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Hilfe, mein Sohn wird für schwul gehalten!!!

14. Juni 2011 um 10:03

Hey ihr,

ich bin mir nicht sicher, ob ich hier richtig bin, aber vielleicht könnt ihr mir ein paar tipps wegen meinem Sohn geben.

Luca ist 5 jahre alt und ein wahnsinnig tolles Kind. Wir sind so froh dass wir ihn haben und er macht sich auch total prächtig. Aber in letzter Zeit mache ich mir Sorgen wegen seiner Entwicklung, ob sie so richtig verläuft.

Er hat seit einiger Zeit so ne phase, wo er viel mit Puppen spielt und oft in meinem Klamottten vorm Spiegel rumläuft.

Letzte woche haben ältere Kinder aus der Nachbarschaft ihn so komisch angemacht und schwul genannt.

Er hat des natürlich net verstanden, was schwul bedeutet, aber ich fange mir langsam an Sorgen zu machen. Ich weiß net ob des nur ne Phase ist oder wie sich des entwickelt.
Er war echt traurig, da er früher eigentlich keine Probleme mit den Jungs aus der Nachbarschaft hatte und ich jetzt nicht weiß welche Folgen des auch in der Schule haben wird.

Es stimmt schon, dass er sich net wirklich für Fußball und so interessiert und ganz viel mit den Töchtern meiner Nachbarin unternimmt - meine Nachbarin passt halt auch oft auf ihn auf und da fand ich es ganz natürlich, dass Luca mit ihren Töchtern spielt.

Muss ich mir jetzt Sorgen machen, dass mein Sohn als schwul verschriehen wird oder schwul werden kann?

Habt ihr bei euren Söhnen ähnliche Erfahrungen gemacht oder könnt ihr mir Tipps geben, wie ich damit umgehen kann.

Ich hoff ihr könnt mir helfen oder mich beruhigen.

Julchen

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14. Juni 2011 um 12:51

Ob du dir Sorgen machen musst, dass dein Sohn schwul werden kann?
Klares NEIN! Man kommt schwul/hetero/bisexuell zu Welt, und erkennt dies früher oder später im Leben, manche nie. Beeinflussen kann man die sexuelle Orientierung nicht, man kann nur Einfluss darauf nehmen, wie glücklich jemand damit wird.
Ich kann bei dir herauslesen, dass du eine homosexuelle Orientierung bei deinem Sohn als etwas schlechtes ansehen würdest, etwas worüber man sich Sorgen machen müsse. Das ist sehr sehr schade. Ich kenne einige Eltern die aus Sorge um ihr Kind (wegen Hänseleien, evtl späteren Schwierigkeiten im Job etc) nicht wollten, dass es schwul ist. Das hat leider dazu geführt, dass sie versucht haben, das "Schwulsein" zu unterbinden, ihren Söhnen auszureden. Was dazu führte, dass aus diesen Jungs sehr unglückliche Teenager wurden, mit sich selbst nciht im Reinen, unselbstbewusst, mache depressiv. Das kam NICHT durch ihr Schwulsein, sondern durch den Umgang ihrer Eltern mit dem Thema, der sie sehr geprägt hat und das Verhältnis zu den Eltern nachhaltig gestört hat. Wenn dein Sohn wirklich schwul ist (wird sich wenn dann eh erst später zeigen), gibt es nur EINEN Weg, wie du ihn zu einem glücklichen Erwachsenen erziehen kannst, nämlich völlige Akzeptanz und liebevolle Unterstützung. Du musst ihm von früh an das Gefühl geben, dass er sein kann wie er will, dass du ihn liebst wie er ist und immer für ihn da sein wirst. Das Schwulsein genauso richtig und normal ist wie Hetero-sein. Vielleicht ist er auch bisexuell, auch da musst du ihm zeigen (auch wenn es nicht stimmt) dass dir egal ist, ob er eine Mädel oder n Kerl mit nach Hause bringt. Wenn er wirklich bi oder schwul ist, kann er "trotzdem" genauso erfolgreich, glücklich, selbstbewusst, beliebt sein wie sonst auch. Ich kenne unzählige Beispiele. Sicher gibt es immer Menschen, die ihn dafür angreifen werden, aber DU als Mutter legst den Grundstein dafür, wie stark er diesen gegenübertreten kann. Mach ihm klar, dass die, die ihn hänseln, doof und unreif sind, dass er bessere Freunde verdient hat. ZB die Mädchen mit denen er spielt, die scheinen ihn ja nicht zu hänseln.

Sooo, von all dem mal abgesehen, es ist nicht unbedingt so, dass er schwul/bi ist, nur weil er mit Puppen spielt und deine Kleider trägt. Das muss nichts mit sexueller Orientierung zu tun haben. Das machen auch Hetero-Jungs. Und es ist doch auch egal, soll er spielen womit er will. Warum sollten alle Menschen gleich sein?

Ich möchte dir auch dazu raten, nciht in so strengen Kategroien zu denken. Die Sexualität des Menschen ist etwas fließendes. Weniger als man denkt sind wirklich völlig schwul oder völlig hetero. Es gibt viele Leute die bi sind, und sich phasenweise mal mehr für das eine oder andere Geschlecht interessieren, sihc ausprobieren. Oft legen sie sich später dann auf das ein oder andere (meist das andere) Geschlecht fest. Es ist unnötig, sich schon in so jungen Jahren über die Orientierung des Kindes den Kopf zu zerbrechen. Wichtig ist, dass es glüclich ist und von den Eltern geliebt wird.

Ich selber bin bisexuell, ich fühle mich zu Frauen und Männern hingezogen. Ich hatte schon verschiedenste Erfahrungen mit Männern und Frauen, war schon in beides verliebt, bis über beide Ohren. Meinen Eltern war es immer egal, sie wollten nur das ich glücklich bin. Das hat mich stark gemacht, auch wenn andere gelästert haben. Ich habe immer gute Freunde gehabt, Menschen die mcih mit meiner Orientierung völlig akzeptiert haben. Jetzt habe ich meine große Liebe gefunden, zufällig ein Mann. Wir bekommen bald unser zweites Kind. Mir ist egal ob es ein Junge oder Mädchen wird und später Männer Frauen oder beides liebt. Ich werde immer für meine Kinder da sein und sie in ihrem Weg bestärken.

Das, und nichts anderes, möchte ich dir raten

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