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Erzwungener Mittagsschlaf und Zensuren im Kiga

27. Februar 2009 um 15:53

Im Kindergarten meiner Tochter (4) wird das Thema Mittagsschlaf zum Verstoß gegen das Grundgesetz (Art.1 Abs.1): Die Würde des Menschen ist unantastbar. Die Kinder sollen mit geschlossenen Augen ca. 1,5 Std. liegen, dürfen sich mit nichts nicht mal ihrem Kuscheltier beschäftigen. Wer das nicht schafft, wird mit Bett verlegt: in eine andere Gruppe, ins Esszimmer, in den Waschraum wo auch die Toiletten sind (einer schläft da fast täglich) und zweimal wurde ein Kind sogar schon in den Flur gelegt (der ist ca. 30 m lang, die Straßenschuhe und die Garderobe sind dort). Für Kinder, die richtig geschlafen haben oder den Mittagsschlaf überzeugend genug vortäuschen konnten, gibt es oft Süßigkeiten als Belohnung.
Von anderen Gruppen weiß ich, dass den Kindern die Decke über den Kopf gezogen wird und sie einen Klaps auf den Kopf bekommen, wenn sie nicht schlafen.
Außer eurer Meinung dazu würde ich gerne noch wissen, ob ihr meine Aufregung darüber übertrieben findet, dass die Kinder auf Vorschulaufgaben Noten bekommen. Es gibt da sogar 3en. (Die anderen Kids sind auch 4, teilweise gerade 5).
Danke schon mal für eure Antworten

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27. Februar 2009 um 16:36

Bitte?
Das geht ja garnicht! Einen Klaps auf den Kopf? Spinnen die?

Hast du etwa deine Kinder da? Wenn ja, ich würde meinen sohn sofort rausnehmen. Er kommt im August in den Kindergarten und macht auch keinen Mittagsschlaf mehr und den müsste er auch da nicht mehr machen und schon garnicht erzwungen!

LG Larissia

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27. Februar 2009 um 18:15

Das geht gar nicht klar!!!
Ich bin Sozialpädagogische Assistentin und bin nächstes Jahr mit der Ausbildung zur Erzieherin fertig und versuche gerade pädagogische Gründe in dem Verhalten der Erzieher zu suchen. Es ist in vielen Kitas so, dass ein Mittagsschlaf bzw. eine Mittagsruhe ein Tagesritual ist und ich finde auch, dass die Kinder, die diese Pause brauchen, diese auch kriegen sollten, ohne von anderen gestört zu werden. Ich finde es ok, wenn die "lauten" Kinder rausgeschickt werden. Was nicht ok ist, ist, dass alle Kinder schlafen müssen und was gar nicht geht ist, dass sie einen Klaps auf den Kopf kriegen. Kinder sollten dazu niemals gezwungen werden! Wenn sie müde sind, sollten sie schlafen; wenn sie wach sind, können sie rausgeschickt werden und draußen spielen. Ich finde es unmöglich, was die Erzieherinnen in dieser Kita mit den Kindern machen!

Was sagen denn die anderen Eltern dazu? Sprich das doch ansonsten mal beim Elternabend an?! Wenn sich nichts ändert, würde ich meine Kinder aus der Kita nehmen! Denn wenn es gerade deine Kinder sind, die nicht schlafen wollen/können, und die Erzieher diese dazu zwingen wollen und ihre Rolle als Erzieher ausnutzen (auf den Kopf hauen etc.) kann das auch zu Schlafstörungen der Kinder führen.
Also... geht gar nicht!!

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27. Februar 2009 um 20:25
In Antwort auf injs_12495670

Das geht gar nicht klar!!!
Ich bin Sozialpädagogische Assistentin und bin nächstes Jahr mit der Ausbildung zur Erzieherin fertig und versuche gerade pädagogische Gründe in dem Verhalten der Erzieher zu suchen. Es ist in vielen Kitas so, dass ein Mittagsschlaf bzw. eine Mittagsruhe ein Tagesritual ist und ich finde auch, dass die Kinder, die diese Pause brauchen, diese auch kriegen sollten, ohne von anderen gestört zu werden. Ich finde es ok, wenn die "lauten" Kinder rausgeschickt werden. Was nicht ok ist, ist, dass alle Kinder schlafen müssen und was gar nicht geht ist, dass sie einen Klaps auf den Kopf kriegen. Kinder sollten dazu niemals gezwungen werden! Wenn sie müde sind, sollten sie schlafen; wenn sie wach sind, können sie rausgeschickt werden und draußen spielen. Ich finde es unmöglich, was die Erzieherinnen in dieser Kita mit den Kindern machen!

Was sagen denn die anderen Eltern dazu? Sprich das doch ansonsten mal beim Elternabend an?! Wenn sich nichts ändert, würde ich meine Kinder aus der Kita nehmen! Denn wenn es gerade deine Kinder sind, die nicht schlafen wollen/können, und die Erzieher diese dazu zwingen wollen und ihre Rolle als Erzieher ausnutzen (auf den Kopf hauen etc.) kann das auch zu Schlafstörungen der Kinder führen.
Also... geht gar nicht!!

Thüringer Kita
Danke für eure Antworten. Das Thema wurde beim letzten Elternbeirat angesprochen. Ich befürchte aber, dass sich nichts grundlegendes ändert. Es stimmt, die Erzieher ziehen ihren alten Ost-Stil durch. Einige Eltern versuchen, mich und die wenigen anderen aufgebrachten Mamas damit zu beruhigen, dass es woanders auch nicht besser sei bzw. noch schlimmer. Das kann ich mir aber nicht vorstellen.
Ich denke, dass sie die Kinder - mit diesen und anderen Methoden (es ist ja nicht nur das Mittagsschlafproblem) hörig machen wollen. Das erreichen sie auch. Aber meines Erachtens machen sie damit die kleinen Kinderseelen kaputt. Die sensiblen verlieren gänzlich ihr Selbstvertrauen und die stärkeren werden aggressiv.
Um das Bild mal zu erweitern (zum Vervollständigen müsste ich einen Roman schreiben):
Macht ein 1- oder 2jähriges Kind in die Hose, wird es als "altes Ferkel" o.ä. beschimpft. Beim sauber machen bekommt es dann immer wieder zu hören: "Iih, das stinkt". Die Kinder bekommen ein völlig falsches Bild von ihren Ausscheidungen.
Um meinen Kindern einen besseren Kindergarten zu bieten müsste ich wohl ziemlich weit weg, was nicht so einfach ist.

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27. Februar 2009 um 21:05

Entwürdigende Maßnahmen
... sind das eindeutig.

Ich würde ehrlich gesagt an das Jugendamt gehen und dort eine Anzeige gegen diese Zustände erstatten. Die sind dafür verantwortlich solche Zustäande zu untersuchen und dagegen vorzugehen!!!!!!!!!!!!

Zudem wäre die Presse hier auch eine gute Wahl.Nicht zögern! So geht es nicht und wenn keiner was macht, dann haben wir unter diesen Kindern die Klienten der Kinder- und Jugendhilfe von Morgen! Solche Maßnahemn haben sehr weitreichende Folgen und sind nicht vorbei für das Kind wenn es den Kindergarten verlässt.

Hier der GEsetzestext:


22SGBVIII SGB VIII
Grundsätze der Förderung
Zweites Kapitel (Leistungen der Jugendhilfe)
Dritter Abschnitt (Förderung von Kindern in Tageseinrichtungen und in Kindertagespflege)

(1) Tageseinrichtungen sind Einrichtungen, in denen sich Kinder für einen Teil des Tages oder ganztägig aufhalten und in Gruppen gefördert werden. Kindertagespflege wird von einer geeigneten Tagespflegeperson in ihrem Haushalt oder im Haushalt des Personensorgeberechtigten geleistet. Das Nähere über die Abgrenzung von Tageseinrichtungen und Kindertagespflege regelt das Landesrecht. Es kann auch regeln, dass Kindertagespflege in anderen geeigneten Räumen geleistet wird.

(2) Tageseinrichtungen für Kinder und Kindertagespflege sollen 1. die Entwicklung des Kindes zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit fördern,

2. die Erziehung und Bildung in der Familie unterstützen und ergänzen,

3. den Eltern dabei helfen, Erwerbstätigkeit und Kindererziehung besser miteinander vereinbaren zu können.

(3) Der Förderungsauftrag umfasst Erziehung, Bildung und Betreuung des Kindes und bezieht sich auf die soziale, emotionale, körperliche und geistige Entwicklung des Kindes. Er schließt die Vermittlung orientierender Werte und Regeln ein. Die Förderung soll sich am Alter und Entwicklungsstand, den sprachlichen und sonstigen Fähigkeiten, der Lebenssituation sowie den Interessen und Bedürfnissen des einzelnen Kindes orientieren und seine ethnische Herkunft berücksichtigen.



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27. Februar 2009 um 21:08
In Antwort auf agaue_12061777

Entwürdigende Maßnahmen
... sind das eindeutig.

Ich würde ehrlich gesagt an das Jugendamt gehen und dort eine Anzeige gegen diese Zustände erstatten. Die sind dafür verantwortlich solche Zustäande zu untersuchen und dagegen vorzugehen!!!!!!!!!!!!

Zudem wäre die Presse hier auch eine gute Wahl.Nicht zögern! So geht es nicht und wenn keiner was macht, dann haben wir unter diesen Kindern die Klienten der Kinder- und Jugendhilfe von Morgen! Solche Maßnahemn haben sehr weitreichende Folgen und sind nicht vorbei für das Kind wenn es den Kindergarten verlässt.

Hier der GEsetzestext:


22SGBVIII SGB VIII
Grundsätze der Förderung
Zweites Kapitel (Leistungen der Jugendhilfe)
Dritter Abschnitt (Förderung von Kindern in Tageseinrichtungen und in Kindertagespflege)

(1) Tageseinrichtungen sind Einrichtungen, in denen sich Kinder für einen Teil des Tages oder ganztägig aufhalten und in Gruppen gefördert werden. Kindertagespflege wird von einer geeigneten Tagespflegeperson in ihrem Haushalt oder im Haushalt des Personensorgeberechtigten geleistet. Das Nähere über die Abgrenzung von Tageseinrichtungen und Kindertagespflege regelt das Landesrecht. Es kann auch regeln, dass Kindertagespflege in anderen geeigneten Räumen geleistet wird.

(2) Tageseinrichtungen für Kinder und Kindertagespflege sollen 1. die Entwicklung des Kindes zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit fördern,

2. die Erziehung und Bildung in der Familie unterstützen und ergänzen,

3. den Eltern dabei helfen, Erwerbstätigkeit und Kindererziehung besser miteinander vereinbaren zu können.

(3) Der Förderungsauftrag umfasst Erziehung, Bildung und Betreuung des Kindes und bezieht sich auf die soziale, emotionale, körperliche und geistige Entwicklung des Kindes. Er schließt die Vermittlung orientierender Werte und Regeln ein. Die Förderung soll sich am Alter und Entwicklungsstand, den sprachlichen und sonstigen Fähigkeiten, der Lebenssituation sowie den Interessen und Bedürfnissen des einzelnen Kindes orientieren und seine ethnische Herkunft berücksichtigen.



Hier noch der Grundsatz:
1SGBVIII SGB VIII
Recht auf Erziehung, Elternverantwortung, Jugendhilfe
Erstes Kapitel (Allgemeine Vorschriften)



(1) Jeder junge Mensch hat ein Recht auf Förderung seiner Entwicklung und auf Erziehung zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit.

(2) Pflege und Erziehung der Kinder sind das natürliche Recht der Eltern und die zuvörderst ihnen obliegende Pflicht. Über ihre Betätigung wacht die staatliche Gemeinschaft.

(3) Jugendhilfe soll zur Verwirklichung des Rechts nach Absatz 1 insbesondere 1. junge Menschen in ihrer individuellen und sozialen Entwicklung fördern und dazu beitragen, Benachteiligungen zu vermeiden oder abzubauen,

2. Eltern und andere Erziehungsberechtigte bei der Erziehung beraten und unterstützen,

3. Kinder und Jugendliche vor Gefahren für ihr Wohl schützen,

4. dazu beitragen, positive Lebensbedingungen für junge Menschen und ihre Familien sowie eine kinder- und familienfreundliche Umwelt zu erhalten oder zu schaffen.


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