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Frage zur Erziehung....

2. Oktober 2007 um 7:29 Letzte Antwort: 5. Oktober 2007 um 12:50

Hallo Ihr Lieben,
meine beiden 4 und 5 Jahre alt sind keine Elngel, jedoch haben wir ihnen mittlerweile einige Regeln des "Miteinander" nähergebracht - nicht um Spielzeug streiten, teilen, sich nicht gegenseitig hauen, etc.
Nun spielen die beiden recht häufig mit einem Kind, welchem diese Regeln wohl noch nie nähergerbracht wurden - sobald sich eines unserer Kinder ein Spielzeug greift, will er es sofort haben. Er fragt nicht ordentlich danach sondern geht aggressiv auf unser Kind los und will es aus den Händen reißen. Da unsere beiden solches Vorgehen nicht gewöhnt sind, hat er das Spielzeug auch gleich (überraschungseffekt) und wenn unsere doch mal richtig zupacken und es nicht hergeben, brüllt und heult er sofort herum und schreit ich hasse dich, ich spiele nie wieder mit Dir etc.
Dadurch, dass wir näher mit den Eltern bekannt sind, wissen wir, dass konsequenz da teilweise ein Fremdwort ist - es werden Dinge angedroht, die sofort, wenn gebrüllt wird wieder zurückgenommen werden und das Kind getröstet wird.
Netterweise ist diese Kind kein "Einzelfall" eher habe ich das Gefühl, dass unsere Kinder (obwohl ich manchmal meine sie sind rchtige Teufelsbraten) die erzogensten Kinder sind. Das schlimme d<aran ist, dass sie dadurch eher Nachteile, als Vorteile haben - sie ziehen immer den schwarzen Peter, da sie nicht schlagen, ihr Spielzeug teilen - aber im Gegenzug geschlagen werden, das Spielzeug weggenommen bekommen oder ähnliches. Ich möchte aber auch nicht, dass sie genauso sind, wie die anderen. Beobachtet ihr das auch? Was macht man da?

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2. Oktober 2007 um 13:49

Dürfen sich nicht alles gefallen lassen
Hallo,

mir ging es ähnlich. Ich habe meinem Sohn auch immer gesagt, dass man weder haut noch beißt, etc. Allerdings versuche ich ihm nun beizubringen, dass er sich wehren soll, wenn andere Kinder im Kindergarten ihn beißen o. ähnliches. Mein Sohn ist 4,5 Jahre alt und sehr zierlich. Wenn dann so unerzogene Kinder, die meinen sie können alles, weil sie größer sind oder denen das schlichtweg nicht gelernt wurde ihm wehtun, dann stimmt mich das auch sehr nachdenklich. Als ihn ein Junge mal grundlos in den Rücken gebissen hatte (er hatte durchs T-Shirt durchgebissen u. man sah einen richtig roten Bissabdruck), sagte sogar die Erzieherin, dass er ihn dafür auch mal hauen darf. Die Erzieherinnen sind bei einigen Kindern total machtlos, weil sie es trotzdem wieder machen, selbst wenn sie es den Eltern mitteilen u.s.w.

Versuche das Deinen Kindern zu vermitteln, dass sie zurückhauen, wenn andere Kinder mit sowas anfangen u. nicht aufhören.

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2. Oktober 2007 um 14:17

Zurückhauen?
Mein Standpunkt dazu ist eindeutig: Gewalt ist nicht in Ordnung. Einem Kindergartenkind sagt man, du darfst zurückhauen, um dich zu "verteidigen" - wie bringt man dann dem Jugendlichen bei, dass dieses Verhalten unter Erwachsenen weder gesetzlich erlaubt noch moralisch vertretbar ist? Ja, es ist schwer, mit diesem Standpunkt gegen einen nicht geringen Teil der Umwelt anzuerziehen. Aber ja, man kann es durchhalten. Ich habe versucht, meinen Kindern (die Großen sind 4. und 6. Klasse, für den Kleinen ist es noch nicht wichtig ) Alternativen zum Zurückhauen zu zeigen. In vielen Fällen kann man verbal tatsächlich etwas ausrichten, wenn das nicht geht, hilft, sich zurückzuziehen. Nein, das ist kein Zeichen von Unterlegenheit, auch wenn es vielfach so gedeutet wird! Ich versuche, das Selbstbewusstsein meiner Kinder so weit zu stärken, dass sie es nicht nötig haben, auf (angedrohte) Gewalt anderer mit Gewalt zu reagieren. Keines meiner Kinder ist dadurch in eine Opferrolle hineingedrängt worden. Ich finde es schade, dass, wie weiter unter beschrieben, sogar ausgebildete Erzieher zum Hauen auffordern. Ich als Mutter hätte mich dagegen verwahrt.

Zur Frage der Threadschreiberin: Wenn deine Kinder 4 und 5 sind, müsstest du mit ihnen über das Problem reden können. Haben sie vielleicht selbst einen Lösungsvorschlag? Man könnte doch vereinbaren, dem Besuchskind eine klare Grenze zu ziehen: Nach dem dritten aggressiven "Ausfall" wird der Besuch abgebrochen. Natürlich musst du dann ein starkes Rückgrat haben, um den Eltern das klarzumachen, aber ich habe es in einem Fall so durchgezogen. Übrigens konnte sich das betreffende Kind auf einmal auch ohne Klopperei mit meinem Sohn verständigen.

Tiny

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4. Oktober 2007 um 7:35

Grenzen setzen....
Hallo Vollmond,
das sehe ich nun leider etwas anders - sozusagen dein "Tratra" immerhin sind die Eltern nicht nur erziehungsberechtigt, sondern auch erziehungsverpflichtet! Das verstehen in meinen Augen viel zu wenige. Und ich denke sobald ich sehe, dass mein Kind außerhalb normaler Grenzen aggressiv ist, dann sollte man da auch einschreiten und nicht nach dem Motto leben: Wen es stört, der soll es doch selbst in die Hand nehmen. Kinder lernen viele Grenzen selbst, vor einigen jedoch bewahrst du dein kind doch - oder läßt du es einmal auf die vielbefahrene Straße rennen, damit es mal sieht, wie es ist von einem Auto überfahren zu werden? Warum werden nur solche Grenzaustestungen dem Kind vorenthalten, wenn es um die eigene Sicherheit geht? Warum nicht auch die, wenn es um anderer Leute (Kinder) Sicherheit geht? Zanken ok, ein Notwehr-Hauen auch - Schlagen, boxen, beissen, Plastiktüte nicht OK! Zumal die lieben kleinen ja genau wissen, wem sie das antun können - größere und stärkere werden in aller Regel von solchen Angriffen verschont. Ich rede also bei den Schlägern nicht von vorangehenden Streitigkeiten sondern von "grundlosem" Angriff auf Schwächere. Soetwas würde ich meinen nicht durchgehen lassen.

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4. Oktober 2007 um 7:49

Nicht so dramatisch....
naja mit dem Besuchskind spielen die beiden schon schön, nur eben in jeder Situation, wo dieser etwas haben will, was gerade blockiert wird, reagiert er so, diese Situationen kommen zwar nicht häufig vor, aber wenn-dann richtig. Wir (wenn wir allein sind) reden mit dem Kind und sagen ihm, dass es so nicht geht, und daß das Spielzeug geteilt werden muss. Und wenn er trotzdem weiter austickt, wird er kurz rausgeschickt. Sind jedoch seine Eltern dabei, wird er getröstet (zwar auch mit der Ausrichtung auf: das geht jetzt nicht, weil ein anderes Kind damit spielt), aber er merkt wohl nicht, dass sein Verhalten nicht in Ordnung war, weil-es gibt ja Kuscheleinheiten.
Unsere Beiden streiten sich auch oft, mit unterschiedlichem Ausgang. Wird jedoch wegen so einem Pups einer von den beiden Handgreiflich, gehe ich natürlich dazwischen und sorge dafür, dass das Objekt der Begierde im Zweifelsfalle dem Angreifer gar nicht in die Hände kommt. Somit lohnt sich schlagen nicht. Wie gesagt, es hat sich sehr gebessert und die Aurutscher kommen nur noch selten vor, wobei man eben immer wieder Tiefschläge hinnehmen muss, weil in anderen Häusern (und auch im KiGa) eben dies nicht mal ansatzweise gelebt wird.
Was bei Euch so abgeht finde ich echt Krass. Sowas gibts bei uns nicht.

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4. Oktober 2007 um 11:23

ÄHM - wie wärs mit Anstand?
Entschuldigung, warum fühlst du dich so angegriffen?
du schriebst "...Ich sehe also den widerspruch nicht und auch verstehe ich nicht, warum heutzutage dermassen ein grosses tratra gemacht wird, wenn kleine kinder ihre grenzen selber erlernen, sprich: 2 kids streiten sich um ein spielzeug, das stärkere reisst es an sich, das schwächere steht da und weint. Die mamas und papas rennen hin und streiten sich...Blödsinnig das ganze. Die kinder haben das selber geregelt. ..." das ist ein nettes Beispiel, WO man die Kinder die Grenzen austesten lassen kann - kann man aber nicht in jedem Fall! Und genau UM DIESE Fälle geht es mir.
Und im Übrigen: deine selbstgefälligen Kommentare kannst du dir selbst an die Nase pappen!

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4. Oktober 2007 um 11:26

Ach..
Du kannst ja tatsächlich normal antworten!
Aber trotzdem: Bei mir waren eben nicht die "normalen" Streitigkeiten der Anlass der Frage sondern handgreiflichkeiten... und dein erstes Posting verallgemeinerte leider deine Tipps zu "gewaltfreien Streitigkeiten".

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4. Oktober 2007 um 13:04

Ich weiss..
Du meinst mich und Vollmond - daher mein Statement dazu:
es kann jedem passieren, dass man sich mal unverständlich ausdrückt oder auch mal was falsch versteht. Aber dazu kann man eine ordentliche Antwort verfassen oder auch nachfragen. Was Vollmond da gleich für Geschütze auffährt "zu blöd..." "nicht richtig lesen...." "hineininterpretieren..." finde ich schon arg daneben.

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4. Oktober 2007 um 13:39

Notwehr - und wo lebe ich eigentlich?
Hallo Leute,

habe grade erst bemerkt, wie diese Diskussion hier angewachsen ist... und möchte dann doch noch etwas zu meinem Beitrag unten sagen.

Tja, die Notwehr ... vor dem Gesetz ist das immer eine Frage der Verhältnismäßigkeit. Wenn einem Erwachsenen jemand etwas wegnimmt (zum Beispiel die Vorfahrt!), dann gilt es nicht als Notwehr, an der nächsten Ampel auszusteigen und sich sein vermeintliches Recht durch eine Rempelei zu verschaffen. Und wenn mir in der vollen U-Bahn jemand blöd kommt und mich unsanft zur Seite schiebt (man kann auch sagen stößt), dann darf ich auch nicht draufhauen. Notwehr wird akzeptiert, wenn es ernsthaft um Leib und Leben geht, aber mal ehrlich: Das muss man sicher nicht extra im Kindergarten- und Schulalter trainieren. Die eigene Haut zu retten, ist wohl ein selbstverständlicher Reflex.

Vielleicht sagt ihr jetzt, die Beispiele sind an den Haaren herbeigezogen, aber mir geht es ums Prinzip. Auf jeden Fall fährt derjenige besser, der beizeiten gelernt hat, Gewalt nicht unmittelbar mit Gewalt heimzuzahlen, auch wenn der Angegriffene "im Recht" ist.

Wir leben im Schmelztiegel Hamburg, noch dazu in einem sehr gemischten Stadtteil. Mir wurde oft vorausgesagt, dass ich meine Kinder durch meine (unsere, mein Mann ist der gleichen Ansicht) Anti-Gewalt-Erziehung in die falsche Richtung dränge. Aber nichts da: Sie sind 4. und 6. Klasse, also mit Schulhoferfahrung, und sie werden nicht systematisch verdroschen. Sie halten auch nicht die andere Wange hin, wie unten unterstellt wurde - sie gehen einfach weg. (Mein Sohn ist Klassensprecher und kann auch verbal schon ziemlich gut deeskalieren - irgendwas scheint meine Arbeit also gebracht zu haben.) Platz zum Weggehen und Nicht-provozieren-lassen ist eigentlich fast immer. Und wenn die Situation "viele gegen einen" eintritt, dann hilft das körperliche "Wehren" nicht viel, es sei denn, der "eine" ist ein durchtrainierter Kampfsportler und die "vielen" alle schlaffe Säcke. In solchen Fällen ist nicht die körperliche Gegenwehr gefragt, sondern die Aufsicht der Lehrer, Eltern und Erzieher, da gebe ich Maralea vollkommen Recht.

Übrigens können wir auch in anderen Hinsicht gegen herrschende Vorurteile "anleben". Unsere Kinder sind noch nie doof angemacht worden (obwohl mir das unzählige Male prophezeit wurde), weil sie nicht fernsehen (sie dürften, wenn sie wollten, aber wir als Eltern machen die Glotze auch nie an) und andere Musik hören als ihre Klassenkameraden. Vielleicht bringt es eben doch mehr, das ruhige Selbstvertrauen zu stärken, als einem Kind schon im Kindergarten grünes Licht zum Schlagen zu geben.

Und nein - ich glaube nicht, dass wir hier auf der Insel der Glückseligen leben.

Dies dazu

Tiny

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5. Oktober 2007 um 8:05

Wie du mir....
Hallo vollmond
es mag sein, dass ich deinen beitrag falsch verstanden habe, jedoch möchtest du mal bitte zugeben, dass deine reaktion völlig überzogen war. Mein "überzogenes" Beispiel war genau dazu da, dir zu zeigen, dass verallgemeinerungen (wie ich sie aus deinem Beitrag - evtl. auch zu Unrecht - herausgelesen habe) eben falsch sind. Dieses Beispiel war keinesfalls dazu gedacht DIR soetwas zu unterstellen. In diesem Sinne interpretierst auch DU Dinge in Postings, die dort nicht stehen. Also bitte: Kritik ja, aber auch Selbstkritik. Es ist eben schwer in ein Paar Sätzen Dinge auszudrücken, vor allem dann, wenn es Mensch gibt, die sich sofort angegriffen fühlen (NEIN, ICH FÜHLTE MICH NICHT ANGEGRIFFEN, ICH WOLLTE DEINE AUSFÜHRUNGEN NUR ETWAS EINSCHRÄNKEN) und denen irgendwas "zu blöd" ist - was auch immer

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5. Oktober 2007 um 8:09

Wie man...
in den Wald hineinruft!

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5. Oktober 2007 um 12:50

@vollmond...
Ich habe dich doch gar nicht persönlich angegriffen, warum also so hitzig??

Ich bleibe dabei: Ich finde es nicht in Ordnung, auf Gewalt mit (körperlicher) Gewalt zu antworten. (Um verbales Mobbing ging es in diesem Thread nicht.) Die zivilisierte Gesellschaft antwortet ja auch nicht auf Mord mit der Todesstrafe. Ich finde es richtig, diesen Standpunkt ganz prinzipiell zu vertreten, weil es nicht leicht ist, (Kindergarten-)Kindern den Übergang zwischen "ein bisschen hauen" und "hauen" begreiflich zu machen. Dann lieber gar nicht hauen. Ich bleibe dabei, meinen Kindern von Anfang an alternative Wege zur Konfliktlösung beizubringen. Und ich glaube nicht, dass sie dadurch im Leben einen Nachteil haben. Und übrigens: Die Selbstverteidigungskurse, die ich bei meinen Kindern erlebt habe (2 Stück), waren unsinnig. Notwehrsituationen gehören, wie schon gesagt, in diese Diskussion überhaupt nicht hinein, weil sie sich durch das "Zurückhauen" im Kindergartenalter sowieso nicht trainieren lassen. (Ich war selbst schon mal in einer solchen Situation. Zum Glück konnte ich das Problem verbal lösen - körperlich hätte ich gegen den Kerl keine Chance gehabt.)

Im Übrigen stimme ich dir vollkommen zu: Man (d.h. vor allem die Mütter) sollten sich nicht ständig in Konflikte ihrer Kinder hineindrängeln, weil diese sonst überhaupt nicht lernen können, ihre Konflikte mit anständigen Mitteln auszutragen.

Schöne Grüße! Tiny

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