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Familie zerbricht und ich kann nur zusehen

23. März um 19:00

Hallo, 
um es so kurz wie möglich zu fassen:
Meine Familie ist kompliziert und diese Plattform ist das einzige was uns noch helfen könnte ( klingt absurd, ich weiß ).

Ich lebe als Sandwichkind zusammen mit meinen zwei Brüdern und Eltern in einem kleinen Haus. 
Mein älterer Bruder studiert, während mein kleiner Bruder und ich noch das Gymnasium besuchen, wobei ich dabei bin mein Abi zu machen und meine schriftlichen Prüfungen schon hinter mir habe.
Meine Eltern sind aus dem damaligen Jugoslawien als Muslime geflohen und haben entsprechend schon viel erlebt.

Angefangen hat es eigentlich gegen das Ende des letzten Jahres als meine Mutter über den Winter, gemeinsam mit ihrer Schwester, meine Kranken Großeltern besuchen wollte. Mein Vater schien was dagegen zu haben und fing an nicht mehr mit ihr zu reden. Das ging dann ca. 2 Monate so, bis dann über das Wochende der Frieden wieder einkehrte. Das wars dann auch, als es wieder zum Streit kam ( primär von meinen Vater provoziert). Meistens geht es darum, dass er meiner Mum und ihren Geschwistern für irgendwelche Missstände in seinem Leben die Schuld gibt.
Der Streit, nebenbei gesagt, fand 1 1/2 Wochen vor meiner ersten wichtigen Prüfung statt und hatte zur Folge, dass meine Mum bis heute in meinem Zimmer schläft. 

Die momentane Lage schaut so aus, das meine Mutter und mein älterer Bruder nicht mehr mit Vater reden, geschweige den sich im selben Raum aufhalten. 

Die ganze Situation stresst mich total. 
Ich konnte seit einem Monat nicht ein einziges Mal richtig durchschlafen (mitunter ist ein Grund das Schnarchen meiner Mum ). Außerdem bin ich irgendwie dauerkrank und musste fast ins Krankenhaus wegen hohem Fieber, aber selbst da könnten sich meine Eltern zusammenreißen. 
Zusätzlich kommt meine Sorge, um meine Zukunft. Ich würde gern nach dem Abi reisen, jedoch will ich dies auch nicht machen, wenn meine Familie nicht hinter mir steht.
Ich hab schon überlegt auszuziehen oder generell abzuhauen, aber ich möchte ungern meinen kleinen Bruder allein lassen, da ich sorge , dass er wieder einen Nervenzusammenbruch wie früher mal bekommen könnte. 

Trotz allem, macht mir am meisten Sorge mein wachsender Hass gegenüber meinen Eltern. Ich wünsche mir nicht nur mehr eine Scheidung, sondern auch ein Leben ohne die beiden. Ein Grund ist auch, dass meine Eltern sehr streng sind und uns immer und überall einschränken. 

Fazit: 
Ich hasse es jeden Tag nach Hause zu kommen und ganz besonders hasse ich Wochenenden. Die Schule ist der einzige Ort an dem ich mich sorglos entfalten kann und das hat schon was zu heißen.
Ein klärendes Gespräch mit meinen Eltern bringt wenig, da dieser Konflikt schon seit Jahren herrscht. Am intensivsten war er als ich 16 war. Zu der Zeit sprachen sie erst nach 6 Monaten, als bei meinem Onkel Krebs diagnostiziert wurde, wieder miteinander. 

Also was soll ich tun? Selbst verrückte Ideen sind willkommen, da ich ziemlich verzweifelt bin 

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24. März um 10:57

Ich bin vor kurzem volljährig geworden 

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24. März um 12:34

Das ist eine echt schwierige Situation, und ich kann gut mit dir mitfühlen. Als ich in deinem Alter war, waren die Verhältnisse in meiner Familie katastrophal, v.a. wegen meinem jüngeren Bruder, der alle terrorisiert hat, und meine Eltern liessen es zu und hatten selber ständig Streit. Meine Mutter reagierte ihren Frust zudem an mir ab, während mein Bruder ihr Liebling war, für den sie alles tat. Ich wäre sofort ausgezogen, ging aber auch noch aufs Gymnasium und hatte kein Geld.

Du kannst deine Eltern nicht ändern. Ich würde zu professioneller Hilfe raten, aber die müssen die Betroffenen schon wollen, sonst bringts nichts. Klingt nicht so, als wären deine Eltern bereit dazu. Ich habe mir damals mit 18 selbständig einen Psychotherapeuten besorgt und ihn eineinhalb Jahre regelmässig aufgesucht. Meine Eltern verstanden nicht, warum und beschwerten sich über den (geringen) Selbstbehalt für die Sitzungen.

Das ist also etwas, was du tun könntest: Dir selbst mal professionelle Hilfe suchen. In der heutigen Zeit gibt es so viele Beratungsstellen, da solltest du etwas finden.

Und löse dich von dem Gedanken, deine Familie retten zu können. Du kannst höchstens deinen Eltern Vorschläge für Änderungen machen oder eben zu professioneller Hilfe raten. Das müssen sie dann aber von sich aus annehmen.

Leider kann ich dir keine einfache Lösung nennen. Ausser, dass du mehr für dich schaust und nicht für deine Eltern. Du bist nicht für die Lösung ihrer Probleme verantwortlich.
Du solltest so schnell wie möglich ausziehen. Lass dich beraten, wie du das finanzieren könntest. Super wäre, wenn du deinen jüngeren Bruder mitnehmen könntest. Vielleicht könnt ihr in eine WG ziehen.

Meine Eltern haben heute (20 Jahre später) übrigens noch mehr Probleme als damals. Ich habe lange versucht, auf sie einzuwirken, aber vergebens. Ich war dann die Böse. Vor eineinalb Jahren habe ich den Kontakt vollständig abgebrochen. Ich kann ihre Probleme nicht lösen, also halte ich sie von mir fern, damit ich nicht auch hinuntergezogen werde. Das war natürlich ein harter Schritt. Man hängt ja trotz allem an den Eltern. Aber mir geht es so besser als mit Kontakt.  

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24. März um 18:54
In Antwort auf habibi

Das ist eine echt schwierige Situation, und ich kann gut mit dir mitfühlen. Als ich in deinem Alter war, waren die Verhältnisse in meiner Familie katastrophal, v.a. wegen meinem jüngeren Bruder, der alle terrorisiert hat, und meine Eltern liessen es zu und hatten selber ständig Streit. Meine Mutter reagierte ihren Frust zudem an mir ab, während mein Bruder ihr Liebling war, für den sie alles tat. Ich wäre sofort ausgezogen, ging aber auch noch aufs Gymnasium und hatte kein Geld.

Du kannst deine Eltern nicht ändern. Ich würde zu professioneller Hilfe raten, aber die müssen die Betroffenen schon wollen, sonst bringts nichts. Klingt nicht so, als wären deine Eltern bereit dazu. Ich habe mir damals mit 18 selbständig einen Psychotherapeuten besorgt und ihn eineinhalb Jahre regelmässig aufgesucht. Meine Eltern verstanden nicht, warum und beschwerten sich über den (geringen) Selbstbehalt für die Sitzungen.

Das ist also etwas, was du tun könntest: Dir selbst mal professionelle Hilfe suchen. In der heutigen Zeit gibt es so viele Beratungsstellen, da solltest du etwas finden.

Und löse dich von dem Gedanken, deine Familie retten zu können. Du kannst höchstens deinen Eltern Vorschläge für Änderungen machen oder eben zu professioneller Hilfe raten. Das müssen sie dann aber von sich aus annehmen.

Leider kann ich dir keine einfache Lösung nennen. Ausser, dass du mehr für dich schaust und nicht für deine Eltern. Du bist nicht für die Lösung ihrer Probleme verantwortlich.
Du solltest so schnell wie möglich ausziehen. Lass dich beraten, wie du das finanzieren könntest. Super wäre, wenn du deinen jüngeren Bruder mitnehmen könntest. Vielleicht könnt ihr in eine WG ziehen.

Meine Eltern haben heute (20 Jahre später) übrigens noch mehr Probleme als damals. Ich habe lange versucht, auf sie einzuwirken, aber vergebens. Ich war dann die Böse. Vor eineinalb Jahren habe ich den Kontakt vollständig abgebrochen. Ich kann ihre Probleme nicht lösen, also halte ich sie von mir fern, damit ich nicht auch hinuntergezogen werde. Das war natürlich ein harter Schritt. Man hängt ja trotz allem an den Eltern. Aber mir geht es so besser als mit Kontakt.  

Vielen Dank für deine Antwort. 
Ich glaube ich werde es mal mit dem Psychotherapeuten versuchen. 
Du hast recht mit der Tatsache, dass ich meine Eltern nicht ändern kann.

Es ist schön Hilfe von jemanden zu erfahren, der Ähnliches durchgemacht hat. Dann fühlt man sich nicht mehr allein mit seinen Problem.

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