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Erziehungsstile gehen auseinander

17. Juli 2010 um 12:22 Letzte Antwort: 21. Juli 2010 um 19:27

Hallo an alle anderen da draußen,

eigentlich waren mein Mann und ich uns immer einig, was die Erziehung unserer Kinder betrifft und haben alles miteinander besprochen.

Neulich hat mir mein Sohn weinend erzählt, dass Daddy ihnen die Süßigkeiten gestrichen hat, weil sie ihr Mittagessen nicht aufgegessen haben. Ich war ziemlich erschrocken darüber, weil ich diese Methode doch ziemlich mittelaltermäßig finde. Abends habe ich mit meinem Mann darüber gesprochen, aber er beharrt auf seinem Standpunkt und sieht gar nicht ein, da nachzugeben. Er ist der Meinung, dass ich ohnehin zu weich sei und ja keine Ahnung davon habe, was tagsüber so los sei zuhause. Okay, er hat recht. Da ich den ganzen Tag über arbeite, bekomme ich echt kaum was mit.

Aber ich finde dennoch, dass er zu streng ist. Die Kinder (4 und 6) sollen schon dabei helfen, den Tisch decken und abräumen, Spülmaschine ein- und ausräumen, Zimmer allein aufräumen, etc. Außerdem legt er total großen Wert auf Hausaufgaben und Noten in der Schule. Klar, ich weiß, dass das wichtige Dinge sind, aber muss man das von noch jüngeren Kindern wirklich schon konsequent einfordern?
Versteht mich bitte nicht falsch: Er ist eigentlich ein wirklich liebevoller Dad und er würde alles - wirklich alles - für die Kids tun. Nur manche seiner Erziehungsmethoden und -ansichten finde ich einfach zu rückständig.

Mich würde jetzt interessieren, was ihr darüber denkt. Vielleicht bin ich ja wirklich zu weich...

Lg, Lea

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17. Juli 2010 um 15:48

Verstehe nicht...
... warum du dich darüber beschwerst, dass dein Mann zu streng ist. Du schreibst zwar, dass du und dein Mann euch in der Erziehung einig seid und euch absprecht, aber auf der anderen Seite scheint mir, bleibt der größte Anteil der Erziehung an deinem Mann hängen. Ich finde, du solltest dich mehr einbringen - schließlich sind es ja auch deine Kinder, oder nicht?

Zu seinen 'Erziehungsmethoden': Also ich finde es in Ordnung, wenn die Kinder ein bisschen im Haushalt mithelfen. Was soll denn daran rückschrittig sein? Vor allem mit sechs Jahren kann man von einem Kind schon erwarten, dass es sein Zimmer ein wenig zusammenräumt und seine Hausaufgaben macht.

In diesem Sinne und lg,
Bj

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18. Juli 2010 um 12:45


Hallo
Ich finde die Erziehungsmethoden deines MAnnes gar nicht rückständig. Was soll er denn deiner Meinung nach tun? Alles durchgehen lassen und den Kinden alles hinterherräumen?
Das mit den Süßigkeiten handhaben wir ganauso, und ich kenn auch niemanden, der das ernsthaft anders machen würde.
Mein Sohn ist 3 und hilft schon beim Tischdecken und Spülmaschine ausräumen. Ihm macht es auch Spaß, aber ich finde es auch wichtig, dass auch kleine Kinder schon leichte Aufgaben im Haushalt bekommen. Das schenkt ihnen übrigens auch selbstvertrauen.
Natürlich muss ein Kind Hausaufgaben machen. Was ist daran rückständig, wenn der Vater darauf achtet, dass die Kinder nicht schon in der ersten Klasse anfangen, die Hausaufgaben zu verschlunzen?
Ich weiß natürlich nicht, wie es bei euch zu Hause abgeht, abe nach dem,. was zu erzählst würde ich sagen: Alles was du beschreibst, ist nicht nu absolut ok, sondern sollte eigentlich selbstverständlichz sein. Mit Mittelalter-mäßig hat das nichts zu tun.
LG Attica

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18. Juli 2010 um 19:41

Also
mein Mann hat schon ziemlich viel Zeit für sich - eigentlich sogar mehr als ich. Er treibt viel Sport und nimmt sich seine Zeit einfach . Er ist auf keinen Fall ein Choleriker!

Aber ich mag es einfach nicht, wenn man als Eltern soviel Macht über seine Kinder ausübt. Ich meine, wem macht Hausarbeit schon 'Spaß'? Ich habe als Kind auch immer mithelfen müssen und ich habe es gehasst! Ich muss gestehen, dass ich es heute noch nicht wirklich gerne mache. Mir ist schon klar, dass meine Kinder das ja irgendwann können müssen, aber reicht das nicht auch noch später? Oder gilt hier der alte Spruch: Was Hänschen nicht lernt, ... ? Ich weiß nicht, aber ich denke immer, dass die Erziehung, die ich genossen habe, doch schon längst überholt ist. Mein Mann denkt da anders... Vielleicht muss ich meinen Standpunkt doch nochmal überdenken.

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18. Juli 2010 um 20:54
In Antwort auf chita_11957030

Verstehe nicht...
... warum du dich darüber beschwerst, dass dein Mann zu streng ist. Du schreibst zwar, dass du und dein Mann euch in der Erziehung einig seid und euch absprecht, aber auf der anderen Seite scheint mir, bleibt der größte Anteil der Erziehung an deinem Mann hängen. Ich finde, du solltest dich mehr einbringen - schließlich sind es ja auch deine Kinder, oder nicht?

Zu seinen 'Erziehungsmethoden': Also ich finde es in Ordnung, wenn die Kinder ein bisschen im Haushalt mithelfen. Was soll denn daran rückschrittig sein? Vor allem mit sechs Jahren kann man von einem Kind schon erwarten, dass es sein Zimmer ein wenig zusammenräumt und seine Hausaufgaben macht.

In diesem Sinne und lg,
Bj

Völlig in Ordnung
Ich finde wenn Kinder von Anfang an lernen, dass man im Haushalt mithelfen muss, ist es für die Kinder selbstverständlich. Natürlich sollte man Kinder nicht überfordern und es, besonders im Alter deiner zwei Mäuse, eher spielerisch Gestalten. Vielleicht die Arbeiten mit den Kids zusammen machen.

Das dein Mann darauf achtet das die Hausaufgaben gemacht und die Noten gut sind, finde ich sehr wichtig. Wenn es in der ersten Klasse schon anfängt zu schludern, wie soll es dann später werden?

Das mit den Süßigkeiten finde ich auch richtig. Wenn sie am Tisch keinen Hunger mehr hatten, dürften sie auch kein hunger auf was süßes haben. So einfach ist das. Das Verbot sollte aber, wenn die nächste Mahlzeit wieder normal gegessen wird, wieder aufgehoben werden.

Alles in allem finde ich deinen Mann nicht zu streng. Kommt natürlich darauf an in welchem Ton er mit den Kindern spricht. Ob er schreit oder so redet, dass die Kinder ihn auch verstehen.

Auf keinen Fall solltest du vor den Kindern die Entscheidung und Strafen des Vaters anzweifeln. Aber tust du ja wohl auch nicht, oder?

lg

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19. Juli 2010 um 20:35
In Antwort auf hatty_12449627

Also
mein Mann hat schon ziemlich viel Zeit für sich - eigentlich sogar mehr als ich. Er treibt viel Sport und nimmt sich seine Zeit einfach . Er ist auf keinen Fall ein Choleriker!

Aber ich mag es einfach nicht, wenn man als Eltern soviel Macht über seine Kinder ausübt. Ich meine, wem macht Hausarbeit schon 'Spaß'? Ich habe als Kind auch immer mithelfen müssen und ich habe es gehasst! Ich muss gestehen, dass ich es heute noch nicht wirklich gerne mache. Mir ist schon klar, dass meine Kinder das ja irgendwann können müssen, aber reicht das nicht auch noch später? Oder gilt hier der alte Spruch: Was Hänschen nicht lernt, ... ? Ich weiß nicht, aber ich denke immer, dass die Erziehung, die ich genossen habe, doch schon längst überholt ist. Mein Mann denkt da anders... Vielleicht muss ich meinen Standpunkt doch nochmal überdenken.

Hmm...
Also ich weiß nicht so recht, aber ich kann deine Schlussfolgerung mit der 'längst überholten Erziehung' nicht so ganz nachvollziehen. Es steht doch wohl außer Frage, dass Kinder feste Strukturen, Regeln und Grenzen brauchen, um sich gesund entwickeln zu können. Und diese Grenzen brauchen Kinder schon von Anfang an. Wie lange willst du damit warten? Bis die Kids in der Pubertät sind? Okay, es gibt viele Dinge, die man als Kind schon selbst gehasst hat und seinen Kindern gern ersparen würde, aber das ist schier unmöglich. Ich bin zum Beispiel auch nicht immer gern zur Schule gegangen - trotzdem schicke ich meine Kinder täglich dorthin.
Das mit der 'Macht' sehe ich anders. Ich meine, ihr lebt alle zusammen in einem Haushalt und jeder macht seinen Dreck, also ist es doch nur fair, wenn sich jeder auch am Aufräumen beteiligt. Natürlich solltet ihr eure Kinder für deren Mithilfe auch mal loben und die Aufgaben mit ihnen gemeinsam erledigen (wie auch meine Vorrednerinnen schon schreiben). Man sollte Kinder aber nie unter Druck setzen und schon gar nicht anschreien. Auch sinnlose Verbote (wie z.B. ein Süßigkeiten-Verbot) bringen da nichts. Viel besser ist es mit ihnen zu reden und zu erklären.
Liebe Grüße
Bj

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20. Juli 2010 um 14:57


Ich finde, er macht das gut. Süßigkeiten gibt es - wenn überhaupt- NACH dem Essen und wer nicht ißt, hat keinen Hunger. Da passen dann aber auch keine Bonbons in den Bauch.

An das Hausaufgaben-machen würde ich die Kinder auch von Anfang an gewöhnen, dann kennen sie es nicht anders. Sonst hast du später ewige Diskussionen zu diesem Thema.

Tisch decken etc. machen viele Kinder eh freiwillig, also warum nicht an "lustlosen" Tagen einfordern?

Da dein Mann den Löwenanteil an der erziehung trägt (er ist tagsüber mit den Kindern alleine), solltest du ihm auch den Großteil der Entscheidungen lassen. Schließlich muß er mit den Kindern zurecht kommen und anscheinend funktioniert das ja auch.

Was dein Sohn da macht ("Papa gibt uns keine Süßigkeiten") ist ein gegeneinander ausspielen der Eltern. Er versucht genau das, was er auch bewirkt hat. Du gehst hin zu deinem Mann und ihr fangt an zu diskutieren.....
Dein Part sollte sein zu sagen "wenn Papa das sagt, dann ist das so!"

Reden über Erziehungsdinge kann man dann, wenn die Kinder es nicht mitbekommen.

LG Zimt + Männer

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21. Juli 2010 um 19:27
In Antwort auf kristi_11897686


Ich finde, er macht das gut. Süßigkeiten gibt es - wenn überhaupt- NACH dem Essen und wer nicht ißt, hat keinen Hunger. Da passen dann aber auch keine Bonbons in den Bauch.

An das Hausaufgaben-machen würde ich die Kinder auch von Anfang an gewöhnen, dann kennen sie es nicht anders. Sonst hast du später ewige Diskussionen zu diesem Thema.

Tisch decken etc. machen viele Kinder eh freiwillig, also warum nicht an "lustlosen" Tagen einfordern?

Da dein Mann den Löwenanteil an der erziehung trägt (er ist tagsüber mit den Kindern alleine), solltest du ihm auch den Großteil der Entscheidungen lassen. Schließlich muß er mit den Kindern zurecht kommen und anscheinend funktioniert das ja auch.

Was dein Sohn da macht ("Papa gibt uns keine Süßigkeiten") ist ein gegeneinander ausspielen der Eltern. Er versucht genau das, was er auch bewirkt hat. Du gehst hin zu deinem Mann und ihr fangt an zu diskutieren.....
Dein Part sollte sein zu sagen "wenn Papa das sagt, dann ist das so!"

Reden über Erziehungsdinge kann man dann, wenn die Kinder es nicht mitbekommen.

LG Zimt + Männer

...
Okay, ich muss gestehen, dass ich mich vllt nicht klar ausgedrückt habe. Mir persönlich ist es schon sehr wichtig, dass mein Großer seine Hausaufgaben erledigt und sich für die Schule anstrengt. Ich bekomme das selbst leider viel zu oft mit, was dabei rauskommt, wenn man in der Schule keine Leistung bringt und später weiterkommen will.
Aber mir persönlich ist es egal, wann ein Kind diese erledigt. Wenn er lieber zuerst mit Freunden rausgehen will, weil das Wetter so schön ist, dann stört es mich nicht, wenn er sie später macht. Oder wenn ihm was nicht liegt, dass er sich dann dafür keine soooo große Mühe gibt, weil es ihm einfach keinen Spaß macht. Ich meine, wir haben ja alle unsere Vorlieben.
Dann möchte ich noch kurz klarstellen, dass ich - so schwer es mir in diesem Fall auch gefallen sein mag - niemals VOR meinen Kindern mit meinem Mann diskutieren würde, sondern immer nur dann, wenn die Kinder nicht dabei sind. Für die beiden sind Mama und Papa immer einer Meinung (was sie auch in den meisten Fällen wirklich sind ).

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