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Ich glaube, ich habe meinen Vater gefunden

17. März um 17:53

Ich bin ohne Vater aufgewachsen, meine Eltern haben sich noch in der Schwangerschaft getrennt soweit ich weiß, vielleicht war es auch nur eine kurze Geschichte, das weiß ich gar nicht so genau. Ich habe ihn auch nie kennen gelernt, oder wenigstens ein Fotogesehen, nichts. Lediglich ein paar Informationen habe ich. Er hat schwarze Haare und ganz helle Augen, ich weiß, wie er heißt und wie alt er ist. Und dass wir in der selben Kleinstadt wohnen. Er hat wohl auch eine Familie.

Bisher konnte ich mich gut damit arrangieren, dass ich keinen Vater habe. Ich bin auch kein Kind mehr, stehe mitten im Leben: Studium abgeschlossen, Festanstellung, und nun kommt im Mai meine Tochter zur Welt. Nun ist es so, seit ein paar Jahren habe ich kaum noch Kontakt zu meiner Mutter. Ihr zu Liebe habe ich nie unbequeme Fragen gestellt oder versucht, herauszufinden, wo mein Vater ist. Seit der Schwangerschaft aber hat sich aber der Gedanke eingeschlichen, dass ich vielleicht doch mal Kontakt zu meinem Vater aufnehmen könnte. Ich würde ihn dann auch mitteilen, dass er Opa wird. Gründe, warum ich das machen möchte, weiß ich nicht genau. Ich hab da auch nicht all zu hohe Erwartungen, immerhin wohnen wir seit so vielen Jahren in der selben Kleinstadt und es hat ihn nicht „gejuckt“ Kontakt aufzunehmen. Aber ich kann auch nicht sauer sein, ich hab es ja auch nicht versucht.

Wie dem dem auch sei, meine Recherche Künste sind ausreichend genug, dass ich jetzt weiß, wo er arbeitet und wie er aussieht, seine Telefonnummer hab ich auch und auch bei Facebook hab ich ihn gefunden. Das gruselige: wir haben bis vor kurzem direkt gegenüber seiner Firma gewohnt. Das ist so seltsam. Der Cousin und der Bruder meines Mannes arbeiten nebenbei sogar bei ihm. Auch meine Schwiegereltern kennen ihn. Also wirklich alle, außer ich!! Natürlich haben sie nie die Verbindung erahnt. Er weiß auch, dass ich existiere, aber wie ich aussehe weiß er wahrscheinlich nicht. Für mich ist das ganze so merkwürdig, ich rede mir ein, dass ich mich irren muss, aber es gibt keinen Zweifel. Sogar meine Schwiegermutter sagt, es passt einfach alles, jetzt wo sie es weiß. Der polnische Name, das Aussehen, das Alter, die Beschreibung meiner Mutter...

jetzt, wo ich mir so sicher bin, ist dieser kleine Schritt aber eine riesige Hürde und ich glaube, ich werde es nicht schaffen, diese zu überwinden. Klar glaube ich nicht, dass er mir in die Arme fällt, oder sonderlich erfreut sein wird. Aber Menschen können sehr verletzend sein und ich wüsste nicht, wie ich es überstehe, wenn seine Reaktion in eine noch schlimmere Richtung geht. Also falls er seine Familie durch mich bedroht sieht oder sowas, halt die worst case Szenarien. Ich weiß das Leben ist nicht so wie in den doofen Fernsehsendungen, wo sich Familienmitglieder heulend in den Armen liegen. So ein Drama will ich auch gar nicht. Aber Drama in eine ganz andere Richtung noch viel weniger.

So, lange Rede, kurzer Sinn: ich weiß nicht, wie ich mich entscheiden werde, aber es tat schon mal gut das alles aufzuschreiben und eventuell ist ja hier jemand durch eine ähnliche Situation gegangen? Und hat nen Tipp? Danke schonmal fürs lesen

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18. März um 18:32

Ja ich würde.und sage ihm klar.es geht um deine wurzeln,nicht um geld.viel glück
blut ist dicker wie wasser
das er soviel dein,euer leben kreuzt ist kein zufall.es isr dir zugefallen.just do it

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18. März um 18:33

Mich würd es MEEEGA FREUEN mein kind plus enkel zu treffen

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18. März um 18:58

Ich habe meinen Vater mit knapp 19 Jahren kennengelernt. Ich brauchte seine Unterschrift bzw Daten für meinen Bafög Antrag... 
Es war eine komische Situation, aber alles war freundlich. Ich habe kaum was zur Vergangenheit gesagt oder gefragt. Er hat mehrmals von allein versucht sich zu erklären. 
ICh habe diesen Schritt nie bereut, obwohl ich sehr schnell keinen Kontakt mehr zu ihm hatte. Das ging aber von mir aus. Er ist genau so eine Art Mensch, die ich nicht mag und die ich nicht in meinem Leben haben möchte. Obwohl er mich wahrscheinlich immer wie eine Prinzessin behandeln würde... 
Das Kennengelernt haben war aber dennoch die Beste Entscheidung!  
Denn ich habe damit abgeschlossen. Ich frage mich nicht was wäre wenn... 
Ich kenne nun meine Zukunft diesbezüglich und konnte mit dieser Sache abschließen. Obwohl sie mich vorher auch recht wenig beschäftigt hat. Aber gerade mit Kindern, wenn man selbst Mutter ist, würde die Ungewissheit immer wieder aufkommen. Gerade, wenn man sieht wie wichtig ein sorgender und kümmernder Vater für Kinder ist. 
Du musst versuchen das Thema nicht zu zerdenken. Du kannst dich nur entscheiden, ob du es wagst (im Idealfall ohne Erwartungen) oder für immer ohne das kennenlernen leben kannst. 
Gerade wenn er selbst Kinder hat, die womöglich schon ausgewachsen sind, wird er froh sein zu wissen wer du bist und dass es dir gut geht. 
Wenn sich die Wege dann wieder trennen, wird das okay für alle sein. Und wenn nicht, ist es wahrscheinlich eine Bereicherung. 
Vielleicht hilft es dir ihm auch einfach einen Brief zu schreiben, so dass er den nächsten Schritt gehen soll, aber weiss, dass von dir keine Gefahr ausgeht sondern nur Neugier. 
Das dämmt dir dann vielleicht deine worst case Szenarien. 
Man muss auch bedenken, dass er heute vielleicht selbst vieles anders machen würde als damals...

Wie auch immer du dich entscheidest, ich wünsche dir, dass es zu deiner Zufriedenheit ausgeht.

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18. März um 20:52
In Antwort auf sfsp

Ich habe meinen Vater mit knapp 19 Jahren kennengelernt. Ich brauchte seine Unterschrift bzw Daten für meinen Bafög Antrag... 
Es war eine komische Situation, aber alles war freundlich. Ich habe kaum was zur Vergangenheit gesagt oder gefragt. Er hat mehrmals von allein versucht sich zu erklären. 
ICh habe diesen Schritt nie bereut, obwohl ich sehr schnell keinen Kontakt mehr zu ihm hatte. Das ging aber von mir aus. Er ist genau so eine Art Mensch, die ich nicht mag und die ich nicht in meinem Leben haben möchte. Obwohl er mich wahrscheinlich immer wie eine Prinzessin behandeln würde... 
Das Kennengelernt haben war aber dennoch die Beste Entscheidung!  
Denn ich habe damit abgeschlossen. Ich frage mich nicht was wäre wenn... 
Ich kenne nun meine Zukunft diesbezüglich und konnte mit dieser Sache abschließen. Obwohl sie mich vorher auch recht wenig beschäftigt hat. Aber gerade mit Kindern, wenn man selbst Mutter ist, würde die Ungewissheit immer wieder aufkommen. Gerade, wenn man sieht wie wichtig ein sorgender und kümmernder Vater für Kinder ist. 
Du musst versuchen das Thema nicht zu zerdenken. Du kannst dich nur entscheiden, ob du es wagst (im Idealfall ohne Erwartungen) oder für immer ohne das kennenlernen leben kannst. 
Gerade wenn er selbst Kinder hat, die womöglich schon ausgewachsen sind, wird er froh sein zu wissen wer du bist und dass es dir gut geht. 
Wenn sich die Wege dann wieder trennen, wird das okay für alle sein. Und wenn nicht, ist es wahrscheinlich eine Bereicherung. 
Vielleicht hilft es dir ihm auch einfach einen Brief zu schreiben, so dass er den nächsten Schritt gehen soll, aber weiss, dass von dir keine Gefahr ausgeht sondern nur Neugier. 
Das dämmt dir dann vielleicht deine worst case Szenarien. 
Man muss auch bedenken, dass er heute vielleicht selbst vieles anders machen würde als damals...

Wie auch immer du dich entscheidest, ich wünsche dir, dass es zu deiner Zufriedenheit ausgeht.

Bravo...
du hast das sehr gut erzählt und gemacht.
abschliessen ist immer wichtig
alles liebe dir

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19. März um 19:54

@prismalicht
Du hast recht, es ist mir zugefallen. Ich glaube, ich brauche aber noch einen kleinen Ruck vom Schicksal, ich weiß nicht genau, wie ich es anstellen soll. Ich weiß, dass meine Schwiegereltern ihn kennen und mein Schwager für ihn arbeitet. Also einen Brief könnte ich wahrscheinlich mitgeben. Aber irgendetwas sträubt sich in mir, ich hab das Gefühl, es ist nicht der richtige Weg. Ganz komisch zu beschreiben. Ein Anruf kommt mir noch plumper vor. Ich brauche mehr Bedenkzeit. 

@sfsp
auch mein Vater musste für meinen Bafög Antrag damals kontaktiert werden. Ich habe das aber dem Bafög Amt überlassen, ich selbst hatte da alles andere im Sinn und stand noch unter den Fittichen meiner Mutter, ich wollte ihn nicht kennenlernen. was du da aber beschreibst, dieses „abschließen“ können, trifft es sehr gut! Ich möchte nicht unbedingt heile Wlt spielen, ich möchte das für mich selbst aber tun, für meine innere Ruhe. Blöd wäre da nur, mehr aufzuwühlen als zur Ruhe zu bringen. Dennoch, wenigstens wäre dann meine Neugier beruhigt.
Das ist ein toller Tipp, zu vermitteln, dass es nur Neugier ist und keine Gefahr. Wenn es soweit ist und ich den Mut zusammen habe, werde ich das so machen! Lieben Dank

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20. März um 18:40

Es kommt wenn du bereit bist.du weisst dann wanns richtig ist

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22. März um 20:50

Ich habe Neuigkeiten: mein Verdacht hat sich als richtig erwiesen. Aber fangen wir von vorne an. Ich hatte mich entschieden, ihm auf Facebook zuzuwinken. Es erschien mir unverbindlich genug, ich meine, würde ich etwas wollen, wäre ich ja mit der Tür ins Haus fallen. Ich wollte erstmal anklopfen, nicht stören und deshalb erschien mir das als richtig. Drauf reagiert hatte er aber bis heute nicht. Ich war heute bei meinen Schwiegereltern. Scheinbar ist er die ganze Woche um meinen Schwager herum geschlichen und heute hat er dann in einem ruhigen Moment gefragt, ob er (also der Bruder meines Partners) mich kennt. Ich habe ihm aber gesagt, er solle bloß nichts ansprechen, also sagte er nur „ja, ich kenne sie, sie ist die Freundin meines Bruders, wieso?“ und mein Vater hat erklärt, dass er mein Vater ist. Mein Schwager hatte nur gesagt, das er das nicht wusste. Mehr haben die beiden wohl aber nicht gesprochen. Aber scheinbar hat er ihn dafür zur Seite genommen, als kein anderer was hören konnte, als wäre es ihm peinlich/ unangenehm.

Mein Schwiegervater meinte, er wolle die Tage mit ihm reden, dass ich nichts von ihm haben möchte oder so, weil er Angst hat, dass mein Schwager seinen Job wegen so nem Missverständnis verliert. Ich fand das ziemlich unsensibel mir gegenüber und hab ihm direkt gesagt, dass er das sein lassen soll. Ich muss erstmal alles in meinem Kopf sortieren. Klar, jetzt fühlt er sich eventuell in Gefahr, vielleicht weiß seine Frau nichts von mir, aber ich denke nicht, dass er meinen Schwager kündigt deswegen. Wieso sollte er ihm das erzählen, wenn er Angst hat, dass er es rum erzählt? Das ist zumindest, was mein Schwiegervater vermeiden will. 

Ich bin ein wenig eingeschüchtert von dieser Sichtweise. Ich selbst würde dieses Nachfragen seitens meines Vaters als sehr vorsichtigen Versuch werten, eventuell mehr über mich zu erfahren. Es geht meiner Meinung nach nicht darum, mögliche Gefahren einzudämmen. Sehe ich das falsch? Will er vielleicht doch vermeiden, dass das ans Tageslicht in seiner Firma kommt? Warum sollte er es denn dann meinem Schwager sagen? 

Ich hoffe gerade nur, dass mein Bauchgefühl gegenüber einem eigentlich Fremden reicht, um die Situation irgendwie logisch einschätzen zu können. Mir erschließt sich nicht, dass er meinen virtuellen, mehr als vorsichtigen Kontaktversuch über Tage ignoriert und dann das Gespräch zu meinem Schwager sucht. Vielleicht war mein Kontaktversuch auch einfach nur falsch, vielleicht hätte ich doch mit der Tür ins Haus fallen sollen a la „ich glaube, du bist mein Vater und ich möchte dich kennen lernen“. Aber dafür ist es wohl zu spät, ich fühle mich gelähmt. 

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24. März um 15:56

Lass los.keine angst.lass bisschen gras darüber wachsen.

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24. März um 15:56

Es ist nie zu spät,für einen neuen weg

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