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Grenze zum Autismus?

29. Dezember 2005 um 22:56

Meine Nichte ist 2 Jahre alt und benimmt sich folgendermaßen: Sie sieht einen oft nicht an, wenn jemand mit ihr redet (Oma, Onkel, Tante, selbst bei den Eltern empfinde ich es oft so).

Sie fühlt sich im Kindergarten nicht wohl, hat am Anfang nur geweint und in die Hose gemacht bzw. stand alleine in einer Ecke, wollte mit niemandem spielen. Sie geht seit September ca. 4 Stunden am Tag hin, ist aber auch oft krank.

Abends will sie nicht einschlafen, am Tisch will sie nichts essen und richtig durchschlafen kann sie auch nicht, sie wacht oft nachts schreiend auf und ist anscheinend schwer zu beruhigen.

Beim Spielen nimmt sie entweder genau das Spielzeug der anderen Kinder weg (mehrfach, selbst wenn diese sich etwas neues suchen, möchte sie unbedingt dieses Spielzeug haben) oder sie schleudert ihre Sachen wütend weg.

Die liegen gelassene Kleidung meiner Tochter interessierte sie, sie versuchte, sie anzuziehen, aber in dem Moment, als ich kam und sagte, "na, willst du auch so ein Lätzchen, wir haben zwei" o.ä., da sah sie nur zur Seite - ohne mich anzusehen.

Leider kann ich mir keinen wirklichen Reim auf ihr Verhalten machen. Mir tut die Kleine leid. Wer kennt so ein Verhalten? Wie kann man der kleinen Maus und ihrer Familie helfen?

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30. Dezember 2005 um 14:58

Mal ganz banal gedacht:
Kann sie gut hören? Wurde mal ein Hörtest gemacht?
Wenn nicht, könnte das Verhalten einfach Unsicherheit aufgrund einer Schwerhörigkeit sein. Und wenn sie nicht reagiert, hört sie vielleicht einfach nicht, was man ihr sagt.

LG Flauschi

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30. Dezember 2005 um 20:08
In Antwort auf svana_12919543

Mal ganz banal gedacht:
Kann sie gut hören? Wurde mal ein Hörtest gemacht?
Wenn nicht, könnte das Verhalten einfach Unsicherheit aufgrund einer Schwerhörigkeit sein. Und wenn sie nicht reagiert, hört sie vielleicht einfach nicht, was man ihr sagt.

LG Flauschi

Sie scheint gut zu hören,
denn sie kann ganz gut sprechen, auch schon in ganzen Sätzen, z.B. "Ich mache das" oder sie kann teilweise schon Kinderlieder singen.

Meines Erachtens liegt das Problem tiefer - sie "darf" recht viel, d.h. ihre Launen werden von der ganzen Familie berücksichtigt (außer von mir...). Wenn sie Essen ausspuckt oder herunter wirft, wird sie höchstens gefragt, ob es nicht schmeckt oder ob sie denn etwas neues möchte und alle reißen sich ein Bein heraus, um sie dazu zu bringen, dass sie entweder spricht oder etwas anderes isst, da sie ja so ein schlechter Esser ist, wie alle sagen.

Ich denke, sie ist leider nicht erzogen. Trotzdem frage ich mich, ob "nicht-erzogen-sein" - dies beinhaltet auch, dass sie "selbst entscheidet", ob und mit wem sie redet (im zarten Alter von 2 Jahren!!) auch umschlagen kann in Autismus?

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31. Dezember 2005 um 13:38

Hallo Mara,
danke für die Info, dass Autismus angeboren ist, wusste ich nicht.

Ich kann dir nur beipflichten, ein kleines Kind kann noch nicht in der Lage sein, Entscheidungen selbst zu treffen. Es sucht seine Grenzen, immer wieder, das sehe ich an meiner kleinen Tochter (fast 17 Monate). Und ganz ohne Tränen läuft es nun einmal nicht ab. Aber auch ich denke, dass es ein Kind sehr schwer hat, sich in der Gesellschaft zurecht zu finden, wenn es keine Regeln lernt und seine Grenzen nicht kennt. Und das tragische daran ist, dass das Kind an sich nichts dafür kann, sondern seine Erziehungspersonen, aber das Kind wird der Leidtragende sein.

Es ist sicherlich auch ein Zeichen, dass das Kind abends nicht ins Bett gehen will, nur einschläft, wenn sich Oma oder Papa erbarmen, 1-2 Stunden neben dem Kind zu liegen, bis es schläft - das ist dann evtl. so gegen 22 Uhr. Und dann wacht es trotzdem oft nachts wieder auf und weint bitterlich.

Ich habe den Eltern und der Oma vorsichtig den Rat gegeben, dass sie nur konsequent sein müssen (essen, schlafen, zuhören). Aber ich stehe auch ein wenig "dazwischen", denn ich sehe diese Nichte aufgrund der Entfernung vielleicht 2 Mal im Jahr, und dann eben bei ihr zuhause (wo auch die Großeltern wohnen, die mehr Zeit mit meiner Nichte verbringen als ihre Eltern).

Meine Schwägerin, die Mutter des Kindes, mag mich nicht besonders - wenn wir da sind, ist unser Kind im Mittelpunkt (sie ist 10 Monate jünger), alle sind begeistert, was meine Tochter schon kann, wie viel sie schon versteht und wie gut erzogen sie ist. Das hilft natürlich nicht unbedingt, dass ich mich in "ihre Erziehung einmischen" kann. Meine Schwägerin empfindet es als pure Provokation. Ich weiß nicht, was ich wirklich tun kann.

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5. April 2015 um 0:05

Grenze zum Autismus?
Das mit nicht in die Augen schauen macht mich nervös. Sehtest, Hörtest.. Und dann eine dumme Frage? Wieviel Fernsehen, iPad und solche Sachen?

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