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Hab Angst, meinen Sohn zu verlieren

8. Februar 2010 um 18:57

Ich bin gerade sehr traurig. Mein 5jähriger Sohn hat mir gerade wieder zu verstehen gegeben, dass er mich nicht mehr so braucht, bzw., lieber bei seinem Papa (wir sind seit 18 Monaten getrennt) oder seinen Freunden wäre.
Sein Vater sieht den KLeinen regelmäßig 2mal die Woche mit Übernachtung, manchmal auch noch nachmittags, da ich Vollzeit arbeite, mein Ex aber arbeitslos ist.
Nun merke ich seit einiger Zeit, dass mein Sohn sich bei seinem Vater sehr wohl fühlt (in dessen Haus wohnen auch noch mehrere Kinder zum Spielen)- was ja toll ist- aber gleichzeitig habe ich das Gefühl, mein Kind zu verlieren.
Er ist zwar gern zu Hause, fragt aber doch oft, wann kann ich wieder dahin... naja, mich schmerzt es sehr, dass ich meine Nr. 1 Stellung anscheinend eingebüßt habe.
Oft habe ich auch nicht soviel Zeit für ihn, da ich halt viel arbeite.
Muss sagen, das tut mir weh, und ich habe Angst, dass ich ihn ganz verlieren könnte. Zum Beispiel, dass er lieber ganz beim Vater wohnen würde (wir haben geteilte Sorge), da der ja eh alles "besser kann"- sorry, das macht mich auch wütend, diese dauernde Glorifizierung seines Vaters.
Was haltet ihr davon? Ist die Gefahr, ihn wirklich zu verlieren gegeben oder sind das normale "Abnabelungshandlungen" eines 5jährigen?

eine traurige Hutmacherin

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8. Februar 2010 um 22:46

Viel Zeit, aber dafür kein Geld??
Dank dir für die lange und verständnisvolle Antwort, aber eine Sache will mir da nicht so recht in den Kopf:
Zeit für`s Kind- schön und gut! Das Problem ist nur: wer finanziert meinem Sohn sein Leben, wenn Papa nichts für die Finanzen tut und nur Spaß geben kann?
Es lebt sich ja nicht nur von Mutterliebe und Zeit, oder???
Weniger arbeiten- gerne, aber einen gewissen Lebensstandard brauche ich - und mein Sohn- auch.
Aber gut, wenn ich nach der Arbeit kaputt bin und nicht mehr stundenlang mit meinem Kind in die "Kinderwelt" verschwinden kann, ist das dann ja wohl meine Schuld.
Sorry, ich finds `n bißchen ungerecht, aber es ist wohl so. Wer mit dem Kind am meisten qualitative Zeit verbringt, wird mehr "geliebt". Ich fühle mich da in den Ansprüchen an mich ziemlich zerrissen.
Aber es stimmt schon: nur ich kann etwas ändern.
Grüße von der Hutmacherin

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9. Februar 2010 um 15:56

Definiere "was bieten"
hallo lorli4,
ich habe mir den thread aus eigenem interesse durchgelesen, da ich vor einiger zeit ein ähnliches problem gehabt habe. wer von hartzIV lebt, hätte eigentlich viel zeit für sein kind, auch wenn geld knapp ist. ich will dir sagen, wie ich großgeworden bin, meine mam arbeitete teilzeit und ist nachmittags immer daheim gewesen. wir waren nicht reich, wir hatten kein auto, aber das war mir egal. meine mam ist alleinerziehend gewesen und obwohl ich nicht die tollsten und neuesten dinge gehabt habe, so ging es mir doch sehr gut. aufgewachsen bin ich im elsass, ich habe von meiner mam viel gelernt, z.b. wie man kocht, einkocht und einen vorrat anlegt, das tue ich heute noch. als ich klein gewesen bin, waren wir jeden tag bei wind und wetter draussen. im herbst haben wir obst gesammelt und sind in die beeren gegangen, wir haben viel freude zusammen gehabt an einem einfachen leben, das aber ist voll wärme und liebe gewesen. ich hätte mit keinem anderen kind der welt tauschen mögen.
was also ist für dich "was bieten"? konsum? meine mam hat mir eine wunderschöne kindheit geboten, auch ohne teure spielsachen. dass die rechnungen zum täglichen lebensunterhalt abgegolten werden müssen liegt auf der hand, aber kann man für ein kind nicht etwas kürzer treten? ich meine auch, dass man prioritäten setzen sollte. wenn kinder leiden, dass ihre eltern keine arbeit haben, dann machen die eltern eventuell etwas falsch. mit hartz IV (man muss daraus kein schreckgespenst machen) ist die grundversorgung gesichert, niemand hindert eltern an spaziergängen und vergünstigten zoobesuchen.

und noch dieses: zwischen *keine arbeit* und *kürzer treten* liegt aber schon ein unterschied, das weisst du?

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9. Februar 2010 um 18:46

Abnabelungsprozess!
Danke für eure Anteilnahme!
Nun gehts ja hier nicht nur um das Finanzielle, obwohl ich da schon eine gewisse Ungerechtigkeit sehe: und nebenbei gesagt: Hartz IV kommt NICHT in die Tüte! Schließlich bin ich auch noch ein Mensch mit eigenen Träumen und nicht nur Mutter!
Meine Arbeit ist mir auch wichtig.
Nun gut. Eigentlich würde mich ja auch interessieren, ob so ein "Abnabelungsprozess" in dem Alter eigentlich normal ist, d.h., sind Jungs im letzten KiGa- Jahr schon so groß, dass sie auf meine Gesellschaft als Mutter auch schon ganz gut verzichten können? Ich hör immer nur, Papa kocht besser, bei Papa ist es so schön, das ist traurig für mich, zumal ich mir den Ar... aufreiße. An anderer Stelle wiederum sagt er, bei Papa sind halt seine Freunde und sein Lieblingsspielzeug, dann denke ich, ok, hier geht es auch um das "Drumherum"- das tröstet mich dann auch wieder.
Wäre schön, wenn mir einige Mütter ihr Erfahrungen mit dem Abnabelungsprozess schreiben würden.
Für alle anderen Meinungen bin ich natürlich auch dankbar...
Grüße von der Hutmacherin

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10. Februar 2010 um 8:08

Nutzloses gefasel.
Das Kind will oft erstmal zu dem der ihm alles rechtmacht, ihn verwöhnt, ich glaube das ist menschlich das man dort sein will wo's am bequemsten ist. Und natürlich ist das auch der Papa der für Jungs auch eine wichtige Rolle hat, als männliches Vorbild und so. Und die anderen Kinder sind sicher auch spannend.
Wenn der Vater ihn nur 2Tage die Woche sieht und auch sonst keine Arbeit hat, hat er mehr Kraft und Energie um den kleinen jeden Wunsch zu erfüllen. Ich war als kleines Kind auch jedes Wochenende bei Oma und wollte immer nur bei Oma sein und garnichtmehr Nachhause weils bei Oma natürlich war wie im Palast, 2Tage sind ja schnell um. Zuhause musste ich etwas selbstständiger sein, meine Mum hatte nach der Arbeit keine Lust mir den Hintern nachzutragen aber auch sie war glaube ich ein bisschen gekränkt das ich so ein "Oma-Kind" war.

Ich glaube nicht das er dich weniger mag.

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10. Februar 2010 um 8:25
In Antwort auf smilla_12077301

Nutzloses gefasel.
Das Kind will oft erstmal zu dem der ihm alles rechtmacht, ihn verwöhnt, ich glaube das ist menschlich das man dort sein will wo's am bequemsten ist. Und natürlich ist das auch der Papa der für Jungs auch eine wichtige Rolle hat, als männliches Vorbild und so. Und die anderen Kinder sind sicher auch spannend.
Wenn der Vater ihn nur 2Tage die Woche sieht und auch sonst keine Arbeit hat, hat er mehr Kraft und Energie um den kleinen jeden Wunsch zu erfüllen. Ich war als kleines Kind auch jedes Wochenende bei Oma und wollte immer nur bei Oma sein und garnichtmehr Nachhause weils bei Oma natürlich war wie im Palast, 2Tage sind ja schnell um. Zuhause musste ich etwas selbstständiger sein, meine Mum hatte nach der Arbeit keine Lust mir den Hintern nachzutragen aber auch sie war glaube ich ein bisschen gekränkt das ich so ein "Oma-Kind" war.

Ich glaube nicht das er dich weniger mag.

PS:
Ich denke mal du kannst ruhig deiner Arbeit weiter nachgehen, es geht nicht um die Quantität der Stunden die man mit einem Kind verbringt sondern der Qualität. Wenn man abends sich mit seinem Kind liebevoll beschäftigt dann ist das keine Tragödie. Ich glaube auch wenn es älter ist, zur Schule geht und merkt das auch andere Eltern arbeiten,das man das eben so tut um Geld zu kriegen und dass das normal ist bzw. es das System ein bisschen durchblickt dann wird es auch dich wieder bewundern und auch verstehen wieso du weniger Zeit hast als der Vater...

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11. Februar 2010 um 12:57

Superblond- du denkst wie ich!
genau das hab ich auch gedacht! Wir sind ja keine heile Familie, sondern ich hab die Orga und mein Ex hat die "Sonnenseiten".
Aber gut, ich hab mich damit abgefunden, dass die Situation eigentlich nicht gerecht ist.
Möchte nur ein bißchen Anerkennung und die enge Bindung zu meinem Sohn nicht verlieren.
Naja, werde mir jetzt für die WE was Schönes mit ihm vornehmen.
GRüße von der Hutmacherin

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4. Juli 2012 um 23:52
In Antwort auf nalani_12634274

Viel Zeit, aber dafür kein Geld??
Dank dir für die lange und verständnisvolle Antwort, aber eine Sache will mir da nicht so recht in den Kopf:
Zeit für`s Kind- schön und gut! Das Problem ist nur: wer finanziert meinem Sohn sein Leben, wenn Papa nichts für die Finanzen tut und nur Spaß geben kann?
Es lebt sich ja nicht nur von Mutterliebe und Zeit, oder???
Weniger arbeiten- gerne, aber einen gewissen Lebensstandard brauche ich - und mein Sohn- auch.
Aber gut, wenn ich nach der Arbeit kaputt bin und nicht mehr stundenlang mit meinem Kind in die "Kinderwelt" verschwinden kann, ist das dann ja wohl meine Schuld.
Sorry, ich finds `n bißchen ungerecht, aber es ist wohl so. Wer mit dem Kind am meisten qualitative Zeit verbringt, wird mehr "geliebt". Ich fühle mich da in den Ansprüchen an mich ziemlich zerrissen.
Aber es stimmt schon: nur ich kann etwas ändern.
Grüße von der Hutmacherin

Ich gebe Dir voll und ganz recht
Liebe Hutmacherin,

ich habe sehr viel Respekt vor Dir und Deiner Power. Dein Mann ist arbeitslos und lebt auf Kosten anderer Menschen und ist wegen seiner Zeit, die ihm mehr zur Verfügung steht, der liebevolle Papa. Was soll denn dieser Mann später einmal für ein Vorbild sein? In dieser Lebensphase kann das leider Dein Sohn noch nicht erkennen. In der Rückschau wird er es allerdings neu bewerten müssen.

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