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Enttäuscht und verbittert

27. Dezember 2011 um 13:42

Guten Tag. Ich bin neu hier und suche nach Lösungen für ein großes Familienproblem. Ich bin, männl., 48 J., verheiratet und habe 2 Kinder (16/13).
Ich möchte nicht so viel schreiben, aber auch nicht zu wenig.

Mein Leben gleicht einen Achterbahn. Als Schüler/Teenager war ich immer sehr depremiert. Ich war kein guter Schüler und in den Augen meines Vaters ein Versager, was er mir häufig sagte. Mit fast 17 lernte ich -nach ein paar kurzzeitigen Knutschfreundinen zuvor- meine 1. feste Freundin kennen. Sie gab mir -ohne dass sie meine Traumfrau war- halt und wir gingen 6 Jahre zusammen durchs Leben. Wir machten Abitur, lernten einen Beruf und zogen sogar zusammen. Irgend wie merkte ich, dass das Zusammenleben nicht passte und wir trennten uns. Kurz danach lernte ich meine nächste Partnerin kennen, optisch meine Traumfrau, die sich jedoch charakterlich als häufige Enttäuschung entpuppte. Sie betrog mich mind. 2 x, trieb ein Kind von mir ab und tat alles um mich zu verletzen. Statt mich -was vielleicht besser gewesen wäre- mich zu trennen, baute ich uns ein Haus, drängte sie zu Heirat (was aber nicht geschah) und nach dem wir ca. 1,5 Jahre in unserem Haus wohnten betrog sie mich wieder, was -nach 5-jähriger Beziehung- dann zur Trennung führte. Das ist ziemlich genau 20 Jahre her. Wie ich heute weiß hat sie sich auch nach mir immer wieder von ihren Partnern getrennt.
Einige Wochen später fuhr ich noch tief verletzt in Skiurlaub und lernte dort eine neue Frau kennen. Eigentlich war ich noch nicht offen für eine neue Beziehung, aber diese Frau war so liebenswert, trennte sich für mich von ihrem langjährigen Freund und so "rutschte" ich in die nächste Beziehung. Ich war anfangs immer noch sehr hin- und hergerissen, ob ich die Beziehung wollte. Wir trafen uns nur am Wochenende, da wir ca. 200 km entfernt wohnten. Waren wir zusammen fühlte ich mich sehr wohl, in der Woche über grübelte ich, ob ich das so wollte. Beruflich machte ich langsam Karriere und der Beruf bannt uns dann zusammen, da ich 6 Monate nach dem wir uns kennen gelernt hatten, nach Berlin versetzt wurde und meine Partnerin mich unbedingt begleiten wollte. Ich konnte trotz aller Bedenken nicht nein sagen. So zogen wir Mitte 1992 nach Berlin, wo wir noch heute wohnen. Ich lernte sie jedoch mit der Zeit immer mehr lieben und schätzen und so heirateten wir vor 17 Jahren und bauten auch ein Haus zusammen. Unser Glück schien ein Jahr später mit der Geburt unserer Tochter perfekt. Beruflich war ich zum Leidwesen meiner Frau sehr engagiert, karriereorientiert und schon lange kein "Versager" mehr. Da ich jedoch auch alles alleine finanziell stemmen mußte, war ich zum viel arbeiten verdammt. 3 Jahre nach unserer Tochter kam unser Sohn zur Welt. Während dieser Schwangerschaft ging es meiner Frau nicht so gut und ich war viel beruflich unterwegs und konnte sie nicht so unterstützen, was sie mir noch heute vorwirft.
Unsere Tochter entwickelte sich zu einem ehrgeizigen Mädchen, was gern und mit größten Erfolgen die Schule besuchte. Alles machte sie selbständig. Wir hatten kaum Grund zu klagen. Sie wurde in der Schule jedoch aufgrund ihrer guten Noten häufig gemobbt, was sie zielmlich depremierte. Unser Sohn ist und war das Gegenteil. Bis heute müssen wir ihn für alles egal ob es die Schule oder Hobbies ist motivieren. Viel Kraft liesen wir bei ihm und unsere Tochter kam dabei sicherlich zu kurz. Meine Frau machte das alles ziemlich fertig. 2 Kinder groß ziehen, noch einen Halbtagsjob, Haushalt etc, der Mann viel unterwegs. Aus einer hübschen Frau wurde eine übergewichtige Frau, die sich teilweise gehen lies, was mich veranlasste an ihr herum zu nörgeln. Vor ca. 4 Jahren begann unsere Tochter mit Essstörungen. Dafür machen wir ihren Überehrgeiz, das Mobben in der Schule und mein Herumnörgel an meiner Frau verantwortlich. Da begann bereits eine Familienkrise. Ich reduzierte meine Arbeitszeit, versuchte meiner Frau etwas an Aufgaben abzunehmen, aber ich habe das Gefühl es wurde nicht besser. Wir versuchen unserer Tochter über Schulpsychologen zu helfen und ich versuche verstärkt mich um unseren Sohn zu kümmern. Mein Nörgeln habe ich abgestellt und versuche allen mit mehr Zuneigung, Wertschätzung und Liebe zu begegnen. Meine Frau findet jedoch nie ein liebes Wort. Weder zu mir noch zu den Kindern, was die Probleme nicht verbessert.

Inzwischen haben sich die Esstörungen unserer Tochter jedoch zu einer Magersucht entwickelt. Das Familienleben belastet das sehr. Das Wort "Essen" dürfen wir überhaupt nicht mehr in den Mund nehmen. Gestern abend platzte wieder eine Bombe. Während eines Familienspiels aß unsere Tochter etwas. Sie sollte etwas zählen, was sie nicht tat und ich äußerte ungewollt. "Sie kann nicht zählen, da sie gerade etwas ißt". Meine Tochter schmiß das Spiel zusammen und schob ihr Essen zur Seite und flüchtete in ihr Zimmer. Ich war wieder für alle der "Schuldige" und es platzte aus mir heraus. "Wenn ich hier an allem Schuld habe müssen wir uns halt trennen und ich muß ausziehen", was meine Frau und meinen Sohn schockierte. Keiner will das, aber so wie im Moment geht es auch nicht weiter.

Ich weiß einfach nicht mehr wie ich den Familienfrieden wieder herstellen kann. Ich rackere seit fast 20 Jahren, dass es allen in meiner Familie gut geht und eigentlich haben wir nicht zu klagen. Ausreichendes Einkommen, Haus, Autos, Urlaube.. Ich trinke nicht, rauche nicht, nehme keine Drogen, bin nicht gewalttätig habe nix mit anderen Frauen etc. Ich habe meine Frau und meine Familie unverändert sehr lieb, aber ich bin einfach nur noch enttäuscht und verbittert. Was soll ich nur tun?

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28. Dezember 2011 um 13:25

Du hattest ein sehr "reichhaltiges" Leben
und dennoch kannst du dir auf die SChultern klopfen, dass du das alles trotzdem so gut hinbekommen hast. Ich würde euch ganz dringend empfehlen zu einer Paarberatung zu gehen, evtl. auch zu einer Familienberatung, denn wenn Kinder so rebellieren, was letztendlich die Magersucht auch ist, dann sollte wirklich gründlich geschaut werden, was in der Familie schief läuft. Vieles tun wir garnicht aus bösen Willen, sondern wir sind geprägt durch unsere "Familiengeschichte". Lasst euch helfen. Deine Frau schafft sich Schutz durch einen Panzer, deine Tochter verweigert sich durch das Nichtessen, auch dein Sohn scheint ja irgendwie auffällig zu sein. Bitte gib dir an allem keine Schuld und versucht es einfach besser zu machen für euch alle. Denn letztendlich bist ja auch du so nicht glücklich.
Gruß Melike

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