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Hass und Wut auf meine Eltern weil ich nicht respektiert und geachtet werde!!!! Hilfe?!?!

18. September 2012 um 15:35

Hallo an alle die meinen Post lesen!

Ich wurde 1990 geboren und war ein sogenannter "Unfall" meiner Eltern. Meine Mutter war damals 21 Jahre alt und mein Vater 22. Die zwei trennten sich als ich 2 Jahre alt war und zog mit meiner Mutter zu meinem Stiefvater. Man muss dazu sagen, dass ich aus Österreich stamme und in einem Dorf mit nicht einmal 500 Einwohner aufwuchs. Ich kann mich an meine Kindheit kaum erinnern aber ich weiß, dass ich vor meiner Schulzeit ständig zwischen meiner Mutter und meinem biologischen Vater hin und her gereicht wurde. Von meinem Stiefvater wurde ich als "Mitbringsel" akzeptiert jedoch von meinen Stiefgroßelter nicht (die wohnten mit uns im selben Haus) - am Land sieht man das nicht gerne, dass eine Frau ein Kind in eine Beziehung mitbringt.
Auf alle Fälle hatte mein Stiefvater auch schon zwei Kinder aus einer gescheiterten Ehe die aber nicht bei uns wohnten. 1996 und 1997 bekam ich noch zwei Brüder die von allen geliebt und geachtet wurden. Ich fühlte mich schon damals fehl am Platz und kam auch in der Schule nicht mit meinen Mitschülern klar weil es immer hieße, dass ich anders sei! Als ich mich bei meiner Mutter manchmal ausheulte weil ich gehänselt wurde, fand ich keinen Trost bei ihr weil ich den Anschein hatte, dass sie das gar nicht interessiert - sie meinte nur "... da musst du jetzt durch...". Mit 14 ging ich freiwillig in ein Internat und besuchte eine Privatschule mit hohen Ansehen. Auch dort fühle ich mich ständig mies und Halt los. In meinen Mitschülern fand ich keine Freunde und war somit die meiste Zeit alleine. Zu dieser Zeit interessierte sich meine Mutter recht wenig für mich und zu meinen Stiefvater wurde der Kontakt immer weniger was die zwischenmenschliche Beziehung betrifft. Wir redeten kaum miteinander und kümmerten sich auch wenig was der andere macht. Meine Mutter fand nur Interesse an meinen Brüdern und dem Hausbau. In der Pubertät merkte ich, dass mir eine Bezugsperson fehlte und fühlte mich schwerelos - Suizidgedanken waren nicht selten. Auch mein biologischer Vater wandte sich komplett von mir ab. Man gab das Gefühl, dass ich nur wenig wert sei und wurde nur an meinen Leistungen gemessen. Ich begann ab 14 Jahren in den Sommerferien zu arbeiten und während dem Abi arbeitete ich bereits 40h die Woche. Trotz all meiner Bemühungen werde ich ständig als faul bezeichnet! Kann man das ernst nehmen oder habe ich ein falsches Selbstbild?
2006 wurde noch meine kleine Schwester geboren die jetzt natürlich das Nesthäkchen in der Familie ist. Wäre meine Kindheit so wie die von meiner kleinen Schwester wäre ich wahrscheinlich der glücklichste Mensch. Meine Mutter nimmt sich Zeit für sie, liest ihr Abendgeschichten vor dem Einschlafen vor und macht mit ihr Hausaufgaben. Vor zwei Jahren begannt ich in Österreich zu studieren. Ich studiere in einem kreativen Bereich und hatte dieses Jahr auch schon großen Erfolg mit Pressepräsents, jedoch wurde dies von meinen Eltern niedergemacht und nicht angesehen. Meine Brüder im Gegenzug die einen handwerklichen Beruf an einer Schule erlernen, werden hochgepriesen und man prahlt mich ihnen. Immer wenn mir meine Cousine erzählt was sie mit ihren Eltern macht und wenn ich höre wie stolz meine Tante auf meine Cousine ist, werde ich neidisch und gleichzeitig fühle ich mich noch weniger wert - ich habe von meinen Eltern noch nie gehört, dass sie stolz auf mich sind! Meine Eltern versuchen mit Geld irgendwas gut zu machen und kann somit auf einer Privatuni hier in Berlin studieren aber Geld tröstet nicht und schon gar nicht Gucci, Prada und co. Mit 18 hatte ich mein Outing und schaffte es endlich zu meiner Homosexualität zu stehen. Seitdem sank die Beziehung zwischen meinen Eltern ins bodenlose! Wenn man meine Mutter und meinem Vater fragt ob sie ein Problem mit meiner Sexualität haben, antworten sie mit "NEIN" aber mein Gefühlt sagt was anderes. Ich bin seit dem Outing nicht gerne gesehen im Dorf aber das macht mir nichts aus, viel schlimmer finde ich, dass ich zu Hause wo ich aufgewachsen bin, keine Stimme habe. Man hört mir nicht wenn ich etwas zu erzählen habe noch respektiert man mich. Mit 20, vor dem ersten Studium, war ich drogenabhängig. Heroin, Koks, Speed und das damals neue Meph standen auf der Speisekarte. Mutter und Vater bekamen nie davon Wind obwohl ich ein mal die Woche zu ihnen fuhr. Ich verbrauchte ca. 2500 im Monat für Drogen aber dies wurde nie hinterfragt wofür ich das Geld benötige. Drei Monate vor dem Studiumbeginn schaffte ich es alleine clean zu werden - ich suchte und fand den Halt im Studium. Jetzt in Berlin lebe ich in einer glücklichen Beziehung und freue mich auf das neue Studium das nächste Woche beginnt aber mich lassen diese Probleme mit meinen Eltern nicht in Ruhe! Ich muss ständig darüber nachdenken warum ich eigentlich lebe? Warum setzt man ein Kind in die Welt wenn man es nicht möchte? Warum kümmert man sich nicht um seine eigenes Fleisch und Blut und lässt es links liegen? Warum lässt man zu, dass es verachtet und verspottet wird? Warum sieht man nur die Erfolge einer Person und nicht die Menschlichkeit? Wie kann man zwischen den eigenen Kindern Favoriten rausfiltern - liebt man nicht alle gleich viel? ... usw
Mittlerweile hasse ich meine Eltern dermaßen, dass ich es nicht einmal schaffe anständig darüber zu reden. Bei den zweiwöchentlichen Anrufen meiner Mutter, die nur wissen möchte ob ich "lebe", weiß ich nicht was zu sagen - "ja Mama, mir geht es gut"

Ich hoffe mein Post ist nicht zu lange und zu langweilig! freue mich über jede Nachricht und Hilfe!

John Peggy

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