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Für alle, die in der DDR aufgewachsen sind

14. April 2008 um 18:36

Hallo.
Dieses Thema richtet sich hauptsächlich an all diejenigen, die in der DDR aufgewachsen sind oder die Erziehung dort miterlebt haben.
Es geht um folgendes:
Ich bin eine Schülerin der 12. Klasse eines Gymnasiums. Als Wahlfach können wir in deiser Jahrgangsstufe einen Seminarkurs belegen, bei welchem wir am Ende des Schuljahres eine Seminararbeit abgeben müssen.
Mein Thema lautet: "Erziehung und Bildung in der DDR und der BRD im Vergleich"
Meine literarische Hausarbeit habe ich in der zwischenzeit fertig gestellt, allerdings waren meine Lehrer der ansicht, dass ich noch etwas eigenständiges dazu beitragen sollte. Diese "Eigenleistung" erhoffe ich mir nun hier. Ich sollte zwar am besten jemanden interviewen, der die erziehung miterlebt hat, allerdings fällt es recht schwer, im Süden der Republik (Freiburg) passende Personen zu finden. Dazu kommt, dass ich es besser finde, mehrere verschiedene "Impressionen" und Meinungen zu diesem Thema zu hören.
Es wäre sehr nett, wenn sich ein paar Leute finden würden, die folgende 10 Fragen (bitte wahrheitsgemäß!!) beantworten könnten:



1. Wie lange und wo hast du in der DDR gewohnt?


2. Welche pädagogischen Einrichtungen hast du besucht
(Kinderkrippe, Oberschule, etc.)? / Welchen Abschluss
hast du?


3. Bist du gerne in die Schule gegangen?


4. Welchen Einfluss hatten deine Eltern auf deine
Erziehung?


5.Warst du Mitglied der FDJ oder der
Pionierorganisation Ernst Thälmann?
Wenn ja, worin bestand der Alltag dieser
Organisationen?


6. Wie war (für dich) der Unterricht in der Oberschule?
War er lehrreicher, als der der heutigen BRD?


7. Was gefiel dir NICHT in deiner Kindheit/ Jugend, das
etwas mit deiner Erziehung und Bildung zu tun hatte


8. Im Vergleich zu heute: Welches Schulsystem ist
besser? Das aktuelle Deutsche, welches in Stufen
(Primar-,Sekundarstufe, etc.) gegliedert ist, oder das
der DDR, welches allein aus einer "Schulart" bestand.
(Bitte mit Begründung)
Was sollte man ändern?


9. Worin siehst du den größten Unterschied in der
Erziehung der Kinder der DDR und der eutigen BRD
(nicht auf das Schulsystem bezogen)



10. Würdest du dein Kind, wenn du wählen könntest,
lieber in die Schule der DDR gehen lassen, oder
wolltest du, dass es eine der heutigen Schulen
besucht? (Bitte den Aspekt der Bildung und der
Erziehung beachten!)



Vielen lieben Dank im Vorraus an alle, die sich die Zeit nehmen und sich die Mühe machen, mich bei meiner Seminararbeit zu unterstützen.

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15. April 2008 um 7:14

Hallo
du kannst fragen stellen,auweia!

1. Bin Baujahr 80 hab also die ersten 8,9 Jahre der DDR voll mit erlebt gewohnt habe ich in einem Plattenbau in Ilmenau. /Thüringen

2.Besucht habe ich die Kindergrippe mit gerade 1 Jahr ,mit 3 bin ich in den Kindergarten gekommen und mit 6,7 Jahren in eine normale Schule.das ging bis zur 2 .Klasse und dann sind wir im sommer 89 umgezogen.

3.Ja klar,irgendwie schon selbst am Samstag die 4 stunden waren supi.Da bekammen wir immer unsere lieblingsstunden!

4.Ich denke sehr viel ,weil die mich ja so gemacht haben ,wie ich heute bin.

5.Ich war ein Pionierkind und hatte noch das blaue Tuch.
Der Alltag darin sah vor ,dass Frühmorgens vor der schule die Meldepflicht(ob alle da sind) und der Fahnenzug durchgeführt wurde. Der Tagesablauf wurde besprochen und ein schöner Tag gewünscht und eventuell bei Feuerübung war dann Apell wo neu pioniere und FDj-ler begrüßt wurden

6.Oberschule Hm,ich würd mal sagen über die 2 jahre kann ich nicht viel sagen aber sicher denke ich dass es heute sehr viel schwerer ist als damals.Die Anforderung sind in der 2 klasse schon sehr hoch.Irgendwie war es für uns nicht so schwer ,die ersten jahre schafften alle.Was heute schon schwieriger aussieht!

7.was gefiel mir nicht ,hm ich glaub ich war ein glückliches kind ,ich habe 2 weitere Geschwister hatte Eltern die Arbeit hatten und wir konnten uns so einiges Leisten ,was jetzt leider nicht mehr so ist .klar mussten wir auf unseren kleinen bruder aufpassen ,aber das war ja kein Problem ,dass müssen andere heute auch ;o)

8. Ich denke es sind beide nicht schlecht nur hätte es in der DDr Zeit etwas schwieriger sein können und der abgang aus der 8. klasse hätte da schon verboten werden müssen.Jetzt denke ich ,haben wir ein ausgereifteres bildungssystem sprich jeder bekommt das was er verdient,ein schüler ohne abschluss hat kaum chancen etwas ordentliches zutun.ein Schüler mit hauptschulabschluss hat schon etwas bessere Möglichkeiten ,aber eben auch nicht so rosig.Realschüler und Abiturienten sind bei uns eher gefragt ,demnach lässt sich sagen jeder das was ihm zustreht auch wenn es nicht fair ist. Früher bekam halt jeder eine arbeit egal ob 8.Klasse oder 12. Klasse.

9.Hm ich denke zu früher waren wir Bodenständiger ,wir durften zwar vieles ,aber nicht alles!Wir waren selbsständiger in vielen sAchen ,ich denke vielleicht weil wir aus dem was wir hatten ,dass beste draus machen mussten.
Heute ist es eher so, wer viel hat bekommt noch mehr und verliert die Bodenhaftigkeit ,was heissen soll immer mehr jugendliche werden unselbsständiger ,weil sie von vorne bis hinten alles in den hintern geschossen bekommen.Die gewalt ist sehr hoch im gegensatz zu früher und die hilfsbereitschaft der Jugendlichen sehr zurück gegangen aber ich meine das bringt die zukunft. früher im bus hat ein pionier einer schwangeren den platz frei geräumt ,heut kann sie froh sein nicht noch verprügelt zu werden!

10. ich denke in den Ozonzeiten hatten wir nicht gerade das beste bildungssystem ,aber in einer Mischung zwischen dem heutigen system mit dem früheren wäre nicht schlecht,klar ist jetzt die frage Pioniere oder nicht. ich könnte mir vorstellen ,dass es sowas gibt ,aber auf eine andere art und weise ,denn wir hatten immer an den Nachmittagen projekte und Spiel und bastelnachmittage was uns garnicht auf die idee zum Blödsinn machen kommen ließ.

Danke!

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15. April 2008 um 9:44

Antwort
1. Wie lange und wo hast du in der DDR gewohnt?
von 1973 bis zum Ende


2. Welche pädagogischen Einrichtungen hast du besucht
(Kinderkrippe, Oberschule, etc.)? / Welchen Abschluss
hast du?
1.) Kindergarten
2.) POS (Polytechnische Oberschule)
3.) Pädagogische Hochschule


3. Bist du gerne in die Schule gegangen?
im Nachhinein ja

4. Welchen Einfluss hatten deine Eltern auf deine
Erziehung?
Eltern + Großeltern sehr großen


5.Warst du Mitglied der FDJ oder der
Pionierorganisation Ernst Thälmann?
Wenn ja, worin bestand der Alltag dieser
Organisationen?
Ja, beides. War ja quasi Pflicht aus damaliger Sicht war es einfach nur
Gruppendynamik, aus heutiger Sicht Bindung ans System - hat aber Spaß gemacht


6. Wie war (für dich) der Unterricht in der Oberschule?
War er lehrreicher, als der der heutigen BRD?
ja und nein.
Ja im Sinne von mathematisch/naturwissenschaftlich
nein im Sinne von musischen und gesellschaftlichen Fächern


7. Was gefiel dir NICHT in deiner Kindheit/ Jugend, das
etwas mit deiner Erziehung und Bildung zu tun hatte
Naja, ich kann das nur aus der damaligen Sicht beschreiben, wobei ich nicht weiss, ob dass ein Nachteil oder Vorteil war. Das ganze Schulsystem war sehr autoritär und geprägt von überwiegend Frontalunterricht, Gruppenarbeit gab es kaum, wenn dann eher als Hausaufgabe


8. Im Vergleich zu heute: Welches Schulsystem ist
besser? Das aktuelle Deutsche, welches in Stufen
(Primar-,Sekundarstufe, etc.) gegliedert ist, oder das
der DDR, welches allein aus einer "Schulart" bestand.
(Bitte mit Begründung)
Was sollte man ändern?
das ist auch schlecht zu sagen, da die DDR nicht mit der BRD vergleichbar ist.
Das gute am DDR-System war, dass alle Kinder, wenn Sie in die Schule kamen den gleichen
Wissensstand hatten, da quasi alle im Kindergarten waren und dort optimal auf die Schule vorbereitet wurden. Heutzutage hat man das Problem erstmal alle auf einen Nenner zu bekommen bzw. in einigen Gebieten erstmal die gröbsten Brocken deutsch zu lehren. ansonsten hat wohl jedes System seine Vor- und Nachteile.


9. Worin siehst du den größten Unterschied in der
Erziehung der Kinder der DDR und der eutigen BRD
(nicht auf das Schulsystem bezogen)
Wir wurden damals mit mehr Respekt vor Erwachsenen erzogen, überhaupt autoritärer
(finde ich)



10. Würdest du dein Kind, wenn du wählen könntest,
lieber in die Schule der DDR gehen lassen, oder
wolltest du, dass es eine der heutigen Schulen
besucht? (Bitte den Aspekt der Bildung und der
Erziehung beachten!)
ich würde ein Mischmasch aus beiden wählen...

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15. April 2008 um 10:57

...
1. Wie lange und wo hast du in der DDR gewohnt?
- von 1977 (mein Geburtsjahr) bis zum Schluss/ auf dem platten Land im heutigen Mecklenburg

2. Welche pädagogischen Einrichtungen hast du besucht
(Kinderkrippe, Oberschule, etc.)? / Welchen Abschluss
hast du?
- in der Krippe war ich (genau wie meine 3 Geschwister) nie, da unsere Mutter zu Hause war - das war in der DDR sehr selten und nicht gern gesehen. Meine Mutter hat erzählt, dass sie deshalb oft Probleme mit Ärzten, der Gemeindeschwester bzw. Behörden hatte.
- Ich ging mit ca. 4 Jahren dann in den Kindergarten und fand es dort furchtbar. DDR-Erziehung war sehr gleichmacherisch und autoritär. Man hatte als Kind zu funktionieren.
- Ich ging dann bis zur 7. Klasse in die POS (Polytechnische Oberschule)
- habe nach der Wende Abitur gemacht und ein Studium absolviert. Hätte ich in der DDR aus politischen Gründen nie machen dürfen. Meiner älteren Schwester z.B. wurde der Besuch der EOS (Erweitere Oberschule, dort konnte man Abitur machen) von den Schulbehörden nicht erlaubt (man brauchte eine Erlaubnis, um Abitur machen zu dürfen), und das, obwohl sie in der 10. Klasse mit einem Notenschnitt von 1,0 abgegangen ist.


3. Bist du gerne in die Schule gegangen?
- Nein. Ich konnte mich nie so richtig eingliedern. Ich bin körperlich behindert und hochbegabt. Das sind zwei Dinge, mit denen man in der DDR die Arschkarte gezogen hatte. Wie gesagt, das DDR-Bildungssystem war extrem gleichmacherisch - alle mussten auf dieselbe Weise funktionieren. Wer aus der Reihe tanzte, hatte es schwer.

4. Welchen Einfluss hatten deine Eltern auf deine
Erziehung?
- Großen Einfluss. Ich war, wie gesagt, die ersten 4 Jahre zu Hause. Meine Mutter hat mich auch weder in den Hort noch in irgendwelche Kinderferienlager geschickt.


5.Warst du Mitglied der FDJ oder der
Pionierorganisation Ernst Thälmann?
Wenn ja, worin bestand der Alltag dieser
Organisationen?
- Ja, ich war Jung- und Thälmannpionier. War ja quasi Pflicht. Wäre auch beinahe FDJlerin geworden, aber dann kam der Mauerfall dazwischen
- Alltag: Nun ja, der berühmt-berüchtigte Fahnenappell (bei uns einmal in der Woche sowie zu besonderen Anlässen), Arbeitsgemeinschaften nachmittags (z.B. Drachenbauen, Literatur-AG, Nähmaschinenähen und dergleichen), Altpapiersammeln (darauf wurde bei Pionieren großen Wert gelegt), Nachbarschaftshilfe (z.B. alten Leuten helfen), politisches Engagement wie Verbindung zu einem sogenannten

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15. April 2008 um 11:00

Nochmal...
...mein erster Beitrag wurde zur Hälfte gefressen

1. Wie lange und wo hast du in der DDR gewohnt?
- von 1977 (mein Geburtsjahr) bis zum Schluss/ auf dem platten Land im heutigen Mecklenburg

2. Welche pädagogischen Einrichtungen hast du besucht
(Kinderkrippe, Oberschule, etc.)? / Welchen Abschluss
hast du?
- in der Krippe war ich (genau wie meine 3 Geschwister) nie, da unsere Mutter zu Hause war - das war in der DDR sehr selten und nicht gern gesehen. Meine Mutter hat erzählt, dass sie deshalb oft Probleme mit Ärzten, der Gemeindeschwester bzw. Behörden hatte.
- Ich ging mit ca. 4 Jahren dann in den Kindergarten und fand es dort furchtbar. DDR-Erziehung war sehr gleichmacherisch und autoritär. Man hatte als Kind zu funktionieren.
- Ich ging dann bis zur 7. Klasse in die POS (Polytechnische Oberschule)
- habe nach der Wende Abitur gemacht und ein Studium absolviert. Hätte ich in der DDR aus politischen Gründen nie machen dürfen. Meiner älteren Schwester z.B. wurde der Besuch der EOS (Erweitere Oberschule, dort konnte man Abitur machen) von den Schulbehörden nicht erlaubt (man brauchte eine Erlaubnis, um Abitur machen zu dürfen), und das, obwohl sie in der 10. Klasse mit einem Notenschnitt von 1,0 abgegangen ist.


3. Bist du gerne in die Schule gegangen?
- Nein. Ich konnte mich nie so richtig eingliedern. Ich bin körperlich behindert und hochbegabt. Das sind zwei Dinge, mit denen man in der DDR die Arschkarte gezogen hatte. Wie gesagt, das DDR-Bildungssystem war extrem gleichmacherisch - alle mussten auf dieselbe Weise funktionieren. Wer aus der Reihe tanzte, hatte es schwer.

4. Welchen Einfluss hatten deine Eltern auf deine
Erziehung?
- Großen Einfluss. Ich war, wie gesagt, die ersten 4 Jahre zu Hause. Meine Mutter hat mich auch weder in den Hort noch in irgendwelche Kinderferienlager geschickt.


5.Warst du Mitglied der FDJ oder der
Pionierorganisation Ernst Thälmann?
Wenn ja, worin bestand der Alltag dieser
Organisationen?
- Ja, ich war Jung- und Thälmannpionier. War ja quasi Pflicht. Wäre auch beinahe FDJlerin geworden, aber dann kam der Mauerfall dazwischen
- Alltag: Nun ja, der berühmt-berüchtigte Fahnenappell (bei uns einmal in der Woche sowie zu besonderen Anlässen), Arbeitsgemeinschaften nachmittags (z.B. Drachenbauen, Literatur-AG, Nähmaschinenähen und dergleichen), Altpapiersammeln (darauf wurde bei Pionieren großen Wert gelegt), Nachbarschaftshilfe (z.B. alten Leuten helfen), politisches Engagement wie Verbindung zu einem sogenannten "Patensoldaten" (jede Klasse hatte einen solchen bei der NVA, mit dem stand man in Briefkontakt und er besuchte auch mal den Unterricht) oder zur "Patenbrigade" (ein Arbeitskollegium in einem Betrieb, damals sagte man "Kollektiv"), im Herbst Hilfe in der Landwirtschaft wie Kartoffeln ernten, Rüben ziehen etc.
- Kurz gefaßt: man hatte eine Menge gesellschaftlicher Pflichten als Pionier und es gab eine Rundum-Freizeit-Betreuung, die von der Schule organisiert wurde

6. Wie war (für dich) der Unterricht in der Oberschule?
War er lehrreicher, als der der heutigen BRD?
- Naturwissenschaftlich-technisch ein eindeutiges JA. Ich hatte Fächer wie Technisches Zeichnen, ESP (Einführung in die sozialistische Produktion, dort haben wir gelernt, wie man mit Holz, Metall etc. umgeht und daraus nützliche Dinge herstellt), Technik.
- Sport wurde ebenfalls hoch gefördert.
- Sprachlich-gesellschaftlich-musisch: NEIN. Wir mussten alle Russisch lernen, wer Glück hatte, durfte auch noch Englisch oder Französisch machen. Aber das war selten und diese Leute waren sehr gesiebt. Ansonsten hatten wir ab der 8. Klasse Staatsbürgerkunde (Marxismus-Leninismus). Philosophie kannten wir gar nicht und Religion erst recht nicht.


7. Was gefiel dir NICHT in deiner Kindheit/ Jugend, das
etwas mit deiner Erziehung und Bildung zu tun hatte
- Wie schon gesagt, diese Gleichmacherei, alle mussten auf dem gleichen Niveau sein. D.h. man hatte schlechtere Schüler in der Klasse, ein breites Mittelfeld und ein paar sehr gute Schüler. Ich hatte aufgrund meiner Hochbegabung große Probleme. Hab mich dauernd gelangweilt und bin ständig ausgebremst worden. Für leistungsschwache Schüler war das ein hervorragendes System, die wurden durch die guten Schüler nach oben gezogen, weil man sich untereinander helfen musste.


8. Im Vergleich zu heute: Welches Schulsystem ist
besser? Das aktuelle Deutsche, welches in Stufen
(Primar-,Sekundarstufe, etc.) gegliedert ist, oder das
der DDR, welches allein aus einer "Schulart" bestand.
(Bitte mit Begründung)
Was sollte man ändern?
- Ich bin Gymnasiallehrerin und muss sagen, dass beide Systeme nicht gut sind. Ich würde keines von beiden wählen. Das DDR-System arbeitete zu sehr mit der Devise "Alle sind gleich und wehe es tanzt jemand aus der Reihe" und das BRD-System fällt ins andere Extrem und siebt zu sehr und vor allem zu früh. In der Schule sollte es daraum gehen, Kinder nach ihren Möglichkeiten zu fördern und sie nicht in bestimmte Schubladen zu stecken.

9. Worin siehst du den größten Unterschied in der
Erziehung der Kinder der DDR und der eutigen BRD
(nicht auf das Schulsystem bezogen)
- zunächst einmal: eine autoritäre Erziehung, die darauf hinauslief, dass alle gleich sind. Die Eltern hatten wenig Mitspracherecht, was die Erziehung ihrer Kinder anbelangte.
- andererseits: es gab vielfältige Freizeitangebote, die alle kostenlos waren. Es saß kein Kind auf der Straße und wußte nachmittags nichts mit sich anzufangen.


10. Würdest du dein Kind, wenn du wählen könntest,
lieber in die Schule der DDR gehen lassen, oder
wolltest du, dass es eine der heutigen Schulen
besucht? (Bitte den Aspekt der Bildung und der
Erziehung beachten!)
- niemals eine DDR-Schule. "Es gibt nichts ungerechteres als die gleiche Erziehung von Ungleichen" (Paul Brandwein, amerik. Psychologe)
- die meisten staatlichen BRD-Schule finde ich auch nicht so toll. Überlastete Lehrer, schlechte Ausstattung, goße Klassen etc. Also würde ich mein Kind dort eher nicht hingeben.
- Ich denke bei uns wird es eher auf eine Privatschule hinauslaufen (Werkstattschule o.ä., aber niemals eine Weltanschauungsschule wie die Waldorfschulen, grausig)

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15. April 2008 um 15:08

Hallo biensche
1. Wie lange und wo hast du in der DDR gewohnt?

von märz 1979, also von geburt an, in sachsen - nähe dresden, ich wohne immer noch hier

2. Welche pädagogischen Einrichtungen hast du besucht
(Kinderkrippe, Oberschule, etc.)? / Welchen Abschluss
hast du?

kinderkrippe (mit 8 wochen), da meine eltern beide im schichtsystem arbeiteten, kindergarten, grundschule, anschliessend mittelschule, hauptschulabschluss (leider - wegen jugendlicher faulheit und desinteresse an schule, hab die zehnte vermasselt )

3. Bist du gerne in die Schule gegangen?

eigentlich ja, bis auf die unterrichtsfächer die man eben nicht mag

4. Welchen Einfluss hatten deine Eltern auf deine
Erziehung?

sie haben mir die heimat gezeigt und viel unternommen, ausflüge, basteln, singen, urlaub, natur, sport, spielen, toben, radfahren, kuscheln, zuhören.. alles was ein kind eben braucht - ich hatte eine sehr schöne kindheit und erziehe meine kinder ziemlich ähnlich wie ich auch erzogen wurde, meine eltern waren zwar auch streng (bin ich auch) aber haben auch alles möglich gemacht was sie konnten das gute gleichgewicht eben

5.Warst du Mitglied der FDJ oder der
Pionierorganisation Ernst Thälmann?
Wenn ja, worin bestand der Alltag dieser
Organisationen?

ja, ich war thälmann pionier.. es gab ein pionierhaus, da konnte man in versch. arbeitsgemeinschaften und zirkel sinnvoll die freie zeit verbringen.. ich war z.b. im keramikzirkel (töpfern und malen), AG junge aquarianer, AG singen und tanzen
man lernte ordnung, disziplin, respekt gegenüber erwachsenen (was ja heute kaum noch die jugend kennt), auf heimatliebe und frieden mit allen völkern wurde sehr viel wert gelegt
ich war gern pionier, es hat spass gemacht und man hat ne menge gelernt und konnte verantwortung übernehmen

6. Wie war (für dich) der Unterricht in der Oberschule?
War er lehrreicher, als der der heutigen BRD?

ui.. ist lange her.. ich denke ddr schule war echt ok und wird sich mit jetzt (aussern nem grosserem angebot sprache, informatik etc.) nicht viel nehmen, oder? ich hab momentan keinen vergleich

7. Was gefiel dir NICHT in deiner Kindheit/ Jugend, das
etwas mit deiner Erziehung und Bildung zu tun hatte?

das man das schulessen aufessen musste.. ansonsten muss ich sagen, ich war ein glückliches kind und man wuchs in das system rein und alles war normal und mal ehrlich so schlecht war eine gewisse art anpassung für alle und disziplin nun auch wieder nicht. heute macht jeder was er denkt und man sieht ja was für arme bei so manchen eltern aufwächsen.


8. Im Vergleich zu heute: Welches Schulsystem ist
besser? Das aktuelle Deutsche, welches in Stufen
(Primar-,Sekundarstufe, etc.) gegliedert ist, oder das
der DDR, welches allein aus einer "Schulart" bestand.
(Bitte mit Begründung)
Was sollte man ändern?

keine ahnung.. ich werd erst dann mitreden können wenn meine eigenen kinder in die schule gehen werden, ich denke jetzt ist es ok so wie es ist
und mal ehrlich, die meiste verantwortung haben ja immer noch die eltern und nicht die lehrer

9. Worin siehst du den größten Unterschied in der
Erziehung der Kinder der DDR und der heutigen BRD
(nicht auf das Schulsystem bezogen)

wir waren noch wirklich kinder, konnten uns ohne angst draussen frei bewegen, es gab für ALLE angebote die kostenlos waren die zur bildung und förderung beigetragen haben, wir hatten mehr verantwortung von klein an, wir waren selbstständiger und aber auch respektvoller anderen gegenüber, freunlicher, hilfsbereit, ordentlich.. die gewisse strenge hat uns gut getan und die wenige kriminalität, der wenige verkehr, kaum hektik, alles war immer geregelt - das war die freiheit die heute kinder gar nicht mehr haben können
und ich sehe das mittlerweile immer wieder an meinen praktikanten in meinem geschäft.. das fängt bei den kleinsten benimmregeln an.. keine begrüssung, keine umsichtigkeit, null respekt, mufflig und unfreundlich, unpünktlich.. aber so wird die zukunkt werden, so scheint es gewollt zu sein, sehr traurig

10. Würdest du dein Kind, wenn du wählen könntest,
lieber in die Schule der DDR gehen lassen, oder
wolltest du, dass es eine der heutigen Schulen
besucht? (Bitte den Aspekt der Bildung und der
Erziehung beachten!)

die bildung von heute und die ordnung und disziplin der ddr.. vllt. schuluniform, gewisse pflichtfreizeitangebote, die morgendliche begrüssung, schulessen für alle, sportveranstaltungen usw.. die mischung wäre das richtige

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16. April 2008 um 0:19

Ich antworte auch mal
und zwar noch bevor ich die anderen Antworten lese...

1. Wie lange und wo hast du in der DDR gewohnt?
- von Geburt im Januar 1982 bis Schluss, Sachsen, Nähe Dresden

2. Welche pädagogischen Einrichtungen hast du besucht
(Kinderkrippe, Oberschule, etc.)? / Welchen Abschluss
hast du?
- Kinderkrippe, Kindergarten, Balettschule zur Sportförderung, 1. und 2. Klasse Schule

3. Bist du gerne in die Schule gegangen?
- Ja, außer Samstags, das mochte ich nicht. Ich fand sowohl den Schulapell toll, als auch den Morgenapell. Ich mochte die Veranstaltungen in denen man für gute Dienste belohnt wurde (z.B. mit kleinen Trompeterbüchern). Als kleines Kind fand ich auch Orden oder Anstecknadeln toll (die goldene Brandschutz-Eins zum Beispiel - hatte aber nix mit der Schule zu tun). Die Orden waren meist aus Pappe, und man bekam beispielsweise auch einen wenn man besonders gut Altpapier gesammelt hat. Die Ferienspiele waren klasse, nicht vergleichbar mit dem heutigen Hort! Aber auch der Schulhort am Nachmittag war schön. Leider fehlt mir die detaillierte Erinnerung daran, da ich ja noch relativ jung war. Aber eigentlich habe ich nur positiver Gefühle beim Gedanken an diese Zeit.

4. Welchen Einfluss hatten deine Eltern auf deine
Erziehung?
- Anfangs nicht viel, da mein Vater die ersten beiden Jahre meines Lebens noch bei der Armee war, meine Mutter zeitig wieder arbeiten ging. Die erste Zeit, knapp ein Jahr lang, war ich überwiegend bei meiner Oma. Danach kam ich in die Kinderkrippe in der auch meine Mutter arbeitete. Anschließend in den Kindergarten. Als ich im letzten Kindergartenjahr war wurde meine Mutter schwanger und bekam meinen Bruder, daher konnte sie sich dann besser und öfter um mich kümmern. Insgesamt kann ich aber sagen dass ich als Kind häufig bei meinen Großeltern (sowohl mütterlicher- als auch väterlicherseits) war. Dadurch hatte ich auch eine starke Bindung zu allen vier Omas und Opas. Diese Bindung spüre ich bis heute noch. Ich denke auch dass meine Großeltern wesentlich an meiner Erziehung Anteil haben, ebenso meine Tante. Ich liebe meine Eltern, aber ich habe zu meinen Großeltern - denke ich - zum Teil ein besseres Verhältnis. Was nicht heißt dass ich zu meinen Eltern ein schlechtes Verhältnis hätte, denn auch mit ihnen komme ich super klar!

5.Warst du Mitglied der FDJ oder der
Pionierorganisation Ernst Thälmann?
Wenn ja, worin bestand der Alltag dieser
Organisationen?
- ich war nur Jungpionier, das waren die mit dem blauen Halstuch. Thälmanpionier wurde man erst in der vierten (oder danach), da bekam man dann das rote Halstuch. Aber auch als Jungpionier gab es Pioniernachmittage, und man wurde auch schon nach den Grundsätzen erzogen die den späteren Organisationen zu Grunde lagen.

6. Wie war (für dich) der Unterricht in der Oberschule?
War er lehrreicher, als der der heutigen BRD?
- Wie soll man das denn vergleichen? Meine Lehrer waren ja von der ersten bis vierten Klasse die gleichen, und gerade nach der Wende waren die Schulpläne ja noch nicht soviel spürbar anders. Das Verhalten der Lehrer auch nicht! Erst bei meinem Bruder bzw. bei meinem Cousin bekam ich Veränderungen mit. Zum Beispiel wurden wir ja noch von der ersten Klasse an benotet. Wir hatten sogar einen Mitschüler ab der zweiten Klasse, der bereits in der ersten sitzen geblieben war. Ob das heute noch gehen würde weiß ich nicht, aber ich denke ohne Noten ist das schwerer. Ich glaube die DDR-Erziehung war leistungsorientierter, aber auch politischer. Gleichzeitig habe ich das Gefühl, dass der Leistungsdruck von Seite der Eltern geringer war, da ja ohnehin jeder irgendwie irgendeine Arbeit bekam.

7. Was gefiel dir NICHT in deiner Kindheit/ Jugend, das
etwas mit deiner Erziehung und Bildung zu tun hatte
- Wüsste ich jetzt nichts genaues, vielleicht Kleinigkeiten, aber so geringe dass ich sie kaum benennen kann. Was mich vielleicht später gestört hätte war, dass man eigentlich nur innerhalb der DDR-Grenzen informiert wurde. Und dass man eben dadurch sehr eingeschränkt von der Allgemeinbildung war, die man heutzutage erlangen kann. Vor allem mag ich die englische Sprache, die man nicht erlernen hätte können, und das weit verbreitete Russisch hätte mich wohl kaum weitergebracht. Die politischen Anschauungen die vermittelt wurden waren wahrscheinlich auch nicht optimal.

8. Im Vergleich zu heute: Welches Schulsystem ist
besser? Das aktuelle Deutsche, welches in Stufen
(Primar-,Sekundarstufe, etc.) gegliedert ist, oder das
der DDR, welches allein aus einer "Schulart" bestand.
(Bitte mit Begründung)
Was sollte man ändern?
Ich spreche mich für keines von beiden hundertprozentig aus, da beide Vor- und Nachteile haben. Als Nachteil des heutigen Schulsystems ist für mich voranzuführen, dass es Bundeslandabhängige Unterschiede gibt, die nicht sein müssten. Das wäre wohl in der DDR so nicht vorgekommen. Ich finde es nicht gut, dass es in dem einen Land Gesamtschulen gibt. Im nächsten Bundesland ist die häufigste Schulform die Realschule, es gibt weniger Hauptschulen und Gymnasien. Wieder im nächsten Bundesland gibt es quasi eine Zwei-Klassen-Gesellschaft schon unter den Schülern, da man entweder Hauptschule (mit weiterführendem M-Zug) oder Gymnasium besucht, und es kaum Realschulen gibt. Ich finde es schwachsinnig, dass eine Brandenburger Gymnasiastin mit ihren Eltern nach Bayern zieht und in München nur für die Hauptschule zugelassen wird. Etwas mehr Einheitlichkeit wäre sicher besser!

9. Worin siehst du den größten Unterschied in der
Erziehung der Kinder der DDR und der heutigen BRD
(nicht auf das Schulsystem bezogen)
Wir hatten nicht viel, aber kamen damit klar. Es gab keine große Auswahl an verschiedenen Marken, dafür aber auch weniger Neid untereinander. (Außer man hatte West-Verwandte die gelegentlich Päckchen schickten ) Wir wurden nicht so sehr auf Markenbewusstsein getrimmt, es zählten mehr die inneren Werte und das Verhältnis zum System. Außerdem wurde der Sport mehr bzw. besser gefördert - hier konnte man sich seine Anerkennung holen.

10. Würdest du dein Kind, wenn du wählen könntest,
lieber in die Schule der DDR gehen lassen, oder
wolltest du, dass es eine der heutigen Schulen
besucht? (Bitte den Aspekt der Bildung und der
Erziehung beachten!)
Das kann ich nicht konkret beantworten, da ich ja wie schon geschrieben der Meinung bin dass beide Systeme Vor- und Nachteile haben. Ich wöllte natürlich nur das Beste für mein Kind, könnte mich aber ad hoc nicht entscheiden welches System nun wirklich besser ist. Dafür müsste ich mich mehr mit der Materie beschäftigen.

LG
Angelheart1501

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