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Fehlende Mutterliebe in meiner Kindheit - Werde ich deshalb auch eine schlechte Mutter?

17. November um 19:58

Mein Freund und ich sind bereits seit 3 Jahren zusammen und so langsam macht sich bei ihm der sehnliche Wunsch, Papa zu werden, breit und auch ich denke hin und wieder darüber nach. Ich habe jedoch Angst davor, Mutter zu werden aufgrund meiner Erfahrungen. 
Leider habe ich von klein auf bereits keine gute Bindung zu meiner Mutter gehabt. Sie hat mir nie wirklich das Gefühl gegeben, geliebt zu werden.. Keine Umarmungen, kein gekuschel, kein "Ich hab dich lieb"... Bei meinem Bruder war dann alles anders... Als ich 14 war, ist sie dann abgehauen, während mein Vater im Ausland war. Hat mich tagelang allein gelassen mit meinem kleineren Bruder. Wir sind von pflegefamilie zu Verwandten gewandert und schließlich bin ich mit 17 allein gewesen mit meinem Bruder, da mein Vater eher auf Geld verdienen aus war im Ausland. Über die ganzen Jahre hat sie kein Interesse gezeigt für mich oder meinen Bruder. Kein Anruf. Kein Brief. Kein Besuch. Auch heute nicht, obwohl sie Telefonnummer etc. hat. 
Das alles geht natürlich nicht spurlos an einem vorbei und ich habe Angst, dass ich einmal genauso werde wie diese Frau. Dass ich vielleicht irgendwann ein Kind in den Armen halte und nichts dafür empfinden kann. 
Ich weiß nicht, wie ich mit meinen Ängsten umgehen soll und ob ich nicht vielleicht einfach zu meinem und zum Schutz eventueller Kinder auf eben diese verzichten sollte. 
 

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17. November um 21:57
Beste Antwort

Nein das nicht unbedingt. Das alleine wäre auch kein Grund keine Kinder zu bekommen. Aber
es kann schon sein, dass du immer wieder durch kleine Dinge an Situationen erinnert werden wirst, wie es bei dir war. Dazu kann unter anderem auch gehören, dass du kontrovers reagierst in Bezug auf dein Kind. Oder dass bestimmte Ereignisse mit deinen Kindern wie Trigger wirken könnten.
Aber das sind Spekulationen, es muss nicht so sein.
Ich würde wenn ich du wäre, allerdings jetzt schon mal beginnen, diese Dinge aufzuarbeiten. Selbst wenn du das in der Vergangenheit bereits gemacht hast, dann nimm es ruhig noch einmal in Angriff.

Mit der Zeit bekommt man auch zu vielen Sachen eine andere Einstellung, kann sie anders angehen wie vor x, y Jahren.
 Und wenn du dann tatsächlich ein Kind hast, auch da bei Unsicherheiten Hilfe in Anspruch nehmen.
Das muss man natürlich keinem aufs Butterbrot schmieren.
Also nicht schon vorab die Pferde scheu machen.
Aber sich umsehen, wo man Hilfe erhalten kann.
Man weiß zwar vom Verstand her vieles wie es laufen soll, aber die Seele und das eigene kleine Kind in einem weiß es nicht immer.

Auch Eltern die wohl behütet aufwuchsen, eine gute Entwicklung hatten kommen an ihre Grenzen oder machen etwas wo man besser machen könnte.
Ich habe vier Kinder und zwei davon sind seelisch behindert. Das ist für die eigene Gesundheit nicht gerade förderlich und ich bin froh, dass wir wenigstens ein gutes Auffangspolster an Lehrern, Erziehern und Therapeuten haben.
Alleine wäre das nicht zu schaffen.
Ist auch nicht schlimm, man muss sich eben bewusst sein, was man selbst händeln kann, was nicht.

Du hast es zwar nicht immer gut gehabt und auch eine liebe Pflegefamilie oder Verwandte ersetzen nicht das was die eigenen Eltern hätten machen sollen, aber du bist dir sehr vielem bewusst und machst dir Gedanken.
Das ist schon einiges mehr, wie es andere Menschen tun, die ein Kind bekommen und es schlecht behandeln.

Wie war es denn bei deinem Freund? Was für ein Mensch ist er? Gibt es Kontakt zu seinen Eltern? Wie sind die? Auch wenn es da zB Spannungen gibt-
manche Sachen sind Tabu, das geht Oma und Opa nichts an wie die Kinder die Enkel erziehen. Bei anderen Sachen kann man selbst auch mal einen Punkt setzen und es die Oma machen lassen, das muss man aber rausfinden.
Persönliche Zwiste sollten möglichst beigelegt werden, es sei denn sie sind unüberwindbar und die Schwiegertochter ist eh nichts wert. Darum können es aber trotzdem gute Großeltern werden, das ist wichtig für die Kinder. Hauptsache der Grund stimmt immer und es erfährt viel Stabilität.


Viel Glück

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21. November um 16:05

Nein, gerade deswegen wirst du es anders machen, besser! Weil du weißt wie schlimm das für jemanden ist. Also wirst du deine Kinder lieb behandeln, in den Arm nehmen usw.
Ich hab früher ständig eine Ohrfeige bekommen, sobald ich was falsches gesagt habe. Ich wußte fast nie warum eigentlich. Dann hatte ich Gedanken: Wenn ich groß bin, dann bekomme ich Kinder und dann kann ich die so behandeln. Man hat da echt schlimme Gedanken, wenn es einem mies geht! Aber nun bin ich Mutter von 2 Kindern, kuschle jeden Tag. Muss natürlich auch schimpfen. Aber ich versuche es besser zu machen. Und genau das wirst du auch.

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26. November um 4:41

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26. November um 9:41
In Antwort auf sternchen1996

Mein Freund und ich sind bereits seit 3 Jahren zusammen und so langsam macht sich bei ihm der sehnliche Wunsch, Papa zu werden, breit und auch ich denke hin und wieder darüber nach. Ich habe jedoch Angst davor, Mutter zu werden aufgrund meiner Erfahrungen. 
Leider habe ich von klein auf bereits keine gute Bindung zu meiner Mutter gehabt. Sie hat mir nie wirklich das Gefühl gegeben, geliebt zu werden.. Keine Umarmungen, kein gekuschel, kein "Ich hab dich lieb"... Bei meinem Bruder war dann alles anders... Als ich 14 war, ist sie dann abgehauen, während mein Vater im Ausland war. Hat mich tagelang allein gelassen mit meinem kleineren Bruder. Wir sind von pflegefamilie zu Verwandten gewandert und schließlich bin ich mit 17 allein gewesen mit meinem Bruder, da mein Vater eher auf Geld verdienen aus war im Ausland. Über die ganzen Jahre hat sie kein Interesse gezeigt für mich oder meinen Bruder. Kein Anruf. Kein Brief. Kein Besuch. Auch heute nicht, obwohl sie Telefonnummer etc. hat. 
Das alles geht natürlich nicht spurlos an einem vorbei und ich habe Angst, dass ich einmal genauso werde wie diese Frau. Dass ich vielleicht irgendwann ein Kind in den Armen halte und nichts dafür empfinden kann. 
Ich weiß nicht, wie ich mit meinen Ängsten umgehen soll und ob ich nicht vielleicht einfach zu meinem und zum Schutz eventueller Kinder auf eben diese verzichten sollte. 
 

nein. davor brauchst du überhaupt keine angst haben.

meine schwester ist eine sehr liebevolle und fürsorgliche mutter geworden. sie hat alles anders gemacht, sie hatte aber auch ganz andere udn viel bessere umstände als unsere mutter. 

du kannst eine super mama werden. hab keine angst davor. du hast viel liebe zu geben. 

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26. November um 10:10

Grundsätzlich brauchst Du davor keine Angst haben, gerade weil Du ja auch weißt, dass Deine Mutter es nicht gut mit Dir gemeint hat. Es ist allerdings auch nicht so einfach, einfach so eine 'gute' Mutter zu sein, ohne Vorbild, ohne selbst Mutterliebe erfahren zu haben. Ich würde Dir raten, dieses Thema für Dich aufzuarbeiten. Bücher, vielleicht sogar eine Therapie. Damit Du noch wachsamer bist in Situationen, in denen Du auf einmal Angst hast, Deine Mutter zu kopieren.

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26. November um 11:08

Ich möchte dir auf jeden Fall auch Mut machen, denn nein, deine Geschichte wiederholt sich nicht zwangsläufig!
Aber "einfach so" oder weil du es dir vornimmst, geht es normalerweise eben nicht. Ich habe dazu neulich einen sehr spannenden Vortrag eines Beziehungsforschers (und Psychiater, Psychologe etc.) gehört. Ja, du kannst es anders machen als deine Mutter.
Das geht aber erwiesenermaßen nur dann, wenn du diese deine Themen wirklich aufgearbeitet hast - und zwar mit therapeutischer Hilfe.
Hast du mal eine Therapie gemacht? Wenn nein, würde ich dir dazu unbedingt raten.
Dann schaffst du das auch

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