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Freund der Tochter ist der Falsche, oder

2. Februar 2016 um 17:24

Liebe Community,
ich lese hier ja schon eine Zeitlang mit und möchte gerne eine Einschätzung, ob ich falsch liege und was ich am besten tun sollte.
Meine Tochter wird Ende April 24 Jahre alt, war aber immer unreifer als ihre Klassenkameradinnen bzw. Kommilitoninnen. Wir hatten bis Oktober 2014 ein super Verhältnis. Mit 16 hatte sie ihren ersten Freund, den sie ca. 6 Jahre lang hatte. Mein Mann und ich haben ihn sehr gemocht, obwohl wir immer wußten, dass er nicht der Richtige für sie war. Er war beinahe bei uns zuhause.
Als Werkstudentin lernte sie ihren jetzigen Freund kennen, der 2013/2014 noch ihr Vorgesetzter war und 14 Jahre älter ist als sie. Da unser Vertrauensverhältnis sehr groß war, hat sie mir auch erzählt, dass sie mit ihm über ihr gemeinsames Hobby gesprochen hat (Fotografie). Er hat ihr in allen Einzelheiten von der erotischen Fotografie erzählt. Angeblich fotografierte er Models. Er erwähnte auch, dass seine Freundin schon eifersüchtig war etc....
Sie freundete sich mehr und mehr mit ihm an. Er sei so etwas wie eine "beste Freundin" für sie, da er sie so gut verstehe. Sie meinte auch, dass er sie vermutlich fragen wollte, ob sie für ein Fotoshooting zur Verfügung stehe. Habe ihr aber eingeschärft, dass sowas überhaupt nicht gehe, schließlich sei er der Chef.
Sie hat ihn und seine Freundin dann zu uns zum Grillen eingeladen. Ihr damaliger Freund war auch dabei. Allerdings ist mir etwas merkwürdig aufgestossen, dass er unsere Tochter dann bei ihrem Konzert (das vor dem Grillen stattfand) im Beisein seiner Freundin gefilmt hat.
Er hat dann zusammen mit seiner Freundin im Juli 2014 eine neue Wohnung bezogen.
Der Freund meiner Tochter verbrachte dann ab Ende Juli 2014 ein Auslandssemester in Irland. Im September begann unsere Tochter zu überlegen, dass ihr Freund doch der Falsche sei, was ja auch richtig war, da ihre Lebenspläne völlig unterschiedlich waren. Sie hat sich letztendlich von ihm getrennt und im Oktober 2014 eine neue Wohnung bezogen.
Und siehe da, da war sie plötzlich in den jetzigen Freund verliebt und er in sie. Angeblich sei die Beziehung zwischen ihrem jetzigen Freund und dessen Partnerin ja schon kaputt gewesen, hat er ihr erzählt. Als seine damalige Partnerin, mit der er 7 Jahre zusammen war, sein Handy kontrolliert hat, hat er Schluss gemacht, weil das ja ein Vertrauensbruch war. Er hat seiner Partnerin immer erzählt, mit unserer Tochter sei nichts, sie bedeute ihm nicht mehr als eine kleine Schwester. Jedoch haben alle anderen um sie herum seiner damaligen Partnerin etwas anderes zugeflüstert. Ich meine, dass das Handykontrollieren innerhalb einer 7jährigen Beziehung schon verzeihlich gewesen wäre.
Wir haben unserer Tochter ganz deutlich gesagt, dass wir von dem Herrn nicht viel halten (er machte immer wieder eine äußerst schlechte Figur). Für uns sieht es so aus, als habe er bei unserer Tochter kein Land gesehen und ist eben bei seiner Freundin geblieben, bis der Weg dann frei war.
Silvester 2014/15 hat dann die Beziehung zwischen unserer Tochter und ihm begonnen. Sie hat uns davon nichts gesagt, weil sie ja wußte, dass wir ihn nicht mochten. Erst nach 6 Wochen ist sie mit der Wahrheit herausgerückt. Ich habe ihm dann (ja es war nicht gerade klug) eine Mail geschrieben, in der ich ihm unseren Standpunkt erklärt habe sowie ihm ganz konkret gesagt, was wir von ihm halten.
Er hat die Beziehung sofort beendet, angeblich weil er unsere Tochter nicht leiden sehen kann.
Unsere Tochter hat dann den Bachelor gemacht und ist danach wieder mit ihm zusammen gekommen. Die Beziehung besteht nun seit Sept. 2015.
Im Januar 2016 ist sie zu ihm gezogen.
Wir verstehen überhaupt nicht, wie sie das tun konnte.
Ich habe ihr von meinem Gespräch mit seiner Ex berichtet, die mir zufällig über den Weg gelaufen ist.
Sie berichtete, dass es immer wieder andere Frauen für ihn gab (von einer ahnte auch unsere Tochter etwas, als sie noch neu in der Firma war, weil diese ihr so eifersüchtig begegnete, was sie aber damals nicht verstand). Überdies war er schon einmal verheiratet. Davon wußte unsere Tochter angeblich. Er hatte und hat immer noch Kontakt zu seiner Ex. Auch das wußte unsere Tochter angeblich. Das glaube ich ihr nicht. Ich denke eher, sie möchte nicht zugeben, dass sie es nicht wußte. Ebenso habe ich sie im November, nachdem sie ja schon einige Wochen mit ihm zusammen war, damit konfrontiert, dass er ein 8jähriges Kind hat, für das er zwar bezahlt, das er aber nie kennengelernt hat. Das war ihr nicht bekannt.
Darauf angesprochen, hat er es zugegeben. Der Vertrauensbruch störte sie nicht besonders. Und dass er keinen Kontakt zu seinem Kind hat, das arbeitete schon in ihr (schließlich hat sie von uns da ganz andere Werte erfahren). Aber er hat als Entschuldigung aus dem Hut gezaubert, dass die Frau nicht wollte, dass er Kontakt zu seinem Kind habe. Auch als ich ihr sagte, dass der biologische Vater da durchaus vom Gesetz her Möglichkeiten habe, ließ sie das nicht gelten.

Auch das, was er ihr in der Firma als Vorgesetzter vorgelebt hat, war verantwortungslos etc. Das ließe sich hier noch breittreten, führt aber zu weit.

Für meinen Mann und mich steht fest, dass der Typ einen miesen Charakter hat. Und eine Wandlung von Saulus zu Paulus.... na, daran mag ich nicht so recht glauben. Ist wohl eher etwas für Idealisten.

Fakt ist, das Verhältnis zu meiner Tochter ist sehr zerrüttet. Allerdings glaube ich auch, dass sie sich jetzt abnabelt und der Kerl zur falschen Zeit am falschen Ort war und er das Mittel zur Rebellion sein könnte...

Sie wirft uns vor, sie daran gehindert zu haben, ihre eigene Entscheidung zu treffen.

Tatsächlich haben wir ihr seinerzeit geschildert, wie sehr ihre Beziehung unser Verhältnis beeinträchtigen wird.

Da kann man noch so sehr schauspielern, aber wenn das Gespräch auf ihn kommt, dann fallen bei uns halt die Mundwinkel nach unten... etc. Das alleine ist schon sehr belastend

Da wir ihm seinerzeit im Febr. 2016 Hausverbot erteilt hatten, schmerzt der Umzug unserer Tochter zu ihm jetzt doppelt, da wir sie nicht besuchen können. Sie besucht uns zwar, aber selten und das ist auch nicht unbelastet...

Ich habe mich in eine Lage hineinmanövriert, aus der ich nicht so leicht herauskomme...
Der Weg zu ihm ist dicht. Da geht gar nichts. Er ist nicht bereit, mit uns zu sprechen.
Mein Mann hat einen einigermaßen funktionierenden Kontakt zu unserer Tochter, aber zwischen ihr und mir geht nichts...
Ich muss auch erstmal schweigen, sonst zerbricht noch mehr Porzellan.
Was ratet Ihr mir?

LG

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