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Ich bin 22 und darf fast nichts.

30. Dezember 2015 um 10:17

Hallo liebe Community,
ich möchte euch jetzt nicht davon erzählen das ich neu bin, wieso ich hier bin oder ähnliches. Ihr solltet bitte nur wissen, dass mir das Thema, welches ich gleich ansprechen werde, mir sehr am Herzen liegt.

Ich bin 22 Jahre alt. Zurzeit mache ich mein FSJ, möchte danach Erziehungswissenschaften studieren und habe seit 5 Jahren meinen Führerschein. Seit einem Jahr habe ich einen festen Freund.

Meine Eltern kommen ursprünglich aus der Türkei. Leider teile ich mir ein "Kinderzimmer" mit meinem jüngeren Bruder, der im November 13 Jahre alt geworden ist.
Damals, in der Grundschule, hatte ich jedes mal 'Streit' in meiner damaligen Clique und wurde oftmals als 'Außenseiter' betitelt, weil meine Freundinnen von damals desofteren Übernachtungs-Partys gemacht haben und ich nie teilnehmen durfte.

Schon in der Grundschule hat mein Vater mir nicht erlaubt, bei Freundinnen zu schlafen, mit dem Argument "du bist ein Mädchen, ich möchte nicht das dir da etwas passiert. Du sollst zu Hause schlafen, weil ich ein Unwohlsein Gefühl habe, wenn du nicht zu Hause bist".

Als ich paar Jahre älter wurde und immer noch nicht bei Freundinnen schlafen durfte, hat meine Mama mir das Argument von meinem Vater nochmal erläutert. "Du könntest von den Brüdern oder vom Vater oder sonstwem vergewaltigt werden oder dir könnte da etwas anderes passieren".

Ihr könnt euch bestimmt vorstellen, wie mir damals, mit 14/16 schon die Kinnlade heruntergefallen ist. Ich konnte es damals schon nicht nachvollziehen und daran hat sich bis heute nichts geändert. Genauso wie mit den Regeln meines Vaters.

Seit dem er weiß, dass ich einen Freund habe, erlaubt er mir noch weniger. Nun kommen auch regeln dazu, wie z.B. dass ich in der Woche um 21 Uhr zu Hause sein soll, am Wochenende darf ich mir einen Tag aussuchen, an dem ich später nach Hause kommen werde (später bedeutet soviel wie 00.00/01.00 Uhr).

Bei uns heißt es in meiner Nationalität "kein Sex vor der Ehe". Das ist uralt. Kaum jemand hält sich daran. Ich möchte mich daran halten und werde dies auch tun, auch wenn mein Freund (deutscher, 29) natürlich gerne Sex hätte. Trotzdem respektiert er das. Er respektiert auch die Regeln meiner Eltern, jedoch haben wir deswegen manchmal auch extrem Stress.

Ich kann ihn total verstehen.

Mein Problem ist nicht nur das übernachten, sondern vieles in einem. Welches Mädchen hält sich mit 22 noch an die Regeln ihres Vaters?

Klar, denken viele von euch, dass ich einfach ausziehen soll. Immerhin bin ich alt genug.

Das kann ich aber nicht.
Wenn ich ausziehe, werde ich meine Familie verlieren. Das geht bei uns nicht, dass man vor der Ehe auszieht. (Das ist für mich auch totaler Schwachsinn). Ich würde gerne ausziehen, da ich die Freiheit ordentlich kennenlernen möchte. Jedoch habe ich zu sehr Angst davor, meine Familie zu verlieren, abgestoßen zu werden.

Eine Diskussion mit meinem Vater kann ich leider nicht eingehen. Er entgeht den Diskussionen immer oder sagt nur "solange du an meinem Tisch sitzt, musst du dich an meine Regeln halten".



Habt ihr ähnliche Erfahrungen?
Könnt ihr mich verstehen?
Gibt es Tipps, die ihr mir geben könntet?


Ich danke euch schon einmal im Voraus!

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30. Dezember 2015 um 15:56

Ich kann deine Situation nachvollziehen,
da ich sowas auch von anderen kenne.
Kannst du deinen Freund nicht heiraten? Dann könntest du ausziehen und hättest mehr Freiheit.

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30. Dezember 2015 um 18:23
In Antwort auf lillifee883

Ich kann deine Situation nachvollziehen,
da ich sowas auch von anderen kenne.
Kannst du deinen Freund nicht heiraten? Dann könntest du ausziehen und hättest mehr Freiheit.

Hättest du auch mal so eine Situation ?
Ich habe noch keine Ausbildung. Mache gerade mein FSJ und möchte danach ein duales Studium machen. Finanziell wäre es glaube ich ziemlich schwer...

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1. Januar 2016 um 14:02

Ich kenn dich nicht.
Mit fällt es schwer dir einen Rat zu geben. Letztendlich hat Du selbst die Türen zugemacht. Ausziehen ist nicht, mit deinem Vater reden ist nicht....

Dann musst du entweder das hinnehmen oder heiraten.

Wobei ich beides für falsch halte. ...vorallem wenn du Pädagoge werden willst.

Wenn du eine ehrliche Meinung willst, sprich mit deiner Mutter, lass deinen Freund mit deinem Vater sprechen und findet gemeinsam eine Lösung....und wenn nicht Trag die Konsequenzen.

Aber als Pädagoge und als Frau brauchst du ein selbst bestimmtes Leben. Das wäre mir viel zu eng.

Es gibt auch gerade Hilfe Stellen für Menschen mit Familien mit strenger religionsauslegung. Google einfach mal. Da sind ähnlich betroffene

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6. Januar 2016 um 13:44

Hi
Hallo
Ich kann dich gut verstehen, ehrlich ich hasse diese Türkischen alten Sitten, meine Eltern kommen auch aus der Türkei und ich bin jeden Tag dankbar das meine Mutter mich nicht nach diesem schei* erzogen hat (mein vater habe ich nie kennengelernt)

Aber dennoch diese Sache mit ausziehen sieht meine Mutter auch etwas ...naja
Wenn es nach ihr geht soll ich für immer im Haus bleiben, egal


Da reden bei sowas eh nie klappt ,kann ich dir eigentlich nur zwei sachen raten
1. Rede mit deiner Mutter
2. Zieh aus
Das ist dein Leben und nicht das Leben deiner Familie, du hast ein recht darauf glücklich zu sein und dein Leben so zu Leben wie DU es möchtest. Ich kann verstehen dass du deine Familie nicht verlieren möchtest, doch ich denke wenn du deinem Vater zeigst das du es wirklich ernst meinst und ihm zeigst dass du so wie du möchtest glücklich bist ,vielleicht akzeptiert er es dann.
Wenn nicht, wie schon gesagt es ist dein Leben und jeder kann über sein Leben selbst entscheiden


Liebe Grüße

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