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Familie bricht zusammen, Umzug, Scheidung,...

3. Juni 2018 um 18:44

Hallo,
ich bin 14 Jahre alt und weiblich.
“Kurze“ Hintergrundinfos:
Mein Vater war bis zu meinem 11. Lebensjahr Alkoholiker, hat mich zu Suizid-Gedanken gebracht und mir mein Leben (unterbewusst?) zur Hölle gemacht: Schlechte Noten, ich wurde immer verschlossener, Depressionen und anderweitige Ängste waren die Folge. Meine Noten und alles andere wurde erst besser, als wir unseren Hund angeschafft haben. Er hat kurz davor mit dem Trinken aufgehört und alles schien „ok“. Wir waren aber nie die Familie, die Abends am Tisch saß und Pläne fürs Wochenende gemacht hat, zusammen gelacht hat, zusammen gegessen hat und was unternommen hat. Alle machen/machten ihr Ding. Wir essen seit gut einem Jahr nicht mehr zusammen zu Mittag, sondern alle in ihren Zimmern. Mein Bruder interessiert sich für nichts, mein Vater ist immer schlecht drauf und arbeitet nur. Sonst sitzt er in seinem Zimmer und spielt mit Verstärkern durchs ganze Haus Gitarre. Als ich etwa 10 war, hat mein Vater meine Mutter geschlagen (einmalig), woraufhin meine Mutter zum schlafen in den Keller gewandert ist.
Nun zur Situation vor ein paar Tagen:
Mein Vater kam komplett betrunken nach Hause, hat meine Mutter genervt und den Hund provoziert. Der Hund hat ihn nach mehreren Stunden angegriffen. Am nächsten Tag hat er die Hälfte vom Alkohol im Haus leer getrunken (Haben viel zuhause, weil meine Mutter immer was geschenkt bekommt und nicht trinkt). Der Hund wird abgegeben, was mir extrem zu schaffen macht.
Mein Vater lebt im Glauben, dass wir dann leben werden wie vorher, nur ohne den Hund. Er will das Haus nicht verkaufen, wofür er 10 Jahre lang durchgehend gearbeitet hat. Er will nicht, dass wir ihn verlassen. Aber ICH will nicht bei einem Menschen bleiben, der mein Leben zerstört hat (und meine Mutter auch nicht). Ich kann auf alles verzichten (Das wichtigste-der Hund ist ja sowieso nicht mehr bei uns), meinetwegen aber ich halt es mit dieser Person nicht länger aus. Ich kann ihn nicht anschauen, ich will nicht mit ihm reden.
Es macht einfach keinen Sinn so weiterzumachen, wie wir es bislang gemacht haben. Aber mein Vater wird nicht aus dem Haus gehen.
Meine Mutter hat eine eigene Firma, die aber nicht gut läuft, kann nicht allzu gut Deutsch sprechen, hat nur einen russischen Schulabschluss,...
Wie soll sie da eine Wohnung finanzieren?
Mein Vater hat eben mit mir und meinem Bruder gesprochen und versprochen, dass er nicht mehr trinken wird, dass er das Haus nicht verlieren will, dass wir ihn nicht einfach alleine lassen sollen. Aber was macht es für einen Sinn zu bleiben? Sich wieder jeden Tag seine Gitarre anhören zu müssen, wieder durchgehend zuhause zu sitzen (Weil ausser mir und meiner Mutter keiner Lust hat, was zu machen), wieder bei allen Feiertagen nur für 1-2h zusammen zu sitzen,....

Vielleicht hat ja jemand Erfahrung/ Ideen/ Tipps, wie ich und meine Mutter (und mein Bruder) ausziehen bzw. umziehen können. Von welchem Geld sollen wir leben? Was kann die Stadt/das Amt da machen?
Ich weiss nicht ganz, ob das zu „Meine Familie“ passt aber ich fand, dass das dem am nähsten kommt.

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4. Juni 2018 um 4:25

Schrecklich !!!So möchte niemand aufwachsen.
Bei euch haben sich Prioritäten und Rollen vertauscht, Das ist recht typisch in Familien mit suchtkranken Eltern. Die Gedanken und Sorgen, die du mir machst, wären Aufgabe deiner Mutter. Für deine Schultern ist das viel zu viel um sich noch gesund entwickeln zu können. Deine Mutter erfüllt ihre Aufgaben nicht verantwortungsvoll. Evtl. ist sie co-abhängig und handlungsunfähig oder sie hat sich aufgegeben.
Ich empfehle dir, zum Jugendamt zu gehen und dich in Obhut nehmen zu lassen. Da wird dir geholfen. Deiner Mutter öffnet das vielleicht die Augen. Auch sie wird im Jugendamt beraten, wie und wo sie Unterstützung erhält. 
Dass du deinen Hund nicht mehr hast, tut mir sehr leid. Dein Papa wird sich auf Grund blosser Versprechen aber nicht ändern. Das habt ihr mehr als einmal durch. Auch er braucht professionelle Hilfe. Das kann und darf nicht deine Aufgabe zu sein. Ich wünsche dir, dass du wirklich zum Jugendamt gehst und die Chance bekommst, ein unbeschwerter Teenager zu sein.

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