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Gewalt gegen Kinder --> zum Nachdenken!

5. Februar 2007 um 6:01

Die Liste ist lang:

- Missbrauch
- Kidnapping und Verschleppung
- Liebesentzug
- Schläge als Erziehungsmaßnahme
- Zwang und Druck
- Nötigungen zu allen möglichen
- Freiheitsberaubung

... das sind nur einige Beispiele für das Geschehen in unserer Gesellschaft. Und ja, ich setze den Missbrauch auf die gleiche Stufe wie Erziehungsmaßnahmen die Gewalt anwenden.

Aber bervor sich alle aufregen lasst mich ein Zitat von Astrid Lindgrens Rede "Niemals Gewalt" anbringen:

"Jenen aber, die jetzt so vernehmlich nach härterer Zucht und strafferen Zügeln rufen, möchte ich das erzählen, was mir einmal eine alte Dame berichtet hat. Sie war eine junge Mutter zu der Zeit, als man noch an diesen Bibelspruch glaubte, dieses "Wer die Rute schont, verdirbt den Knaben".

Im Grunde ihres Herzens glaubte sie wohl gar nicht daran, aber eines Tages hatte ihr kleiner Sohn etwas getan, wofür er ihrer Meinung nach eine Tracht Prügel verdient hatte, die erste in seinem Leben. Sie trug ihm auf, in den Garten zu gehen und selber nach einem Stock zu suchen, den er ihr dann bringen sollte. Der kleine Junge ging und blieb lange fort. Schließlich kam er weinend zurück und sagte: "Ich habe keinen Stock finden können, aber hier hast du einen Stein, den kannst du ja nach mir werfen."

Da aber fing auch die Mutter an zu weinen, denn plötzlich sah sie alles mit den Augen des Kindes. Das Kind musste gedacht haben, "Meine Mutter will mir wirklich weh tun, und das kann sie ja auch mit einem Stein.

Sie nahm ihren kleinen Sohn in die Arme, und beide weinten eine Weile gemeinsam. Dann legte sie den Stein auf ein Bord in der Küche, und dort blieb er liegen als ständige Mahnung an das Versprechen, das sie sich in dieser Stunde selber gegeben hatte: "NIEMALS GEWALT!""

Und, alle die ihre Kinder auf den Po schlagen, Orfeigen, Boxen und schubsen... würdet ihr auch Steine nehmen und sie nach euren Kindern werfen!? Vielleicht sollten die Erwachsenen erst einmal lernen die Welt wieder mit den Augen eines Kindes zu sehen. Viele Regeln werden nicht bevolgt weil sie nicht verstanden werden. Liebe und Zuwendung ist auch hier wieder der Schlüssel. Ein klährendes Gespräch hilft. Kein Kind möchte absichtlich ungehorsam sein. Das geschieht entweder aus trotz wegen ungerechter oder falscher Bahandlung oder aber ganz einfach weil sie die Regel nicht verstanden haben.

Ich habe auf diese Art bisher bei allen Kindern mit denen ich zu tun hatte Erfolg gehabt. Und das ohne Gewalt!!

Damit wir uns nicht falsch verstehen, freie und un-autoritäre Erziehung bedeutet nicht, dass man die Kinder sich selber überlässt, dass sie tun und lassen dürfen, was sie wollen. Es bedeutet nicht, dass sie ohne Normen aufwachsen sollen, was sie selber übrigens gar nicht wünschen. Aber es bedeutet eben dass die Kindr ohne Angst aufwachsen dürfen. Und das ist eines der Grundrechter der Kinder, und auch eines der Grundlegenden Menschenrechte.

Genau aus diesem Grund ist es 2000, wenn auch eigentlich viel zu spät, in die Gesetzgebung eingeflossen.

Denkt also darüber nach, ob ihr euch dafür aussprecht eure Kinder zu schlagen. Da könntet ihr euch auch dafür aussprechen andere Gesetze zu ignorieren und z.B. Menschen zu töten oder Häuser anzuzünden.

Dieser Beitrag soll vor allem zum Nachdenken anregen. Kommentare, wenn überhaupt, dann nur unter berücksichtigung der Rechtslage und des gesunden Menschenverstandes!

Für alles andere, oder perönlichen Kontakt: tf2nd3@gmx.de

Gruß, Sebastian

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5. Februar 2007 um 11:53

Hallo Sebastian,
ich möchte gern wissen, ob du selbst Kinder hast - nur mal so aus Interesse.

Schöne Grüße, Tiny

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5. Februar 2007 um 16:38

Tolle Geschichte
Deine Gesichte,lieber Sebastian,hat mich sehr berührt.
Ich bin zwar streng erzogen worden,aber ohne jegliche Gewalt.Kann mich nur an einen einzigen Klaps erinnern.Einmal habe ich von meiner Mutter einen ganz leichten Klaps auf den Mund bekommen,aber ansonsten waren meine Eltern konsequent,aber total liebevoll.
Habe aber sehr viel Respekt vor meinen Eltern.Vielleicht öffnet deine Geschichte den prügelnden Eltern die Augen.
Liebe Grüße
Lena

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24. Februar 2007 um 17:22
In Antwort auf birgit_11892245

Hallo Sebastian,
ich möchte gern wissen, ob du selbst Kinder hast - nur mal so aus Interesse.

Schöne Grüße, Tiny

Noch nicht...
Hallo!

Nein, im Moment habe ich noch keine eigenen Kinder, dafür aber sehr viele beruflich und auch semiprivat, soll heißen Babysitten & Co.

Gruß, Sebastian

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12. März 2007 um 12:24

Gewalt gegen Kinder
Nun, meine Kindheit liegt schon lange zurück, da ich nun bald 59 Jahre alt werde, doch geblieben ist die Erinnerung, sind Ängste und Unsicherheiten, ist die panische Angst vor Gewalt.
Warum?
Grund ist mein Vater, der mich geschlagen und verprügelt hat. Häufig? Zu häufig!!!
Mein Lebensrythmus als Kind war geprägt von seinem Schichtdienst. Der Frühdienst und die Nachtschicht waren das Schlimmste. Wenn er Freizeit hatte, war ich auf der Straße, aus Angst vor seinen Schlägen...
Nein, dass waren nicht nur Ohrfeigen, damit fing es nur an... Dann steigerte er sich in seiner Wut und prügelte mich durch die Wohnung. Er konnte kaum ein Ende finden. Eigentlich regelmäßig mußte meine Mutter dazwischengehen.
Hinzu kommt, ich war klein. Immer zu klein für mein Alter und absolut untergewichtig! Bei meiner Schulentlassung war ich gerade mal 145 cm groß. Damals gab es noch die Volksschule, die mit der 8. Klasse endete. Ich war noch 13 Jahre alt, als ich meine Lehre begann...
Sicherlich hatte ich Verletzungen und blaue Flecken, sicherlich haben es die Nachbarn bemerkt und gewußt. Doch nie kam jemand zur Hilfe, oder hat mich befragt.
Auch der Arzt nicht, der mich im Krankenhaus schickte um meinen "Skalpierunfall" behandeln zu lassen. Mein Vater hatte mich an den Haaren festgehalten und durch die Wohnung geprügelt. Unter meiner Kopfhaut bildete sich Wasser, Ich sagte nachher scherzhaft, dass ich eine "weiche Birne" hätte...
Nein ins Krankenhaus bin ich nicht gegangen. Ich habe mich zu sehr geschämt und die Wahrheit durfte ich ja auch nicht sagen...
Ich erinnere mich, dass ich einmal nachts vor dem Bett meines Vaters gestanden habe, mit einem "Pittermesser", dass ist ein kleines Messer umd Kartoffeln zu schälen. Ich wollte ihn umbringen... Doch meine Angst war viel zu groß und so habe ich mich dann wieder schluchzend und weinend in mein Bett verzogen. Ich glaube ich war damals so 8 Jahre alt...
Auf der Straße habe ich dann nicht viel Gutes gelernt und auch so manches angestellt... Das war nicht gut für mich, da es ja meine "Prügelfrequenz" nur erhöhte...
Schon im Kindergartenalter habe ich dann zu rauchen begonnen! Das mache ich bis heute.

Die Drohung meiner Eltern: "Du kommst ins Erziehungsheim!" War für mich eine Ankündigung des Glücks. Dort wollte ich hin um der Gewalt zu entfliehen. Doch leider blieb das immer nur eine Drohung.

Warum ich das hier niederschreibe???
Weil es immer noch viel zu wenig Hilfen für geprügelte Kinder gibt. Auch hier im Internet findet man zwar viele Seiten zum Thema aber keine praktischen Hilfen, Auch Foren zu diesem Thema fehlen, so können sich Kinder auch nicht gegenseitig beratschlagen oder stärken.

Auch heute noch, denke ich jeden Tag an meinen Vater. Den Hass gegen ihn habe ich nie überwunden und ablegen können. Sein Grab habe ich nicht einmal besucht! Er sitzt mir permanent im Nacken und läßt mich nicht los!

Er weiß nicht was er mir angetan hat!!!

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14. November 2014 um 8:17

Gewalt an Kindern
Lieber Sebastian, ich habe soeben deine Geschichte gelesen und mir kamen die tränen. Leider musste auch ich die schmerzhafte Erfahrung machen und wurde täglich mehrmals von meiner Mutter mit brutaler Härte verprügelt. Ich bin mittlerweile 28 und bin immernoch nicht darüber hin weg. Täglich quälen mich die Erinnerungen, am tage sowie in meinen Träumen. Ich weiß nicht wie ich jemals damit fertig werden soll. Ich bin sehr traurig darüber, ich habe mittlerweile selbst einen kleinen Sohn. Ich kann und will auch nicht verstehen, wie man einem Kind so was antun kann. Auch meine Eltern sind davon überzeugt, dass sie das richtige getan haben. ich bin schockiert, weil sie nicht den Hauch einer Ahnung haben, was sie mir damit angetan haben. ich wünsch dir von herzen alles erdenklich gute und Liebe und hoffe sehr dass wir alle endlich Ruhe finden.

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