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Halte es nicht mehr aus - suche Patchworkgeschädigte

30. Juni 2014 um 19:33

Bin gerade recht verzweifelt und suche nach Patchworkerfahrenen, denen es ähnlich geht.
In kurzen Worten: Kenne meinen Mann seit ca.12 Jahren und seit ca. 8 Jahren leben wir zusammen. Seine Kinder waren damals 9 (m) und 5 (wbl) Jahre alt und lebten mit geteiltem Sorgerecht jeweils 1 Woche beim Vater und 1 Woche bei der Mutter. Ich habe keine Kinder.

Mein Mann hatte von Anfang an große Angst, den Kontakt zu seinen Kindern durch die Scheidung zu verlieren, also hat er sie regelrecht umworben und vergöttert. Ich spielte von Anfang an die 2. Geige. Das fand ich aber am Anfang unserer Beziehung verständlich und richtig. Ich habe auch versucht, einen guten, liebevollen Kontakt zu den Kindern aufzubauen, was mir bei dem Mädchen auch gut gelang, bei dem Jungen auch, aber es war schwierig, da er ADHS hat. Wir haben das Miteinander mit den Kindern immer richtig "gefeiert", haben viel unternommen, waren oft im Urlaub zusammen. Haben viel Schönes zusammen erlebt. Andererseits habe ich auch immer darauf bestanden, dass mein Mann und ich auch gemeinsame Zeit zu zweit hatten (darum musste ich oft kämpfen, da mein Mann es oft gefühlsmäßig nicht schaffte, uns diese Zeit zu gönnen).

Nun hat sich alles geändert, seit die Kinds-Mutter beschloss, in unsere Nähe zu ziehen. Nun war die Trennung zwischen gemeinsamer Zeit als Paar zu zweit und Zeit mit den Kindern nicht mehr möglich. Die Kinder wechseln hin- und her wie sie wollen - und da mein Mann sich immer freut, wenn sie da sind und sie verwöhnt, sind sie nun überwiegend bei uns ....und das völlig unregelmäßig. Damit komme ich zunehmend nicht mehr zurecht.

Seit der Pubertät ist der Umgang für mich noch schwerer geworden. Meine gewünschten Regeln und Absprachen werden nicht eingehalten und wenn ich dann sauer werde, bin ich die Böse, denn mein Mann stört das alles nicht, da er froh ist, dass die Kinder überhaupt kommen. Zunehmend werde ich in die Außenseiterrolle gedrängt und bin furchtbar unglücklich.

Mein Mann versteht meine Probleme, kann sie aber nicht selbst nachvollziehen, geschweige denn etwas ändern....Wenn er sich mal hinter mich stellt und meine Wünsche vertritt, kommt von den Kindern nur Anfeindungen auf meine Person bezogen, da sie wissen, dass er es nur halbherzig für mich tut.

Bin am verzweifeln. Weiß jemand Rat oder hat ähnliches erlebt?

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10. August 2014 um 21:03

Ich kann dich sehr gut verstehen...
Mir würde das auch zu schaffen machen, wenn die Kinder IMMER Vorrang haben. So klein sind sie ja nun nicht mehr, dass dein Mann ihnen nicht klarmachen könnte, dass ihr auch regelmäßig exklusive Zeit als Paar braucht. Dein Mann hat ja bereits eine gescheiterte Ehe hinter sich, ein zweites Mal möchte er das sicher nicht. Da muss man eben auch etwas dafür tun. Er täte gut daran, auch auf deine Bedürfnisse Rücksicht zu nehmen und nicht nur auf die seiner Kinder. Du hast schließlich auch sehr lange sehr viel Rücksicht genommen und Verständnis gezeigt, oder?!
Seine Kinder müssen, wie alle anderen Kinder auch, lernen, dass eben nicht nur ihre Bedürfnisse zählen und dass man sich auch mal zurücknehmen muss. Und JA, das kann man auch von "Scheidungskindern" in diesem Alter (13 und 17?) verlangen. Und NEIN, die beiden sind nicht der Mittelpunkt der Erde. Du bist auch wichtig!!! Hoffentlich kapiert dein Mann das nicht zu spät. Ich wünsche euch alles Gute!
PS: Ich spreche auch aus Erfahrung - mein LG betütelt seine teilw. erwachsenen Kinder auch so gut er kann und sein Motto lautet "Die Kinder gehen immer vor"....

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11. August 2014 um 14:14
In Antwort auf tournesoleil100

Ich kann dich sehr gut verstehen...
Mir würde das auch zu schaffen machen, wenn die Kinder IMMER Vorrang haben. So klein sind sie ja nun nicht mehr, dass dein Mann ihnen nicht klarmachen könnte, dass ihr auch regelmäßig exklusive Zeit als Paar braucht. Dein Mann hat ja bereits eine gescheiterte Ehe hinter sich, ein zweites Mal möchte er das sicher nicht. Da muss man eben auch etwas dafür tun. Er täte gut daran, auch auf deine Bedürfnisse Rücksicht zu nehmen und nicht nur auf die seiner Kinder. Du hast schließlich auch sehr lange sehr viel Rücksicht genommen und Verständnis gezeigt, oder?!
Seine Kinder müssen, wie alle anderen Kinder auch, lernen, dass eben nicht nur ihre Bedürfnisse zählen und dass man sich auch mal zurücknehmen muss. Und JA, das kann man auch von "Scheidungskindern" in diesem Alter (13 und 17?) verlangen. Und NEIN, die beiden sind nicht der Mittelpunkt der Erde. Du bist auch wichtig!!! Hoffentlich kapiert dein Mann das nicht zu spät. Ich wünsche euch alles Gute!
PS: Ich spreche auch aus Erfahrung - mein LG betütelt seine teilw. erwachsenen Kinder auch so gut er kann und sein Motto lautet "Die Kinder gehen immer vor"....

Danke für einfühlsame Worte
...bin immer dankbar, jemand zu hören, der sich in meine Situation einfühlen kann! Wie gehst Du denn mit Deinem LG um bzw. mit seinen Kindern? Ich suche inzwischen den totalen Rückzug....da ich beruflich in einer anderen Stadt tätig bin, habe ich dort eine kleine Wohnung genommen und mich zu Hause "ausgeklinkt". Weiß nicht, wie es weiter gehen kann, denn ich fühle mich damit nicht gut. Habe sozusagen mein zu Hause verloren. Bin enttäuscht. Habe auch Schuldgefühle ...Denke, alles falsch gemacht zu haben...

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11. August 2014 um 14:58
In Antwort auf alexis_12918365

Danke für einfühlsame Worte
...bin immer dankbar, jemand zu hören, der sich in meine Situation einfühlen kann! Wie gehst Du denn mit Deinem LG um bzw. mit seinen Kindern? Ich suche inzwischen den totalen Rückzug....da ich beruflich in einer anderen Stadt tätig bin, habe ich dort eine kleine Wohnung genommen und mich zu Hause "ausgeklinkt". Weiß nicht, wie es weiter gehen kann, denn ich fühle mich damit nicht gut. Habe sozusagen mein zu Hause verloren. Bin enttäuscht. Habe auch Schuldgefühle ...Denke, alles falsch gemacht zu haben...

Warum hast DU Schuldgefühle? Hast du vielleicht das Gefühl,
dich nicht genug angestrengt zu haben? Es ist sicher keine Frage der Schuld sondern eher der Umstände und vor allem der verschiedenen Bedürfnisse und Prioritäten... Mach dich nicht schlecht! Würden die Kinder meines LG hier um die Ecke wohnen, hätten ich das 100 % identische Problem wie du. Es gäbe keinen Freiraum mehr als Paar, jedes Kind (Alter 15, 18, 20) ist zu jeder Zeit willkommen - alles gemäß seinem o. g. Motto "Die Kinder gehen immer vor". Ich finde, aus dem Alter wo es dazu keine Alternative gibt, sind sie alle raus! Ich habe selbst Kinder (18 und 13) und weiß ziemlich gut, wovon ich rede. Meine Kinder gehen nicht immer vor, nur weil sie die Kinder sind und meine Kinder sind dabei ziemlich gut gediehen Abgesehen vom Schaden, den dein Partner damit an eurer Beziehung anrichtet, tut er damit auch seinen Kindern keinen Gefallen. So konditioniert werden sie es später im Leben ganz sicher mal ungleich schwerer haben. Für mich gehört das auch zum Erziehungsauftrag - aber den sehen viele (nicht alle) Scheidungs-Väter leider ohnehin nicht
Bei mir ist es so (wir wohnen nicht unter einem Dach), dass ich mich in bestimmten Bereichen mittlerweile zurückgezogen habe, weil mich dieser "Tanz ums goldene Kalb"einfach zusehends gestört hat. Konkret bin ich kaum noch bei meinem LG, wenn seine Kinder (i. d. R. die beiden jüngeren) da sind. Ich koche oder backe nur noch selten für alle (für meine nat. schon!), weil eh nur kritisiert wird und auch kein "Danke" von seinen Kindern kommt, kein Geschirr abgetragen wird etc.... Das kenne ich so nicht! Gemeinsame Unternehmungen mit allen Kindern finden eigentlich keine mehr statt, weil seine am liebesten eh nur vorm Fernseher sitzen.... Ehrlich gesagt habe ich das Gefühl, dass meinem LG das alles noch gar nicht richtig aufgefallen ist Dein totaler Rückzug kann natürlich auch nicht die Lösung sein, oder? Oder markiert er schon den Anfang vom Ende??? Seltsam finde ich, dass dein Mann deine Gefühle wohl nachvollziehen kann, aber meint, nichts ändern zu können... Er kann ganz bestimmt etwas ändern, wenn er es wirklich möchte. Aber das ist natürlich reichlich unbequem für ihn und auch erstmal für seine Kinder - da müssen nämlich alle mal raus aus ihrer Komfortzone. Vielleicht mag er einfach nur den Diskussionen mit seinen Kindern (und vielleicht der Ex) damit aus dem Weg gehen??? Möchte sich bei den Kindern nicht unbeliebt machen?? Bloß keine Zurückweisung, bloß keine klare Position beziehen - so läuft das auf jeden Fall bei meinem LG - und ich find's doof und schade, für alle! Liebe Grüße und einen guten Wochenstart

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