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Heimweh - mit 21?! Ist das noch normal?

22. Januar 2015 um 23:01

Hej, ihr Lieben!

Ich habe ein Problem und frage mich einfach, ob das noch normal ist oder ob ich mir vielleicht sogar professionelle Hilfe suchen sollte. Dazu muss ich ein bisschen ausholen und hoffe, ihr bleibt dran.

Als ich 19 war, bin ich das erste Mal von zu Hause ausgezogen. Ich bin wegen eines Studiums in eine WG gezogen, eine fremde Stadt, 600 Km von zu Hause entfernt. Aber das Studium war nicht mein Fall und trotzdem ich schnell Freunde fand, fühlte ich mich nicht wohl. Ein Jahr habe ich dort ausgehalten und bin schließlich doch nach Hause gekommen und wieder bei meinen Eltern eingezogen. Sechs Monate bin ich dort geblieben, bis ich beschlossen hatte, einen neuen Versuch zu starten. Ich habe ein neues Studium angefangen in einer Stadt, die "nur" 300 Km entfernt von zu Hause ist und wohne dieses Mal allein.

Jetzt habe ich das erste Semester so gut wie hinter mir, ein, zwei Leute kennen gelernt (ich bin nicht soo gut darin, neue Freunde zu finden) und das Studium schlaucht zwar, aber es gefällt mir. Und doch: Ich ersticke an Heimweh!

Ich vermisse meine Eltern so furchtbar, meinen Bruder und meinen Hund! Das Landleben fehlt mir, die Umarmungen, das Quatschen, zusammen Abendbrot essen... ich bin einsam. Im Grunde genommen ist das paradox, weil ich gern allein bin. Wie gesagt, mit Menschen kann ich nicht so gut.

Möglich, dass es daran liegt, dass mein Bruder einen Unfall hatte und seitdem sehr krank ist. Dadurch sind wir als Familie wohl noch stärker zusammen gewachsen. Aber ich meine... ich bin 21 Jahre alt! Ich habe eine eigene Wohnung, einen Job, ein Studium... ich müsste doch langsam mal ohne meine Eltern klar kommen oder nicht?!

Aber ich kann einfach nicht los lassen. Ich weine, wenn ich in's Bett gehe, schaue mir ständig Videos und Fotos an und wenn ich meiner Mama eine SMS schreibe und sie längere Zeit nicht antwortet, verzweifle ich und werde noch trauriger.

Ich denke sogar, dass meine Eltern langsam genervt von mir sind. Sie finden auch, dass ich langsam mal "flügge" werden sollte. Und das Witzige ist auch noch, wenn ich zu Hause bin, bin ich schnell genervt und würde manchmal sogar wieder hier her, in meine Wohhung zurück kehren.

Das ist doch bescheuert oder? Und egal, was ich versuche, es hilft nicht! Wenn ich mich ablenke, dann fühle ich mich besser, ja. Aber sobald ich wieder allein bin, kommt das Gefühl von Heimweh sofort zurück.

Ich bin 21, verdammt. Und ich kann einfach nicht ohne meine Familie! Was soll ich nur tun?
Ist das krankhaft?

Vielleicht habt ihr ja Tipps, ich wäre so dankbar!

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1. Februar 2015 um 22:01

Nest schaffen.
Kann ich gut nachvollziehen ^^ Ich persönlich bin sehr Familienverbunden,aka Mutterkind. Das war früher heftig mit Heimweh, doch meine Mutter kann dann darauf beharren dass ich das schaffe. So bin ich oft an Sachen herangagangen. Vielleicht hilft es dir, schöne Erinnerungen mit der Familie als Mittel gegen Unwohlsein. Manchmal muss man den Trennungsschmerz aushalten und ein großes Stück wachsen.
Und das schöne an Familie ist,dass man jederzeit zurück könnte,aber nicht muss.
In einer neuen Stadt lohnt es sich vielleicht ein neues Hobby zu suchen. Das nimmt Zeit und Kopf in Anspruch. Bestenfalls findet man ein paar nette Leute,welche aus dem gleichen Grund dort sind. Du hast deinen Rückzugsort, dein Studium (hoffentlich gefällts) und was dich nervt bist du und nicht du deine Eltern. Also aufhören, Neues sehen.

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9. Februar 2015 um 23:37

Kopf hoch =)
Hallöchen!
Ich finde das gar nicht seltsam, ich hatte am Anfang, also so das erste halbe Jahr auch sehr Heimweh und es kommt immer noch manchmal wieder.. Ich bin 22 und wohne seit 2 Jahren in meiner Studiumsstadt. Komme ursprünglich auch vom Land und mir fehlt auch immer genau das, was du beschreibst: gemeinsam Essen, immer jemanden da zu haben, sich zufällig in der Küche treffen und zu quatschen, dass man einfach jemanden hat, der immer am eigenen Leben teilnimmt ohne dass man viel dafür tun müsste.. Ich verstehe dich..
Was ist denn, wenn du noch einmal den Studienort änderst? Die meisten Studiengänge gibt es doch in vielen Universitäten und gerade in höheren Semestern ist das Wechseln ja nicht mehr so kompliziert. Also, wenn es was im näheren Umkreis deiner Familie gibt, dann überlege dir das vielleicht!
Ich würde vielleicht nicht direkt wieder zuhause einziehen, aber du könntest sie jedes Wochenende besuchen, das hat mir am Anfang sehr geholfen und sie haben sich immer sehr gefreut. Natürlich wollen deine Eltern, dass du auch ohne sie glücklich bist, schließlich stand wahrscheinlich ihre ganze Erziehung unter dem Stern, dich zu einem mündigen Menschen zu erziehen. Das heißt aber nicht, dass sie dich nicht bei ihnen haben wollen.
Ansonsten ist es sehr wichtig auch in deinem Umkreis jemanden zu finden, den du wirklich magst. Ich halte auch nichts von diesen ausufernden Freundschaftskreisen, wo dann auf einmal 18 Leute alle bestfriends miteinander sind. Ich bin auch gern allein, aber eine gute Freundin lässt dich ja auch allein, wenn du es mal brauchst
Und dann hättest du auch was gutes an deinem jetzigen Wohnort. Du würdest dich wieder freuen dorthin zu fahren, anstatt nach einem Besuch bei deinen Eltern totunglücklich zu sein... Ich war am Anfang auch sehr verzweifelt, aber jetzt ist meine beste Freundin hier und ich habe sogar meinen Freund in dieser verrückten Stadt kennen gelernt. Es kann alles gut werden =) Viel Erfolg!

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