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Gamesüchtiger Bruder, mache mir Sorgen.

19. November 2012 um 15:32

Ich bin 18 Jahre alt und mein Bruder ist nun 16. Er hat vor etwa 2 1/2 Jahren angefangen zu "zocken". Ich machte mir da nicht ernsthafte Sorgen weil man das ja in dem Alter so tut.. Auf jeden Fall hat sich das mit der Zeit immer verschlimmert, er ist mittags nach Hause gekommen und hat sich grad an den PC gesetzt um zu gamen. Kommt Abends nach Hause und spielt bis tief in die Nacht. Nach der 9. Klasse hatte er aber keine Lehrstelle gefunden, da er sich auch nicht gross Mühe gegeben hatte, er hat einfach gezockt. Diesen Sommer ging er dann in das kombinierte 10. Schuljahr, da geht man in die Schule und muss bis zu den Herbstferien ein Praktikum haben. Ich hatte ihm noch während den Sommerferien gesagt, dass er mit den Bewerbungen anfangen sollte damit er auch etwas findet, aber er hatte nicht auf mich gehört. Nun ist es soweit gekommen, dass die Lehrer unseren Eltern einen Brief geschrieben haben indem halt steht, dass er aus der Schule fliegt, weil er sich zu wenig Mühe macht und auch keine Motivation dazu aufbringt.
Ich war ihm nie das Beste Vorbild, das weiss ich. Aber ich habe alles darum getan, dass er anders wird wie ich. Er nimmt keine Drogen, raucht nicht und trinkt nicht allzuviel. Er hat auch Freunde im wahren Leben mit denen er aber seit ein paar Monaten sehr selten ausgeht. Ich habe mich immer um ihn gekümmert, da meine Mutter abends arbeitet (meine Eltern sind geschieden). Aber es fällt alles auseinander.. Was ist mit ihm los? Ich mache mir wirklich grosse Sorgen, ich hoffe mir kann jemand helfen.

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28. November 2012 um 16:35

Computerspiele...
Meist geht es bei den Spielen um Bestätigung. Damit will ich jetzt nicht sagen, dass er im normalen Leben nichts auf die Reihe bekommt bzw. bekommen würde, aber oft ist es bei Spielen einfacher. Jeder Mensch sucht nach Bestätigung, Anerkennung und Belohnung. Computerspiele sind so ausgelegt, dass man das relativ einfach erreicht, weil die Hersteller wollen ja, dass die Leute ihre Produkte und auch die Folgeprodukte kaufen. Oft sind die Spiele auch hinreichend komplex, dass diese Bedürfnisse über lange Zeit befriedigt werden.
Computerspiele sind nicht per se böse, auch nicht wenn viel gespielt wird, aber es kann kritisch werden, wenn Menschen sich nur noch dort ihre Bestätigung holen und ihr normales Leben nebensächlich wird. Soziale Isolation, beruflich wie finanzielle Probleme sind die Folge. Letztlich kann es sogar zur Sucht werden, wobei ich den Alarmismus, der manchmal von Medien, Politikern und Sozialarbeitern verbreitet wird, nur bedingt verstehen kann. Oft ist es nur eine Phase, die mit dem frühen Erwachsenenalter vorbei ist oder zurück in normale Bahnen kommt. Das echte Leben ist halt spannender als jedes Spiel, die Grafik ist meistens auch besser.
Was du machen kannst ist darauf zu achten, dass er Schule, Beruf und andere Sachen nicht zu sehr vernachlässigt. Positives Feedback, sprich Lob und Anerkennung, wenn er etwas gemacht hat (zum Beispiel Bewerbung geschrieben), ist ganz wichtig, aber auch nicht übertreiben. Ich denke, dass bekommst du mit etwas gesunden Menschenverstand hin. Nimm ihn mal mit auf eine Party, Kino oder ähnliches. Auch wichtig, lass dir seine Welt erklären, was er spielt, worum es geht und versuche es nicht ihm auszureden. Vielleicht kannst du sogar ein bisschen mitspielen und so besser zu ihm vordringen.

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24. Juni 2013 um 18:19

Also...
...bei meinem bruder war das damals genauso. er war 16, hatte zwar keine wahnsinnig schlechten noten, also nicht kurz davor von der schule zu fliegen, aber trotzdem nut 3er und 4er. nicht gut genug um ne anständige lehre zu kriegen und was aus sich zu machen. dann hat meine mutter einen brief von der schule bekommen wo drin stand dass er sich verschlechtert hat und kurz davor ist, sitzen zu bleiben. da hat es bei meiner mutter "klick" gemacht.er war gerade nicht da. sie ist in ihrer wut zu ihm ins zimmer, hat seine kompletten elektro-spielzeuge raus genommen, playstation, kabel fürs pc, handy, alles. hat alles in ne kiste gepackt und ab ins auto, wo ers nicht findet. als er dann daheim war hieß es: das zeug bekommst du erst wieder wenn du deine kompletten bewerbungen an mamas PC geschrieben hast. und sobald eine klassenarbeit besser als 3 war. großer schock für ihn... erst gabs getobe und geschimpfe,er ist rum gelaufen und hat sein zeug gesucht. irgendwann hat er dann gecheckt dass er nichts machen kann. und dann waren die abende sooo langweilig dass man angefangen hat zu lesen und tatsächlich bessere noten kamen. vielleicht funktioniert das nicht bei jedem, aber bei uns hat es wunder gewirkt. dass muss dann natürlich von den eltern durch gezogen werden, nicht von den geschwistern.

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