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Familie zerkracht wegen Exfreundin

10. März 2015 um 3:12

Manchmal frage ich oder ob die Welt um mich herum einmal als Kind ziemlich derb die Treppe heruntergefallen ist und heftig auf dem Kopf aufgekommen sein muss.
Die Schwelle der Unvernunft nimmt Formen an, die ich nie für möglich gehalten hätte.

Kurz zur Vorgeschichte:
Ich, ende 20 führe ein gutes Leben, habe Freunde, Freundin, Zukunft und steh kurz vor der Promotion.
Vor etwa 5 Jahren jedoch hatte sich meine damalige Ex nach 3 Jahren Beziehung getrennt, weil sie angeblich nie richtig in mich verliebt sei. Bei der Trennung war sie 18/19. Wenige Wochen später war sie mit einem Familienangehörigen (Aufgrund von Google beschreibe ich es nicht näher) zusammen der damals bereits über 30 war. Der Typ war außerdem eine enge Vertrauensperson und eine Art Bruder für mich.
Diese Geschehnisse die dann passierten waren eine Zäsur in meinem Leben. Ich brauchte teils psychologische Hilfe da ich recht labil zu diesem Zeitpunkt war.

Meine Familie bzw. Verwandtschaft war von diesem Moment an gespalten. Meine Eltern hielten zu mir und verstanden mich. Ein Teil meiner Verwandtschaft hingegen, die mir wichtig ist, verstand mich nur die ersten Monate.
Er wurde auf Familienfeiern meiner Eltern nicht eingeladen. Zu Ostern, Weihnachten oder Geburtstagen meiner Verwandten ging dies jedoch nicht. Ich habe seitdem jedes Ereignis nicht mehr beigewohnt und später 'nachgefeiert'

Es gib nun eine Wende. Zu einem ist meine Exfreundin von dieser Person nun schwanger und sie wollen heiraten. Zum anderen ist ein Teil meiner Verwandtschaft erkrankt und redet zudem nicht mehr mit mir, weil ich darauf bestehe zu Familienfeiern diese Person nicht mehr zu sehen.
Ich habe neulich ein Brief meiner Exfreundin erhalten, in dem ich beschimpft wurde, dass ich mit meiner Art meine eigene Familie verletzen und zerstören würde.

Ich finde es schlimm zu erleben wie sich Menschen gegen einen Wenden die einem vorher sehr nah standen. Es ist ein krasses Gefühl wenn man hört, dass man sich doch nicht so haben soll. Sicher sei es nicht toll gewesen, dass jemand aus der Familie, der über 20 Jahre für mich wie ein Seelenverwandter war, sich nach ein paar Wochen die Ex schnappt; doch es sei doch nun schon so lange her. Ich solle verzeihen.

Für mich ist die Geschichte fast erledigt. Ich bin bestürzt, dass niemand auf die Idee kommt professionelle Hilfe, wie einen Familientherapeuthen, einzuschalten. Jeder scheint nur darauf bedacht zu sein, dass Geburtstage wie gewohnt gefeiert werden. Die Innigkeit der Familie als Ganzes ist stark zurückgewichen.

Bald ist Ostern. Es wird von mir erwartet dabei zu sein - zusammen mit Ex und diesem Typ.
Daraufhin ist ein Geburtstag und goldene Hochzeit in der Verwandtschaft mit den gleichen Erwartungen. Es ist keine Option mehr, zu den Festtagen später zu gehen, denn man redet nicht mehr mit mir, solange ich nicht verzeihe.

Objektiv betrachtet denke ich nicht, dass der Konflikt lösbar ist. Der Typ hat mich mit seiner leichtfertigen Entscheidung fast zum Suizid geführt. Ich habe dafür nie Reue gespürt. Viele Dinge kommen hoch, wenn ich an ihn denke. Nein, er ist nicht vergessen. Wären wir zusammen, hätte ich Angst, dass es eskaliert. Er ist politisch recht radikal und diesen würde ich Einhalt gebieten. Jeder Kommentar würde zerpflückt; nein, es wäre für niemanden gut wenn wir aufeinander träfen. Wir waren über 20 Jahre engste Freunde und noch dazu Teil einer gleichen Familie. Es gehört viel dazu, dies zu zerstören. Schade, dass es meine Verwandtschaft nicht begreift.

Mich würde zum Schluss interessieren wie ihr darüber denkt? Wie würdet ihr reagieren?

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Von: julchenmattler
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7. März 2015 um 19:11
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