einer geschlossenen Psychiatrie leben und versuchst dort ein vernünftiges Gespräch zu führen......SO fühlt sich das Kind. Bedenke einfach: IQ 130 und höher= hochbegabt. IQ100 = normal. IQ 70= minderbegabt (politisch unkorrekt auch "schwachsinnig". So, blöd nur, daß IQ 130 von "Normal" genauso weit weg ist, wie normal zu minderbegabt. Von demher....er fühlt sich so, als wäre er von Schwachsinnigen umgeben.

Ich denke, ihr und seine Mutter solltet euch mal zusammen setzen und euch überlegen, welche Einrichtungen bzw. Angebote für Hochbegabte Kinder ihr nutzen könntet. Mensa e.V. kann da auch Hilfen geben (einfach mal googeln).

Und die Minderbegabungen? Sind es tatsächlich solche oder ist im der Stoff der Grundschule vielleicht einfach zu doof? Ich kenne z.B. Kinder, die nie Puzzlen wollten. Die konnten die einfachen 10-20 Teile Puzzle nicht. Dann hat ihnen mal jemand ein 500 Teile-Puzzle gegeben.....

Ich würde auch mal dringend den Psychiater wechseln. Denn - würdest DU nicht aggressiv werden, wenn dich keiner versteht und dir dann auch noch "Müll" erzählen will? DAS ist das Gefühl dieses Kindes. Er braucht den geistigen Austausch mit Gleichgesinnten. Er muß nicht "umerzogen" werden. Auch seine Sprache muß nicht angepaßt werden. Stell dir mal vor, DIR wollte jemand klar machen, daß du ab jetzt - weils ja so schön ist- nach jedem Satz noch ein "bubububaaa" anhängen mußt. Wie kämst DU dir vor?

Gut wäre sicher auch ein sportlicher Ausgleich, damit er seine Wut auch mal rauslassen kann - und zwar in einer sozial verträglichen Art und Weise. Aber blos keinen Mannschaftssport! Vielleicht eher was in Richtung Boxen, Karate etc.

Eventuell laßt ihr ihn mal auf das Asperger-Syndrom testen, das würde zur mangelnden Phantasie und zur "hochgestochenen" Sprache passen.

So als "Schnellhilfe" bzw. "Was ist eigentlich los hier" kann ich Folgende Bücher nur empfehlen:

Andrea Brackmann - Hochbegabt und Hochsensibel bzw.
ganz normal hochbegabt

Da schildern "Betroffene" ihre Situation.

Und nochwas: Das wird so weiter gehen. Er wird niemals das werden, was man im Allgemeinen als "sozial verträglich" bezeichnet. Aber ich denke, daß muß er auch nicht, wenn er von euch und anderen den richtigen Input bekommt. Leicht wird das nicht, aber wenn ihr euch darauf einlaßt, kann es sehr spannend werden und für euch auch sehr lehrreich. Stellt sich die Frage: Seid ihr bereit zu lernen? Über Dinge, die euch bisher noch nie im Leben interessiert haben? Dann nichts wie los

LG Zimt.....die aus eigenen Erfahrung weiß, wovon sie spricht.......

Du hast recht...
wir brauchen Hilfe, ganz speziell ich, deshalb schreibe ich ja.
Mir sind in gewisser Weise jedoch stark die Hände gebunden.

Ich bin nicht die Mutter und der Vater redet die Probleme weg, ich weiß zwar genau, dass er sie sieht und leidet, aber wenn er das zugeben würde, sähe er das, glaube ich, als Verrat an seinem Sohn an.

Kurz zu den Werten ( wenn du dich ja damit auskennst):

Wortschatz: IQ 148
Lesen, Schreiben: 92
Mathematik, Logik: 88
bei den anderen Sachen kamen auch "nur" 90er Werte raus.

Der Psychiater argumentierte (Hören-Sagen, ich war ja nicht dabei), er konzentriert sich ausschließlich auf seinen Wortschatz, was es ihm unmöglich macht, sich auf andere Sachen zu konzentrieren und von daher auch die schlechten Leistungen. Momentan bekommt er eine Entspannungstherapie, die der Junge aber als (Zitat) "zeitraubend und nicht effizient" beschreibt, er geht nur hin, weil seine Mutter darauf besteht und er, wenn sich das schulische Verhalten nicht bessert, als "lernbehindert" eingestuft wird.
An Asperger habe ich auch schon gedacht, habe es sogar mal angesprochen, dass ich nicht gesteinigt worden bin, war alles.
Einen Psychiaterwechsel kann ich auch nicht einleiten, da ich keine Erziehungsgewalt habe. Ich hätte den Weg über einen Kinderpsychologen sowieso vorgezogen, die kümmern sich auch um die Seele, nicht nur um den Geist.

Die Denkweise des Jungen, die du ihm zuschreibst, halte ich für nachvollziehbar, allerdings ist sein Umfeld, sprich wir, schon ziemlich hoch. Das heißt zwar nichts, aber ich habe die "Arztschule" besucht, die Eltern die "Lehrerschule" und speziell der Vater ist studierter Pädagoge.
Mein Sohn ist gerade in der Pubertät und redet halt so, wie die Jugend heute so spricht "Ey, Alter, man, haste Zeit zu zocken?"
Witzigerweise versucht er ihn zu imitieren.

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14. September 2011 um 13:48


Hi nochmal......ich denke, ich habe mich doof ausgedrückt als ich schrieb, daß ihr ihm geistig nicht gewachsen seid. Was ich meinte war, daß ihr wahrscheinlich mit ihm sprecht, wie das halt so mit 8jährigen üblich ist. Versuche mal, eine "ältere" Sprache zu nutzen, so wie du vllt. mit einem 18jährigen sprechen würdest. Vielleicht klappt das ja?

Die Werte liegen eigentlich überall noch im Normbereich (90-110), von daher wundert mich, daß von Minderbegabung gesprochen wird. Auffällig ist allerdings der im Gegensatz dazu extrem hohe Wert bei Sprache.
Verstärkt für mich die Asperger-Richtung.

Vielleicht könnt ihr dem Jungen in Richtung Sprache ein Angebot machen? Also vielleicht interessiert ihn z.B. Theater? Nicht für Kinder, das ist klar Liest er gerne? Da gibt es vllt. die Möglichkeit eines Lesezirkels.

So schwer es auch ist, ich denke, du kannst an dieses Kind nur herankommen, wenn du dich frei machst von deinem (verständlichen) Frust und ihm so gut du kannst zeigst, daß du ihn magst und daß er willkommen ist.

Ach....noch eine kleine Anmerkung:
Die Werte, die ein IQ-Test liefert, können zu niedrig sein, aber so gut wie nie zu hoch (außer, jemand rät verdammt gut ) Zu niedrig deshalb, weil die Testperson aufgeregt ist, keine Lust hat, krank ist etc.

Ich denke auch, du mußt dringend mit seinem Vater sprechen. Dieses Kind wird in die "Lernbehindert-Ecke" abgeschoben, wenn sein Vater und seine Mutter nicht endlich die Augen aufmachen. Er bekommt so keine Chance, sein eigentliches Potential auszuleben. Das endet entweder in Frust und Aggression oder in Depression.

Das Kind ist wie es ist, völlig egal, ob da nun noch ein Asperger oder sonstwas diagnostiziert wird. DAS sollte dem Vater klar werden. Nur mit Diagnose kann dem Jungen geholfen werden, sich besser zurecht zu finden. Dann lösen sich vielleicht auch manch andere Probleme in Wohlgefallen auf.

Ich drück die Daumen!

LG Zimt

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14. September 2011 um 16:43

Also
erstmal finde ich, musst du sehen, dass der Papa ihn ja wirklich nur alle 14 Tage hat. Der Junge ist genauso sein Sohn, wie eure Tochter...ich würde es nicht als Vernachlässigen eurer Tochter sehen, wenn er die 2 Tage für seinen Sohn nutzt...zumal er ja nach deiner eigenen Aussage diese Zeit BRAUCHT.


Mag sein, dass der Junge sich selbet noch viel entwicklen muss. Ich persönlich bin auch gegen die rohes-Ei Methode ab einem bestimmten Grad, weil ich denke, dass auch Kinder mit erschwertem 'Potenzial' sich mit der Zmgebung ein Stückweit abgleichen müssen..und das auch können.


Deinen Stiefsohn kenne ich nun nicht. Es ist schwierig auf deine Worte einzugehen.
Erstmal verstehe ich auch deine Sicht. Es ist nicht dein Sohn und er lebt auch nicht bei euch und er scheint ganz anders zu 'hanhaben' zu sein, als deine eigenen Kinder. Er wurde positiv auf ADHS und Hochbegabung geprüft. Er hat eine Art, mal ganz auf ihn bezogen, die dich abstößt..dafür kannst du nichts..es ist nicht dein leibliches Kind und du bist (noch) nicht an ihn rangewachsen.


Wobe ich dir doch wirklich auf dem Weg geben will, mal regelmäßig in dich zu gehen, WARUM dich manches abschreckt und WIE du damit umgehen kannst. Denn er wird der Sohn von deinem Lebenspartner bleiben, d.h, dass du einen Umgang mit ihm finden musst.

Kannst du es nicht gleich, dann lass die beiden auch ruhig viel im Alleingang machen (zum Tierpark, Toben ect)
Der Junge BRAUCHT seinen Vater!!



Und mal von meiner Seite. Mein Kind ist auch oft recht besonders. Mittlerweile zum Glück recht gut (soweit man das als gut definiert) im Kindergarten integriert. Aber er ist in manchen DIngen zumindest phasenweise, glaube ich, auch recht besonders gewesen...Er war ein sehr sehr sensibles Baby/Kleinkind. Intuitiv habe ich auch früh mit ihm so geredet, wie ich auch mit gleichaltrigen rede..er redet es so nach. Bei ihm habe ich das Glück, dass er von selbet viele Spielideen hat (eine aber am liebsten ständi mit einbeziehen will, sonst wird sein GEsamtgemüt echt schwieriger zu handhaben)..eine Tochter von einer Bekannten war allerdings auch ind em Alter von deinem Stiefsohn, so, wie du ihn beschreibst. Also, man musste sich ständig input ausdenken.
Die Kinder sind so. Die sind in dem Sinne nicht krank, dass du denne jetzt abgewöhnen kannst, gut zu sprechen. Du kannst denen auch nicht einfach angewöhnen, alleine zu spielen. Das ist ein Prozess..wie bei jedem Kind eigentlich..Doch ich denke mal, dein Partner, als der leibliche Vater, spürt besser als du, was er dem 'Großen' zumuten kann.

Wenn er wirklich solche Probleme mit anderen Kinder hat, würde ich da natürlich auch dran bleiben. Der Sozialkontakt ist sehr wichtig. Und wenn es eine Sportgruppe oder eine Musikschule ist..vielleicht gemischten Alters.
Auch die schulische Situation ist natürlich ein Thema für sich...aber die Mama scheint ja auch dahinter zu sein?

Ansonsten gibt es bei Caritas/Jugendamt und co auch für die Eltern Beratungstermine, die einem vielleicht helfen können, mit Besonderheiten von den Kindern umzugehen. Vielleicht habne die noch mehr Ideen, wie man dem Kind sinnvollen 'Input' gibt, ohne sich selbst zu vernachlässigen, bzw sich zu verbiegen. Es soll ja auch dem Zusammenhalt dienen.

Ich glaube, in erster Linie hilft sowieso nichst mehr, als den Jungen anzunehmen, wie er ist. Wie er sich bessern kann oder wie ihm geholfen wird, ist noch eine andere Geschichte..aber deine Stellung zu ihm konstruierst du von dir aus. Deine KInder hast du auch angenommen, wie sie waren und hast dich in Erziehungsfragen immer wieder mit ihnen zusammengerauft (vermute ich mal)..Manche KInder sind einfach intensiver. Das ist so. Und man kann lernen, damit zu leben.

Wenn er eh schon so sensibel ist (aufgrund seiner ADHS usw) wird er wahrscheinlich die Trennung obendrein schlechter verarbeitet können...Natürlich auch nur eine Vermutung.

Zeit braucht ihr! Gebt euch Zeit, auch deinem Stiefsohn einen sicheren Platz in eurere Familie zu finden. Mit dem Holzhammer schafft man da sowieso nichts.


Bevor ich hier weiter rumschwafel, sag ich mal, dass du mir auch gerne konkrete Fragen stellen darfst.

Ansonsten wünsche ich euch mal alles Gute fürs Weitere!

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14. September 2011 um 16:49
In Antwort auf kristi_11897686

IHR braucht Hilfe, nicht der Junge
Zumindest in erster Linie. Ich wußte, was los ist, bevor ich diesen Part in deinem Text gelesen hatte. Hochbegabung. Dieses Kind langweilt sich zu Tode.
Ja, er braucht permanent "Input" und den gerne von Älteren/Erwachsenen. Problem dabei ist: ER muß sie als ebenbürtig ansehen - und das seid ihr offensichtlich nicht. So ein Kind merkt sehr schnell, wer im geistig das Wasser halten kann und wer nicht. Das soll jetzt nicht abwertend sein, versteh mich da bitte nicht falsch, es ist nur so, daß Hochbegabte oft das Gefühl haben, von lauter "Deppen" umgeben zu sein.

Stell dir einfach mal vor, du müßtest ab jetzt in einer geschlossenen Psychiatrie leben und versuchst dort ein vernünftiges Gespräch zu führen......SO fühlt sich das Kind. Bedenke einfach: IQ 130 und höher= hochbegabt. IQ100 = normal. IQ 70= minderbegabt (politisch unkorrekt auch "schwachsinnig". So, blöd nur, daß IQ 130 von "Normal" genauso weit weg ist, wie normal zu minderbegabt. Von demher....er fühlt sich so, als wäre er von Schwachsinnigen umgeben.

Ich denke, ihr und seine Mutter solltet euch mal zusammen setzen und euch überlegen, welche Einrichtungen bzw. Angebote für Hochbegabte Kinder ihr nutzen könntet. Mensa e.V. kann da auch Hilfen geben (einfach mal googeln).

Und die Minderbegabungen? Sind es tatsächlich solche oder ist im der Stoff der Grundschule vielleicht einfach zu doof? Ich kenne z.B. Kinder, die nie Puzzlen wollten. Die konnten die einfachen 10-20 Teile Puzzle nicht. Dann hat ihnen mal jemand ein 500 Teile-Puzzle gegeben.....

Ich würde auch mal dringend den Psychiater wechseln. Denn - würdest DU nicht aggressiv werden, wenn dich keiner versteht und dir dann auch noch "Müll" erzählen will? DAS ist das Gefühl dieses Kindes. Er braucht den geistigen Austausch mit Gleichgesinnten. Er muß nicht "umerzogen" werden. Auch seine Sprache muß nicht angepaßt werden. Stell dir mal vor, DIR wollte jemand klar machen, daß du ab jetzt - weils ja so schön ist- nach jedem Satz noch ein "bubububaaa" anhängen mußt. Wie kämst DU dir vor?

Gut wäre sicher auch ein sportlicher Ausgleich, damit er seine Wut auch mal rauslassen kann - und zwar in einer sozial verträglichen Art und Weise. Aber blos keinen Mannschaftssport! Vielleicht eher was in Richtung Boxen, Karate etc.

Eventuell laßt ihr ihn mal auf das Asperger-Syndrom testen, das würde zur mangelnden Phantasie und zur "hochgestochenen" Sprache passen.

So als "Schnellhilfe" bzw. "Was ist eigentlich los hier" kann ich Folgende Bücher nur empfehlen:

Andrea Brackmann - Hochbegabt und Hochsensibel bzw.
ganz normal hochbegabt

Da schildern "Betroffene" ihre Situation.

Und nochwas: Das wird so weiter gehen. Er wird niemals das werden, was man im Allgemeinen als "sozial verträglich" bezeichnet. Aber ich denke, daß muß er auch nicht, wenn er von euch und anderen den richtigen Input bekommt. Leicht wird das nicht, aber wenn ihr euch darauf einlaßt, kann es sehr spannend werden und für euch auch sehr lehrreich. Stellt sich die Frage: Seid ihr bereit zu lernen? Über Dinge, die euch bisher noch nie im Leben interessiert haben? Dann nichts wie los

LG Zimt.....die aus eigenen Erfahrung weiß, wovon sie spricht.......


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