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Hochbegabung? Unterforderung? Faulheit? ADS? ... Suche Erfahrungsberichte

19. November um 13:10 Letzte Antwort: 10:23

Hallo zusammen,

nochmal ein Beitrag über meine Tochter, die mir zur Zeit sehr viele Sorgen macht. 
Ich hoffe, dass ich hier Eltern finde, die mir weiterhelfen können oder die vielleicht was Ähnliches erlebt haben und mit denen ich mich austauschen kann.

Wir haben eine fünfjährige Tochter. Sie ist ein liebes Kind und war schon immer ein wenig weiter als die meisten Gleichaltrigen – zumindest ist uns das immer wieder gesagt worden. Da sie unser erstes und bislang einziges Kind ist und ich sonst wenig engen Kontakt zu anderen Kindern habe, habe ich das so hingenommen und nicht weiter hinterfragt. Oft auch gar nicht ernst genommen, denn sowas kam gerne von der Verwandtschaft, und die Omas, Opas, Onkel und Tanten finden ihre Enkel und Nichten natürlich immer ganz besonders. 😉 (So wie wir Mamas und Papas eben auch).

Für mich ist sie "normal", ich kenne es ja nicht anders. Dennoch gibt es einige Dinge, die mir auffallen/aufgefallen sind.

Sie hat früh gesprochen. Das ging mit einem Jahr los und mit etwa 1,5 hatte sie schon einen ziemlich großen Wortschatz und hat sinnvolle Sätze mit mehreren Wörtern gebildet. Babysprache hat sie komplett übersprungen.

Etwa in dem Alter kam eine Phase, in der sie sich ganz exzessiv für Türen interessiert hat. Das war wirklich auffällig und als sie mit 2 in den Kindergarten kam, wurde das so ein bisschen belächelt, aber nicht als auffällig angesehen. Es gab kein anderes Thema und sie hat sich auch nicht für Spielzeug interessiert, sondern wirklich ausschließlich für Türen. Sie hat ständig über Türen gesprochen, jede Tür musste auf- und zugemacht werden, die Angeln und Klinken ausgiebig untersucht werden, das konnte stundenlang gehen. Wir waren irgendwann nur noch genervt davon. Nach etwa einem Jahr ging diese Phase vorbei und zwischen 2,5 und 4 war sie im Kindergarten auch ziemlich zufrieden, hat Freunde gefunden etc. Keine Auffälligkeiten, auch die U-Untersuchungen beim Kinderarzt waren immer unauffällig. Sie war immer ein wenig fitter als gefordert, wobei das ja nun nichts Ungewöhnliches ist.

Als sie 4 wurde, wurde auf einmal alles komplizierter. Plötzlich brachte sie sich rechnen bei. Erst Addition bis 10, dann bis 20, dann bis 100. Dann Subtraktion und Multiplikation. In dieser Reihenfolge, innerhalb weniger Wochen. Ich habe keine Ahnung, wie sie das gemacht hat. Sie war fast besessen von Zahlen und begann, Zahlen zu schreiben. Sie hat ganze Zettel vollgeschrieben mit Zahlen von 1 bis 1000 und ständig sollte ich ihr neue Matheaufgaben stellen. Kurz darauf löste sie auch Aufgaben mit Division und interessierte sich für Minuszahlen.

Nach ein paar Wochen lies diese Faszination wieder nach und sie brachte sich lesen und fast zeitgleich schreiben bei. Auch größtenteils ohne Unterstützung. Nicht, dass ich sie nicht unterstützen möchte, aber ich war verunsichert und ein bisschen überfordert mit der Situation. Man liest ja auch immer, dass man der Schule nicht vorgreifen soll. Ich habe also nichts weiter gemacht, habe es ihr aber natürlich auch nicht verboten. Manchmal hat sie mich gefragt, wie man dieses oder jenes Wort buchstabiert, dann habe ich ihr ihre Fragen beantwortet, mehr aber auch nicht. Wir haben ihr dann ein Notizbuch geschenkt, in das sie schreiben oder malen konnte. Daraufhin hat sie angefangen, kleine Geschichten zu schreiben. Es waren immer wenige Sätze, aber schon halbwegs sinnvoll. Eine Geschichte, die sie z. B. mit 4 geschrieben hat, war: "Mama ist sehr müde und schläft ein. Sie hat einen schönen Traum. Am nächsten Tag wacht sie wieder auf. Die Sonne scheint."

Ungefähr um diese Zeit hatten wir ein Gespräch im Kindergarten, wo eine Erzieherin meinte, dass unsere Tochter übertrieben viel Fantasie hätte und sich "in Geschichten reinsteigert". Sie fand das wohl nicht normal, aber wir haben das ignoriert, zumal auch keine Handlungsempfehlungen kamen.

Kurz darauf fing sie an, sich für den Computer zu interessieren. Besonders spannend fand sie Word. Dann schrieb sie Geschichten mit Word oder wieder ihre Zahlenfolgen (von 1 bis 1000) mit Word.

Einige Wochen später lies das Interesse fürs Schreiben und Lesen wieder nach.

Natürlich war mir klar, dass das alles recht früh ist, aber ich habe mir weiter keine Gedanken darüber gemacht. Es ist ja oft so, dass Kinder sich unterschiedlich entwickeln. In anderen Sachen ist sie nicht so fit. Sie ist z. B. sehr unsportlich und generell sehr langsam und verträumt, auch sehr ängstlich. Sie kann nicht Fahrradfahren und hat Angst davor, selbst mit Stützrädern. Auch ganz einfache Sachen, wie z. B. einen Ball zu fangen, bereiten ihr Schwierigkeiten, aber hauptsächlich deswegen, weil sie so ängstlich ist (sie duckt sich dann z. B. eher weg) - Zudem ist sie übermäßig empfindlich (da reicht es schon, wenn jemand "unfreundlich guckt" ) und hat nur eine sehr geringe Frustrationstoleranz. Sie ist sehr perfektionistisch und wenn etwas nicht sofort klappt, regt sie sich furchtbar auf, was oft auch sehr, sehr anstrengend ist.

Jetzt ist sie 5 und aktuell ist es so, dass sie unglaublich unzufrieden ist. Sie ist den ganzen Tag am Nörgeln und Meckern, alles ist blöd und langweilig und auf nix hat sie Bock. Sie will nicht mehr in den Kindergarten oder auf den Spielplatz, raus sowieso nicht und an sämtlichen ihrer Spielsachen hat sie kein Interesse (wobei sich das Interesse an Kinderspielzeug schon immer in Grenzen hielt). Sie treibt mich zur Zeit wirklich in den Wahnsinn, weil sie nur jammert, dass alles blöd und langweilig ist. Sie liegt lethargisch auf der Couch und beschwert sich, aber auf alles, was ich ihr anbiete, hat sie keinen Bock. Das mit dem Lesen, Schreiben und den Zahlen ist auch wieder weniger geworden. Sie kann lesen, das weiß ich, hat aber keine Lust mehr darauf und behauptet, sie kann es nicht.

Bisher habe ich das auf diverse private Umstellungen geschoben (ich bin wieder schwanger, wir sind umgezogen) und vielleicht auf einen Schub/eine Phase, die wieder vorbeigeht. Nun wurde ich allerdings von einer Erzieherin darauf angesprochen, weil die meine Tochter auffällig findet. Im Endeffekt hat sie mir nur das erzählt, was ich schon weiß – dass meine Tochter lethargisch ist, auf nix Bock hat, sich ständig langweilt, aber gleichzeitig auch keine Lust hat, sich an Spielen zu beteiligen. All das war ja nix Neues für mich, aber ich dachte halt immer, "Kinder sind halt so", oder das geht wieder vorbei. Die Erzieherin meinte nun jedoch, dass sie das sehr ungewöhnlich findet und noch nie ein Kind erlebt hat, das so ist, wie meine Tochter. Sie hat auch durchblicken lassen, dass sie mit ihr überfordert ist und nicht weiß, wie sie mit ihr umgehen soll. Das hat mich ehrlich gewundert. Ich meine, sie schlägt nicht, ist nicht aggressiv oder sonst was. Kommt auch mit anderen Kindern gut aus, nur scheint sie daran meist kein Interesse zu haben. Sie zieht sich halt zurück und ist wohl einfach extrem lustlos und gelangweilt.

Das Gespräch mit der Erzieherin war allgemein ein wenig komisch, das war so zwischen Tür und Angel und eine richtige Empfehlung, was wir nun machen sollen, konnte sie mir auch nicht geben.

Sie hat dann noch fallen lassen, dass sie sich vorstellen könnte, dass meine Tochter evtl. hochbegabt und unterfordert ist, um dann aber im gleichen Atemzug zu sagen, dass sie sich damit nicht auskennt. Jetzt bin ich noch verunsicherter als ohnehin schon. Ich habe ja schon gemerkt, dass irgendwas nicht stimmt, konnte mir bisher aber immer einreden, dass das einfach nur eine Phase ist.

Ich weiß nicht, was ich machen soll. Einerseits ist sie erst 5 und ich komme mir albern vor, mit so einer Verdachtsdiagnose zum Psychologen zu rennen. Andererseits ist die Dame Erzieherin mit 20 Jahren Berufserfahrung und wenn sie das auffällig findet, ist das Verhalten meiner Tochter ja anscheinend nicht "normal". Dazu kommt diese permanente Unzufriedenheit und wenn die wirklich darin begründet liegt, dass irgendwas nicht stimmt (ob das nun eine Hochbegabung ist oder irgendwas anderes), sollte man das wahrscheinlich schon abklären lassen, um ihr helfen zu können?

Ich bin gerade irgendwie überfordert mit dieser Situation. Kürzlich waren wir bei der U9 und die war völlig unauffällig, meine Tochter hat aber auch kaum was gesagt und nur genau das gemacht, was man von ihr erwartet hat (auf Gegenstände auf einem Bild zeigen usw.). Da ist natürlich nix aufgefallen.

Ich kann das gerade alles nicht wirklich einordnen und weiß nicht so genau, wie ich mich nun verhalten soll. Einen neuen Termin beim Kinderarzt habe ich mal ausgemacht, darauf kann ich aber nun über drei Monate warten und ich weiß nicht mal genau, was ich mir davon verspreche. Gleichzeitig kann ich das aber ja auch nicht einfach ignorieren?
Ich weiß schon, dass mir hier keiner eine Diagnose geben kann, aber hat vielleicht jemand was Ähnliches erlebt? Ist das wirklich alles so "unnormal"? Habt Ihr Ideen, wie ich jetzt am besten vorgehen soll?
 

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19. November um 15:29

Ich könnte mir leichte eine Form von Authismus vorstellen...
Die Beschreibung könnte auch zum Sohn meiner Freundin passen...bei ihm ist es aber sehr extrem. Er hat die sogenannte "Inselbegabung" die viele zum staunen bringt, kriegt aber die einfachsten Dinge nicht hin.

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19. November um 16:06

oder Asperger-Syndrom...diese Kinder sprechen oft, bevor sie laufen können und haben oft
"untypische Interessen"

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19. November um 16:28

Sorry für Rechtschreibung. Ich bin ncht aus Deutschland.

Dein Beitrag erinnert mich stark an meine älteste Tochter (13 Jahre alt, IQ ca.145 mit homogenen Verteilungsmuster). Ins Detail zu beschreiben, was und wann sie etwas beherrschte  würde den Rahmen sprengen, ist zum Teil für Aussenstehende sehr unglaubwürdig und eigentlicht ohne Bedeutung. Hochbegabung kommt bei ca 2-5% der Bevölkerung und es ist nichts anderes als Inteligenzabweichung außerhalb der Gaugßchen Glockenkurve. Jeder von uns kennt Hochbegabte (oder ist selbst Einer).

Hochbegabte Kinder haben die gleichen Emotionen wie durchschnittlich begabte Kinder. Sie lösen nur manche Aufgaben etwas effektiver. Meine Tochter und auch viele andere hochbegabte Kinder die ich kenne, ist motorisch eher ungeschickt. Sie konnte erst mit 8 Jahren schwimmen und trug bis zum 11. Geburtstag nur Schuhe mit Klettverschlüsse, da sie die Schnürsenkel nicht zubinden konnte. Obwohl sie sehr neugierig und gesellig ist, ließ sie sich nicht auf etwas waghalsiges ein (sie war immerhin klug genug um zu wissen, dass es gefährlich werden könnte). Ein Horrortag in der Schule: 2 Std.Turnen, 2 Std.Werken

Ob deine Tochter frühbegabt (sowas stagniert), hochbegabt oder Asperger Inselbegabt ist, kann ein Kinderarzt  vermuten, jedoch meist anhand eines MuKi Pass Untersuchung nicht suffizient diagnostizieren. Der Kinderarzt sollte ausschließen, dass eine somatische Ursache vorhanden ist. Aber wenn du dir solche Sorgen machst und eine erfahrene Kindergartenpädagogin mit der Kleinen überfordet ist (der Dame sind in 20 jähriger Erfahrung sicherlich einige hochbegabte Kinder untergekommen) wieso konsultierst du keinen Kinderpsychologen? Wir waren als unsere Älteste 4 und 8Jahre alt war beim Schulpsychologen (wurde komplett kostenlos getestet)

Ein Umzug und die Schwangerschaft von Mama sind auch keine zu vernachlässigende Faktoren als Ursache von kindlicher Lethargie. Kindliche Regression (sie mag weniger lesen) ist häufige Reaktion aus Eifersucht auf das Geschwisterchen.

Du fragst nach Erfahrungsaustausch: Wir haben unsere Tochter weder vorzeitig eineschult, noch Klassen überspringen lassen. Sie war intelektuell sicher sehr weit und hat sich manchmal gelangweilt (wäre bei Überspringen eine Klasse mit der Zeit genauso), aber emotional und sozial entspricht sie dem gleichartrigen Kolektiv. Sie besucht Begabtencamps, schreibt Geschichte, zeitlang waren Musikinstrumente interessant, sie bringt sich selbständig Sprachen bei. Alles Aktivitäten, die außerhalb der Schule stattfinden können. Sie überlegt zwar  auf ein Gymnasium für Hochbegabte zu wechseln (die Freunde halten sie jedoch in hiesigen Schule fest). Sie ist ein offenes, fröhliches Mädchen das nicht viel lernen muss. Sie ist jetzt im Alter, wo sie sich sehr gut selbst forden kann (wir und die Lehrer greifen nur regulatorisch ein). Wenn sie leiden sollte, werden wir evaluieren warum es so ist, danach werden wir uns von spezialisierten Fachpersonal beraten lassen und nach Rückprache mit dem Kind vielleicht ein anderer Weg suchen.

Ich denke primär geht bei deiner Tochter nicht um irgendwelche Testungen (die in frühen Jahren sehr unzuverlässig sind). Vor allem, ergeben sich für dich dadurch irgendwelche Konsequenzen? Frühere Einschulung etc.?  Wenn du aber besorgt bist, lasse sie fachkundig von einem Spezialisten beurteilen. Es findet alles kindgerecht in entspannte Atmosphäre statt. Ansonsten brauchen hochbegabte Kinder genau das gleiche wie durchschnittlich begabte Kinder (unsere Budgee für Bücher ist etwas höher). Es gibt übrigens zahlreichen Facebook Gruppen zu Erfahrungsaustausch

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19. November um 23:00
In Antwort auf nikita...

Hallo zusammen,

nochmal ein Beitrag über meine Tochter, die mir zur Zeit sehr viele Sorgen macht. 
Ich hoffe, dass ich hier Eltern finde, die mir weiterhelfen können oder die vielleicht was Ähnliches erlebt haben und mit denen ich mich austauschen kann.

Wir haben eine fünfjährige Tochter. Sie ist ein liebes Kind und war schon immer ein wenig weiter als die meisten Gleichaltrigen – zumindest ist uns das immer wieder gesagt worden. Da sie unser erstes und bislang einziges Kind ist und ich sonst wenig engen Kontakt zu anderen Kindern habe, habe ich das so hingenommen und nicht weiter hinterfragt. Oft auch gar nicht ernst genommen, denn sowas kam gerne von der Verwandtschaft, und die Omas, Opas, Onkel und Tanten finden ihre Enkel und Nichten natürlich immer ganz besonders. 😉 (So wie wir Mamas und Papas eben auch).

Für mich ist sie "normal", ich kenne es ja nicht anders. Dennoch gibt es einige Dinge, die mir auffallen/aufgefallen sind.

Sie hat früh gesprochen. Das ging mit einem Jahr los und mit etwa 1,5 hatte sie schon einen ziemlich großen Wortschatz und hat sinnvolle Sätze mit mehreren Wörtern gebildet. Babysprache hat sie komplett übersprungen.

Etwa in dem Alter kam eine Phase, in der sie sich ganz exzessiv für Türen interessiert hat. Das war wirklich auffällig und als sie mit 2 in den Kindergarten kam, wurde das so ein bisschen belächelt, aber nicht als auffällig angesehen. Es gab kein anderes Thema und sie hat sich auch nicht für Spielzeug interessiert, sondern wirklich ausschließlich für Türen. Sie hat ständig über Türen gesprochen, jede Tür musste auf- und zugemacht werden, die Angeln und Klinken ausgiebig untersucht werden, das konnte stundenlang gehen. Wir waren irgendwann nur noch genervt davon. Nach etwa einem Jahr ging diese Phase vorbei und zwischen 2,5 und 4 war sie im Kindergarten auch ziemlich zufrieden, hat Freunde gefunden etc. Keine Auffälligkeiten, auch die U-Untersuchungen beim Kinderarzt waren immer unauffällig. Sie war immer ein wenig fitter als gefordert, wobei das ja nun nichts Ungewöhnliches ist.

Als sie 4 wurde, wurde auf einmal alles komplizierter. Plötzlich brachte sie sich rechnen bei. Erst Addition bis 10, dann bis 20, dann bis 100. Dann Subtraktion und Multiplikation. In dieser Reihenfolge, innerhalb weniger Wochen. Ich habe keine Ahnung, wie sie das gemacht hat. Sie war fast besessen von Zahlen und begann, Zahlen zu schreiben. Sie hat ganze Zettel vollgeschrieben mit Zahlen von 1 bis 1000 und ständig sollte ich ihr neue Matheaufgaben stellen. Kurz darauf löste sie auch Aufgaben mit Division und interessierte sich für Minuszahlen.

Nach ein paar Wochen lies diese Faszination wieder nach und sie brachte sich lesen und fast zeitgleich schreiben bei. Auch größtenteils ohne Unterstützung. Nicht, dass ich sie nicht unterstützen möchte, aber ich war verunsichert und ein bisschen überfordert mit der Situation. Man liest ja auch immer, dass man der Schule nicht vorgreifen soll. Ich habe also nichts weiter gemacht, habe es ihr aber natürlich auch nicht verboten. Manchmal hat sie mich gefragt, wie man dieses oder jenes Wort buchstabiert, dann habe ich ihr ihre Fragen beantwortet, mehr aber auch nicht. Wir haben ihr dann ein Notizbuch geschenkt, in das sie schreiben oder malen konnte. Daraufhin hat sie angefangen, kleine Geschichten zu schreiben. Es waren immer wenige Sätze, aber schon halbwegs sinnvoll. Eine Geschichte, die sie z. B. mit 4 geschrieben hat, war: "Mama ist sehr müde und schläft ein. Sie hat einen schönen Traum. Am nächsten Tag wacht sie wieder auf. Die Sonne scheint."

Ungefähr um diese Zeit hatten wir ein Gespräch im Kindergarten, wo eine Erzieherin meinte, dass unsere Tochter übertrieben viel Fantasie hätte und sich "in Geschichten reinsteigert". Sie fand das wohl nicht normal, aber wir haben das ignoriert, zumal auch keine Handlungsempfehlungen kamen.

Kurz darauf fing sie an, sich für den Computer zu interessieren. Besonders spannend fand sie Word. Dann schrieb sie Geschichten mit Word oder wieder ihre Zahlenfolgen (von 1 bis 1000) mit Word.

Einige Wochen später lies das Interesse fürs Schreiben und Lesen wieder nach.

Natürlich war mir klar, dass das alles recht früh ist, aber ich habe mir weiter keine Gedanken darüber gemacht. Es ist ja oft so, dass Kinder sich unterschiedlich entwickeln. In anderen Sachen ist sie nicht so fit. Sie ist z. B. sehr unsportlich und generell sehr langsam und verträumt, auch sehr ängstlich. Sie kann nicht Fahrradfahren und hat Angst davor, selbst mit Stützrädern. Auch ganz einfache Sachen, wie z. B. einen Ball zu fangen, bereiten ihr Schwierigkeiten, aber hauptsächlich deswegen, weil sie so ängstlich ist (sie duckt sich dann z. B. eher weg) - Zudem ist sie übermäßig empfindlich (da reicht es schon, wenn jemand "unfreundlich guckt" ) und hat nur eine sehr geringe Frustrationstoleranz. Sie ist sehr perfektionistisch und wenn etwas nicht sofort klappt, regt sie sich furchtbar auf, was oft auch sehr, sehr anstrengend ist.

Jetzt ist sie 5 und aktuell ist es so, dass sie unglaublich unzufrieden ist. Sie ist den ganzen Tag am Nörgeln und Meckern, alles ist blöd und langweilig und auf nix hat sie Bock. Sie will nicht mehr in den Kindergarten oder auf den Spielplatz, raus sowieso nicht und an sämtlichen ihrer Spielsachen hat sie kein Interesse (wobei sich das Interesse an Kinderspielzeug schon immer in Grenzen hielt). Sie treibt mich zur Zeit wirklich in den Wahnsinn, weil sie nur jammert, dass alles blöd und langweilig ist. Sie liegt lethargisch auf der Couch und beschwert sich, aber auf alles, was ich ihr anbiete, hat sie keinen Bock. Das mit dem Lesen, Schreiben und den Zahlen ist auch wieder weniger geworden. Sie kann lesen, das weiß ich, hat aber keine Lust mehr darauf und behauptet, sie kann es nicht.

Bisher habe ich das auf diverse private Umstellungen geschoben (ich bin wieder schwanger, wir sind umgezogen) und vielleicht auf einen Schub/eine Phase, die wieder vorbeigeht. Nun wurde ich allerdings von einer Erzieherin darauf angesprochen, weil die meine Tochter auffällig findet. Im Endeffekt hat sie mir nur das erzählt, was ich schon weiß – dass meine Tochter lethargisch ist, auf nix Bock hat, sich ständig langweilt, aber gleichzeitig auch keine Lust hat, sich an Spielen zu beteiligen. All das war ja nix Neues für mich, aber ich dachte halt immer, "Kinder sind halt so", oder das geht wieder vorbei. Die Erzieherin meinte nun jedoch, dass sie das sehr ungewöhnlich findet und noch nie ein Kind erlebt hat, das so ist, wie meine Tochter. Sie hat auch durchblicken lassen, dass sie mit ihr überfordert ist und nicht weiß, wie sie mit ihr umgehen soll. Das hat mich ehrlich gewundert. Ich meine, sie schlägt nicht, ist nicht aggressiv oder sonst was. Kommt auch mit anderen Kindern gut aus, nur scheint sie daran meist kein Interesse zu haben. Sie zieht sich halt zurück und ist wohl einfach extrem lustlos und gelangweilt.

Das Gespräch mit der Erzieherin war allgemein ein wenig komisch, das war so zwischen Tür und Angel und eine richtige Empfehlung, was wir nun machen sollen, konnte sie mir auch nicht geben.

Sie hat dann noch fallen lassen, dass sie sich vorstellen könnte, dass meine Tochter evtl. hochbegabt und unterfordert ist, um dann aber im gleichen Atemzug zu sagen, dass sie sich damit nicht auskennt. Jetzt bin ich noch verunsicherter als ohnehin schon. Ich habe ja schon gemerkt, dass irgendwas nicht stimmt, konnte mir bisher aber immer einreden, dass das einfach nur eine Phase ist.

Ich weiß nicht, was ich machen soll. Einerseits ist sie erst 5 und ich komme mir albern vor, mit so einer Verdachtsdiagnose zum Psychologen zu rennen. Andererseits ist die Dame Erzieherin mit 20 Jahren Berufserfahrung und wenn sie das auffällig findet, ist das Verhalten meiner Tochter ja anscheinend nicht "normal". Dazu kommt diese permanente Unzufriedenheit und wenn die wirklich darin begründet liegt, dass irgendwas nicht stimmt (ob das nun eine Hochbegabung ist oder irgendwas anderes), sollte man das wahrscheinlich schon abklären lassen, um ihr helfen zu können?

Ich bin gerade irgendwie überfordert mit dieser Situation. Kürzlich waren wir bei der U9 und die war völlig unauffällig, meine Tochter hat aber auch kaum was gesagt und nur genau das gemacht, was man von ihr erwartet hat (auf Gegenstände auf einem Bild zeigen usw.). Da ist natürlich nix aufgefallen.

Ich kann das gerade alles nicht wirklich einordnen und weiß nicht so genau, wie ich mich nun verhalten soll. Einen neuen Termin beim Kinderarzt habe ich mal ausgemacht, darauf kann ich aber nun über drei Monate warten und ich weiß nicht mal genau, was ich mir davon verspreche. Gleichzeitig kann ich das aber ja auch nicht einfach ignorieren?
Ich weiß schon, dass mir hier keiner eine Diagnose geben kann, aber hat vielleicht jemand was Ähnliches erlebt? Ist das wirklich alles so "unnormal"? Habt Ihr Ideen, wie ich jetzt am besten vorgehen soll?
 

J Du hast dir jahrelang was schön geredet. Das Verhalten ist nicht normal. Ihr müsst zum Kinderarzt und dann zum Psychologen. Der wird Diagnosen stellen. Es gibt vieke Schulen für solche Kinder, wo sie bestens betreut werden. Ein anderer weg ist nicht zu gehen. 

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20. November um 1:52
In Antwort auf nikita...

Hallo zusammen,

nochmal ein Beitrag über meine Tochter, die mir zur Zeit sehr viele Sorgen macht. 
Ich hoffe, dass ich hier Eltern finde, die mir weiterhelfen können oder die vielleicht was Ähnliches erlebt haben und mit denen ich mich austauschen kann.

Wir haben eine fünfjährige Tochter. Sie ist ein liebes Kind und war schon immer ein wenig weiter als die meisten Gleichaltrigen – zumindest ist uns das immer wieder gesagt worden. Da sie unser erstes und bislang einziges Kind ist und ich sonst wenig engen Kontakt zu anderen Kindern habe, habe ich das so hingenommen und nicht weiter hinterfragt. Oft auch gar nicht ernst genommen, denn sowas kam gerne von der Verwandtschaft, und die Omas, Opas, Onkel und Tanten finden ihre Enkel und Nichten natürlich immer ganz besonders. 😉 (So wie wir Mamas und Papas eben auch).

Für mich ist sie "normal", ich kenne es ja nicht anders. Dennoch gibt es einige Dinge, die mir auffallen/aufgefallen sind.

Sie hat früh gesprochen. Das ging mit einem Jahr los und mit etwa 1,5 hatte sie schon einen ziemlich großen Wortschatz und hat sinnvolle Sätze mit mehreren Wörtern gebildet. Babysprache hat sie komplett übersprungen.

Etwa in dem Alter kam eine Phase, in der sie sich ganz exzessiv für Türen interessiert hat. Das war wirklich auffällig und als sie mit 2 in den Kindergarten kam, wurde das so ein bisschen belächelt, aber nicht als auffällig angesehen. Es gab kein anderes Thema und sie hat sich auch nicht für Spielzeug interessiert, sondern wirklich ausschließlich für Türen. Sie hat ständig über Türen gesprochen, jede Tür musste auf- und zugemacht werden, die Angeln und Klinken ausgiebig untersucht werden, das konnte stundenlang gehen. Wir waren irgendwann nur noch genervt davon. Nach etwa einem Jahr ging diese Phase vorbei und zwischen 2,5 und 4 war sie im Kindergarten auch ziemlich zufrieden, hat Freunde gefunden etc. Keine Auffälligkeiten, auch die U-Untersuchungen beim Kinderarzt waren immer unauffällig. Sie war immer ein wenig fitter als gefordert, wobei das ja nun nichts Ungewöhnliches ist.

Als sie 4 wurde, wurde auf einmal alles komplizierter. Plötzlich brachte sie sich rechnen bei. Erst Addition bis 10, dann bis 20, dann bis 100. Dann Subtraktion und Multiplikation. In dieser Reihenfolge, innerhalb weniger Wochen. Ich habe keine Ahnung, wie sie das gemacht hat. Sie war fast besessen von Zahlen und begann, Zahlen zu schreiben. Sie hat ganze Zettel vollgeschrieben mit Zahlen von 1 bis 1000 und ständig sollte ich ihr neue Matheaufgaben stellen. Kurz darauf löste sie auch Aufgaben mit Division und interessierte sich für Minuszahlen.

Nach ein paar Wochen lies diese Faszination wieder nach und sie brachte sich lesen und fast zeitgleich schreiben bei. Auch größtenteils ohne Unterstützung. Nicht, dass ich sie nicht unterstützen möchte, aber ich war verunsichert und ein bisschen überfordert mit der Situation. Man liest ja auch immer, dass man der Schule nicht vorgreifen soll. Ich habe also nichts weiter gemacht, habe es ihr aber natürlich auch nicht verboten. Manchmal hat sie mich gefragt, wie man dieses oder jenes Wort buchstabiert, dann habe ich ihr ihre Fragen beantwortet, mehr aber auch nicht. Wir haben ihr dann ein Notizbuch geschenkt, in das sie schreiben oder malen konnte. Daraufhin hat sie angefangen, kleine Geschichten zu schreiben. Es waren immer wenige Sätze, aber schon halbwegs sinnvoll. Eine Geschichte, die sie z. B. mit 4 geschrieben hat, war: "Mama ist sehr müde und schläft ein. Sie hat einen schönen Traum. Am nächsten Tag wacht sie wieder auf. Die Sonne scheint."

Ungefähr um diese Zeit hatten wir ein Gespräch im Kindergarten, wo eine Erzieherin meinte, dass unsere Tochter übertrieben viel Fantasie hätte und sich "in Geschichten reinsteigert". Sie fand das wohl nicht normal, aber wir haben das ignoriert, zumal auch keine Handlungsempfehlungen kamen.

Kurz darauf fing sie an, sich für den Computer zu interessieren. Besonders spannend fand sie Word. Dann schrieb sie Geschichten mit Word oder wieder ihre Zahlenfolgen (von 1 bis 1000) mit Word.

Einige Wochen später lies das Interesse fürs Schreiben und Lesen wieder nach.

Natürlich war mir klar, dass das alles recht früh ist, aber ich habe mir weiter keine Gedanken darüber gemacht. Es ist ja oft so, dass Kinder sich unterschiedlich entwickeln. In anderen Sachen ist sie nicht so fit. Sie ist z. B. sehr unsportlich und generell sehr langsam und verträumt, auch sehr ängstlich. Sie kann nicht Fahrradfahren und hat Angst davor, selbst mit Stützrädern. Auch ganz einfache Sachen, wie z. B. einen Ball zu fangen, bereiten ihr Schwierigkeiten, aber hauptsächlich deswegen, weil sie so ängstlich ist (sie duckt sich dann z. B. eher weg) - Zudem ist sie übermäßig empfindlich (da reicht es schon, wenn jemand "unfreundlich guckt" ) und hat nur eine sehr geringe Frustrationstoleranz. Sie ist sehr perfektionistisch und wenn etwas nicht sofort klappt, regt sie sich furchtbar auf, was oft auch sehr, sehr anstrengend ist.

Jetzt ist sie 5 und aktuell ist es so, dass sie unglaublich unzufrieden ist. Sie ist den ganzen Tag am Nörgeln und Meckern, alles ist blöd und langweilig und auf nix hat sie Bock. Sie will nicht mehr in den Kindergarten oder auf den Spielplatz, raus sowieso nicht und an sämtlichen ihrer Spielsachen hat sie kein Interesse (wobei sich das Interesse an Kinderspielzeug schon immer in Grenzen hielt). Sie treibt mich zur Zeit wirklich in den Wahnsinn, weil sie nur jammert, dass alles blöd und langweilig ist. Sie liegt lethargisch auf der Couch und beschwert sich, aber auf alles, was ich ihr anbiete, hat sie keinen Bock. Das mit dem Lesen, Schreiben und den Zahlen ist auch wieder weniger geworden. Sie kann lesen, das weiß ich, hat aber keine Lust mehr darauf und behauptet, sie kann es nicht.

Bisher habe ich das auf diverse private Umstellungen geschoben (ich bin wieder schwanger, wir sind umgezogen) und vielleicht auf einen Schub/eine Phase, die wieder vorbeigeht. Nun wurde ich allerdings von einer Erzieherin darauf angesprochen, weil die meine Tochter auffällig findet. Im Endeffekt hat sie mir nur das erzählt, was ich schon weiß – dass meine Tochter lethargisch ist, auf nix Bock hat, sich ständig langweilt, aber gleichzeitig auch keine Lust hat, sich an Spielen zu beteiligen. All das war ja nix Neues für mich, aber ich dachte halt immer, "Kinder sind halt so", oder das geht wieder vorbei. Die Erzieherin meinte nun jedoch, dass sie das sehr ungewöhnlich findet und noch nie ein Kind erlebt hat, das so ist, wie meine Tochter. Sie hat auch durchblicken lassen, dass sie mit ihr überfordert ist und nicht weiß, wie sie mit ihr umgehen soll. Das hat mich ehrlich gewundert. Ich meine, sie schlägt nicht, ist nicht aggressiv oder sonst was. Kommt auch mit anderen Kindern gut aus, nur scheint sie daran meist kein Interesse zu haben. Sie zieht sich halt zurück und ist wohl einfach extrem lustlos und gelangweilt.

Das Gespräch mit der Erzieherin war allgemein ein wenig komisch, das war so zwischen Tür und Angel und eine richtige Empfehlung, was wir nun machen sollen, konnte sie mir auch nicht geben.

Sie hat dann noch fallen lassen, dass sie sich vorstellen könnte, dass meine Tochter evtl. hochbegabt und unterfordert ist, um dann aber im gleichen Atemzug zu sagen, dass sie sich damit nicht auskennt. Jetzt bin ich noch verunsicherter als ohnehin schon. Ich habe ja schon gemerkt, dass irgendwas nicht stimmt, konnte mir bisher aber immer einreden, dass das einfach nur eine Phase ist.

Ich weiß nicht, was ich machen soll. Einerseits ist sie erst 5 und ich komme mir albern vor, mit so einer Verdachtsdiagnose zum Psychologen zu rennen. Andererseits ist die Dame Erzieherin mit 20 Jahren Berufserfahrung und wenn sie das auffällig findet, ist das Verhalten meiner Tochter ja anscheinend nicht "normal". Dazu kommt diese permanente Unzufriedenheit und wenn die wirklich darin begründet liegt, dass irgendwas nicht stimmt (ob das nun eine Hochbegabung ist oder irgendwas anderes), sollte man das wahrscheinlich schon abklären lassen, um ihr helfen zu können?

Ich bin gerade irgendwie überfordert mit dieser Situation. Kürzlich waren wir bei der U9 und die war völlig unauffällig, meine Tochter hat aber auch kaum was gesagt und nur genau das gemacht, was man von ihr erwartet hat (auf Gegenstände auf einem Bild zeigen usw.). Da ist natürlich nix aufgefallen.

Ich kann das gerade alles nicht wirklich einordnen und weiß nicht so genau, wie ich mich nun verhalten soll. Einen neuen Termin beim Kinderarzt habe ich mal ausgemacht, darauf kann ich aber nun über drei Monate warten und ich weiß nicht mal genau, was ich mir davon verspreche. Gleichzeitig kann ich das aber ja auch nicht einfach ignorieren?
Ich weiß schon, dass mir hier keiner eine Diagnose geben kann, aber hat vielleicht jemand was Ähnliches erlebt? Ist das wirklich alles so "unnormal"? Habt Ihr Ideen, wie ich jetzt am besten vorgehen soll?
 

Hallo, 
Sie schreiben hier wenig über das sozialverhalten Ihrer Tochter das lässt mich annehmen dass dieses auch keine sehr große Rolle spielt.
Authismusspektrumstörung oder im Volksmund Asperger Syndrom.
Sie haben ja schon bemerkt dass sie ein einzigartig tolles Kind haben....normal wäre ja als Verschlechterung zu betrachten.
Warum wollen alle normale Kinder.... Das ist doch langweilig.
Die größten Persönlichkeiten der Geschichte waren nie normale unauffällige Bürger.

Liebe Grüße 

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20. November um 2:01
In Antwort auf muc.ist

J Du hast dir jahrelang was schön geredet. Das Verhalten ist nicht normal. Ihr müsst zum Kinderarzt und dann zum Psychologen. Der wird Diagnosen stellen. Es gibt vieke Schulen für solche Kinder, wo sie bestens betreut werden. Ein anderer weg ist nicht zu gehen. 

Ich finde den Begriff schön geredet.... Abwertend ausgedrückt... Als wäre es toll der Norm zu entsprechen..... Und nicht normal zu sein wäre automatisch schlecht. Aber sie haben Recht wenn man überdurchschnittlich intelligent ist... Dann ist es wirklich schwer die normalen die man ja dann als dumm empfindet zu ertragen 😂

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20. November um 3:02
In Antwort auf nikita...

Hallo zusammen,

nochmal ein Beitrag über meine Tochter, die mir zur Zeit sehr viele Sorgen macht. 
Ich hoffe, dass ich hier Eltern finde, die mir weiterhelfen können oder die vielleicht was Ähnliches erlebt haben und mit denen ich mich austauschen kann.

Wir haben eine fünfjährige Tochter. Sie ist ein liebes Kind und war schon immer ein wenig weiter als die meisten Gleichaltrigen – zumindest ist uns das immer wieder gesagt worden. Da sie unser erstes und bislang einziges Kind ist und ich sonst wenig engen Kontakt zu anderen Kindern habe, habe ich das so hingenommen und nicht weiter hinterfragt. Oft auch gar nicht ernst genommen, denn sowas kam gerne von der Verwandtschaft, und die Omas, Opas, Onkel und Tanten finden ihre Enkel und Nichten natürlich immer ganz besonders. 😉 (So wie wir Mamas und Papas eben auch).

Für mich ist sie "normal", ich kenne es ja nicht anders. Dennoch gibt es einige Dinge, die mir auffallen/aufgefallen sind.

Sie hat früh gesprochen. Das ging mit einem Jahr los und mit etwa 1,5 hatte sie schon einen ziemlich großen Wortschatz und hat sinnvolle Sätze mit mehreren Wörtern gebildet. Babysprache hat sie komplett übersprungen.

Etwa in dem Alter kam eine Phase, in der sie sich ganz exzessiv für Türen interessiert hat. Das war wirklich auffällig und als sie mit 2 in den Kindergarten kam, wurde das so ein bisschen belächelt, aber nicht als auffällig angesehen. Es gab kein anderes Thema und sie hat sich auch nicht für Spielzeug interessiert, sondern wirklich ausschließlich für Türen. Sie hat ständig über Türen gesprochen, jede Tür musste auf- und zugemacht werden, die Angeln und Klinken ausgiebig untersucht werden, das konnte stundenlang gehen. Wir waren irgendwann nur noch genervt davon. Nach etwa einem Jahr ging diese Phase vorbei und zwischen 2,5 und 4 war sie im Kindergarten auch ziemlich zufrieden, hat Freunde gefunden etc. Keine Auffälligkeiten, auch die U-Untersuchungen beim Kinderarzt waren immer unauffällig. Sie war immer ein wenig fitter als gefordert, wobei das ja nun nichts Ungewöhnliches ist.

Als sie 4 wurde, wurde auf einmal alles komplizierter. Plötzlich brachte sie sich rechnen bei. Erst Addition bis 10, dann bis 20, dann bis 100. Dann Subtraktion und Multiplikation. In dieser Reihenfolge, innerhalb weniger Wochen. Ich habe keine Ahnung, wie sie das gemacht hat. Sie war fast besessen von Zahlen und begann, Zahlen zu schreiben. Sie hat ganze Zettel vollgeschrieben mit Zahlen von 1 bis 1000 und ständig sollte ich ihr neue Matheaufgaben stellen. Kurz darauf löste sie auch Aufgaben mit Division und interessierte sich für Minuszahlen.

Nach ein paar Wochen lies diese Faszination wieder nach und sie brachte sich lesen und fast zeitgleich schreiben bei. Auch größtenteils ohne Unterstützung. Nicht, dass ich sie nicht unterstützen möchte, aber ich war verunsichert und ein bisschen überfordert mit der Situation. Man liest ja auch immer, dass man der Schule nicht vorgreifen soll. Ich habe also nichts weiter gemacht, habe es ihr aber natürlich auch nicht verboten. Manchmal hat sie mich gefragt, wie man dieses oder jenes Wort buchstabiert, dann habe ich ihr ihre Fragen beantwortet, mehr aber auch nicht. Wir haben ihr dann ein Notizbuch geschenkt, in das sie schreiben oder malen konnte. Daraufhin hat sie angefangen, kleine Geschichten zu schreiben. Es waren immer wenige Sätze, aber schon halbwegs sinnvoll. Eine Geschichte, die sie z. B. mit 4 geschrieben hat, war: "Mama ist sehr müde und schläft ein. Sie hat einen schönen Traum. Am nächsten Tag wacht sie wieder auf. Die Sonne scheint."

Ungefähr um diese Zeit hatten wir ein Gespräch im Kindergarten, wo eine Erzieherin meinte, dass unsere Tochter übertrieben viel Fantasie hätte und sich "in Geschichten reinsteigert". Sie fand das wohl nicht normal, aber wir haben das ignoriert, zumal auch keine Handlungsempfehlungen kamen.

Kurz darauf fing sie an, sich für den Computer zu interessieren. Besonders spannend fand sie Word. Dann schrieb sie Geschichten mit Word oder wieder ihre Zahlenfolgen (von 1 bis 1000) mit Word.

Einige Wochen später lies das Interesse fürs Schreiben und Lesen wieder nach.

Natürlich war mir klar, dass das alles recht früh ist, aber ich habe mir weiter keine Gedanken darüber gemacht. Es ist ja oft so, dass Kinder sich unterschiedlich entwickeln. In anderen Sachen ist sie nicht so fit. Sie ist z. B. sehr unsportlich und generell sehr langsam und verträumt, auch sehr ängstlich. Sie kann nicht Fahrradfahren und hat Angst davor, selbst mit Stützrädern. Auch ganz einfache Sachen, wie z. B. einen Ball zu fangen, bereiten ihr Schwierigkeiten, aber hauptsächlich deswegen, weil sie so ängstlich ist (sie duckt sich dann z. B. eher weg) - Zudem ist sie übermäßig empfindlich (da reicht es schon, wenn jemand "unfreundlich guckt" ) und hat nur eine sehr geringe Frustrationstoleranz. Sie ist sehr perfektionistisch und wenn etwas nicht sofort klappt, regt sie sich furchtbar auf, was oft auch sehr, sehr anstrengend ist.

Jetzt ist sie 5 und aktuell ist es so, dass sie unglaublich unzufrieden ist. Sie ist den ganzen Tag am Nörgeln und Meckern, alles ist blöd und langweilig und auf nix hat sie Bock. Sie will nicht mehr in den Kindergarten oder auf den Spielplatz, raus sowieso nicht und an sämtlichen ihrer Spielsachen hat sie kein Interesse (wobei sich das Interesse an Kinderspielzeug schon immer in Grenzen hielt). Sie treibt mich zur Zeit wirklich in den Wahnsinn, weil sie nur jammert, dass alles blöd und langweilig ist. Sie liegt lethargisch auf der Couch und beschwert sich, aber auf alles, was ich ihr anbiete, hat sie keinen Bock. Das mit dem Lesen, Schreiben und den Zahlen ist auch wieder weniger geworden. Sie kann lesen, das weiß ich, hat aber keine Lust mehr darauf und behauptet, sie kann es nicht.

Bisher habe ich das auf diverse private Umstellungen geschoben (ich bin wieder schwanger, wir sind umgezogen) und vielleicht auf einen Schub/eine Phase, die wieder vorbeigeht. Nun wurde ich allerdings von einer Erzieherin darauf angesprochen, weil die meine Tochter auffällig findet. Im Endeffekt hat sie mir nur das erzählt, was ich schon weiß – dass meine Tochter lethargisch ist, auf nix Bock hat, sich ständig langweilt, aber gleichzeitig auch keine Lust hat, sich an Spielen zu beteiligen. All das war ja nix Neues für mich, aber ich dachte halt immer, "Kinder sind halt so", oder das geht wieder vorbei. Die Erzieherin meinte nun jedoch, dass sie das sehr ungewöhnlich findet und noch nie ein Kind erlebt hat, das so ist, wie meine Tochter. Sie hat auch durchblicken lassen, dass sie mit ihr überfordert ist und nicht weiß, wie sie mit ihr umgehen soll. Das hat mich ehrlich gewundert. Ich meine, sie schlägt nicht, ist nicht aggressiv oder sonst was. Kommt auch mit anderen Kindern gut aus, nur scheint sie daran meist kein Interesse zu haben. Sie zieht sich halt zurück und ist wohl einfach extrem lustlos und gelangweilt.

Das Gespräch mit der Erzieherin war allgemein ein wenig komisch, das war so zwischen Tür und Angel und eine richtige Empfehlung, was wir nun machen sollen, konnte sie mir auch nicht geben.

Sie hat dann noch fallen lassen, dass sie sich vorstellen könnte, dass meine Tochter evtl. hochbegabt und unterfordert ist, um dann aber im gleichen Atemzug zu sagen, dass sie sich damit nicht auskennt. Jetzt bin ich noch verunsicherter als ohnehin schon. Ich habe ja schon gemerkt, dass irgendwas nicht stimmt, konnte mir bisher aber immer einreden, dass das einfach nur eine Phase ist.

Ich weiß nicht, was ich machen soll. Einerseits ist sie erst 5 und ich komme mir albern vor, mit so einer Verdachtsdiagnose zum Psychologen zu rennen. Andererseits ist die Dame Erzieherin mit 20 Jahren Berufserfahrung und wenn sie das auffällig findet, ist das Verhalten meiner Tochter ja anscheinend nicht "normal". Dazu kommt diese permanente Unzufriedenheit und wenn die wirklich darin begründet liegt, dass irgendwas nicht stimmt (ob das nun eine Hochbegabung ist oder irgendwas anderes), sollte man das wahrscheinlich schon abklären lassen, um ihr helfen zu können?

Ich bin gerade irgendwie überfordert mit dieser Situation. Kürzlich waren wir bei der U9 und die war völlig unauffällig, meine Tochter hat aber auch kaum was gesagt und nur genau das gemacht, was man von ihr erwartet hat (auf Gegenstände auf einem Bild zeigen usw.). Da ist natürlich nix aufgefallen.

Ich kann das gerade alles nicht wirklich einordnen und weiß nicht so genau, wie ich mich nun verhalten soll. Einen neuen Termin beim Kinderarzt habe ich mal ausgemacht, darauf kann ich aber nun über drei Monate warten und ich weiß nicht mal genau, was ich mir davon verspreche. Gleichzeitig kann ich das aber ja auch nicht einfach ignorieren?
Ich weiß schon, dass mir hier keiner eine Diagnose geben kann, aber hat vielleicht jemand was Ähnliches erlebt? Ist das wirklich alles so "unnormal"? Habt Ihr Ideen, wie ich jetzt am besten vorgehen soll?
 

Ich denke da am ehesten an Asperger, vor allem eben auch wegen dieser Inselbegabungen und den fast obsessiven Interessen. 

Geh doch mal zu einem Psychologen, der auf Autismus spezialisiert ist. 

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20. November um 7:35

Nicht Jeder Asperger ist hochbegabt. Nicht jeder Hochbegabter hat Asperger. 

Du schreibst, dass deine Tochter Freunde hat/hatte. Sie findet das spielen mit Gleichaltrigen uninteressant.  Ging meiner Tochter häufig genauso. Sie In einem anderen Thread schreibst du, dass die Tochter sagt, dass sie Gefühl hat du sei mit ihr unzufrieden.  Also kann sie wahrscheinlich Emotionen entschlüsseln und Beziehungen eingehen. 


Aber wie gesagt, lieber einmal mehr zum Spezialisten,  als einmal zu wenig. 

Alles Gute Euch
 

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20. November um 9:04
In Antwort auf amber

Ich finde den Begriff schön geredet.... Abwertend ausgedrückt... Als wäre es toll der Norm zu entsprechen..... Und nicht normal zu sein wäre automatisch schlecht. Aber sie haben Recht wenn man überdurchschnittlich intelligent ist... Dann ist es wirklich schwer die normalen die man ja dann als dumm empfindet zu ertragen 😂

Natürlich ist es am einfachsten der Norm zu entsprechen.  Ob das Kind überdurchschnittlich intelligent ist, muss festgestellt werden oder ob es sich um eine inselbegabung handelt. So extrem starkes Interesse an Türen entspricht natürlich nicht der Norm und das zu verschönern, hilft niemanden weiter. Völliger Unsinn. Es ist auch nicht 'Natürlich' dass ein kleines Kind lethargisch ist. Daran ist nichts verwerflich.  Muss eben von Fachleuten geprüft werden. Diese sind wir beide nicht. 

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20. November um 10:49

Vielen Dank für Eure Antworten.

Ich schreibe jetzt hier mal gebündelt zurück, damit es nicht zu unübersichtlich wird.

"Normal": Ich finde sie gut so wie sie ist, das vorab. Egal ob besonders schlau oder nicht, "normal" oder nicht und auch dann, wenn es evtl. wirklich eine Art "Störung" sein sollte. Es geht mir nur darum, ihr bestmöglich zu helfen, wenn sie irgendwelche Probleme hat. Und scheinbar hat sie die ja irgendwie. Ich weiß nicht, ob ich mir was schön geredet habe, ich denke, es war einfach Ahnungslosigkeit. Die Leute sagen mir immer "Du kennst Dein Kind am besten" und das stimmt auch irgendwo, deswegen kann ich aber trotzdem nicht gut einschätzen, ob ihre Art der Norm entspricht oder halt nicht, weil ich keine richtigen Vergleichsmöglichkeiten habe. Klar sehe ich auch andere Kinder, aber die kenne ich ja nur oberflächlich.

Irritierend finde ich, dass bisher niemand anderes was gesagt hat. Sie geht in den Kindergarten, seit sie zwei ist und das mit den Türen z. B. fand ich damals selber komisch und habe es angesprochen. Da ist mir gesagt worden, dass manche Kinder solche Phasen exzessiven Interesses eben einfach haben und dass das nicht weiter auffällig sei und irgendwann schon wieder aufhört (was ja auch gestimmt hat). Damals ist mir immer nur gesagt worden, sie sei sehr schlau und sprachlich und kognitiv weiter als die anderen, das wurde aber auch nicht als übermäßig ungewöhnlich betrachtet und es kam auch nie irgendwas Negatives.

Seit einem Jahr ist sie in einer neuen Gruppe und hat eine neue Erzieherin und diese sieht nur Probleme. Das ist auch nicht das erste Mal. Gleich nach dem Umzug in die große Gruppe hatte sie das schon mal angesprochen (zu viel Fantasie, zu langsam, verträumt). Damals waren wir beim Arzt und haben körperliche Ursachen ausgeschlossen. Der konnte auch weiter nichts Ungewöhnliches feststellen. Dann kam Corona und es war eh erstmal ewig kein Kindergarten und man wollte auch nicht unnötig zum Arzt gehen. Als das vorbei war, kamen aus dem Kiga erstmal keine Beschwerden mehr, weshalb ich dachte, das Thema hätte sich erledigt. Aber jetzt geht's halt wieder los.

Die Frau ist seit 20 Jahren Erzieherin und wird ja einen gewissen Erfahrungsschatz haben, also denke ich schon, dass ich das irgendwie ernst nehmen muss, was sie sagt. So richtig konkret wird sie nur leider auch nicht. Was ja vielleicht auch gut ist, sie ist immerhin keine Kinderpsychologin und eigentlich ist es ja auch gut, dass sie nicht mit wilden Verdachtsdiagnosen um sich wirft. Sie sagt eben nur, dass sie meine Tochter nicht richtig einschätzen kann, dass sie kein Kind kennt, das so ist wie meine Tochter (also so ruhig, langsam, verträumt, lustlos) und dass sie nicht so recht weiß, wie sie mit ihr umgehen soll. Letztens kam dann noch das mit der möglichen Unterforderung ins Spiel.

Ich muss dazu sagen, ich weiß auch nicht, wie viel meine Tochter im Kindergarten von dem zeigt, was sie kann. Ich habe noch nie ein Wort davon gehört, dass sie liest, schreibt und rechnet. Kann auch sein, dass sie das dort verbirgt und stattdessen nur über Langeweile jammert. Wenn ich sie abhole, spielt sie aber eigentlich immer gerade mit anderen Kindern.

Autismus/Asperger: Möglich, aber wie jemand schon sagte, gibt es sozial eigentlich keine Probleme. Sie interagiert normal mit anderen, hat Freunde, spielt Rollenspiele, streitet und verträgt sich, wird eingeladen und lädt ein, usw. Da war nie irgendwas Ungewöhnliches. Das Einzige, was mir dazu einfällt ist, dass sie als sehr kleines Kind (bis 2 Jahre) kaum Körperkontakt wollte. Das ist mir damals schon auch aufgefallen, hat sich dann aber irgendwann gelegt. Heute kuschelt sie auch. ADS wäre evtl. eine Möglichkeit, das wurde bei mir wohl als Kind diagnostiziert und würde das Langsame, Verträumte erklären. Aber gleichzeitig will ich jetzt auch nicht irgendwelche Vermutungen anstellen, ich bin kein Psychologe.

Laufen konnte sie allerdings auch früh. Sie hat das Krabbeln so ziemlich übersprungen und fing mit etwa 9 Monaten zu laufen an.

Da bisher nur diese eine Erzieherin was gesagt hat (dafür allerdings immer wieder), beim Kinderarzt immer alles unauffällig war und auch früher nie was angesprochen wurde, hab ich mich bisher davor gescheut, zum Psychologen zu gehen. Ich möchte sie auch nicht "krankreden" oder in irgendeine Schublade stecken. Was eine mögliche Hochbegabung betrifft habe ich nun auch schon mehrmals gelesen, dass das im Vorschulalter noch zu früh zum Testen sei und nicht wirklich viel Aussagekraft hat, deswegen war ich mir da auch unsicher.

Eine vorzeitige Einschulung spielt insofern eine Rolle, dass sie ein Kann-Kind ist (Geburtstag im Sommer). Nun ist sie ja schon fünf und wir tendieren dazu, sie nächstes Jahr einschulen zu lassen, also kurz nach ihrem 6. Geburtstag. Ich weiß selbst nicht genau, was für Konsequenzen sich aus so einem Test für mich ergeben würden (mit ein Grund, warum wir uns bislang nicht darum gekümmert haben), da aber das Thema ja nun immer wieder aufkommt, habe ich schon das Gefühl, dass ich da irgendwie handeln müsste.
 

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20. November um 11:24

Autisten/Aspergerb haben nicht zwingend keine Freunde oder sind soziale benachteiligt. Sie funktionieren in der Hinsicht nur anders und je nach dem, wie stark es ausgeprägt ist, ist es schwer, es überhaupt zu bemerken.

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20. November um 11:50
In Antwort auf whitecookie

Autisten/Aspergerb haben nicht zwingend keine Freunde oder sind soziale benachteiligt. Sie funktionieren in der Hinsicht nur anders und je nach dem, wie stark es ausgeprägt ist, ist es schwer, es überhaupt zu bemerken.

Okay. Wie gesagt, ich kenne mich damit nicht aus. Muss ich ja nicht. Vermuten kann man viel.

Im Netz gibt es ja Checklisten für alles Mögliche (Hochbegabung, ADS, Asperger, usw.) - Manches passt, manches nicht.

Sie ist extrem empathisch und hat einen sehr ausgeprägten Gerechtigkeitssinn, sie mischt sich sofort ein, wenn sie sieht, dass jemand ungerecht behandelt wird. Spricht angeblich dagegen.

Sie ist gleichzeitig extrem überempfindlich was Geräusche, Gerüche usw. betrifft. Das ist so krass, dass sie z. B. die Spiele in ihrem Tiptoi-Buch meidet, aus Angst, was Falsches zu drücken, weil sie das Geräusch nicht erträgt, was dann kommt.

Sozialkontakte sind unauffällig, auch wenn sie lieber mit älteren spielt und sich unterhält als mit Kindern. Übrigens steht sie total auf Schach, fällt mir auch grad ein. Das hat sie furchtbar interessiert, deswegen hat es ihr ein Freund von uns gezeigt (wir selber spielen kein Schach). Wenn er zu Besuch ist, will sie immer mit ihm Schach spielen.

Extreme Ausprägungen von Interessen: Ja, immer phasenweise.

Dazu eben diese Lethargie ... das können verschiedene Sachen sein. Je mehr ich hier aufschreibe, desto mehr wird mir selbst klar, dass wir um eine Abklärung nicht rumkommen werden.

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20. November um 15:07
In Antwort auf nikita...

Okay. Wie gesagt, ich kenne mich damit nicht aus. Muss ich ja nicht. Vermuten kann man viel.

Im Netz gibt es ja Checklisten für alles Mögliche (Hochbegabung, ADS, Asperger, usw.) - Manches passt, manches nicht.

Sie ist extrem empathisch und hat einen sehr ausgeprägten Gerechtigkeitssinn, sie mischt sich sofort ein, wenn sie sieht, dass jemand ungerecht behandelt wird. Spricht angeblich dagegen.

Sie ist gleichzeitig extrem überempfindlich was Geräusche, Gerüche usw. betrifft. Das ist so krass, dass sie z. B. die Spiele in ihrem Tiptoi-Buch meidet, aus Angst, was Falsches zu drücken, weil sie das Geräusch nicht erträgt, was dann kommt.

Sozialkontakte sind unauffällig, auch wenn sie lieber mit älteren spielt und sich unterhält als mit Kindern. Übrigens steht sie total auf Schach, fällt mir auch grad ein. Das hat sie furchtbar interessiert, deswegen hat es ihr ein Freund von uns gezeigt (wir selber spielen kein Schach). Wenn er zu Besuch ist, will sie immer mit ihm Schach spielen.

Extreme Ausprägungen von Interessen: Ja, immer phasenweise.

Dazu eben diese Lethargie ... das können verschiedene Sachen sein. Je mehr ich hier aufschreibe, desto mehr wird mir selbst klar, dass wir um eine Abklärung nicht rumkommen werden.

Ich finde auch, dass eine Abklärung sinnvoll wäre. Deine Tochter ist anders, man muss also wahrscheinlich auch mit ihr anders umgehen und wenn du weißt, wie genau, also wann sie was braucht, kann das nur positiv sein.

Autismus (zu dem auch Asperger gehört) ist ein Spektrum, nicht jeder Mensch hat alle der Symptome, die Autismus zugeordnet werden und auch nicht jeder im selben Ausmaß. 

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20. November um 15:32
In Antwort auf nikita...

Okay. Wie gesagt, ich kenne mich damit nicht aus. Muss ich ja nicht. Vermuten kann man viel.

Im Netz gibt es ja Checklisten für alles Mögliche (Hochbegabung, ADS, Asperger, usw.) - Manches passt, manches nicht.

Sie ist extrem empathisch und hat einen sehr ausgeprägten Gerechtigkeitssinn, sie mischt sich sofort ein, wenn sie sieht, dass jemand ungerecht behandelt wird. Spricht angeblich dagegen.

Sie ist gleichzeitig extrem überempfindlich was Geräusche, Gerüche usw. betrifft. Das ist so krass, dass sie z. B. die Spiele in ihrem Tiptoi-Buch meidet, aus Angst, was Falsches zu drücken, weil sie das Geräusch nicht erträgt, was dann kommt.

Sozialkontakte sind unauffällig, auch wenn sie lieber mit älteren spielt und sich unterhält als mit Kindern. Übrigens steht sie total auf Schach, fällt mir auch grad ein. Das hat sie furchtbar interessiert, deswegen hat es ihr ein Freund von uns gezeigt (wir selber spielen kein Schach). Wenn er zu Besuch ist, will sie immer mit ihm Schach spielen.

Extreme Ausprägungen von Interessen: Ja, immer phasenweise.

Dazu eben diese Lethargie ... das können verschiedene Sachen sein. Je mehr ich hier aufschreibe, desto mehr wird mir selbst klar, dass wir um eine Abklärung nicht rumkommen werden.

Hallo

Ich bin Primarlehrerin und unterrichte die 1. Klasse und 2. Klasse.
So wie du deine Tochter beschreibst, ist sie den 1. Klässlern und sogar den 2. Klässlern im mathematischen Bereich weit voraus. Sie wird sich im Mathematik langweilen, wenn die Lehrperson nicht individuell auf sie eingeht. Im Deutschunterricht wird sie sich ebenfalls am Anfang langweilen, wenn sie auch hier nicht richtig von der Lehrperson gefördert wird.

Ich finde, was die Kindergärtnerin gesagt hat, sehr seltsam und vorallem auch unprofessionell... so ein Gespräch führt man nicht zwischen Tür und Angel... da verstehe ich es total, dass du verwirrter bist als vorher! Sie hätte sich erst über die weiteren Möglichkeiten schlau machen sollen, statt dich so zu verwirren und gar keine Lösung zu haben...

Wäre ich die Lehrerin deiner Tochter würde ich dir empfehlen, dass du die Situation mit einem Kinderpsychologen genauer anschaust. Wir in der Schweiz machen das jeweils über die Schule. Also wir melden nach einem Gespräch mit den Eltern die Kinder an. Das hat folgenden Grund: Je nach Diagnose haben die Kinder verschiedene Unterstützungen zu gute. (Hochbegabtenförderung, integrative Förderung, Logopädie, usw.)
Die Unterstützung erhalten die Kinder aber nur, wenn die Anmeldung über die Schlue erfolgte. Wenn die Eltern die Kinder selber anmelden, läuft es nicht über die Schule, die Ärzte und Psychologen unterstehen so der Schweigepflicht und dürfen uns rechtlich nichts mitteilen, was es uns Lehrpersonen sehr erschwert auf das Kind richtig einzugehen.

Bei uns läuft es so: 1. Eltergespräch: Anliegen klären, 2. Schulleitung einbeziehen und weiteres Vorgehen planen, 3. Erziehungsberatungs-Anmeldung, Psychologische Abklärung.

Ich würde dir raten, die Kindergärtnerin nach einem richtigen Gespräch zu fragen, evtl. schon mit Schulleitung. Ich weiss aber nicht genau, wie es beu euch läuft..

Ich wünsche dir und deiner Tochter alles gute.

 

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20. November um 18:47
In Antwort auf whitecookie

Autisten/Aspergerb haben nicht zwingend keine Freunde oder sind soziale benachteiligt. Sie funktionieren in der Hinsicht nur anders und je nach dem, wie stark es ausgeprägt ist, ist es schwer, es überhaupt zu bemerken.

Sie spielen auch Rollenspiele.... Nur halten sie diese für realistisch.... Bsp.." Mama mach die Decke nicht über das Gesicht der Puppe sie kriegt keine Luft" 

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21. November um 12:56
In Antwort auf amber

Sie spielen auch Rollenspiele.... Nur halten sie diese für realistisch.... Bsp.." Mama mach die Decke nicht über das Gesicht der Puppe sie kriegt keine Luft" 

Sowas machen doch alle kleinen Kinder. Meine Tochter hat zum Beispiel imaginäre Ponys an Stricken spazieren geführt.

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21. November um 16:00

Hallo, mein Großer (mittlerweile 13) ist Asperger Autist (IQ um 130), komorbide ADHS. Er war bereits im KiGa auffällig (aggressiv, keine Freunde, schrie sehr viel). Wir hatten eine lange Oyssee ohne Diagnose hinter uns. Als er in der Schule wieder sehr auffällig war, wandten wir uns an eine Autismusambulanz. Erst dort bekamen wir mit 8(!) Jahren die Diagnose. Mittlerweile ist er auf einem normalen Gymnasium mit Schulbegleitung und hat sowas wie soziale Kontakte . Aus Erfahrung kann ich dir sagen, dass diese Diagnose nur sehr vorsichtig und meist erst ab Grundschulalter vergeben wird. Mein Jüngster ist 5, sprach auch sehr früh und liest mittlerweile Bücher ab 3. Klasse. Auch er hat sich, wie deine, lesen selber beigebracht, ist aber sozial im Kindergarten unauffällig. Er liebt jüngere Kinder, die sich gerne vorlesen und betüteln lassen. Langeweile kennt er nicht, weil er sich ständig etwas sucht. Ich denke auch, dass das Verhalten deiner Tochter mehr steckt, als "nur" hohe Intelligenz Alles Gute dir und deiner Tochter

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10:21
In Antwort auf flor19942

Hallo

Ich bin Primarlehrerin und unterrichte die 1. Klasse und 2. Klasse.
So wie du deine Tochter beschreibst, ist sie den 1. Klässlern und sogar den 2. Klässlern im mathematischen Bereich weit voraus. Sie wird sich im Mathematik langweilen, wenn die Lehrperson nicht individuell auf sie eingeht. Im Deutschunterricht wird sie sich ebenfalls am Anfang langweilen, wenn sie auch hier nicht richtig von der Lehrperson gefördert wird.

Ich finde, was die Kindergärtnerin gesagt hat, sehr seltsam und vorallem auch unprofessionell... so ein Gespräch führt man nicht zwischen Tür und Angel... da verstehe ich es total, dass du verwirrter bist als vorher! Sie hätte sich erst über die weiteren Möglichkeiten schlau machen sollen, statt dich so zu verwirren und gar keine Lösung zu haben...

Wäre ich die Lehrerin deiner Tochter würde ich dir empfehlen, dass du die Situation mit einem Kinderpsychologen genauer anschaust. Wir in der Schweiz machen das jeweils über die Schule. Also wir melden nach einem Gespräch mit den Eltern die Kinder an. Das hat folgenden Grund: Je nach Diagnose haben die Kinder verschiedene Unterstützungen zu gute. (Hochbegabtenförderung, integrative Förderung, Logopädie, usw.)
Die Unterstützung erhalten die Kinder aber nur, wenn die Anmeldung über die Schlue erfolgte. Wenn die Eltern die Kinder selber anmelden, läuft es nicht über die Schule, die Ärzte und Psychologen unterstehen so der Schweigepflicht und dürfen uns rechtlich nichts mitteilen, was es uns Lehrpersonen sehr erschwert auf das Kind richtig einzugehen.

Bei uns läuft es so: 1. Eltergespräch: Anliegen klären, 2. Schulleitung einbeziehen und weiteres Vorgehen planen, 3. Erziehungsberatungs-Anmeldung, Psychologische Abklärung.

Ich würde dir raten, die Kindergärtnerin nach einem richtigen Gespräch zu fragen, evtl. schon mit Schulleitung. Ich weiss aber nicht genau, wie es beu euch läuft..

Ich wünsche dir und deiner Tochter alles gute.

 

Vielen Dank für Deine ausführliche Antwort!

Genau das, diese Vorgehensweise der Erzieherin, hat mich auch massiv gestört, muss ich sagen. Gleichzeitig ist es aber trotzdem so, dass ich das ernst nehme, sie wird ja einen Grund dafür haben, dass sie das anspricht (auch, wenn die Art und Weise seltsam war) ...

Nachdem wir unsere Tochter im September einschulen lassen möchten, würde ich das auch gerne vorher schon mal abklären, weil ich damit rechne, dass für sowas auch einiges an Zeit draufgeht und ich Angst habe, dass wir, falls es in der Schule dann Probleme geben sollte, andernfalls das komplette erste Schuljahr für die Abklärung verschwenden.

Ich hab jetzt erstmal einen Termin beim Kinderarzt ausgemacht und wir werden mit ihm reden, in der Hoffnung, dass er uns da weiterhelfen oder beraten kann. Er ist da vielleicht kein Experte, aber er wird uns ja über Anlaufstellen und weiteres Vorgehen informieren können. Zumindest eine Überweisung zu einem Psychologen wird ja drin sein.

Um ein richtiges Gespräch mit der Erzieherin werde ich auch nochmal bitten, allerdings habe ich sie seitdem nicht mehr gesehen (ich denke, sie hat Urlaub) - viel Hoffnung habe ich da allerdings nicht, wir hatten im letzten Jahr auch schon Gespräche mit ihr und sie macht mir ehrlich gesagt keinen besonders kompetenten Eindruck. 
 

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10:23
In Antwort auf juliana44

Hallo, mein Großer (mittlerweile 13) ist Asperger Autist (IQ um 130), komorbide ADHS. Er war bereits im KiGa auffällig (aggressiv, keine Freunde, schrie sehr viel). Wir hatten eine lange Oyssee ohne Diagnose hinter uns. Als er in der Schule wieder sehr auffällig war, wandten wir uns an eine Autismusambulanz. Erst dort bekamen wir mit 8(!) Jahren die Diagnose. Mittlerweile ist er auf einem normalen Gymnasium mit Schulbegleitung und hat sowas wie soziale Kontakte . Aus Erfahrung kann ich dir sagen, dass diese Diagnose nur sehr vorsichtig und meist erst ab Grundschulalter vergeben wird. Mein Jüngster ist 5, sprach auch sehr früh und liest mittlerweile Bücher ab 3. Klasse. Auch er hat sich, wie deine, lesen selber beigebracht, ist aber sozial im Kindergarten unauffällig. Er liebt jüngere Kinder, die sich gerne vorlesen und betüteln lassen. Langeweile kennt er nicht, weil er sich ständig etwas sucht. Ich denke auch, dass das Verhalten deiner Tochter mehr steckt, als "nur" hohe Intelligenz Alles Gute dir und deiner Tochter

Vielen Dank!

Ich habe auch die Befürchtung, dass das nicht so einfach werden wird, aber gerade aus dem Grund wäre es vielleicht gut, sich schon mal vor Schulbeginn schlau zu machen ...

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