Forum / Meine Familie

Familiensituation halte ich nicht mehr aus

Letzte Nachricht: 23:10
30.04.21 um 22:33

Liebe Freunde

das hier ist mein erster Beitrag. Seid also bitte nicht zu hart zu mir.

Insgesamt ist zu viel vorgefallen, als das ich hier alles aufführen kann. Aber ich versuche das Wesentliche zu erklären.

Mein Vater hat sehr cholerische Züge. Das bedeutet, dass er schnell ohne Grund wütend wird und seine Wut an seiner Familie auslässt.
Dafür werden ich, meine Schwester und meine Mutter beleidigt und angeschrien. Ich wurde schon als Schlampe oder Kreatur bezeichnet.
Als er die Nerven verloren hatte und ich runtergekommen bin, sagte er, dass er mich umbringen würde, wenn ich nicht wieder hoch gehen würde...
Naja, es gibt Höhen und Tiefen. Trotzdem, der Stress bleibt. Dieser permanenter Stress und Angstzustand zuhause, belastet mich psychisch.
Dazu kommt, dass er meine Mutter und mich schlecht behandelt und sie als minderwertig ansieht. Zum Beispiel beleidigt sie vor den Augen meiner Schwester (15) und mir während des Abendbrots. Sie hört sich seine Kritik an, bleibt brav. Insgesamt macht sie alles für ihn, obwohl er sie emotional missbraucht. Dabei habe ich ihr schon oft gesagt, das sich es zuhause nicht mehr aushalte. Allerdings höre ich mir dann wieder an, dass ich ihn nie provozieren darf. Ich darf mich nicht wundern, wenn er ausrastet. Allerdings frage ich mich, welcher Vater seine Tochter ohne Grund beleidigen darf?? Selbst wenn ich Mist gebaut habe, rechtfertigt das nicht sein unreifes Verhalten.
Ein weiterer Punkt ist das Abendessen. Wir dürfen nie reden und unsere Meinung laut aussprechen. Denn das Wort hat er. Wenn wir ihn unterbrechen, sind wir wieder Schuld. 
Ich bin die einzige in der Familie, die sich rechtfertigt. Allerdings spielt hier Recht und Unrecht keine Rolle. Denn er verdreht die Wahrheit und lässt mich oder meine Mutter als Schuldige darstehen und positioniert sich selbst in die Opferrolle. Dabei macht er nichts im Haushalt, spielt nur Handy und trinkt sein Bier auf dem Sofa. Wenn er Stress auf der Arbeit hat, lässt er es wieder an mir aus. Zum Beispiel wurde ich neulich beleidigt, weil ich den Stecker ausversehen falsch eingesteckt hatte. Da steigerte er sich so rein, dass ich über 10 Minuten beleidigt wurde- selbst, als ich in meinem Zimmer verschwunden war, hörte ich noch seine Beleidigungen. 
Klar, gibt es auch Phasen in welcher er sich nett verhält.
Aber ist das normal, dass ich mich vor meinem eigenen Vater ekel, wenn er mir Komplimente macht? Dass ich es als normal empfinde, wenn ich beleidigt werde oder er schlechte Laune hat? Nein, ist es nicht.
Dreimal hat er die Kontrolle verloren und mich auf den Hinterkopf geschlagen. Öfters hat er mich am Handgelenk gepackt, damit ich nicht aufgelöst das Haus verlassen kann und was "Dummes" anstelle.
Beim ersten Mal meinte meine Mutter noch, dass sie sich trennt, wenn er nochmal so etwas abzieht. Mein zweiten Mal war sie nicht dabei. Und als ich ihr das ein Jahr später erzählt habe, hat sie geschwiegen. Beim dritten Mal war sie dabei.
Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie schwer das zu ertragen ist. Da schlimmste daran sind die Schmerzen, die seine Worte hinterlassen und für jeden außer mir unsichtbar bleiben...
Früher wurden wir im Urlaub teilweise öffentlich gedemütigt. Als ich 10 war hat er mich am Handgelenk mitgeschleift und angebrüllt, dass ich mich beruhigen solle.
Mit 15 wollte ich nach einem gemeinsamen Wochenende alleine mit dem Zug zurückfahren. Doch er hat mich wieder in aller Öffentlichkeit  zusammengebrüllt und festgehalten, dass ich nicht abhaue. Wie erwartet er, verhält sich ein Kind nach solchen Erfahrungen??
Er war der Grund für mein Auslandsaufenthalt. Als ich wiederkam wurde es noch schlimmer, da ich erlebt hatte, wie sich eine richtige Familie anfühlt. Zuhause herrschte Krieg. Meine Mutter und ich gehen mein Vater und meine Schwester. Außerdem konnte ich durch die Kamera sehen, wie er meine Mutter immer weiter kaputt gemacht hat. Dafür hasse ich ihn. 
Eine Zeit lang konnte ich mich nicht mit ihm in einem Raum aufhalten. Geschweige denn anlächeln - so sehr habe ich ihn gehasst. Dann besserte es sich wieder. 
Aber jedes Abendessen endet im Streit, jede Diskussion in einem Disaster. Er regt sich auf, wenn wir lachen und zu laut sind. 
Während Corona halte ich es zuhause einfach nicht mehr aus. Ich habe deswegen begonnen, mich in meinem Zimmer zu isolieren. Allerdings wurde ich dafür auch anmacht. Ich weiß einfach nicht, was ich noch machen soll. 
In einem Jahr mache ich mein Abi. Früher war das mein Rettungsring gewesen - Eine Möglichkeit auszuziehen. Doch jetzt habe ich erfahren, dass meine Eltern mir ein Studium in einer anderen Stadt nicht finanzieren können. Baföq kommt nicht in Frage. Damit ist meine letzte Hoffnung zerplatzt.
Das schlimmste ist das Gefühl, welches er mir gibt, dass ich Schuld daran sei, dass sein Leben ihn unzufrieden macht und er es nicht ausleben kann. Denn ich habe ihm Geld gekostet, den Führerschein, das Ausland... Dieses Schuldgefühl frisst mich auf. Meine Mutter ist eine liebenswürdige Person und sagt mir ständig, dass es nicht stimmt. Allerdings ist mein Vater krank und er nutzt sie aus, weil er sie missbrauchen kann. Denn sie ist stückweit finanziell abhängig von ihm, weshalb sie sich nicht von ihm trennen kann. Ich habe schon oft überlegt abzuhauen, wenn nicht meine Mutter und meine Schwester wären. Außerdem habe ich einen guten Freundeskreis, der mich immer unterstützt. 
Jetzt versuche ich mir eine Möglichkeit zu suchen, wie ich später unabhängig von ihnen woanders studieren kann. Ich weiß noch nicht wie, aber ich schaffe das. Denn zuhause hält mich nichts. Denn sonst weiß ich nicht mehr weiter, denn das halte ich einfach nicht mehr aus.
Außerdem verspüre ich eine große Wut auf meine Eltern. Besonders, dass sie mich und meine Schwester einer solchen Kindheit ausgesetzt haben. Das kann ich auch meiner Mutter nicht verzeihen, obwohl ich sie liebe und sie mich unterstützt hat.

Bitte seid freundlich. Ich befinde mich in einer Art Zwickmühle und bitte vergesst nicht - die Situation ist komplexer, als ich sie hier kurz darstellen konnte. Also behaltet eure negativen Kommentare für euch. Ich kenne die Internetforen schon auswendig. Die Ratschläge sind schön und gut, aber für einen nicht umsetzbar, der sich wirklich in einer solchen Situation befindet. Bitte vergesst nicht, dass ihr als Außenstehende diese Situation nicht beurteilen könnt!! 
Das wirkliche Problem ist einfach diese psychische Belastung. Denn als Kind, kann ich die Situation nicht verändern, außer abzuwarten. 
Deswegen brauche ich einfach ein bisschen moralischen Support, damit ich auch das letzte Jahr noch irgendwie überlebe:/
 

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02.05.21 um 6:51

Guten Morgen,
das liest sich nicht gut. Hast Du schon einmal versucht Dir externe Hilfe zu suchen ? Habt ihr vielleicht Schulsozialarbeiter ? Gibt es vielleicht die Möglichkeit Dir bei kirchlichen Beratungsstellen, AWO oder Caritas Hilfe zu suchen. Auch Jugendämter bieten Hilfe an. Nur das Du erstmal jemanden hast der Dir zuhört und Dir dann Hilfe gibt Dich aus der Familie zu lösen.

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02.05.21 um 12:49

Du liest Dich sehr reflektiert und kennst sicher auch Möglichkeiten , wie Wohngruppen uä, welche Du mit Hilfe des Jugenamts für Dich in Anspruch nehmen kannst 

Aggressives Verhalten zerstört den gegenseitigen Respekt , deshalb ist es ganz wichtig , Deine eigenen Grenzen zu ziehen .....Ihn damit konfrontieren , dass ER Dich , deine Mama und Schwester mit seinem Verhalten verletzt ...offensichtlich sagt man es ihm nicht deutlich genug ...
., Ignoriere Ihn , nicht schmollend in deinem Zimmer , sondern im Familienverband ...
wenn er wieder aggressiv reagiert , bleib ruhig und besonnen ..so bringst
Du ihn aus seinem eingespielten Verhalten 
., Verändere die Situation :
Bitte ihn mal um Hilfe , frag , wie er etwas tun würde , etwas , worin er wirklich gut ist 
zB etwas Handwerklichen ....
., Informiere Dich über Deine Studienmöglichkeiten , Studentenheime, WGs...

Du kannst nur etwas ändern , wenn Du Dich änderst 
Alles Liebe 😊


 

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04.05.21 um 19:35

Leider ist das ganze nicht so einfach. Mein Vater hat einen sehr speziellen Charakter. Meistens rastet er ohne wirklichen Grund aus. Heute war es, dass ich in der Küche das totale Chaos angerichtet habe. Das ironische daran ist, dass er mir nicht zuhören wollte und ich ihm davor gesagt hatte, dass ich direkt nach dem Essen aufräumen werde. Er WOLLTE mir einfach nicht zuhören, denn er hat mich einfach pausenlos die nächsten 10 Minuten beleidigt. Selbst während des Abendbrots hat er wieder damit angefangen. Zuerst habe ich nichts gesagt, aber er hat immer wieder gestachelt und nicht aufgehört. Er KANN nicht aufhören. Das ist das Schlimme. Selbst wenn ich in mein Zimmer gehe, höre ich ihn meistens noch unten fluchen. Konfrontation ist wie gesagt kontraproduktiv. Er sieht nichts ein und erkennt nicht, dass er derjenige ist, der uns Leid zufügt.  

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04.05.21 um 19:40
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Guten Morgen,
das liest sich nicht gut. Hast Du schon einmal versucht Dir externe Hilfe zu suchen ? Habt ihr vielleicht Schulsozialarbeiter ? Gibt es vielleicht die Möglichkeit Dir bei kirchlichen Beratungsstellen, AWO oder Caritas Hilfe zu suchen. Auch Jugendämter bieten Hilfe an. Nur das Du erstmal jemanden hast der Dir zuhört und Dir dann Hilfe gibt Dich aus der Familie zu lösen.

Das habe ich tatsächlich schon überlegt. Meine einzige Option wäre eine Hilfsorganisation. Allerdings kann ich auch mit meinen Freunden darüber reden Frühzeitig kommt nicht in Frage, denn alles andere ist perfekt. Ich liebe meine Mutter und meine Schwester und mein Haustier. Nur leider zerstört mein Vater das. Deswegen stecke ich in der Zwickmühle. Einerseits will ich um alles in der Welt hier weg. Andererseits habe ich hier meine Mutter und meine Schwester. Diese Entscheidung kann ich einfach nicht treffen. Deswegen ist 1 Jahr warten die mildere Lösung. 

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04.05.21 um 22:01

Das klingt schon ziemlich nach Narzissmus, wenn nicht sogar nach malignem Narzissmus. Du musst da unbedingt raus. Ich weiß, wovon ich rede, ich bin mit einem narzisstischen Stiefvater aufgewachsen, davon getragen habe ich eine Borderline Störung, schwere Selbsztwertprobleme und eine zeitlang schwere Depressionen.
Wie alt bist du? (Ich frage nur, weil man dann gezielter nach Möglichkeiten suchen kann)
Auf deine Mutter solltest du hier nicht zählen. Meine Mutter hat es auch ganz lang nicht geschafft, sich zu lösen und der Schaden, den das bei mir angerichtet hat, wünsch ich echt keinem.
Hol dir unbedingt Hilfe vom Jugendamt, es scheint ja wie ich das rausgelesen habe, auch noch eine kleine Schwester zu geben (?).

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04.05.21 um 22:04
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Du liest Dich sehr reflektiert und kennst sicher auch Möglichkeiten , wie Wohngruppen uä, welche Du mit Hilfe des Jugenamts für Dich in Anspruch nehmen kannst 

Aggressives Verhalten zerstört den gegenseitigen Respekt , deshalb ist es ganz wichtig , Deine eigenen Grenzen zu ziehen .....Ihn damit konfrontieren , dass ER Dich , deine Mama und Schwester mit seinem Verhalten verletzt ...offensichtlich sagt man es ihm nicht deutlich genug ...
., Ignoriere Ihn , nicht schmollend in deinem Zimmer , sondern im Familienverband ...
wenn er wieder aggressiv reagiert , bleib ruhig und besonnen ..so bringst
Du ihn aus seinem eingespielten Verhalten 
., Verändere die Situation :
Bitte ihn mal um Hilfe , frag , wie er etwas tun würde , etwas , worin er wirklich gut ist 
zB etwas Handwerklichen ....
., Informiere Dich über Deine Studienmöglichkeiten , Studentenheime, WGs...

Du kannst nur etwas ändern , wenn Du Dich änderst 
Alles Liebe 😊


 

Das Problem ist, dass du mit einem Narzissten nicht reden kannst. Das sind selbst sehr schwer psychisch kranke Menschen. Nur begibt ein Narzisst sich nie selbst freiwillig in Behandlung, weil er aus seiner Sicht ja kein Problem hat und alle anderen das Problem sind.
Mein Stiefvater hat es auch regelmäßig geschafft MIR Schuldgefühle zu machen, obwohl ich damals das Opfer war.

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23:10
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Das klingt schon ziemlich nach Narzissmus, wenn nicht sogar nach malignem Narzissmus. Du musst da unbedingt raus. Ich weiß, wovon ich rede, ich bin mit einem narzisstischen Stiefvater aufgewachsen, davon getragen habe ich eine Borderline Störung, schwere Selbsztwertprobleme und eine zeitlang schwere Depressionen.
Wie alt bist du? (Ich frage nur, weil man dann gezielter nach Möglichkeiten suchen kann)
Auf deine Mutter solltest du hier nicht zählen. Meine Mutter hat es auch ganz lang nicht geschafft, sich zu lösen und der Schaden, den das bei mir angerichtet hat, wünsch ich echt keinem.
Hol dir unbedingt Hilfe vom Jugendamt, es scheint ja wie ich das rausgelesen habe, auch noch eine kleine Schwester zu geben (?).

Hey, erst einmal beruhigt es mich, dass ich da nicht alleine bin Wie genau hast du denn diese Situation gemeistert? 

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