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Haben kleine Jungs...

8. Februar 2007 um 9:43 Letzte Antwort: 9. Februar 2007 um 12:15

eher Probleme, sich ein soziales Netz zu schaffen? Wie seht ihr das? Würde gerne eure Meinung hören. Die Mädchen in den ersten und zweiten Klassen "unserer" Schule haben bereits einen festen Freundinnenkreis aufgebaut, pflegen ihre Kontakte und fädeln souverän Verabredungen ein, organisieren sich mit wenig erwachsener Hilfe weitgehend in der Freizeit alleine. Die Jungs müssen zu Spieltreffs mit anderen Jungs förmlich "getragen" werden und schaffen es selten, ihr Bedürfnis nach Kontakt überhaupt auch nur in Worte zu fassen. Sie langweilen sich dann und wundern sich drüber. Nicht jeder kleine Dotz ist ein Gruppenwesen, so daß ständiges Mittun in Sportvereinen auch nicht immer für jeden Orsel die "Lösung" ist. Ist das ein durchgängiges Verhaltensmuster der "kleinen Männer" oder nur Zufall? Spielen die Väter eine Rolle, wie ich mir denken könnte: viele Väter sind ja nicht gerade soziale Vorbilder, pflegen eher selten Freundschaften und sehen oft ihre Arbeitskollegen als "Kumpel" an, was ihnen dann reicht...Tja, kennt ihr so was an eurem männlichen Nachwuchs vielleicht auch? Ich finde, diese Art von Unselbstständigkeit kann die Eltern ganz schön stressen.

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8. Februar 2007 um 12:45

"was ihnen dann reicht"
Hi,

an diesem halben Satz in der vorletzten Zeile deines Textes bin ich hängen geblieben. Vielleicht ist es so - vielleicht reicht es ihnen wirklich? Warum muss zu einem frohen, erfüllten Leben eigentlich ein voller Verabredungskalender gehören? Warum muss man seine Jungs denn zu einem Spieletreff tragen? Wer nicht selbst darauf kommt, braucht oder will das vielleicht gar nicht -- ? Frauen und sicher auch Mädchen definieren sich sehr über ihre sozialen Kontakte. Probleme löst Frau, indem sie sie möglichst vielen anderen möglichst oft erzählt. Das beobachte ich nicht nur an mir selbst, sondern viele Studien sagen dasselbe (die Taktik heißt in Fachchinesisch "tend and befriend"). Mann dagegen mag sich nicht so gerne mitteilen.

Ich möchte hier mal eine Lanze für alle Einzelgänger brechen. Mit dreien davon - Mann und zwei Kinder - bin ich selbst gesegnet (das dritte Kind scheint mir etwas gesellschaftsfreundlicher, ist aber erst knapp 2 Jahre alt). Meine Kinder (fast 8 und 9) verabreden sich so gut wie nie, wobei es im Laufe der Jahre etwas häufiger geworden ist, und ich habe sie auch niemals dazu genötigt oder auch nur aufgefordert. Sie haben gern ihre Ruhe, lesen, beide singen und machen Musik (jeweils ein typisches "Soloinstrument"), schreiben Gedichte - und JA PERELIA !! sie lieben auch mal ihre gepflegte Langeweile!! Gruppenarbeit in der Schule mögen sie weniger. Beide sind übrigens sehr gute Schüler mit einem sehr ausgeprägten sozialen Empfinden, das heißt, sie beobachten ihre Mitmenschen sehr gut und wissen immer, wie es den anderen geht. Nur "Herden" aller Art mögen sie nicht.

Mein Mann sagt übrigens im Rückblick - wir sprechen öfter über das Thema - für ihn seien "Verabredungen" immer die absolute Hölle gewesen, bis er mit 10 oder 11 einen (!) Freund fand - und zu dem ist er dann auch freiwillig gegangen...

Fazit: Lass deinen kleinen Buben (oder sind es mehrere?) machen. Nur wenn er sich beklagt, dass er niemanden zum Spielen hat, kannst du ihn drauf hinweisen, dass man sich aj auch verabreden könnte. Wobei ich das dann nicht für ihn tun würde, sondern ihm selbst überlassen. Falls der "Leidensdruck" groß genug ist, wird er aktiv werden - sonst eben nicht.

Ich hoffe, ich hab jetzt nicht zuviel gesabbelt

Tiny

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9. Februar 2007 um 12:15
In Antwort auf birgit_11892245

"was ihnen dann reicht"
Hi,

an diesem halben Satz in der vorletzten Zeile deines Textes bin ich hängen geblieben. Vielleicht ist es so - vielleicht reicht es ihnen wirklich? Warum muss zu einem frohen, erfüllten Leben eigentlich ein voller Verabredungskalender gehören? Warum muss man seine Jungs denn zu einem Spieletreff tragen? Wer nicht selbst darauf kommt, braucht oder will das vielleicht gar nicht -- ? Frauen und sicher auch Mädchen definieren sich sehr über ihre sozialen Kontakte. Probleme löst Frau, indem sie sie möglichst vielen anderen möglichst oft erzählt. Das beobachte ich nicht nur an mir selbst, sondern viele Studien sagen dasselbe (die Taktik heißt in Fachchinesisch "tend and befriend"). Mann dagegen mag sich nicht so gerne mitteilen.

Ich möchte hier mal eine Lanze für alle Einzelgänger brechen. Mit dreien davon - Mann und zwei Kinder - bin ich selbst gesegnet (das dritte Kind scheint mir etwas gesellschaftsfreundlicher, ist aber erst knapp 2 Jahre alt). Meine Kinder (fast 8 und 9) verabreden sich so gut wie nie, wobei es im Laufe der Jahre etwas häufiger geworden ist, und ich habe sie auch niemals dazu genötigt oder auch nur aufgefordert. Sie haben gern ihre Ruhe, lesen, beide singen und machen Musik (jeweils ein typisches "Soloinstrument"), schreiben Gedichte - und JA PERELIA !! sie lieben auch mal ihre gepflegte Langeweile!! Gruppenarbeit in der Schule mögen sie weniger. Beide sind übrigens sehr gute Schüler mit einem sehr ausgeprägten sozialen Empfinden, das heißt, sie beobachten ihre Mitmenschen sehr gut und wissen immer, wie es den anderen geht. Nur "Herden" aller Art mögen sie nicht.

Mein Mann sagt übrigens im Rückblick - wir sprechen öfter über das Thema - für ihn seien "Verabredungen" immer die absolute Hölle gewesen, bis er mit 10 oder 11 einen (!) Freund fand - und zu dem ist er dann auch freiwillig gegangen...

Fazit: Lass deinen kleinen Buben (oder sind es mehrere?) machen. Nur wenn er sich beklagt, dass er niemanden zum Spielen hat, kannst du ihn drauf hinweisen, dass man sich aj auch verabreden könnte. Wobei ich das dann nicht für ihn tun würde, sondern ihm selbst überlassen. Falls der "Leidensdruck" groß genug ist, wird er aktiv werden - sonst eben nicht.

Ich hoffe, ich hab jetzt nicht zuviel gesabbelt

Tiny

@tiny: möglicherweise mißverstanden?
Vielleicht, Tiny,

hast du mich mißverstanden? Selbstverständlich ist der "Leidensdruck" in dieser Angelegenheit vorhanden und steigt - leider! - still vor sich hin. Sonst hätte die von mir angeregte Diskussion doch auch gar keinen Sinn. Es geht auch nicht um "Einzelgänger"! Die Kinder, die ich meine, sind sehr aufgeschlossen und - mein eigenes eingeschlossen - beliebt. Sie haben eine hohe soziale Kompetenz OHNE Herdentiere zu sein oder zum Vereinsmeier zu tendieren. Das kann man durch genaues Hinschauen schon sehen - und es wird ja auch bestätigt! Nach allem, was ich über die Entwicklung von Grundschulkindern weiß, ist Zugehörigkeit und das Erlernen freundschaftlicher Bindungen zu anderen KINDERN wichtig, wenn nicht sehr wichtig fürs Selbstwertgefühl. Bei Kindern, die Geschwisterkinder haben, relativiert sich das Problem aus meiner Sicht ohnehin! Es ist halt meist jemand da, auf ähnlicher Stufe in der Familienhierarchie, ob zum Spielen oder zum gegenseitigen Ärgern. Das ist was anderes! Es gibt einfach Kinder, die aus verschiedenen Gründen angewiesener sind auf Außenkontakte. Natürlich muß man Kinder nicht zu "Spieletreffs tragen". Wenn sie aber aus eigenem Antrieb das dringende Bedürfnis danach ZEIGEN (nicht unbedingt nur "SAGEN"), kann es eng werden! Besonders wenn sie - wie die kleinen Jungen, die ich so kenne, extrem unbeholfen damit umgehen, es noch nicht alleine einfädeln können und im Hintergrund völlig indifferente Eltern lediglich mit den Schultern zucken. Freundschaften aufbauen und pflegen: das machen die kleinen Mädchen (vielleicht mit Hilfe ihrer Eltern...???) in der gleichen Altersgruppe sehr geschickt. Mir will nicht einleuchten, daß diese Unterschiede am Ende genetisch prädisponiert sein sollen. Mich beschleicht der Verdacht, daß vielen "Jungs"-Eltern die Situation der JUNGS einfach egal ist und das viele von ihnen eventuell ganz froh sind, wenn die Orsel sich nicht verabreden: Jungs sind mehrheitlich nun mal lauter, wilder, schmutziger, schwieriger zu beaufsichtigen.
Dabei ist es ganz egal, wodurch (Gene, Erziehung, beides). Ergebnis bleibt: das ist nicht bequem für die Eltern! Die Mädels striegeln ihre Dreamponys und fädeln Magic Pearls, da muß ich nicht nach dem Treff ne Generalreinigung ansagen. Und klar ist ein erfülltes Leben nicht eines mit einem vollen Termin- resp. Verabredungskalender! (Für mich z.B. wäre das die Hölle). Aber auf der anderen Seite ist fraglich, ob man mit 7 ein Eremitendasein führen muß, bei dem einem fast vor Langeweile der Finger in der Nase abbricht, nur weil man vielleicht noch nicht so fit ist, sich zu holen was man sozial braucht und gleichzeitig ein wenig unterstützendes Umfeld hat.

Beste Grüße u. ich hoffe ICH habe
jetzt nicht zu viel gesabbelt (hab die Zeit eigentlich gar nicht...)

Perelia

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