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HILFE!! Stiefsohn aufnehmen - ja oder nein??!

30. August 2011 um 10:51

Endlich habe ich mich dazu durchgerungen hier nach Rat und Hilfestellung zu fragen.

Ich habe folgendes schwerwiegendes Problem. Mein LG hat einen Sohn (15 Jahre), der vorsichtig ausgedrückt "mehr als schwierig" ist. Sein Sohn ist drogenabhängig, wurde nun mit einem Abgangszeugnis der 6. Klasse aus der Schule entlassen, da er diese seit mehr als 2 Jahren nicht mehr von innen gesehen hat und polizeilich bekannt ist er ebenfalls (Diebstahl, Randalieren, Körperverletzung, etc.)

Bis jetzt wohnt er noch bei seiner Mutter, die auch das alleinige Sorgerecht inne hat u. dieses auch bis vor Kurzem nicht teilen wollte. Wenn man LG mit seinem Sohn über dessen Verhalten reden wollte, hat sie immer gesagt "er habe sowieso nix zu sagen, weil kein SR", allerdings ist ihr Erziehungsstil sehr lethargisch um nicht zu sagen einfach nicht vorhanden. Sie hat den Jungen all die Jahre sich selbst überlassen (man könnte die Familienverhältnisse als tendenziell asozial bezeichnen!) Mittlerweile rächt sich diese Art der Erziehung jedoch und sie ist dermaßen überfordert mit dem Jungen (er bedroht/schlägt sie usw.), dass sie das SR an meinen LG abgeben möchte & zwar so schnell wie möglich inklusive Umzug zu uns. Das hieße auch, dass wir umziehen müssten, da wir derzeit auf 50 qm wohnen. Das JA steht diesbezüglich voll hinter ihr und setzt meinen LG massiv unter Druck.

Nun zu meinem wirklich ganz GROSSEN Hauptproblem: Ich habe dasselbe mit meinem eigenen Sohn (17 Jahre) durch! Ich habe viele Jahre gekämpft, gelitten und wirklich alles versucht. War Dauergast beim JA, bei Therapeuten jeglicher Coleur und habe alle zur Verfügung stehenden Hilfsangebote ausgeschöpft - ohne Erfolg. Sehr schweren Herzens und unter massig vielen Tränen habe ich meinen Sohn vor einem 3/4 Jahr in staatliche Obhut gegeben.

Jetzt bin ich verzweifelt. Ich kann doch nicht mein eigenes Kind ins Heim geben und einen mir fremden Jungen, der genauso tickt aufnehmen. Meinem LG habe ich gesagt, dass er seinen Sohn gerne zu sich nehmen kann, allerdings würde ich mich dann räumlich auf jeden Fall abtrennen, sprich mir eine eigene Wohnung suchen... Das will er aber auf keinen Fall! Ich will aber auch nicht Schuld sein, wenn sein Junge nicht zu ihm kann (wobei fraglich ist, ob er das überhaupt möchte, da er den Kontakt zum Vater schon vor knapp 3 Jahren gekappt hat).

Ich weiß echt nicht mehr weiter... Ich liebe diesen Mann, aber ich kann und will das alles nicht noch einmal durchmachen! Wisst ihr vielleicht Rat oder gibt es evtl. sogar jemanden, der dasselbe erlebt oder erlitten hat? Bin für jeden konstruktive Ratschlag dankbar.

Ganz grosses Dankeschön jetzt schon
Simone

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30. August 2011 um 14:48


Puh, da will man ja echt nicht tauschen!
Also, auch unter besseren vorraussetzungen, ist es ja nicht gerade leicht einen 15jährigen aufzunehmen...
Ich denke es ist wichtig einem kind zu vermitteln, daß man es nicht fallen lässt! Wenn ihr schon erfahrung mit externer betreuung von "problemkindern" habt, kann man nicht mit dem jungen und dem jugendamt sprechen und einen stufen plan entwickeln.... Entweder er bleibt bei der mutter und baut den kontakt zu euch gemeinsam mit dem ja wieder auf...erst mal we, dann länger... Oder wenn die mutter nicht mehr will, dann vielleicht aus einer betreuten einrichtung? Ich würde versuchen zu vermitteln: wir sind da, wir wären auch gerne bereit dich zu nehmen, ABER du musst dich auch aktiv bemühen! Das selbe könnte auch für dein kind gelten? Ihr könntet euch beide (du & partner) einen zeitraum vornehmen (1 jahr), in dem ihr euch auf den kontakt mit euren kindern konzentriert..vielleicht könnten so beide profitieren? Eine größere wohnung, in der beide kinder übernachten können wäre dann sinnvoll! Evt. Könnten auch die beiden kinder von einander profitieren?
Viel glück

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9. September 2011 um 19:59

Schwere Entscheidung
Das ist ein ganz schön heikles Problem! Schwer dir da einen Rat zu geben.

Ich denke du solltest es nicht ablehnen, weil du deinem eigenen Sohn gegenüber Schuldgefühle hast. Aber es ist dein gutes Recht NEIN zu sagen, wenn dir all das, was mit dem Zuzug des Jungen zusammenhäng zuviel ist.

Ich patschworke seit 3 Jahren. Das ist immer auf und ab und ewig Arbeit. Allerdings sind unsere Kinder "relativ normal" und noch deutlich jünger. Aber wenn ich plötzlich damit konfrontiert würde, dass hier ein Stiefkind einziehen soll, dann bin ich mir nicht sicher, ob ich da so einfach zustimmen würde. Und in deinem Fall hängen eine ganze Ecke Probleme hintendran, die du zudem auch schon einmal durchgemacht hast.

Mehr als gut kann ich verstehen, dass du da eher den Standpunkt vertritts, dann selbst auszuziehen. Das muss ja nicht automatisch auch das Aus für eure Beziehung bedeuten, aber du musst es nur um der Beziehung willen auch nicht mitmachen.

Ich wünsche euch alles Gute bei der Entscheidungsfindung und alles Gute für die Zukunft. Vor allem für die des Jungen.

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9. September 2011 um 21:12

Ganz klar
NEIN

Du kannst nicht dein eigen Fleisch und Blut weg geben und dafür ein anderes mit den gleichen Problemen aufnehmen.

Angenommen du schaffst es nicht und dein eigenes kommt nach Hause, dann zieht er ihn doch wieder in den Sumpf...

Tu es nicht, du würdest es bereuen und ewig Schuldgefühle deinem eigenen Kind gegenüber haben.

Gruss Saraa

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