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Ex-Freundin von meinem Freund hat Borderline... Was tun???

30. Dezember 2012 um 23:12

Ich bräuchte Hilfe von euch!
Mein Freund und ich sind total verzweifelt: Mein Freund war vor 4 Jahren mit einer Frau zusammen (sie damals 20 und er 30) wo aus 3 jähriger Beziehung ungewollt (von meinem Freund aus -sie hat wohl ohne sein wissen die Pille weggelassen), eine Tochter entstand.
Mein Freund steht zu seiner Tochter (die kleine ist heute 4 jahre) und er würde sich liebend gern "mehr" um die kleine kümmern.
Das ding ist, seine ex lässt es teilweise soweit nicht zu.
Mittlerweile hat er sich das gemeinsame Sorgerecht gerichtlich erkämpfen können und 3 Tage besuchsrecht (dienstag und Donnerstags darf er seine Tochter ins bett bringen und Sonntags -gerichtlich- den Nachmittag mit der kleinen verbringen.) hat er auch.
Wenn seine Ex "mitspielt", also d.h. wenn "nichts dazwischen kommt" und das kommt wohl öfter vor. Es kam auch mal vor, das mein Freund seine Tochter 14 tage nicht gesehen hat. Dann ging er zum Anwalt, aber der verwies ihn zum Jugendamt, die können aber nichts oder nicht viel machen.

Mein Freund und ich sind nun 7 Monate zusammen und ich muss mit ansehen das es ihn fertig (nervlich) macht und es tut mir weh!!
Ab und zu kommt es sogar vor, das wir beide verabredet sind, aber dann an dem Tag ein Anruf von seiner ex kommt und er dann urplötzlich auf seine tochter aufpassen darf. Also sagt er mir, aus Angst längere Zeit nicht mehr auf seine Tochter aufpassen zu dürfen, die verabredung ab.
Ich selber habe 2 Söhne (3 und 1 Jahr alt) und somit sass ich dann allein in meiner Whg. Ist ja nicht schlimm, aber hätte mich sehr über den Besuch meines Freundes gefreut!!

Ein beispiel:
Vor 3 Tagen hat mein Freund mich gefragt was ich am 29.12. vorhätte und ich meinte nichts. Er hat mir gesagt das seine ex mich gerne kennen lernen würde, damit seine Tochter bei ihm übernachten könnte. Ich war damit einverstanden und so sollten wir eigentl. um 16 uhr bei ihr auftauchen. Aber 15:30h hab ich eine sms erhalten, das er noch für sie eine waschmaschine in die neue Whg fahren soll. Somit hatte ich wieder das nachsehen. Um 16:30h hat er mich und meine Söhne dann abgeholt und wir fuhren zu der "guten". Alles war ok. Meine Söhne spielten mit der kleinen, kein streiten und nichts und ich hab mich einwenig mit der Ex unterhalten, aber nicht viel (hatte zuviel angst etwas falsches zu sagen, so das die kleine nicht bei meinem Freund übernachten darf)
Heute sagt die ex von meinem freund das die tochter mich nicht mag und das die kleine nicht bei ihm übernachten darf.
Wir waren zwar heute nicht verabredet, aber nun sitzt er gerade bei ihr und passt auf seine Tochter auf, damit seine ex essen gehen kann. Es ist jetzt fast 23 uhr und er sitzt immer noch da, ohne lebenszeichen von seiner ex....

Meine frage nun an euch: Was kann man dagegen machen?
ich habe meinem Freund schon vorgeschlagen ihr nicht in den arsch zu kriechen und sie in die schranken zu weisen, aber wie schon erwähnt, er hat angst seine Tochter für längere Zeit nicht sehen zu dürfen.
Ich habe heute mit der Mutter von meinem Freund telefoniert, sie hat auch schon vieles mitbekommen und sie hat mir auch einiges erzählt, was nicht gerade schön war.
Hätte ich gestern seine ex nicht kennen gelernt, würde ich auch sagen, er spinnt und übertreibt einwenig, aber es ist alles echt der hammer.
Mag ja sein das sie Angst hat, das seine Tochter es "bei uns besser gefällt", aber warum dann dieses Theater im vorfeld?
Es ist total schlimm, mein Freund ist total abhängig (machtgehabe) von ihr und springt schön.

Danke schon mal fürs durchlesen und wenn fragen da sind, bitte fragen, ich beantworte die gerne

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3. Januar 2013 um 14:50

Keine leichte Situation
Hallo, so wie du eure Situation beschreibst, scheint es euch beide sehr zu belasten und Hilfe von Seiten der Ämter schwierig, da die Exfreundin vom Jugendamt sehr viel Macht erhält. Das hat sie erkannt und spielt diese Macht aus. Sie hält sich nicht an die Vereinbarungen mit dem Jugendamt, dass der Termin sonntags ist, sondern macht spontan Termine, wann sie es gerne möchte.
Ich vermute auch, dass sie Angst hat, dass es der Tochter bei euch besser gefällt. Menschen mit Borderline haben eine riesige Verlustangst, nahe stehende Personen zu verlieren. Das Treffen hat sie vermutlich organisiert, um die Lage abzuchecken. Dann hat sie gesehen, dass ihre Kleine glücklich war, mit den anderen Kindern zu spielen und auch dich mochte. Das hat in ihr vermutlich eine große Eifersucht (auf ihr Kind bezogen, dass es andere mag - ist typisch für Borderline) und Verlustangst hervorgerufen. Dass die Kleine dich nicht mag ist sehr wahrscheinlich eine Lüge. Menschen mit Borderline lügen aus Angst und Verzweiflung, weil sie nicht in der Lage sind, den Konflikt auf andere Weise zu lösen.
Die Gesetzeslage ist auch unglaublich. Männer, die sich kümmern wollen, haben kaum Chance. Und erst ab dem 14. Lebensjahr darf ein Kind bestimmen, bei wem es gerne leben möchte. Die einzige Möglichkeit, was man offiziell tun könnte, wäre eine Art Tagebuch zu führen über alle Sonntage und es dann dem Amt zu zeigen, wie oft sie die Vereinbarung bricht. Dabei kannst du als Zeuge auftreten, damit sie es nicht abstreiten kann.
Den einzigen psychischen Ansatzpunkt bei ihr etwas bewirken zu können sehe ich bei ihrer Verlustangst. Vernünftiges Vereinbaren und Diskutieren scheint mit ihr nicht möglich zu sein.
Die Angst von deinem Freund ist nachvollziehbar. Wegen dieser enormen Angst scheint es für ihn schwierig zu sein, seiner Ex Grenzen zu setzen. Sie wiederum hat dies schon lange erkannt (vermutlich schon während sie zusammen waren) und hat auch durch sein Verhalten bedingt viel Macht und somit viel Freiraum für Manipulation. Dieses Verhalten kommt häufig bei Borderline vor und ist krankheitsbedingt.
Einen Ansatz die Situation zu verändern sehe ich bei deinem Freund. Es wäre wichtig herauszufinden, wo seine Macht in der Situation liegt und diese auch offen zu leben. Solange sie sieht, dass er Angst hat, wird sie nichts ändern und weiß sich auf der sicheren Seite. Wenn er sich nicht mehr einschüchtern ließe, würde sie das sofort merken und es könnte sie verunsichern. Dann würde ihre Verlustangst aktiviert. Das sehe ich als Ansatz.
ich glaube, du bist auch nicht besonders glücklich darüber, dass dein Freund sich so wenig abgrenzen kann? Und auf Dauer könnte es auch eure Beziehung verunsichern, wenn es immer so weiter geht? Denn du kannst dich nicht darauf verlassen, wenn ihr verabredet seid und es erzeugt Verletzungen. Um dem zu entgehen, sollte dein Freund sich evtl. selbst Hilfe holen, um es psychisch zu schaffen, ihr anders entgegenzutreten. Er scheint selbst in Verhaltensmustern festzustecken, die es ihm erschweren, sich zu wehren.
Falls ich euch noch etwas zur Seite stehen kann, kannst du mir gerne auch eine persönliche Nachricht hier über mein Profil senden. Ich bin Psychologin und habe mich schon viel mit Borderline beschäftigt.

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