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Freund mit Kind

16. April 2007 um 21:49

Hallo, ich poste meinen Beitrag jetzt auch hier, weil ich bei 'Eifersucht' keine Antworten bekommen habe.

Ich brauche DRINGEND Rat, mir geht es total schlecht. Ich möchte Eure EHRLICHE Meinung hören - was denkt Ihr?

Ich bin seit 16 Monaten mit einem mich vergötternden Mann zusammen, der mir die Welt zu Füßen legt, mir alles gibt, was ich mir wünsche.

Bis auf eine Sache: Er hat mir seiner Ex ein Kind. Die ganze Sache ist schrecklich gelaufen. Er war 21, sie 19. Sie hat behauptet, sie nähme die Pille, hat es aber nie getan (hat sie hinterher offen zugegeben). Als er dabei war, sich von ihr zu trennen, weil sie so ein schlechter Mensch ist (hat gelogen, daß sich die Balken biegen, siehe nur Pille), hat sie ihm ein Kind untergejubelt. Er ist dann noch kurz mit ihr zusammengezogen, weil er sich verantwortlich gefühlt hat, es ist aber nicht gut gegangen, so daß er sich noch lang vor der Geburt von ihr getrennt hat. Hinterher hat sie ihn massivst unter Druck gesetzt, so daß er den Kontakt zu ihr abbrechen mußte. Seitdem (11 Jahre her) hat er weder sie noch das Kind gesehen. Wir haben vor ca. 1 jahr versucht, über das Jugendamt Kontakt aufzunehmen, aber die Frau ist wirklich krank und blockt alle Versuche ab. Schrecklich.

Naja. Mir geht es total schlecht deswegen. Ich komme aus einer ultra-heilen Familie, es ist für mich völlig undenkbar, einen Freund zu haben, der schon ein Kind hat. Ich bin WAHNSINNIG eifersüchtig auf seine Ex - mit ihr war er in Paris, Rom, Santorin (alles lauter Orte, von denen ich schon seit Jahren träume), mit ihr hat er ein Kind, mit ihr hat er zusammengewohnt... Es ist soooo schrecklich für mich, daß ich an allen Punkten immer nur als Nr. 2 komme. Er sagt immer, daß ich für ihn doch die Nr. 1 bin und daß ich mich nicht vergleichen soll mit ihr - wie recht er hat. Aber es ist so schwierig, auch so zu fühlen!!!

Mit ihr war er viel kürzer zusammen als mit mir jetzt, und seit ihr hatte er auch keine Freundin mehr (also satte 11 Jahre), bis ich kam. Ich war die erste Frau, der er wieder vertrauen konnte. Ich weiß, daß er mich über alles liebt und lieber seine rechte Hand abhacken würde als mich zu verlieren. Umso weniger verstehe ich, warum ich trotzdem so eifersüchtig bin.

Und ich zweifle so oft, ob er der richtige Mann für mich sein kann, wenn es mir so viel ausmacht, daß er schon ein Kind hat. Ich bin überhaupt nicht konservativ oder so, es ist einfach so, daß ich keine Lust auf die Konsequenzen hab, finanziell, erbrechtlich etc. Mit ihm ist es sehr ernst, wir wohnen zusammen und reden dauernd vom Heiraten und Kinderkriegen. Ich glaube, er liebt mich wirklich abgöttisch!!! Und ich bin so undankbar....

Danke für Eure Hilfe.

Gute Nacht wünscht G.

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25. Mai 2007 um 18:26

Verständnis für Dich...
Ich kann Deine Ansichten gut verstehen. Man denkt sich oft, es sei leicht und nur vom Grad der gegenseitigen Zuneigung abhängig, einen Partner mit Kind zu lieben, aber wenn man mit ihm Alltagssituationen meistern muss und all die nagenden kleinen Zweifel auftreten, wird es unendlich schwer.

Als ich mit dem Studium fertig war (habe lange gebraucht - Ende Zwanzig) habe ich einen Mann kennengelernt, der für mich der absolute Traummann war. Die erste Begegnung war wie im Kitschfilm, so etwas hätte ich nie für möglich gehalten. Ich bin ein eher rationaler Mensch (Freunde sticheln mich "Vulkanier"), doch als ich diesen besonderen Menschen zu erstenmal live erlebt habe, hatte ich die weichsten Knie von Westeuropa. Absolut. Die folgenden Wochen waren traumhaft. Auch die Familie, der Hintergrund, die Bildung...alles stimmte. Bis auf eines, das stimmte nicht: er hatte ein kleines Kind, das bei der Ex lebte.

Zuerst war das Kind für mich "abstrakt", denn es lebte ja nicht unsere Begegnungen mit, kam nur gesprächsweise vor. Dann wurde es konkreter. Verbunden mit dem Kind waren andere Probleme - mit der Ex, mit deren neuen Partner etc. All das belastete meinen Freund enorm, auch wenn er sich Mühe gab, es mir gegenüber nicht zu zeigen, ich bemerkte es natürlich doch. Und ich wurde zunehmend kühler und distanzierter. Mir war bewusst, dass ich in diesem Orchester - in dem auch andere, mir ganz unbekannte Personen mitspielten - immer nur die zweite Geige spielen würde. Zuerst kam sein Kind, dann lange nichts, dann ich als neue Partnerin, die sich nebenbei noch seine Sorgen und Launen aufgrund der Ex und ihres Terrors antun durfte. Das klingt jetzt gemein; es war nicht wirklich dramatisch, doch das gefühlte Bewusstsein, nie für ihn die Nr 1 zu sein, tat mir extrem weh!

Ich lasse mich nicht gern verletzen. Nach einem halben Jahr habe ich Bilanz gezogen und mich von ihm getrennt...ich fühlte mich zu jung und unvorbelastet, um TEil einer unglücklichen Patchworkkonstellation zu sein. Auch wenn er "an sich" ein Spitzentyp war! Aber ich hatte ihn ja nicht "an sich". Ich hatte das ganze Paket nebst Zurückstellung. Und das war einfach nicht fair, denn ich hatte im Gegenzug keine "Altlasten" und konnte mich voll und ganz auf ihn hin einstellen...da suchte ich mir lieber einen Partner, der das auch konnte.

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