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Furchtbare Familie

2. März 2006 um 15:20 Letzte Antwort: 16. Juni 2006 um 2:57

Hallo,

vielleicht kann mir ja jemand ein paar nützliche Tipps geben, wie ich besser mit meiner Situation zurechtkomme könnte...
Es ist allerdings recht kompliziert und ich weiss gar nicht so recht, wo ich anfangen soll. Meine Probleme haben eigentlich erst richtig mit meinem Studienende begonnen. Ich habe leider (!) aus völliger Naivität und Unwissenheit heraus, wie ich heute meine, Germanistik studiert und mir einfach gar keine Gedanken gemacht, was ich nach meinem Studium tun soll. Jetzt ist das Studium vorbei und ich finde einfach trotz gutem Abschluss keine Arbeit, da es so gut wie keine Stellen für Germanisten gibt.
Meine Eltern verstehen das leider nicht. Wöchentlich rufen sie an und setzen mich unter Druck, dass ich jetzt endlich etwas finden soll. Ich habe mich schon auf viele Stellen beworben, aber immer nur Absagen bekommen, was furchtbar frustrierend ist. Meine Eltern, vor allem meine Mutter verstehen nicht, wie schwierig es ist, eine Stelle zu finden und werfen mir inzwischen vor, dass ich einfach nur "faul" sei und gar nicht arbeiten möchte, was eine wirkliche Gemeinheit ist, da ich es schon überall versucht habe.
Hinzu kommt, dass ich während meines Studiums noch im Haus meines Opas in einer eigenen Wohnung gewohnt habe. Nun möchte aber mein Opa das Haus verkaufen und ins Altersheim ziehen. Da ich aber, wie bereits erwähnt, kein Geld für eine eigene Wohnung habe, wohne ich mittlerweile übergangsweise bei meinem Freund in seiner 1-Zimmer-Wohnung. Da meine ganzen Sachen jedoch noch in der Wohnung meines Opas sind, ruft mich meine Mutter ständig an und schreit herum, dass ich nun endlich dort ausziehen und eine eigene Wohnung suchen soll. Schön und gut, das würde ich ja auch sehr gerne, aber ich habe dazu schlichtweg kein Geld und obwohl meine Eltern beide Lehrer sind und gut verdienen, würden sie mich mit keinem müden Euro unterstützen! Schon während dem Studium musste ich nebenher arbeiten, um überhaupt etwas Geld zu haben. Das Kindergeld habe ich immer nur sehr sporadisch bekommen und sonst nichts! Dabei wären meine Eltern verpflichtet gewesen,mich zu unterstützen, weil ich kein Bafög bekommen konnte, da meine Eltern zu viel verdienen.
Ich bin gerade völlig überfordert mit allem und bekomme ständig Heulanfälle, wenn mich meine Mutter mal wieder anruft und anbrüllt, dass ich zu nichts tauge und ausziehen soll. Unterstützen würden sie mich aber nicht. Ich weiss wirklich nicht, wie ich das alles schaffen soll, da ich auch bei meinem Freund nicht ewig wohnen kann.
Was meint ihr dazu? Ich bin momentan sehr verzweifelt und weine ständig...
....

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2. März 2006 um 21:12

Klar...
habe ich es bereits " mit anderen Jobs" versucht. Ich arbeite seit 6 Jahren bereits in einem "Callcenter", um mich über Wasser zu halten. Aber das soll ja nicht immer so bleiben und verdienen kann man da auch nicht wirklich was.
Finanziell war ich demnach noch nie(!) von meinen Eltern abhängig und möchte es auch gar nicht sein! Ich hoffe einfach nur auf ein wenig Verständnis von meinen Eltern, dass es nicht immer gleich so klappt, wie man es sich wünscht. DARUM ging es mir-nicht um das Finanzielle.

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12. Juni 2006 um 23:26
In Antwort auf an0N_1253362099z

Klar...
habe ich es bereits " mit anderen Jobs" versucht. Ich arbeite seit 6 Jahren bereits in einem "Callcenter", um mich über Wasser zu halten. Aber das soll ja nicht immer so bleiben und verdienen kann man da auch nicht wirklich was.
Finanziell war ich demnach noch nie(!) von meinen Eltern abhängig und möchte es auch gar nicht sein! Ich hoffe einfach nur auf ein wenig Verständnis von meinen Eltern, dass es nicht immer gleich so klappt, wie man es sich wünscht. DARUM ging es mir-nicht um das Finanzielle.

Hoffentlich erreicht Dich dieser Beitrag
Hallo, Du sprichst mir aus der Seele und ich hoffe, daß Du dies hier liest, denn Dein Beitrag ist schon eine Weile her.
Mir geht es exakt wie Dir, Super-Studienergebnisse, beide Eltern Akademiker und seit dem Studienende vor drei Jahren 2 mal ein schlecht bezahlter Job und ansonsten Rumgehampel mit Arbeitslosengeld.
Mit fast niemandem kann ich darüber reden, mit dem Arbeitsamt hatte ich schon fürchterliche Auftritte, da mir jegliche Umschulung und Fortbildung verweigert wird und ich hatte das Gefühl, die machen sich über meine blöde Situation noch lustig!
Nach dem Motto "jetzt kommt da so eine Akademikertussi und will auch noch was von uns".
Mit meiner Familie war das Verhältnis immer schlecht, durch diese Umstände ist es grottenschlecht geworden.
Leider kann ich Dir keinen vernünftigen Tipp geben, es tut mir leid, man rechnet einfach nicht damit, daß einem so etwas Schreckliches, Demütigendes passiert.
Vielleicht hilft es Dir ein bißchen zu sehen, daß es noch andere gibt, die auch so etwas erleben.
Ich wünsche Dir alles Gute.
Melde Dich doch mal, würd mich freuen!

Grüße Lamia

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14. Juni 2006 um 16:02
In Antwort auf an0N_1275464199z

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Hallo, Du sprichst mir aus der Seele und ich hoffe, daß Du dies hier liest, denn Dein Beitrag ist schon eine Weile her.
Mir geht es exakt wie Dir, Super-Studienergebnisse, beide Eltern Akademiker und seit dem Studienende vor drei Jahren 2 mal ein schlecht bezahlter Job und ansonsten Rumgehampel mit Arbeitslosengeld.
Mit fast niemandem kann ich darüber reden, mit dem Arbeitsamt hatte ich schon fürchterliche Auftritte, da mir jegliche Umschulung und Fortbildung verweigert wird und ich hatte das Gefühl, die machen sich über meine blöde Situation noch lustig!
Nach dem Motto "jetzt kommt da so eine Akademikertussi und will auch noch was von uns".
Mit meiner Familie war das Verhältnis immer schlecht, durch diese Umstände ist es grottenschlecht geworden.
Leider kann ich Dir keinen vernünftigen Tipp geben, es tut mir leid, man rechnet einfach nicht damit, daß einem so etwas Schreckliches, Demütigendes passiert.
Vielleicht hilft es Dir ein bißchen zu sehen, daß es noch andere gibt, die auch so etwas erleben.
Ich wünsche Dir alles Gute.
Melde Dich doch mal, würd mich freuen!

Grüße Lamia

Frustriert
Hi Lamia,

ich kann in dem Klub mitmachen.

Ich habe auch studiert und finde jetzt seit 3 Jahren keine Arbeit.
Immer nur toll formulierte Absagen.
Meine Studienergebnisse waren gut und ich dachte immer, irgentwie wird es nach dem Studium schon weitergehen. Vielleicht als Einstieg ein schlecht bezahlter Job, aber Hauptsache überhaupt ne Chance.

Inzwischen weiß ich, ich hätte nie studieren sollen. Denn schließlich ist man als "Überqualifizierter" auch zu blöd für einfache Arbeit.

Da ich auch noch auf dem Land im hinterletzten Kaff wohne, wird aus mir bestimmt nix mehr. Oder aber ich trenne mich (gerade schwanger) von meinem Freund. Hurra, als Alleinerzeihende in einer Großstadt wird das Leben bestimmt einfacher

Und dem Arbeitsamt bin ich auch völlig egal. Sie müssen mir ja noch nicht mal was zahlen, also muss ich auch keine Arbeit haben.

Der Frust mußte mal raus.

Gruß
Yagmur

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16. Juni 2006 um 2:43
In Antwort auf eleni_11926181

Frustriert
Hi Lamia,

ich kann in dem Klub mitmachen.

Ich habe auch studiert und finde jetzt seit 3 Jahren keine Arbeit.
Immer nur toll formulierte Absagen.
Meine Studienergebnisse waren gut und ich dachte immer, irgentwie wird es nach dem Studium schon weitergehen. Vielleicht als Einstieg ein schlecht bezahlter Job, aber Hauptsache überhaupt ne Chance.

Inzwischen weiß ich, ich hätte nie studieren sollen. Denn schließlich ist man als "Überqualifizierter" auch zu blöd für einfache Arbeit.

Da ich auch noch auf dem Land im hinterletzten Kaff wohne, wird aus mir bestimmt nix mehr. Oder aber ich trenne mich (gerade schwanger) von meinem Freund. Hurra, als Alleinerzeihende in einer Großstadt wird das Leben bestimmt einfacher

Und dem Arbeitsamt bin ich auch völlig egal. Sie müssen mir ja noch nicht mal was zahlen, also muss ich auch keine Arbeit haben.

Der Frust mußte mal raus.

Gruß
Yagmur

@Yagmur
Hallo Yagmur, kein Problem, daß mit dem Frust ist doch ganz normal.
Als arbeitssuchender Akademiker hat man kaum eine Lobby.
Würde ich nicht auf diesen Ungerechtigkeiten herumreiten, so wäre ich psychisch schon längst untergegangen. Ich lasse mir doch nicht von irgendwelchen Fuzzis auf Ämtern sagen, daß mir nix zusteht- nach dem Motto "selber schuld".
Allerdings muß ich auch sagen, daß ich bis vor Kurzem noch finanziell immer wieder etwas von meiner Familie bekommen hab (Auto, etc).
Dadurch ging es mir die ganze Zeit natürlich besser, als vielen anderen. Ich muß auch kein blödes Bafög zurückzahlen (wovon sollte ich das wohl zurückzahlen?).
Ein Glück!
Aber: Ein guter Job wäre für mich sehr wichtig gewesen, da ich eigentlich keinen Kontakt mehr mit meiner Familie haben wollte.
Für das Geld von ihnen bin ich zwar dankbar, aber eine unerfreuliche Familiengeschichte kann man nicht durch Geld verschönern-Geld beruhigt eh nur!
Jetzt mache ich den zigsten Doofman-Job im Telemarketing, wahrscheinlich bis zur Rente.
Falls ich mal in tausend Jahren endlich erben sollte, verkloppe ich alles und mach mich mit Esoterik im Ausland selbstständig.
Eine andere Perspektive habe ich nicht.
Ein Tipp: Ziehe bitte bloß nicht wegen irgendeiner blöden befristeten Stelle in die Großstadt! Es ist nicht gesagt, daß sich daraus eine langfristige Perspektive ergibt.
Denn auch für Akademiker gilt jetzt der mega-hippe amerikanische Trend: hire and fire!
Ich kann verstehen, daß dies nach so langer Arbeitssuche sehr verlockend ist, sich mit Umzug zu befassen.
Aber:
Man ist heute auf wirklich jeder Arbeitsstelle der A...., auch wenn manche vielleicht anderes behaupten.
Für Berufseinsteiger (nicht für Menschen kurz vor der Rente) gilt wirklich exakt dies.
Ich stelle heute meine privaten Beziehungen über jeden Job, denn dort werde ich wertgeschätzt und nicht als Stückgut betrachtet.

Grüße, Lamia

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16. Juni 2006 um 2:57
In Antwort auf an0N_1275464199z

@Yagmur
Hallo Yagmur, kein Problem, daß mit dem Frust ist doch ganz normal.
Als arbeitssuchender Akademiker hat man kaum eine Lobby.
Würde ich nicht auf diesen Ungerechtigkeiten herumreiten, so wäre ich psychisch schon längst untergegangen. Ich lasse mir doch nicht von irgendwelchen Fuzzis auf Ämtern sagen, daß mir nix zusteht- nach dem Motto "selber schuld".
Allerdings muß ich auch sagen, daß ich bis vor Kurzem noch finanziell immer wieder etwas von meiner Familie bekommen hab (Auto, etc).
Dadurch ging es mir die ganze Zeit natürlich besser, als vielen anderen. Ich muß auch kein blödes Bafög zurückzahlen (wovon sollte ich das wohl zurückzahlen?).
Ein Glück!
Aber: Ein guter Job wäre für mich sehr wichtig gewesen, da ich eigentlich keinen Kontakt mehr mit meiner Familie haben wollte.
Für das Geld von ihnen bin ich zwar dankbar, aber eine unerfreuliche Familiengeschichte kann man nicht durch Geld verschönern-Geld beruhigt eh nur!
Jetzt mache ich den zigsten Doofman-Job im Telemarketing, wahrscheinlich bis zur Rente.
Falls ich mal in tausend Jahren endlich erben sollte, verkloppe ich alles und mach mich mit Esoterik im Ausland selbstständig.
Eine andere Perspektive habe ich nicht.
Ein Tipp: Ziehe bitte bloß nicht wegen irgendeiner blöden befristeten Stelle in die Großstadt! Es ist nicht gesagt, daß sich daraus eine langfristige Perspektive ergibt.
Denn auch für Akademiker gilt jetzt der mega-hippe amerikanische Trend: hire and fire!
Ich kann verstehen, daß dies nach so langer Arbeitssuche sehr verlockend ist, sich mit Umzug zu befassen.
Aber:
Man ist heute auf wirklich jeder Arbeitsstelle der A...., auch wenn manche vielleicht anderes behaupten.
Für Berufseinsteiger (nicht für Menschen kurz vor der Rente) gilt wirklich exakt dies.
Ich stelle heute meine privaten Beziehungen über jeden Job, denn dort werde ich wertgeschätzt und nicht als Stückgut betrachtet.

Grüße, Lamia

Kleiner Nachtrag/meine zweite Perspektive
Ach so: Ich habe noch eine zweite Perspektive: Auf dem Arbeitsamt hat mir der nette Sachbearbeiter doch geraten, ich könne ja auch heiraten!
Dann hätte ich jemanden, der mich durchzieht!
Ich denke, daß Wort "Fuzzi" als Bezeichnung für diese Berufsgruppe ist noch ein sehr nettes Wort!
Die müßten alle mal rausfliegen aus ihrem Amt und umgekehrt zu mir an den Schreibtisch gekrochen kommen.

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