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Erzählt mir von euren Kids!

25. Mai 2002 um 17:28 Letzte Antwort: 26. Mai 2002 um 15:56

Hallöchen alle zusammen!

Einige von euch haben ja bestimmt schon mitgekriegt, dass ich im Sommer 2 Wochen lang als Betreuerin mit 20 11- bis 13-jährigen Kids auf eine Ferienfreizeit fahre.
Gestern hab ich mich dann mit der anderen Betreuerin aus unserem Viererteam über Kids in diesem Alter unterhalten und es hat mich sehr erstaunt, wie unterschiedlich unsere Erfahrungen waren.
Ich hab einen 11-jährigen Neffen, er ist noch ganz Kind, Pokemon ist das größte, er liebt nix mehr als mit seinen Freunden kicken zu gehen, Mädels sind doof und er wird nie im Leben eine Zigarette oder Alkohol anrühren. Soweit das Leben aus der Sicht meines Neffens!
Klar weiß ich, dass man Kids nicht alle über einen Kamm scheren kann, der eine ist halt viel weiter entwickelt als der andere. Aber was mir dann erzählt wurde, hat mich doch sehr überrascht: da haben die 12-jährigen Mädels schon 1. sexuelle Erfahrungen, Zigaretten und das abendliche Bierchen gehören für Jungs in dem Alter einfach dazu und mit Gemeinschaftsspielen und Kreativ-/Bastelangeboten kann man die Horde schon lange nicht mehr hinterm Ofen vorholen!
Hmm, wie sind denn eure Kids in dem Alter so drauf?
Vielleicht hängt es auch einfach damit zusammen, dass ich (und mein Neffe) aus einem Kaff auf dem Land stammen und auf der Ferienfreizeit Kids aus Frankfurt mitfahren? Ich weiß ja auch, dass die Kids heute viel frühreifer sind als wir damals (damals, klingt schon komisch, meine Güte ich bin 23, das alles ist also grad mal 10 Jahre her...).
Da haben 9-jährige schon ihre Tage und man soll sich ja nicht mehr wundern, wenn eine 11-jährige einem erzählt, dass sie ihre Unschuld schon verloren hat...hmmm, worauf muss ich mich denn gefasst machen? Wäre schon gern ein wenig vorbereiteter auf die Freizeit (damit ich weiß, dass ich mein Bastelbuch daheim lassen kann ).
Freu mich auf eure Berichte!

LG von Supi

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26. Mai 2002 um 13:09

Lass das Bastelbuch daheim
Hallo Supi,

da meine beiden Kinder genau deiner Zielgruppe entsprechen, möchte ich Dir etwas aus ihrem Leben erzählen.

Meine Tochter ist nun 11 und es ist für mich als Mutter ein spannendes Alter...

Meine Maus ist ein sehr aufgeschlossenes aber auch sehr durchsetzungsfähiges Mädchen. Sie war ein sehr grosser Diddlfan und verfügt über eine große Sammlung.

Vor einiger Zeit, petzte mein Sohn, dass sich seine Schwester die Bravo gekauft hat, worüber sie sich sehr aufregte ! Als ich ungewohnt gelassen auf diesen Tatbestand reagierte, waren beide irritiert. Natürlich wurden beide neugierig und ich erklärte ihnen, dass ich ungefähr im gleichen Alter mit dieser Zeitung anfing und dass selbst ihr Vater(50) sie gelesen hat.

Meine Tochter ist bis in die Haarspitze ein Mädchen und fing bereits im Alter von 8 Jahren mein Schminksachen zu missbrauchen. Damals war ich überhaupt nicht begeistert, weil ich es dafür noch viel zu früh hielt und begann meine Schminksachen zu verstecken, was mir nicht immer gelnag, weil ich es in meiner Eile oft im Badezimmer liegen ließ. Irgendwann sah ich, dass sie " geschminkt " von ihrer Freundin nach Hause kam und gelegentlich fand ich auch Einzelstücke, z.b. Nagellacke, Lidschatten, in ihrem Zimmer. Bei der Nachfrage, woher diese Dinge kamen, bekam ich die Antwort, von meiner Freundin...

Nun gut, als ich mit diesem Umstand konfrontiert wurde und immer wieder entdeckte, dass sie meine Schmicke benutzte, schlossen wir einen Kompromiss.

Ich ich gab ihr einige Sachen von mir mit der Auflage meine restlichen Sachen unberührt zu lassen. Vor einigen Wochen erzählte sie mir, dass sie in einer Drogerie einen Schminkkoffer gesehen habe, den sie sich von ihrem Taschengeld kaufen würde. Da es schließlich ihr Geld ist, hatte ich dagegen keine Einwände.

Das hat jetzt die Auswirkung, dass sie morgens,lieber das Frühstück ausfallen lässt, als dass sie ungeschminkt und unfrisiert zur Schule geht. Darüber muss ich zwar lachen, aber wenn es ihr wichtig ist, lass ich sie machen.

Ihr Zimmer verwandelte sich innerhalb kürzester Zeit in ein " Jugendzimmer" und Diddlposter wurden durch " No Angel" , " Bro`sis" und andere Stars ersetzt. Dementsprechend duddelen auch keine Kinderlieder mehr im CD Player, sondern die neuesten Hits der Charts. VIVA, MTV und GZSZ wurden zum Pflichtprogramm und Mode spielt eine übergeordnete Rolle.In Punkto Jungs kann ich Dir nichts sagen, denn ich bin " Nur " Mutter und daher für sie nicht der richtige Ansprechpartenr ! Ich weiß zwar, dass irgendwann mal ein Name fiel, aber darüber hüllt sie sich in Schweigen.

Vor ungefähr 1 Jahr hatte sie einen Freund, dem sie Kuchen backte und ihn morgens zur Schule abholte, er ihr Blumen brachte und ihr beim Zimmer aufräumen half und sie viele gemeinsame Stunden verbrachten, aber das ist längst vorbei und sie reden auch nicht mehr miteinander. Was passiert war, habe ich nur am Rande mitbekommen, aber ich weiß, dass sie sich darüber sehr geärgert hat. Den genauen Grund habe ich nicht erfahren und nachhaken wollte ich auch nicht.

Ihre Tage hat sie noch nicht, aber ihr " Körperbewusstsein" hat sie schon.

Sie ist sehr sportlich und eine gute Schülerin, kämpft aber auch mit den normalen Schulproblemen, wie ich in diesem Alter auch.

Sie raucht nicht und mit Alkohol hatte sie auch noch keinen Kontakt. Sie ist strikt dagegen, aber dennoch konnte sie einmal der Versuchung nicht widerstehen... und dass war so : Ich ging eines Tages zum Briefkasten und hatte meine brennende Zigarette im Aschenbecher liegen lassen. Als ich zurückkam, sah ich durchs Bürofenster, dass sie mit " spitzen" Fingern gerade einen Zug nehmen wollte als ich zur Tür hereinkam. Sie sah mich nicht und als ich vor ihr stand und sie etwas lauter fragte: was machst Du da ? zuckte sie völlig erschrocken zusammen. Ich musste lachen und entschärfte die peinliche Situation indem ich sagte, ich denke Du findest rauchen widerlich?! Verbote und Strafen, kennt sie eigentlich nicht, weil sie einen sehr grossen Freiraum zur Verfügung hat und diesen noch nie bis zum Äussersten ausgereizt hat. Ganz normalen Ärger haben wir beiden schon, nur mit dem Unterschied, dass sie durch unsere Selbstständigkeit, schon sehr früh " miteingebunden " wurde. D.h. im Alter von 7 J.Telefondienst machen und ihrem Bruder zu Bett bringen. Sie verfügt über viele Fähigkeiten, z.b. Kuchen backen, bügeln, Hunde ausführen usw.

Sie ist sehr kreativ. Sie malt, bastelt,näht, schreibt sehr gerne und ist in ihrer Schule in der Schülerzeitungs AG.

Im Alter von 3 Jahren malte sie, bevor sie in den KIGA ging, erst 3 Bilder. Basteleien im KIGA musste ich mit dem Auto abholen und bei einem Artzbesuch baute sie mit Holzklötzen die Verkehrsführung des Stuttgarter Bahnhofviertels nach.

Mit 8 J. erstellte sie ihre 1. Zeitschrift mit dem Titel "Tami`s Testheft", schnitt dazu Bilder von Produkten aus der Zeitung und " beurteilte " diese mit ihren eigenen Worten.

Sie ist, meiner Einschätzung nach ein sehr fröhliches Kind und bei Erwachsenen ungewöhnlich beliebt.

Aber mir war dieses Kind schon immer unheimlich !

Mein Sohn hingegen ist völlig anders...

Er ist, aufgrund seiner " Überschwester " immer an ihr gemessen worden.

Auch in ihm steckt ein sehr hohes kreatives Potenzial, dass allerdings durch unsere Geschäftigkeit in unserer Firma nicht genug Beachtung beigemessen wurde.

Er ist in vielen Dingen ein ausgesprochener Chaot, der mir bis an die Grenzen meiner nervlichen Belastung brachte.

Er ist ein LEGO-fanatiker und baut stundenlag mit einer unbeschreiblicher Hingabe und Detailliebe Autos, Schiffe und Flugzeuge.

Schule war von Beginn an für uns beide der blanke Horror und Hausaufgaben zogen sich über Stunden hin, die mich zur Weissglut brachten.

Er brachte mich soweit, dass ich mich weigerte
ihm bei seinen Hausaufgaben zu helfen.

Mein Sohn war für mich mittlerweile ein rotes Tuch, weil er gegen alles rebellierte und ich mich nicht durchsetzen konnte.

Auch seine Lehrerin hatte Schwierigkeiten und ich wurde zig mal zum Elterngespräch zitiert und musste mir anhören, was ich für ein " schlimmes Kind " hatte.

Eines Tages, als es wiedermal darum ging ihn zum aufräumen zu bewegen, erklärte er mir, dass " Putzen" und "Aufräumen" Frauensache" sei !

Ich war sprachlos !

Vorletzten Sommer war unser Verhältnis zu einander mehr als nur gestört. Unsere Machtkämpfe wurden immer schlimmer und ich war am Ende meiner Weisheit und meiner Kraft.

Es ging schon soweit, dass er grundsätzlich meine Vorgaben z.b. Uhrzeit für das nach Hause kommen, missachtete und bei verhängten Hausarrest mich nervlich so kaputt machte, dass ich ihm bei jeder geboten Gelegenheit den Hintern versohlte. Z.B. meine Tochter musste zum Abschlussgrillfest ihrer Klasse von einen Grillplatz abends abgeholt werden und meinem Sohn erklärte, dass er abends zum 7 : Uhr zu Hause sein müsse. Er fing an mir mir zu diskutieren und meinte er würde erst gegen 7:30 kommen ich drohte ihm mit allen mir zur Verfügung stehenden Mittel falls er meine Zeitvorgabe nicht einhalten würde. Es wurde 7:00 und mein Sohn erschien nicht, es wurde 7:30 und mein Sohn war noch nicht in Sicht. Ich schaltete meinen Videorecorder auf Aufnahme, weil ich einen Film nicht sehen konnte, da meine Tochter holen musste. Als ich kurze Zeit später nach Hause kam, sah ich niemanden vor der Tür warten und wurde wütend. Plötzlich hörte ich ein " Hallo Mama " ! Da fiel mir auf, dass ich das Wohnzimmerfenter nicht zu gemacht habe, weil der Rolladen, wegen der Hitze runtergelassen war. Mein Sohn saß im Wohnzimmer und schaute " seinen " Film an. In dem Moment flogen bei mir die Sicherungen raus und ich verabreichte ihm einer derartige Tracht Prügel, wie er sie noch nie zuvor bekommen hatte.

Einige Tage später, kam er abermals 1 1/2 Std. später als ausgemacht nach Hause. Bevor ich Luft holen konnte um ihm den Marsch zu blasen, entgegnete er mir " Entschuldigung, dass ich zu spät komme, aber am Zebrastreifen war so ein Gedränge !"

Mir fehlten die Worte !!!

Jetzt stand da vor mir ein braungebrannter, blonder Junge, der mich mit seinen groß rehbraunen Augen erwartungsvoll und entwaffnend anschaute und ich konnte nichts anderes tun als schallen zu Lachen und ihn in den Arm zu nehmen und ganz fest an mich zu drücken.

Ich liebte ja meinen Sohn !

Nichts desto trotz war das gemeinschaftliche Miteinander nicht ohne weiteres möglich.

Knapp ein Jahr später wurde ich wieder einmal in die Schule zitiert und die Lehrerin hegte den Verdacht, dass er eventuell unter ADS ( Zappelphillip-syndrom)leiden könnte, denn alle Anzeichen würden dafür sprechen.

Da mir diese Krankheit zwar geläufig war, aber ich nichts genaueres darüber wusste, machte ich mich im Internet schlau und kam auf die alternative Heilungsmethode der Kinesilogie.

Aus einem früherem Gespräch mit einem Geschaftspartner kannte ich diesen Begriff, aber die Behandlung selbst, war mir unbekannt. Ich setzte mich mit ihm in Verbindung und ließ mir den Kontakt zu seiner Frau herstellen, die als Ärztin sich auf diesem Gebiet spezialisierte.

Kurz darauf bekamen wir einen Termin. Er wurde 1 1/2 Stunden untersucht, Gespräche geführt und sie stellte fest, dass er allergische Reaktionen auf Weizenprodukte, Zucker und Milch aufweist.

Denn diese Stoffe verursachten in seinem Gehirn " Explosionen" und deshalb könne er sich nicht konzentrieren und am täglichen Leben nicht in gewohnter Form teilnehmen. Ich war verwundert und meinte, dass er jedoch stundenlang LEGO bauen könne. Daraufhin lachte die Ärztin und meinte, dass LEGO bauen für ihn kein Stress wäre und er sich deshalb auch stundenlang damit beschäftigen könne. Alles was man nicht gerne tut verursacht Stress und das Gehirn lehnt diese Tätigkeiten ab.

Wir begannen eine Therapie, indem er als allererstes seine Ernährung radikal umgestellt bekam und er einmal in der Woche eine Therapiestunde hatte. Durch die Tests wurde auch das Verhältnis Vater-Mutter-Tochter-Sohn untersucht und er kamen Ursachen zum Vorschein, die man nicht für möglich gehalten hatte. Da die Hauptschwierigkeit an dem Verhältnis zwischen mir und meinem Sohn lag, wurde ich auch mit in die Therapie mit einbezogen und musste in seperaten Therapiestunden mein Verhältnis zu meinem Sohn untersuchen lassen. Erst jetzt wurde mir dieses Netzwerk dieser Verhaltensmuster gewusst und konnte anfangen wirklich etwas von grundauf zu ändern.

Sein Seelenleben wurde mit Hilfe der Homöopathie und Bachblüten stabilisiert.

Da mein Sohn in den beiden Schuljahren krankheitsbedingt über sehr große Defizite verfügte, wurde eine Rückstufung in die 2. Klasse in den Raum gestellt.

Dies sollte jedoch nicht als Strafe, sondern für ihn als Chance verstanden werden. Da ich mittlerweile begriff, wie mein Sohn " funktionierte" konnte meinen Sohn " verstehen " und ihm endlich " gerecht" werden. Ich hatte
den Zugang und das Vertrauen zu ihm gefunden und wir konnten endlich unsere " Feindschaft" beenden und " Freunde " werden. Ich erzählte ihm, dass selbst Albert Einstein in der Schule sitzen geblieben ist und dass er trotzdem der klügste Mensch auf der Welt war. Er musste schallend lachen und kam einige Tage später zum Entschluss dass er sich nach Weihnachten zurück stufen lassen möchte.

Seine schulischen Leistungen wurden in kürzester Zeit hervoragend uns auch das tägliche miteinander wurde harmonischer.

Endlich wurden Dinge möglich, die ich einst weigerte zu tun. z.B. Schwimmengehen, miteinander reden oder auch nur Kuscheln.

In letzter Zeit kristallisierte es sich heraus, dass er eine Vorliebe für das Kochen entwickelte und mich sehr gerne dabei unterstützt. Für einige profane Dinge des Lebens konnte ich ihn noch nicht gewinnen, aber seine Aufnahmebereitschaft steigt und es ist vielleicht nur eine Frage der Zeit, bis auch diese Dinge funktionieren.

In der Schule ist er ehrgeizig geworden und ärgert sich über verhauene Tests. Allerdings ist das Thema Hausaufgaben auch noch nicht vom Tisch aber auch das wird noch.

Er ist ein recht ausgeglichener Junge, dem es gelingt, jetzt auch Freundschaften aufzubauen und Freunde an sich zu binden.

All diese Dinge bereiteten ihm sehr grosse Schwierigkeiten, die ihn von anderen " normalen " Kindern unterscheidete.

Ansonsten ist er ein Junge, der ein Faible für alles hat was neu auf den Markt kommt.

Auch Mädchen spielten schon eine Rolle, da er in seine Mitschülerin verliebt war. Vor einem Jahr wurde er von seiner Schwester auf der Schultoilette beim Knutschen mit der selbigen erwischt.

Auch er hat sein " Körperbewusstsein " entdeckt und Schamgefühle entwickelt.

Auch er ist ein sehr liebenswürdiges und bemerkenswertes Kind, den ich jetzt erst richtig kennen und lieben lerne...

Bis jetzt kenn ich nur die Spitze des Eisberges seines kreativen und geistigen Potenziales. Aber ich kann mir wahrhaft vorstellen, dass da ein richtiger Schatz zum vorschein kommt. Er überrascht mich jetzt mit seinen verborgenen Fähigkeiten und er spürt, dass er jetzt von seiner Umwelt auch positiv wahrgenommen wird.

So Liebe Supi, ich hoffe, dass Du bis jetzt durchgehalten hast. Vielleicht bin ich zu sehr vom Thema abgekommen, aber wenn Du Kinder verstehen möchtest, musst Du in eine Kinderseele schauen. Denn das, wie sich Kinder darstellen, ist oft ein sehr verzerrtes Bild.

Kinder sind oft ganz anders, nur kommen sie so selten dazu !

Ich hoffe, ich konnte Dir mit meinen bisherigen Erfahrungen dazu verhelfen Kinder wirklich zu verstehen. Man muss vieles zwischen den Zeilen lesen.

Kinder brauchen Zeit und eine Chance sich selbst verwirklichen zu können.



Liebe Grüsse Ester

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26. Mai 2002 um 15:56

Liebe Supi!
Ich hab auch eine Tochter in dem Alter.
Auch ein "Überkind", fast 1.70 m groß, Schuhgröße 42 und kann meine BH´s tragen - mit 11.
Dazu ist sie relativ reif für ihr Alter, also nicht nur körperlich, sondern auch geistig.

Sie ist ebenfalls ein echtes Dorfkind, wäre aber machmal lieber ein Stadtkind mit mehr Unabhängigkeit - und mehr Blödsinn...

Bei uns wird auch schon seit einem Jahr ab und zu geschminkt und die Barbies sind seitdem definitiv in der Ecke verschwunden.

Sie ist in einer Vorpubertären Phase und nimmt sich mitunter Freiheiten heraus,mit denen sie noch nicht umgehen kann.
Wenn sie dann damit einmal in der Tinte gesessen hat, ist sie eine Weile aber wieder ganz froh, wenn man ihr Grenzen setzt.

Trotz aller Bemühungen meiner Tochter und auch ihrer Freudinnen und Freunde in der angesprochenen Altersgruppe, möglichst schnell erwachsen zu werden, kann man sie aber noch immer leicht animieren, sich sinnvoll und kreativ zu beschäftigen.

Die gleichen Erfahrungen habe ich auch mit "Stadtkindern" gemacht, die allerdings mit Dingen wie Rauchen, Alkohol und so weiter tatsächlich teilweise früher dran sind.

Es gibt übrigens meiner Erfahrung nach kaum eine Altersgruppe, in der die Entwicklung der einzelnen Kinder so weit auseinandergehen, wie zwischen 11 und 13 Jahren.

Du findest dreizehnjährige, die sich sehr wohl noch mit Diddel und Pokemon beschäftigen, wie auch elfjährige, die rauchen.

Ich denke, es dürfte schwer werden, die alle unter einen Hut zu bringen!

Du wirst immer Nörgler dabei haben, denen etwas zu kindisch ist und immer ein paar eingeschüchterte, die sich überfordert fühlen.

Allerdings kann man sie meist bei Sport und kreativen Gemeinschaftsspielen noch ganz gut animieren - selbst wenn sie dafür ihre Zigarette ausdrücken müssen...

Ich kenne auch etliche Mädchen in dem Alter, die noch gerne basteln. Und das sind oft gerade die Stadtkinder, deren Eltern mitunter beide ganztags arbeiten und die sowas gar nicht kennen, weil sie ihre Tage sonst auf der Straße oder vor der Glotze verbringen.
Das sind oft die dankbarsten Kinder, wenn man sich die Mühe macht, sich mit ihnen zu beschäftigen.

Und übrigens sind natürlich auch nicht alle Stadtkinder so!

Solche Gruppenreisen entwicken oft eine eigene Dynamik und niemand kann Dir vorher genau sagen, was Dich erwartet.
Evtl. wollen alle ihre "Freiheit" genießen und sich fern von den Eltern mal so richtig daneben benehmen, oder sie versuchen, sich sogar besonders erwachsen und verantwortungsvoll zu benehmen.
Wenn Du Glück hast, nehmen sie viele Beschäftigungsangebote toll an, wenn Du nicht aufpaßt, setzen sich die "ICH bin gegen alles"-Kinder durch und vermiesen jede Aktivität.

Wünsche Dir, das alles gut läuft und Ihr viel Spaß habt, woran ich bei soviel Mühe bei den Vorbereitungen eigentlich keinen Zweifel habe!

Liebe Grüße, harter Kern

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