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Ganz ehrlich, habe ich als Mutter versagt?

1. November 2005 um 21:43

Hallo ihr Mamis da draußen,

ich bin sehr traurig darüber wie sich meine Tochter 3 Jahre alt, im Moment verhält und ich habe Angst, dass das meine Schuld ist.

Es ist so, letzte Woche Freitag hatte meine Tochter ihren ersten ernsthafen Wutausbruch, und es gab keinen richtigen Grund dafür. Sie schrie als ob man sie geschlagen hätte aus leibeskräften. Es dauerte den ganzen Abend bis sie sich beruhigen konnte. Es war nur eine Kleinigkeit vorgefallen, bei der ich sie etwas geschimpft hatte, nicht mal schlimm, und sie hat schrecklich darauf reagiert. Heut hatte sie einen gleichermaßen schlimmen Wutausbruch wieder auf einen kleinen Vorfall hin, da hab ich nichtmal geschimpft, sondern wollte nur mit ihr reden. Sie ist immer schon sehr eigensinnig, aber ihre Reaktionen waren immer im Rahmen. Das ist jetzt anders. Ich bin richtig fertig.

Unsre Familiäre Situation, denke ich zumindest, ist eigentlich optimal. Mein Mann und ich lieben uns und streiten so gut wie nie, und schon gar nicht vor den Kindern. Wir haben noch eine kleine Tochter mit 9 Monaten. Ich versuche immer gerecht zu sein und nehme mir extra Zeit jeden Tag um auch die Große in den Arm zu nehmen. Ich geh jeden Tag raus mit den Kindern und auch oft auf dem Spielplatz und spiel mit ihnen.

Was ist nur das Problem? Kann mir jemand sagen, ob das normal ist? Diese Wutausbrüche sind so schlimm, das kann man so gar nicht beschreiben, wirklich. Bitte sagt mir eure Meinung dazu, habe ich als Mutter versagt?

LG, Christa

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1. November 2005 um 23:02

Hallo Christa
willkommen in der Trotzphase

meine Tochter (4) und ich haben zur Zeit ein ähnliches Problem.

Wenn es nicht nach Madams Nase geht oder ich mit ihr geschimpft habe, weil sie irgendwelchen Blödsinn angestellt hat, bekommt sie regelmäßig Wutausbrüche.

Ich schicke/stecke sie dann meist in ihr Zimmer bis sie sich wieder beruhigt hat. Danach, wenn sich die Wogen geglättet haben, rede ich in aller Ruhe mit ihr.

Wobei ich bei meiner Kleinen beobachtet habe, daß sie ihre Wutausbrüche hauptsächlich dann bekommt, wenn sie übermüdet oder aufgedreht ist.

Schätzungsweise steckt Deine Tochter mitten in einer Entwicklungsphase wo der Geist weiter ist als der Körper will oder umgekehrt.
Das produziert Frust und der Entlädt sich dann eben je nach Temperament des Kindes mehr oder weniger heftig.

Oder einfach ein Versuch auf diese Art, den eigenen Willen durchzusetzen.

Ich habe mir sagen lassen, daß diese Phase vorbei geht.

*Dir mal Melissentee, Schokolade und eine gute Portion Nerven schickt*

Liebe Grüße
Buffy

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2. November 2005 um 9:32

Hej Christa - ganz ehrlich?
QUATSCH! *lach*
1. ist Deine "Große" in der besten "Trotzzeit"
2.ist sie nicht mehr EInzelkind

Meine Tochter war ungefähr genauso alt, wie Deine, als ihr Bruder dazukam.
Mal ehrlich, Du hast Dich aufs 2. gefreut hast Dir vorgestellt, wie es sein wird... und dann?
-war alles anders, oder?
Die schöne Routine, die Rhythmen, die das tägliche Leben strukturiert und in Ruhe gebracht haben, der kleinen(großen) Tochter einen Rahmen gegeben haben, der ihr SIcherheit gab... Alles dahin!

Jetzt versetz Dich mal in eine 2jährige - ein klitzekleines Kind (denk mal später daran zurück, wenn Dein Baby, das jetzt 9Mon ist, 2Jahre ist, und versuche mal zu visualisieren, was Du von Deiner Tochter - die ja plötzlich und ungefragt zur "Großen Schwester" wurde, erwartet hast und wie Du sie gesehen hast - Du wirst, wenn Du an so manche Situation denkst später mal vor Scham im Boden versinken wollen - mir ging es so )
also dieses kleine Kind freut sich auf sein Geschwisterchen - ein Baby, wie süß! Glaubst Du, sie kann es sich wirklich vorstellen, wie das sein wird? Das kann man nicht mal als Eltern ... ich denke, das geht erst ab dem 3. vielleicht...
Meine Große wollte nach etwa 2 Monaten ihren Bruder "zurückgeben" oder wenigstens "umtauschen" gegen einen Bruder, mit dem man spielen kann

Die großen Geschwister sehen ihren Rang gefährdet, manchmal denken sie sogar, man habe sie nicht mehr lieb.
Wir haben nachdem wir darauf aufmerksam gemacht wurden ganz strikt darauf geachtet, die Hierarchien in der Familie klarzustellen.
Das hört sich spießig und kleinlich an, ist in der Praxis sauschwer einzuhalten (wer will nicht, einem Impuls folgend lieber erstmal das schreiende Baby füttern, bevor alle anderen essen?) hat aber ganz schnell Wirkung gezeigt.
Am Tisch ist es ganz leicht zu sehen. Erst nehmen sich die Eltern, dann bekommt das erstgeborene Kind - danach erst das zweite.
Das Kind muß in seine Rolle als großes Geschwisterkind auch erst hineinwachsen, sie lernen - das kleine wächst viel selbstverständlicher mit "Warten bis man an der Reihe ist" oder auch "Teilen" auf...
Man muß sie bestätigen darin, daß man auch mit ihr allein schon eine "ganze" Familie war und nichts vermißt hat, aber es jetzt trotzdem wunderbar findet, zu viert zu sein. Sie war und ist immer das erste Kind, das ihr hattet.
Ihr habt Eure Kinder gleich lieb, aber sie schon ne kleine Weile länger

Ihr werdet sehen, das sie "über sich hinauswachsen" wird, sie wird sich ihrer Rolle mehr und mehr bewußt werden und sich nicht mehr zurückgesetzt fühlen.
War die Trotzanfälle jedoch auch nur in ihrer Stärke mildern kann, denn die hätte sie auch ohne kleine Schwester Sie sind wichtig, für die Entwicklung ihrer Persönlichkeit.
Sie hat sich bisher über Dich als Mutter definiert. In ihrem NEIN! erfährt sie, daß sie auch Macht hat, über sich selbst zu bestimmen, zu sagen, was sie mag, was nicht.
Man darf nicht allem nachgeben, aber den eigenen Willen durchaus respektieren, aber immer klar machen, daß die Eltern die Regeln bestimmen, innerhalb derer das Kind auch ein Mitspracherecht hat.
Bei uns gab es sehr früh massives Theater beim Anziehen! Falsche Farbe, falsche Hose, die Strümpfe passen nicht zum Pulli ! GRRRR!

Ich habe folgendes gemacht:
2 Outfits ausgewählt, von der Unterwäsche bis zum Pullover verschieden und sie durfte auswählen, welches sie anzieht.
Ich hatte morgens keine Show mehr und das Anziehen ging innerhalb von 5 Minuten (sie rannte auch nicht mehr vom Frühstückstisch weg, um sich heimlich nochmal umzuziehen ) und sie war glücklich, denn sie hatte selbst gewählt.

Jetzt habe ich gelabert und gelabert, wo ich eigentlich arbeiten sollte - sorry, ist so lang geworden!

Viel Spaß mit Deinen Mädels!

LG Phyllis

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2. November 2005 um 13:32
In Antwort auf maud_12699340

Hallo Christa
willkommen in der Trotzphase

meine Tochter (4) und ich haben zur Zeit ein ähnliches Problem.

Wenn es nicht nach Madams Nase geht oder ich mit ihr geschimpft habe, weil sie irgendwelchen Blödsinn angestellt hat, bekommt sie regelmäßig Wutausbrüche.

Ich schicke/stecke sie dann meist in ihr Zimmer bis sie sich wieder beruhigt hat. Danach, wenn sich die Wogen geglättet haben, rede ich in aller Ruhe mit ihr.

Wobei ich bei meiner Kleinen beobachtet habe, daß sie ihre Wutausbrüche hauptsächlich dann bekommt, wenn sie übermüdet oder aufgedreht ist.

Schätzungsweise steckt Deine Tochter mitten in einer Entwicklungsphase wo der Geist weiter ist als der Körper will oder umgekehrt.
Das produziert Frust und der Entlädt sich dann eben je nach Temperament des Kindes mehr oder weniger heftig.

Oder einfach ein Versuch auf diese Art, den eigenen Willen durchzusetzen.

Ich habe mir sagen lassen, daß diese Phase vorbei geht.

*Dir mal Melissentee, Schokolade und eine gute Portion Nerven schickt*

Liebe Grüße
Buffy

Dein Wort in Gottes Ohr!
Liebe Buffy,

danke für die Aufmunternden Worte. Ich hoffe du hast recht und es geht schnell vorbei, ist ganz schön anstrengend. Ich dachte eigentlich die Trotzphase wäre jetzt bald vorbei, dass sie noch heftiger kommt, darauf war ich nicht wirklich vorbereitet.

Liebe Grüße,

Christa

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2. November 2005 um 13:36
In Antwort auf leta_12706627

Hej Christa - ganz ehrlich?
QUATSCH! *lach*
1. ist Deine "Große" in der besten "Trotzzeit"
2.ist sie nicht mehr EInzelkind

Meine Tochter war ungefähr genauso alt, wie Deine, als ihr Bruder dazukam.
Mal ehrlich, Du hast Dich aufs 2. gefreut hast Dir vorgestellt, wie es sein wird... und dann?
-war alles anders, oder?
Die schöne Routine, die Rhythmen, die das tägliche Leben strukturiert und in Ruhe gebracht haben, der kleinen(großen) Tochter einen Rahmen gegeben haben, der ihr SIcherheit gab... Alles dahin!

Jetzt versetz Dich mal in eine 2jährige - ein klitzekleines Kind (denk mal später daran zurück, wenn Dein Baby, das jetzt 9Mon ist, 2Jahre ist, und versuche mal zu visualisieren, was Du von Deiner Tochter - die ja plötzlich und ungefragt zur "Großen Schwester" wurde, erwartet hast und wie Du sie gesehen hast - Du wirst, wenn Du an so manche Situation denkst später mal vor Scham im Boden versinken wollen - mir ging es so )
also dieses kleine Kind freut sich auf sein Geschwisterchen - ein Baby, wie süß! Glaubst Du, sie kann es sich wirklich vorstellen, wie das sein wird? Das kann man nicht mal als Eltern ... ich denke, das geht erst ab dem 3. vielleicht...
Meine Große wollte nach etwa 2 Monaten ihren Bruder "zurückgeben" oder wenigstens "umtauschen" gegen einen Bruder, mit dem man spielen kann

Die großen Geschwister sehen ihren Rang gefährdet, manchmal denken sie sogar, man habe sie nicht mehr lieb.
Wir haben nachdem wir darauf aufmerksam gemacht wurden ganz strikt darauf geachtet, die Hierarchien in der Familie klarzustellen.
Das hört sich spießig und kleinlich an, ist in der Praxis sauschwer einzuhalten (wer will nicht, einem Impuls folgend lieber erstmal das schreiende Baby füttern, bevor alle anderen essen?) hat aber ganz schnell Wirkung gezeigt.
Am Tisch ist es ganz leicht zu sehen. Erst nehmen sich die Eltern, dann bekommt das erstgeborene Kind - danach erst das zweite.
Das Kind muß in seine Rolle als großes Geschwisterkind auch erst hineinwachsen, sie lernen - das kleine wächst viel selbstverständlicher mit "Warten bis man an der Reihe ist" oder auch "Teilen" auf...
Man muß sie bestätigen darin, daß man auch mit ihr allein schon eine "ganze" Familie war und nichts vermißt hat, aber es jetzt trotzdem wunderbar findet, zu viert zu sein. Sie war und ist immer das erste Kind, das ihr hattet.
Ihr habt Eure Kinder gleich lieb, aber sie schon ne kleine Weile länger

Ihr werdet sehen, das sie "über sich hinauswachsen" wird, sie wird sich ihrer Rolle mehr und mehr bewußt werden und sich nicht mehr zurückgesetzt fühlen.
War die Trotzanfälle jedoch auch nur in ihrer Stärke mildern kann, denn die hätte sie auch ohne kleine Schwester Sie sind wichtig, für die Entwicklung ihrer Persönlichkeit.
Sie hat sich bisher über Dich als Mutter definiert. In ihrem NEIN! erfährt sie, daß sie auch Macht hat, über sich selbst zu bestimmen, zu sagen, was sie mag, was nicht.
Man darf nicht allem nachgeben, aber den eigenen Willen durchaus respektieren, aber immer klar machen, daß die Eltern die Regeln bestimmen, innerhalb derer das Kind auch ein Mitspracherecht hat.
Bei uns gab es sehr früh massives Theater beim Anziehen! Falsche Farbe, falsche Hose, die Strümpfe passen nicht zum Pulli ! GRRRR!

Ich habe folgendes gemacht:
2 Outfits ausgewählt, von der Unterwäsche bis zum Pullover verschieden und sie durfte auswählen, welches sie anzieht.
Ich hatte morgens keine Show mehr und das Anziehen ging innerhalb von 5 Minuten (sie rannte auch nicht mehr vom Frühstückstisch weg, um sich heimlich nochmal umzuziehen ) und sie war glücklich, denn sie hatte selbst gewählt.

Jetzt habe ich gelabert und gelabert, wo ich eigentlich arbeiten sollte - sorry, ist so lang geworden!

Viel Spaß mit Deinen Mädels!

LG Phyllis

Danke...
für deine Ausführliche Antwort. Es tut gut zu hören, dass solche Wutausbrüche normal sind. Du hast schon recht, sicher spielt auch unsere jüngere Tochter dabei eine Rolle. Die große war und ist immer sehr eifersüchtig. Ich werde mir deine Ratschläge zu Herzen nehmen.

Also nochmal Danke für die ehrliche Antwort

LG, Christa

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