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Hilfe! Kind tanz auf der Nase rum und hat die Macht

14. Juli 2014 um 14:49

Hallo,

ich hoffe, dass ich in diesem Forum schlauer werde.
Ich versuche so kurz, aber genau wie möglich, meine Situation zu schildern.
Mein Freund hat einen 3-jährigen Sohn der ihm auf der Nase rumtanzt. Wenn das Kind was will und es nicht bekommt, weint es sofort. Sehr oft weint das Kind schon im Voraus, wenn es was machte und mein Freund kommt angerannt und tut alles für das Kind. Ich muss hinzufügen, er ist alleinerziehend und das Kind kriegt sehr selten was von der Mutter mit, weil sie viel lieber sich mit sich selber beschäftigt, ihre Freiheit haben möchte und sich an Wochenenden lieber mal besäuft, wenn ich das traurigerweise so formulieren darf. Aber wenn sie doch mal auf ihn aufgepasst hat, ist das Kind sehr fordernd und erwartet schon fast dass sich sein Vater und ich in Kellner verwandeln. Einmal sass das Kind auf dem Sofa, guckte fern und seine Milch stand ein Meter weiter weg von ihm. Er hat tatsächlich verlangt, dass wir ihm die Milch in die Hand geben, obwohl er doch im Stande ist, selbst sich das Glas Milch zu holen. 10 Minuten lang hat er geschrien, dass man ihm die Milch in die Hand drücken soll.
Gestern konnte ich es fast nicht fassen. Wir waren zu dritt auf dem Spielplatz und irgendwann fing es an zu regnen. Alle anderen Familien fingen an zu gehen, nur der Kleine wollte bleiben und hörte nicht zu, bis er irgendwann einfach im Platzregen von uns weglief. Er kam dann zurück gerannt und beschwerte sich, dass er so nass war. Als wir ihn endlich im Auto hatten, gab er uns die Schuld dass er regnete und schrie, dass er doch weiter auf dem Spielplatz spielen wollte. Die Erklärung, dass es doch regnet, reichte dem Kleinen nicht aus und weinte und nörgelte die ganze Heimfahrt. Ich habe meinem Freund schon mal nahe gelegt, dass er sich zu viel gefallen lässt. Er hat sich jetzt schon etwas geändert und versucht knallhart zu bleiben, wenn es um Regeln und Entscheidungen geht, aber dennoch kann das Kind tun was es will und es bekommt immer über Umwege, was es will. Ich bin 29 Jahre alt und habe noch kein eigenes Kind. Ich möchte meinem Freund helfen, dass das Kind hört und sich nicht in einen kleinen Teufel verwandelt, denn wir planen in Zukunft irgendwann mal zusammen zu wohnen und das Bild sieht erstmal nicht sehr rosig aus, wenn man da einen kleinen Jungen hat, der unsere ganze Energie aufsaugt nur um alles zu kriegen was er will.

Ich hoffe dass ihr Mütter da draussen, die um einiges mehr Erfahrung habt als ich, mir irgendwie weiter helfen könnt.

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14. Juli 2014 um 15:12

"und es bekommt immer über Umwege, was es will"
und GENAU DAS ist der Knackpunkt. Also entweder ist dein Freund konsequent oder nicht. Er "versucht" reicht leider nicht. Da muss er knalllhart durch oder er erzieht sich diesen Tyrannen weiter. Er hat es 3 Jahre lang schleifen lassen, jetzt muss er sich auf 3 Jahre lang Kämpfen einstellen, bis er wieder etwas Richtung bekommt. Evtl. geht es schneller, aber nur bei 100% Konsequenz.
Macht Euch (bzw. Dein Freund) eine Liste mit Regeln, die zu 100% befolgt werden MÜSSEN, wo es keine Wenn und aber gibt. Niemals ein Verbot erteilen, wo keines nötig ist, und das zu spät merken. DANN auch die Konsequenzen durchziehen und für das nächste mal merken.

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14. Juli 2014 um 15:30

Autonomiephase
hallo, das klingt ganz nach der autonomiephase (auch trotzphase genannt) und ist in der kindlichen entwicklung sehr wichtig.
Das Kind testet gezielt grenzen und versucht diese immer weiter auszureizen.
wichtig ist: Konsequent bleiben. auch wenn sich das Kind zb im supermakrt auf den Boden wirft.

Da gibt es einen wie ich finde lustigen trick, der aber nicht bei jedem kind funktioniert: werfst euch neben das kind auf dem boden und jammert rum. das kind kann swo erschrocken über euer verhalten sein, weil es dieses verhalten bisher noch nicht bei euch beobachten konnte. aber vorsicht, dies kann auch schnell zu einem lustigen spiel für das kind werden.


Dem Kind in verständlichen Worten erklären, was ihr wollt.
Probieren könnt ihr auch: das Kind mit einbeziehen, auch wenn es villt schwer fällt. (Demokratische Erziehung)
fragt das Kind mit offenen fragen (W-Fragen):
"Was kann passieren wenn du nass wirst?"
das Kind hat so die Gelegenheit selber nachzudenken und evtl sogar einen Lösungsvorschalg zu nennen.

Gebt dem Kind alternativen: sagt nicht: du hörst jetzt auf wir gehen jetzt"
so merkt das kind das es selbst die entscheidung auch wenn es nur zw 2 dingen ist, treffen darf. es fühlt sich dadurch ernstgenommen und akzeptiert.


geht nicht sofort (zack und weg)
Sondern: kündigt nach möglichkeit an was ihr vorhabt:
"Wir gehen gleich wenn es anfängt zu regnen" das kind kann so selbst sein Spiel beenden und sich auf das kommende einstellen.

sagt z.B. "du kannst noch 3 mal schaukeln und dann gehen wir"

nennt dem kind auch einen für ihn plausiblen grund:
" weil wir (ich) angst habe das du krank wirst"

Diese technik nennt sich Ich-Botschaften senden. (Paul von watzlawik -vier seiten einer botschaft (glaube der wird so geschrieben )

Das ist erstmal so dass was mir spontan einfällt
versucht einfach auf eure kommunikation zu achten und sprecht euch (erwachsene ) gut ab, sodass das kind merkt, dass ihr das selbe ziel verfolgt

LG Azzuen

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15. Juli 2014 um 16:04


dann bestraft es doch? ich verstehe nicht, wieso ihr das nicht versteht. dann darf es 1 woche nicht fernsehen, wenn es mal wieder rumspinnt. und wenn es wieder anfängt zu weinen, weil es nicht fernsehen darf als bestrafung, dann lasst es doch weinen. es kann nicht ewigs weinen. und ignoriert es, wenn es das tut. sonst wird es immer wie verwöhnter und ihr kriegt das nie im leben in den griff!

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15. Juli 2014 um 19:39
In Antwort auf nandor_12560135


dann bestraft es doch? ich verstehe nicht, wieso ihr das nicht versteht. dann darf es 1 woche nicht fernsehen, wenn es mal wieder rumspinnt. und wenn es wieder anfängt zu weinen, weil es nicht fernsehen darf als bestrafung, dann lasst es doch weinen. es kann nicht ewigs weinen. und ignoriert es, wenn es das tut. sonst wird es immer wie verwöhnter und ihr kriegt das nie im leben in den griff!

Bestrafung
Ist kein gültiges Erziehungsmittel in der heutigen Pädagogik!

Das kann soch besonders in dem Alter nagativ auf die Entwicklung des Kindes auswirken. Es ist noch gar nicht kognitiv in der Lage diese Handlung nachzuvoll ziehen.

Wesentlicher Bestandteil ist die Belohnung 1. art und 2. art. Findet ihr unter google. Kann ich aber gerne noch ergänzen und erklären.

Damit wird die Bindung zu dem Kind gestärkt. Durch Bestrafung wird sich das ganze nur verschlimmern. Ich rate dringends davon ab!!!!

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16. Juli 2014 um 9:19

Aber warum
Stehen dann diese Dinge in Lehrplänen der heutigen Pädagogischen berufsfachschulen?
Natürlich sind grenzen und konsequenzen wichtig aber ein Kind zu bestrafen (genant bestrafumg 1. und 2. art) ist sicher nicht der richtige weg.
Es ist wichtig zw regeln/ grenzen und der Bestrafung zu unterscheiden!
Nun gut jeder entscheidet fuer sich selbst wie er seine Kinder erzieht.
Es gibt dabei nicht DEN perfekten weg.

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16. Juli 2014 um 17:00
In Antwort auf ikena_12688910

Bestrafung
Ist kein gültiges Erziehungsmittel in der heutigen Pädagogik!

Das kann soch besonders in dem Alter nagativ auf die Entwicklung des Kindes auswirken. Es ist noch gar nicht kognitiv in der Lage diese Handlung nachzuvoll ziehen.

Wesentlicher Bestandteil ist die Belohnung 1. art und 2. art. Findet ihr unter google. Kann ich aber gerne noch ergänzen und erklären.

Damit wird die Bindung zu dem Kind gestärkt. Durch Bestrafung wird sich das ganze nur verschlimmern. Ich rate dringends davon ab!!!!

Bist
du bescheuert? Der HEUTIGEN Pädagogik? Soll das heissen, dass sich der Homo-Sapiens-Sapiens geistig in den letzten Jahren verändert hat? Mit nichten! Die neue Pädagogik ist dafür verantwortlich, dass solche Threats entstehen, dass Kinder immer wie unverschämter werden und fauler. Und du orientierst dich an Leitplänen von Pädagogen? *prust*

Wir hatten eine Pädagogin in unserem Viertel. Ihre KInder flogen beide von der Schule, weil sie sich jeden Tag den Kopf eingeschlagen haben. Absolut Lernunfähig und Feindseelig. Und einer solchen Erziehungsweise willst du Gehör schenken? Weja...

Und Bestrafung und Regeln laufen Hand in Hand. Mann wird schliesslich auch Bestraft, wenn man mit einem 80ger durch eine bewohnte Zone fährt.

Aber ja. Meine Erwartungen an die heutige Menschheit darf ich nicht zu hoch stellen.

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16. Juli 2014 um 17:02
In Antwort auf ikena_12688910

Bestrafung
Ist kein gültiges Erziehungsmittel in der heutigen Pädagogik!

Das kann soch besonders in dem Alter nagativ auf die Entwicklung des Kindes auswirken. Es ist noch gar nicht kognitiv in der Lage diese Handlung nachzuvoll ziehen.

Wesentlicher Bestandteil ist die Belohnung 1. art und 2. art. Findet ihr unter google. Kann ich aber gerne noch ergänzen und erklären.

Damit wird die Bindung zu dem Kind gestärkt. Durch Bestrafung wird sich das ganze nur verschlimmern. Ich rate dringends davon ab!!!!

P.S.
Wurde früher auch mit diesen Mitteln bestraft und bin gut geraten. Ebenfalls habe ich eine blendende Beziehung zu meinen Eltern. Ergo: Schwachsinn.

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17. Juli 2014 um 14:35

Schön geschrieben!
Schöner Text, filinx!

Liebe Alexa, ich kann Dir das Buch "Familienkonferenz" von Thomas Gordon empfehlen. Man muss nicht mit allem, das darin steht einverstanden sein, aber es gibt eine schöne, anschauliche Grundidee zu einer fairen Kindererziehung, gerade wenn man mal etwas orientierungslos ist (ich lese auch immer wieder mal darin).

Du und Dein Freund solltet gemeinsam definieren, welche Punkte in der Erziehung euch WIRKLICH wichtig sind. Meist sind das, wenn man darüber nachdenkt, nur wenige wichtige Grundsätze (z.b. kein Beissen/Schlagen, "bitte" und "danke" sagen, sich zu den Hauptmahlzeiten gemeinsam an den Tisch setzen, keine Streiterei am Tisch, abends die Zähne putzen, ...) und je weniger es sind, desto geringer ist der Stress für euch bezügl. Konsequenz und Durchsetzbarkeit. Und ja ich finde es wichtig und richtig, dass Du Dich da auch einbringst, wenn euer Zusammenleben funktionieren soll.

Anhand der geschilderten Situationen finde ich auch nicht, dass Dein Freund/ihr so falsch reagiert hat bzw. habt. Solche teilweise absurden Wünsche (Milchglas reichen, im Regen weiterspielen) sind in dem Alter einfach normal und ihr habt ja nicht einfach nachgegeben, sondern dem Kind seine Zeit gelassen, bis es sich mit der Situation abgefunden hat. Wichtig finde ich einfach immer, dem Kind zu erklären, WESHALB man etwas möchte oder eben nicht möchte. Die Kleinen verstehen schon mehr als man denkt. Und auch wenn es in der Situation vielleicht nicht hilft, finde ich es doch nur fair.

Und weisst Du, die Nachbarskinder sind IMMER braver....

Ich wünsche Dir viel Ruhe und Gelassenheit, vor allem aber viel Spass mit dem kleinen Jungen!

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20. Juli 2014 um 11:59

Tolle Antwort!
War sehr interessant, gut strukturiert und nachvollziehbar geschrieben.

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Von: alpha_12501646
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17. Juli 2014 um 14:33
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