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Ich bin so am Ende mit meinen Nerven!!!

5. Februar 2007 um 12:55 Letzte Antwort: 13. Februar 2007 um 10:41

Hallo!

Ich lebe in einer superglücklichen Beziehung und will meinen Freund auch nie wieder hergeben. Unsere Beziehung hat momentan einen "blöden" Beigeschmack da wir momentan 350 km auseinander leben, aufgrund unserer Ausbildungen. Ich werde im Sommer fertig und will unbedingt dann zu ihm ziehen. Das ist aber nicht das was mich so fertig macht.

Ich bin 21 Jahre und lebe noch bei meinen Eltern, da ich kein Geld verdiene bei meiner Ausbildung (ist ne schulische Ausbildung). Das wär ja noch alles kein Ding wenn ich mich zu Hause wohlfühlen würde. Aber ich habe jeden Tag mehr das Gefühl - nur noch weg. Ich fühle mich so beobachtet und bevormundet und ich habe auch das Gefühl, dass meine Eltern kein Vertrauen zu mir haben. Gestern wurd ich zum Beispiel gefragt, wie viel Geld ich denn noch auf meinem Konto habe. HALLO - Leute ich bin 21. Wenn ich hier lese andere Leute haben in dem Alter schon ein süßes Baby, leben mit ihrem Freund zusammen und alles ist paletti. Egal was ich mache meinen Eltern passt es nicht und ich bekomme Ärger- ja Ärger wie ein dummes 10jähriges Kind, was grade wieder etwas falsch gemacht habe. Egal was ich mache, ich habe im Hinterkopf "Was sagen meine Eltern bloß wieder!". Ich trau mir schon gar nichts mehr zu kaufen, zu machen etc. Ich erzähle auch nix mehr zu Hause, weil ich jedesmal Angst, dass es falsch ist, weil es meine Eltern nie so gemacht hätten. Ich habe manchmal das Gefühl, dass meine Eltern mir ihr Leben aufzwingen wollen. Zum Beispiel will ich mir mal später eine übelst geile Schrankwand kaufen - meine Eltern sagen, das ist ja kein Massivholz und du siehst die Fettfinger auf den Glastüren - und dann mach ich es nicht, weil mich meine Eltern wieder so beeinflusst haben. Ich habe das GEfühl, wenn ich zu Hause bin ich funktioniere nur noch. Ich hab mein Leben lang immer das gemacht wie es meinen Eltern gefällt und nie an mich gedacht. Das schlimme ist ich kann nicht mal zu meinen Eltern sagen: "Stopp die Nähe ist mir zu viel!" oder sowas. Dann fühlen sie sich gleich angegriffen und betitulieren mich als undankbar. Ich würde so gern ausziehen, aber bestreitet heute mal von knapp 150 Euro ein ganzen Monat euer Leben. Ich bin so abhängig von ihnen.
Man ich will auch so leben wie eine 21jährige und nicht wie eine 12jährige. Ich weiß einfach nicht mehr weiter. Mein Freund ist das Beste was ich habe, aber leider sehen wir uns nur 4x im Monat und dann spannen ihn seine und meine Eltern auch noch ein mit Arbeiten etc. Ich hab solche Angst, dass wenn ich bei meinem Freund dann lebe, dass ich immer noch diese Haltung habe, was sagen meine ELtern jetzt zu dem Kauf, obwohl es dann meine Wohnung ist. Es ist so hart für mich. Mein Freund ist wirklich das wichtigste für mich, denn er zeigt mir was es heißt wieder zu leben. Wenn ich mal in den Ferien bei ihm bin, bin ich ein total anderer Mensch. Ich will endlich wieder leben. Ich hoffe nur so sehr das die Zeit bis zum Sommer schnell umgeht und ich MEIN Leben starten kann.

Danke für's Zuhören und vielleicht auch ein paar Kommentare.
LG Eure Pusteblume

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13. Februar 2007 um 10:41

Das Problem mit dem Abnabeln
Hallo Pusteblume,

das was du beschreibst kennt glaub ich fast jeder, der mal 21 war )
Vielleicht hat der eine das schon mit 18 durchgemacht, der andere nocht früher und manch einer "kämpft" vielleicht mit 25 immer noch damit, dass seine Eltern ihn nicht als Erwachsenen behandeln.
Ich kann mich noch gut an die Zeit erinnern, auch wenn ich jetzt schon Mitte 30 bin und selber eine kleine Tochter habe. Seit dem denk ich aber auch öfter darüber nach, wie mein Verhältnis zu meiner Mutter (mein Vater ist sehr früh verstorben) war.
Ich hatte auch große Probleme mich abzunabeln und meine Mutter hatte große Probleme damit zu akzeptieren, dass ich nun mein eigenes Leben führe, mit eigenen Vorstellungen und auch eigenen Fehlern.
Die meisten Unstimmigkeiten entstehen nach meiner Erfahrung daraus, dass man zu wenig miteinander spricht, und wenn man es tut, es sich um eine Situation handelt, in welcher eine der "Parteien" emotional schon "geladen" ist. Und dann ist eigentlich keine konstruktive Kommunikation mehr möglich. Dann fallen solche Wörter wie "undankbar" und "bevormundet und beobachtet" und schon hört keiner dem anderen mehr wirklich zu.
Die meisten Eltern, und ich beziehe deine da einfach mal mit ein, sehen in ihrem Kind eben immer noch das Kind. Sie wollen sicher sein, dass es ihm gut geht, dass es genug Geld hat, dass es nicht vorhersehbare Fehler macht oder mit dem falschen Mann zusammen ist. Ein Kind ist eben eine lebenslange Verantwortung...)
Die Hauptaufgabe der Eltern ist es, ihre Kinder ins Leben zu begleiten. Man sollte ihnen Ratschläge geben aber auch akzeptieren, dass diese nicht angenommen oder (im besseren Fall) zwar überdacht aber als nicht praktikabel verworfen werden.
Und das ist unheimlich schwer. Das bedeutet eine Menge Überwindung und auch eine Menge Vertrauen - in das eigene Kind, aber auch in seine eigene Erziehungsarbeit.
Rede mit deinen Eltern darüber wie du dich fühlst. Und zwar nicht, wenn es dir das nächste Mal "reicht", sondern in einer vorbereiteten Situation. Kauf eine Flasche Wein, koch was leckeres und setz dich dann mit ihnen zusammen. Bereite ein paar Punkte vor, die du dir genau überlegst, die du für dich schon mal ausarbeitest und die du ihnen dann, möglichst ohne Vorwürfe darlegst. Vermeide Formulierungen wie "immer sagt ihr", "nie lasst ihr mich" oder ähnliches sondern sprich darüber, wie du dich fühlst oder wie manche Fragen bei dir ankommen. Z.B. vielleicht wollten sie mit der Frage, wieviel Geld du noch auf deinem Konto hast einfach sicher gehen, dass du nichts brauchst. Bei dir kommt das aber einer Bevormundung gleich. Dann frage sie, was sie mit solch einer Frage bezwecken und dass ihr euch darauf einigen könnt, dass sie dich mit deinem Geld haushalten lassen, bis es halt nicht mehr reicht. Oder sie dir einen festen Betrag pro Monat geben, mit dem du dann tust was du willst, aber einen "Nachschlag" gibt es nicht.
Ich bin mir sicher, mit einem ruhigen, klärenden Gespräch kommst du bestimmt weiter.

viele Grüße!

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