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Entscheidungen Entscheidungen

18. März 2005 um 8:15

kann mir jemand helfen???
Mein Söhnchen geht seit Anfang Februar in den Kindergarten um die Ecke, ein städtischer. Ich habe ihn durch Zufall gefunden und sie fanden mein Sonnenscheinchen so goldig, daß sie ihn sofort genommen haben- trotz Warteschlange...
Die Erzieherinnen finde ich sehr sehr nett, junge dynamische Frauen, die auch eine natürlich Herzlichkeit besitzen. Mein Sohn geht auch ganz gerne und wenn ich komme, ist er guter Dinge. Jetzt der Haken: vor ein paar Tagen bekomme ich einen Anruf, daß der Waldorfkindergarten auch einen Platz für ihn frei hat!!! Ganz überraschend. Gestern waren wir dort. Er ist wirklich schön, hat ein super Außenareal mit Wasserfall und Pflänzchen, Spieltürmchen etc. Innen auch viel Platz. Das Schlafzimmer für die Kleinen war urgemütlich, es roch nach lavendel und ich hätte mich selbst gerne gleich in die orangeeingefärbte Bettwäsche gelegt. Das Essen ist natürlich auch astrein, alles Bio, frisch zubereitet. Und morgens machen sie das Frühstück selbst, Biomüsli mit Bioobst. Ich finde das fantastisch. Im Städtischen gibts halt so eine Art Kantineessen, es wird woanders gekocht, dann rangekarrt und eine Stunde warmgehalten.
Ach ja, der Waldorfkindergarten ist weiter weg, wir müßten so um 6.30 aufstehen, um es zu schaffen, da man mit Bahn und Bus dorthin kommt. (alles in allem evtl. so 20-30 Min.)
Tja, was mache ich jetzt. Qual der Wahl. Was würdet ihr machen?

Viele Grüße
Kalani

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18. März 2005 um 9:00

Hallo Kalani,
der Waldorfkindergarten macht nur dann Sinn, wenn Du Deinen Sohn später auch auf die Waldorfschule schicken möchtest.

Außerdem ist im Waldorfkindergarten die Mitwirkung der Eltern sehr großgeschrieben.

Unteranderem musst Du Dir darüber im Klaren sein, dass die Pädagogik in einem solchen Kindergarten eine völlig andere ist und Du diese auch verinnerlicht haben oder verinnerlichen musst.

Ich denke, dass das Essen alleine nicht der Maßstab für Deine Entscheidung sein sollte. Sondern vielmehr die zugrundeliegende Ideologie, der Waldorfkindergartens.

Letztlich musst Du auch für Deinen Sohn entscheiden, ob er für so eine Form von Pädagogik überhaupt *geeignet* ist.

Denn nicht alle Kinder kommen damit auch wirklich klar.

Vor allem geht es jetzt darum, den Grundstein für das weitere Leben Deines Kindes zu legen. Wenn Du ihn jetzt in den Waldorfkindergarten schickst, ihn aber dann auf eine normale Schule schickst, kann es unter Umständen zu Integrationsschwierigkeiten kommen.

Grüße Kaffeemaus

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18. März 2005 um 9:32
In Antwort auf kaffeemaus

Hallo Kalani,
der Waldorfkindergarten macht nur dann Sinn, wenn Du Deinen Sohn später auch auf die Waldorfschule schicken möchtest.

Außerdem ist im Waldorfkindergarten die Mitwirkung der Eltern sehr großgeschrieben.

Unteranderem musst Du Dir darüber im Klaren sein, dass die Pädagogik in einem solchen Kindergarten eine völlig andere ist und Du diese auch verinnerlicht haben oder verinnerlichen musst.

Ich denke, dass das Essen alleine nicht der Maßstab für Deine Entscheidung sein sollte. Sondern vielmehr die zugrundeliegende Ideologie, der Waldorfkindergartens.

Letztlich musst Du auch für Deinen Sohn entscheiden, ob er für so eine Form von Pädagogik überhaupt *geeignet* ist.

Denn nicht alle Kinder kommen damit auch wirklich klar.

Vor allem geht es jetzt darum, den Grundstein für das weitere Leben Deines Kindes zu legen. Wenn Du ihn jetzt in den Waldorfkindergarten schickst, ihn aber dann auf eine normale Schule schickst, kann es unter Umständen zu Integrationsschwierigkeiten kommen.

Grüße Kaffeemaus

Liebe Kaffeemaus
das habe ich mir auch schon überlegt. Die nächste Waldorfschule ist auch recht weit weg und ich bin ja eigentlich ein Fan von "kleinen Wegen", damit viel Zeit für spontane Aktivitäten bleiben.
So wie du kann man es natürlich sehen. Allerdings könnte man doch auch sagen, dann hat er drei tolle Jahre dort gehabt und das ist doch auch ein gutes Fundament und dann ist er doch groß genug, um z.B. eine "normale" Grundschule zu verkraften. Ich bin mir nicht sicher, ob man auf der Kindergartenebene schon ein hartgesottener Anthroposoph sein muß, im sein Kind dorthin zu schicken. Ich kann dir nur sagen, es ist ein besonders schöner, großer Kiga und gestern waren sie dabei das Osterfest vorzubereiten. Das fand ich schon beeindruckend.
Und, man verzeihe mir meinen Chauvinismus. Aber ich muß dir echt sagen, manchmal sehne ich mich nach Eltern, die ein bisschen so sind wie ich. Heute morgen z.B., als ich meinen Sohn abgegeben habe, bin ich einigen anderen Eltern begegnet. Das sind viele Russen. Ich kann sie nicht ausstehen, ehrlich gesagt. Ich hätte NIE gedacht, daß ich so etwas mal sage. Habe sogar wissenschaftliche Abhandlungen über Rassismus geschrieben, war leidenschaftlicher Mulitikulturist (bin auch mit einem Türken verheiratet), aber irgendwie ist es manchmal ermüdend und gerade, wenn es einem direkt betrifft. Ich weiß auch nicht warum die mich so dermaßen stören. Weil sie kein richtiges Deutsch sprechen, weil sie ihren Kindern pfundweise Süßes mit in den Kindergarten geben, weil sie sie fernsehen lassen (mit drei schon Spiderman, wie ich mitbekommen habe!!!), weil man sie nicht an sie rankommt, weil es keinen gemeinsamen Nenner gibt, weil man die hilflos Überlegene ist, was den Bildungsstand anbelangt. Ich habe durch Zufall eine Mutter aus dem Waldorfkiga kennengelernt, die selbst studiert hat und deren Mann Redakteur ist. Wie gesagt, ich bin zu einem gewissen Grad selbst über mich entsetzt, aber ich habe es so genossen, mal eine Mutter zu treffen, die ähnlich denkt wie ich, die sich Gedanken um die Ernährung etc. macht und mit der ich mich mal so richtig austauschen kann. Geht die Mutter nicht auch bis zu einem gewissen Grad mit in den Kindergarten?
Ja, ich möchte gerne den richtigen Grundstein legen. Wie mache ich es bloß richtig?
Wie meintest du daß, daß nicht alle Kinder mit der Waldorfpädagogik zurechtkommen? Welcher Aspekt könnte denn schwierig sein?
Viele Grüße, entschuldige meinen Chauvinismus
Kalani, die eigentlich gar keinen Dünkel hat

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18. März 2005 um 10:47
In Antwort auf kalani

Liebe Kaffeemaus
das habe ich mir auch schon überlegt. Die nächste Waldorfschule ist auch recht weit weg und ich bin ja eigentlich ein Fan von "kleinen Wegen", damit viel Zeit für spontane Aktivitäten bleiben.
So wie du kann man es natürlich sehen. Allerdings könnte man doch auch sagen, dann hat er drei tolle Jahre dort gehabt und das ist doch auch ein gutes Fundament und dann ist er doch groß genug, um z.B. eine "normale" Grundschule zu verkraften. Ich bin mir nicht sicher, ob man auf der Kindergartenebene schon ein hartgesottener Anthroposoph sein muß, im sein Kind dorthin zu schicken. Ich kann dir nur sagen, es ist ein besonders schöner, großer Kiga und gestern waren sie dabei das Osterfest vorzubereiten. Das fand ich schon beeindruckend.
Und, man verzeihe mir meinen Chauvinismus. Aber ich muß dir echt sagen, manchmal sehne ich mich nach Eltern, die ein bisschen so sind wie ich. Heute morgen z.B., als ich meinen Sohn abgegeben habe, bin ich einigen anderen Eltern begegnet. Das sind viele Russen. Ich kann sie nicht ausstehen, ehrlich gesagt. Ich hätte NIE gedacht, daß ich so etwas mal sage. Habe sogar wissenschaftliche Abhandlungen über Rassismus geschrieben, war leidenschaftlicher Mulitikulturist (bin auch mit einem Türken verheiratet), aber irgendwie ist es manchmal ermüdend und gerade, wenn es einem direkt betrifft. Ich weiß auch nicht warum die mich so dermaßen stören. Weil sie kein richtiges Deutsch sprechen, weil sie ihren Kindern pfundweise Süßes mit in den Kindergarten geben, weil sie sie fernsehen lassen (mit drei schon Spiderman, wie ich mitbekommen habe!!!), weil man sie nicht an sie rankommt, weil es keinen gemeinsamen Nenner gibt, weil man die hilflos Überlegene ist, was den Bildungsstand anbelangt. Ich habe durch Zufall eine Mutter aus dem Waldorfkiga kennengelernt, die selbst studiert hat und deren Mann Redakteur ist. Wie gesagt, ich bin zu einem gewissen Grad selbst über mich entsetzt, aber ich habe es so genossen, mal eine Mutter zu treffen, die ähnlich denkt wie ich, die sich Gedanken um die Ernährung etc. macht und mit der ich mich mal so richtig austauschen kann. Geht die Mutter nicht auch bis zu einem gewissen Grad mit in den Kindergarten?
Ja, ich möchte gerne den richtigen Grundstein legen. Wie mache ich es bloß richtig?
Wie meintest du daß, daß nicht alle Kinder mit der Waldorfpädagogik zurechtkommen? Welcher Aspekt könnte denn schwierig sein?
Viele Grüße, entschuldige meinen Chauvinismus
Kalani, die eigentlich gar keinen Dünkel hat

Hallo Kalani,
in den Waldorfkindergärten wird die musischkreative Seite der Kinder geschult.

Sicher sind Kinder in diesem Alter sehr interessiert und deshalb *formbar*.

Unsere Kinder gingen in einen privaten Kindergarten der der Waldorfpädagogik sehr ähnlich war.

Dennoch merkte ich, dass das eine oder andere Kind mit dieser Pädagogik nicht besonders glücklich war. Vielleicht kann ich Dir es an einem Beispiel näher bringen. Stell Dir mal vor, Dein Sohn sollte Balettunterricht bekommen, weil es Dein größter Wusch ist. Er jedoch möchte viel lieber Fussball spielen. Denkst Du er würde mit DEINER Entscheidung wirklich glücklich werden ?

Anderes Beispiel... eine Mutter aus unserem Kindergarten kaufte massig teueres und pädagogisch wertvolles Holzspielzeug für ihren Sohn. Er hingegen liebte aber das Playmobil und Lego....Folglich konnte er damit nichts anfangen, da ihn dieses Spielzeug nicht ansprach.

Kinder sind von Geburt an zwar formbar, bringen jedoch ihre ureigene Stärken und Interessen mit.

Ich habe nichts gegen die Waldorfpädagogik, da sie Kinder sicher in vielen Teilen bereichern, aber wie gesagt, wenn Dein Sohn eher *technisch* veranlagt ist, weiß ich nicht, ob es für ihn wirklich sinnvoll ist.

Zwar bringt er, wenn er in eine herkömmliche Schule geht, sehr viel mit, aber er wird den anderen Kindern ein großes Stück an sozialem Verhalten voraus sein. Und das ist nicht immer einfach für ein Kind.

Meine Tochter hatte anfänglich Schwierigkeiten sich anzupassen und einzugliedern, da sie keinen anderen aus der Kindergartenzeit, kannte und einen völlig anderen Erziehungshintergrund hatte. Obwohl ihr im Kindergarten eine sehr hohe soziale Kompetenz attestiert wurde.

Dass Du Bedenken bezüglich des Niveaus im stätt. Kindergarten hast, ist verständlich, denn bei uns war das Niveau auch sehr hoch und es wurde peinlich darauf geachtet, dass Kinder und vor allem die Eltern sich an die Regeln des Kindergartens hielten. Auch waren gemeinsame Aktionen wie Bastelnachmittage oder sonstige Aktivitäten *erwünscht* um nicht zu sagen Pflicht.

Wenn Du also das alles für Dein Kind tun willst, so wärst Du im Waldorf sehr gut aufgehoben. Aber wie gesagt, nur Du selbst kannst letzten Endes entscheiden, ob Du Dich für diese Form der Erziehung entscheiden möchtest und ob Dein Sohn für eine solche Form *empfänglich* ist.

Hast Du Dich schon einmal über die Waldorfpädagogik und der Ideologie von Rudolf Steiner informiert ?

Vielleicht hilft Dir ja das bei Deiner Entscheidung.

Denn wenn Du damit nichts anfangen kannst, so würde es Deinem Sohn nichts bringen, denn diese Ideologie trägt sich auch ein großes Stück ins Familienleben und wenn es vor der Wohnungstüre halt machen muss, so wäre es nicht Fisch und nicht Fleisch.

Der Freund meines Sohnes geht in die Waldorfschule und es *passt* einfach zu ihm, weil die Eltern das aus Überzeugnung auch im täglichen Leben ausleben.

Ich wünsche Dir viel Glück bei Deiner Entscheidung und ich weiß, dass es schwer ist solche weitreichende Entscheidungen zu treffen, aber wenn Du jetzt vollkommen davon überzeugt bist, dass es richtig ist zu wechseln, so wird es auch die richtige Entscheidung sein. Dein Sohn wird sicher sehr viel Spass haben. Wichtig ist nur, dass Du selbst wirklich bewusst bist, dass alles seine Vor- und Nachteile hat. Und ob Du mit diesen *Nachteilen* auch leben kannst.

Grad die längere Anfahrtswege und gerade die Einschränkungen die die spontanen Dinge nicht immer ermöglichen.

Liebe Grüße Kaffeemaus

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18. März 2005 um 11:17
In Antwort auf kaffeemaus

Hallo Kalani,
in den Waldorfkindergärten wird die musischkreative Seite der Kinder geschult.

Sicher sind Kinder in diesem Alter sehr interessiert und deshalb *formbar*.

Unsere Kinder gingen in einen privaten Kindergarten der der Waldorfpädagogik sehr ähnlich war.

Dennoch merkte ich, dass das eine oder andere Kind mit dieser Pädagogik nicht besonders glücklich war. Vielleicht kann ich Dir es an einem Beispiel näher bringen. Stell Dir mal vor, Dein Sohn sollte Balettunterricht bekommen, weil es Dein größter Wusch ist. Er jedoch möchte viel lieber Fussball spielen. Denkst Du er würde mit DEINER Entscheidung wirklich glücklich werden ?

Anderes Beispiel... eine Mutter aus unserem Kindergarten kaufte massig teueres und pädagogisch wertvolles Holzspielzeug für ihren Sohn. Er hingegen liebte aber das Playmobil und Lego....Folglich konnte er damit nichts anfangen, da ihn dieses Spielzeug nicht ansprach.

Kinder sind von Geburt an zwar formbar, bringen jedoch ihre ureigene Stärken und Interessen mit.

Ich habe nichts gegen die Waldorfpädagogik, da sie Kinder sicher in vielen Teilen bereichern, aber wie gesagt, wenn Dein Sohn eher *technisch* veranlagt ist, weiß ich nicht, ob es für ihn wirklich sinnvoll ist.

Zwar bringt er, wenn er in eine herkömmliche Schule geht, sehr viel mit, aber er wird den anderen Kindern ein großes Stück an sozialem Verhalten voraus sein. Und das ist nicht immer einfach für ein Kind.

Meine Tochter hatte anfänglich Schwierigkeiten sich anzupassen und einzugliedern, da sie keinen anderen aus der Kindergartenzeit, kannte und einen völlig anderen Erziehungshintergrund hatte. Obwohl ihr im Kindergarten eine sehr hohe soziale Kompetenz attestiert wurde.

Dass Du Bedenken bezüglich des Niveaus im stätt. Kindergarten hast, ist verständlich, denn bei uns war das Niveau auch sehr hoch und es wurde peinlich darauf geachtet, dass Kinder und vor allem die Eltern sich an die Regeln des Kindergartens hielten. Auch waren gemeinsame Aktionen wie Bastelnachmittage oder sonstige Aktivitäten *erwünscht* um nicht zu sagen Pflicht.

Wenn Du also das alles für Dein Kind tun willst, so wärst Du im Waldorf sehr gut aufgehoben. Aber wie gesagt, nur Du selbst kannst letzten Endes entscheiden, ob Du Dich für diese Form der Erziehung entscheiden möchtest und ob Dein Sohn für eine solche Form *empfänglich* ist.

Hast Du Dich schon einmal über die Waldorfpädagogik und der Ideologie von Rudolf Steiner informiert ?

Vielleicht hilft Dir ja das bei Deiner Entscheidung.

Denn wenn Du damit nichts anfangen kannst, so würde es Deinem Sohn nichts bringen, denn diese Ideologie trägt sich auch ein großes Stück ins Familienleben und wenn es vor der Wohnungstüre halt machen muss, so wäre es nicht Fisch und nicht Fleisch.

Der Freund meines Sohnes geht in die Waldorfschule und es *passt* einfach zu ihm, weil die Eltern das aus Überzeugnung auch im täglichen Leben ausleben.

Ich wünsche Dir viel Glück bei Deiner Entscheidung und ich weiß, dass es schwer ist solche weitreichende Entscheidungen zu treffen, aber wenn Du jetzt vollkommen davon überzeugt bist, dass es richtig ist zu wechseln, so wird es auch die richtige Entscheidung sein. Dein Sohn wird sicher sehr viel Spass haben. Wichtig ist nur, dass Du selbst wirklich bewusst bist, dass alles seine Vor- und Nachteile hat. Und ob Du mit diesen *Nachteilen* auch leben kannst.

Grad die längere Anfahrtswege und gerade die Einschränkungen die die spontanen Dinge nicht immer ermöglichen.

Liebe Grüße Kaffeemaus

Liebe Kaffemaus
vielen Dank für deine ausführliche Darlegung.
Steiner habe ich im Rahmen des Studiums mal gelesen. Hielt ihn immer für einen Spinner, bzw. da ist viel reaktionäres Gedankengut enthalten. Als ich gestern im W-Kiga war, entdeckte ich auch z.B. ein Bild von kindern, die einen Reigen tanzten, das Bild hätte aus den 30er Jahren stammen können. Das war ja auch das völkische Ideal, das deutsche Volk in der Natur und mit der Natur, Blut und Boden, du weißt. Auf der anderen Seite muß man ja auch sagen, daß da was dran ist, an der Sehnsucht nach der Natur, bzw. diese ganz berechtigt ist und nach einer Lebensweise, die in irgendeiner Form "organischer" ist, als das, was wir heute fabrizieren z.T. Für mich ist da eigentlich gar nicht so der Widerspruch zwischen den Gegebenheiten, also z.B. bin ich auch ein totaler Playmobilfan und finde die Sachen einfach toll, da nicht zerbrechtlich, detailreich gestaltet etc. Aber ich begrüße es auch, wenn mein Sohn mit mir Pflanzen gießt und es toll findet, daß er ihnen geholfen hat ihren "Durst" zu stillen. Autofahren ist was Tolles, aber wenn man Kleinstkinder stundenlang angezurrt durch die Gegend fährt, ist das nicht so klasse. Fast Food ist lecker, ich liebe Pommes mit Ketchup, aber dauernd und vor allem für die Kleinen, die noch im Aufbau begriffen sind, auf keinen Fall als Basisfood geeignet. Also bin ich da nicht so entweder oder. Es kommt wirklich auf die Mischung an und darauf, was man so "meistens" macht.
Und ich denke inzwischen, lieber in die eine Richtung "spinnen", als in die andere. Aber vielleicht sollte ich Steiner auch mal wieder lesen.
Zur Eingliederung deiner Tochter, hatte sie denn massive Schwierigkeiten oder waren das nur etwas holprige Wege am Anfang? Klar, ich stelle es mir auch schwierig vor,wenn mein Sohn dann z.B.hier um die Ecke in die Grundschule käme, wo die Mehrzahl der Kinder bestimmt viel fernsieht, Videogames spielt und sich von Marsriegeln ernährt. Das ist bestimmt nicht einfach---
oh je, bis Mittwoch habe ich ja noch Zeit mit der Entscheidung ...
Viele Grüße
Kalani
PS: mein Sohn spielt gerne mit dem Fußball, rollert für sein Leben gern umher, aber er singt auch gerne und wir kneten oft, also ich könnte nicht sagen, ob er nun in die eine oder andere Richtung besonders begabt ist.

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18. März 2005 um 11:49
In Antwort auf kalani

Liebe Kaffemaus
vielen Dank für deine ausführliche Darlegung.
Steiner habe ich im Rahmen des Studiums mal gelesen. Hielt ihn immer für einen Spinner, bzw. da ist viel reaktionäres Gedankengut enthalten. Als ich gestern im W-Kiga war, entdeckte ich auch z.B. ein Bild von kindern, die einen Reigen tanzten, das Bild hätte aus den 30er Jahren stammen können. Das war ja auch das völkische Ideal, das deutsche Volk in der Natur und mit der Natur, Blut und Boden, du weißt. Auf der anderen Seite muß man ja auch sagen, daß da was dran ist, an der Sehnsucht nach der Natur, bzw. diese ganz berechtigt ist und nach einer Lebensweise, die in irgendeiner Form "organischer" ist, als das, was wir heute fabrizieren z.T. Für mich ist da eigentlich gar nicht so der Widerspruch zwischen den Gegebenheiten, also z.B. bin ich auch ein totaler Playmobilfan und finde die Sachen einfach toll, da nicht zerbrechtlich, detailreich gestaltet etc. Aber ich begrüße es auch, wenn mein Sohn mit mir Pflanzen gießt und es toll findet, daß er ihnen geholfen hat ihren "Durst" zu stillen. Autofahren ist was Tolles, aber wenn man Kleinstkinder stundenlang angezurrt durch die Gegend fährt, ist das nicht so klasse. Fast Food ist lecker, ich liebe Pommes mit Ketchup, aber dauernd und vor allem für die Kleinen, die noch im Aufbau begriffen sind, auf keinen Fall als Basisfood geeignet. Also bin ich da nicht so entweder oder. Es kommt wirklich auf die Mischung an und darauf, was man so "meistens" macht.
Und ich denke inzwischen, lieber in die eine Richtung "spinnen", als in die andere. Aber vielleicht sollte ich Steiner auch mal wieder lesen.
Zur Eingliederung deiner Tochter, hatte sie denn massive Schwierigkeiten oder waren das nur etwas holprige Wege am Anfang? Klar, ich stelle es mir auch schwierig vor,wenn mein Sohn dann z.B.hier um die Ecke in die Grundschule käme, wo die Mehrzahl der Kinder bestimmt viel fernsieht, Videogames spielt und sich von Marsriegeln ernährt. Das ist bestimmt nicht einfach---
oh je, bis Mittwoch habe ich ja noch Zeit mit der Entscheidung ...
Viele Grüße
Kalani
PS: mein Sohn spielt gerne mit dem Fußball, rollert für sein Leben gern umher, aber er singt auch gerne und wir kneten oft, also ich könnte nicht sagen, ob er nun in die eine oder andere Richtung besonders begabt ist.

Wie wärs
mit einer neuen Wohngegend?
Sorry, aber das schoß mit beim Lesen spontan durch den Kopf...

Es gibt durchaus Gegenden, in denen die Kindergärten der Gemeinden und Kirchen höchsten Ansprüchen genügen, in denen Süßigkeiten verboten sind, wo einmal pro Woche gemeinsam ein gesundes Frühstücksbuffet gestaltet wird, wobei den Kindern auseinandergesetzt wird, welche Lebensmittel gesund sind und welche nicht, usw.
Da gibts auch draußen viel Platz zum Spielen, vielleicht einen Wald für Spaziergänge in der Nähe, phantasievolle Spielgeräte,...

Ich habe meinen Wohnort bewußt danach gewählt, ob ich dort Kinder großziehen kann, ob dort Menschen leben, die ähnliche Vorstellungen haben, wie ich.
Und da gibts dann auch Schulen, auf denen Kinder sind, die in ihrer Freizeit Sport treiben und draußen spielen, statt vor der Glotze zu hocken und sich mit Süßigkeiten vollzustopfen.

Gruß, harter Kern

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18. März 2005 um 11:57
In Antwort auf kalani

Liebe Kaffemaus
vielen Dank für deine ausführliche Darlegung.
Steiner habe ich im Rahmen des Studiums mal gelesen. Hielt ihn immer für einen Spinner, bzw. da ist viel reaktionäres Gedankengut enthalten. Als ich gestern im W-Kiga war, entdeckte ich auch z.B. ein Bild von kindern, die einen Reigen tanzten, das Bild hätte aus den 30er Jahren stammen können. Das war ja auch das völkische Ideal, das deutsche Volk in der Natur und mit der Natur, Blut und Boden, du weißt. Auf der anderen Seite muß man ja auch sagen, daß da was dran ist, an der Sehnsucht nach der Natur, bzw. diese ganz berechtigt ist und nach einer Lebensweise, die in irgendeiner Form "organischer" ist, als das, was wir heute fabrizieren z.T. Für mich ist da eigentlich gar nicht so der Widerspruch zwischen den Gegebenheiten, also z.B. bin ich auch ein totaler Playmobilfan und finde die Sachen einfach toll, da nicht zerbrechtlich, detailreich gestaltet etc. Aber ich begrüße es auch, wenn mein Sohn mit mir Pflanzen gießt und es toll findet, daß er ihnen geholfen hat ihren "Durst" zu stillen. Autofahren ist was Tolles, aber wenn man Kleinstkinder stundenlang angezurrt durch die Gegend fährt, ist das nicht so klasse. Fast Food ist lecker, ich liebe Pommes mit Ketchup, aber dauernd und vor allem für die Kleinen, die noch im Aufbau begriffen sind, auf keinen Fall als Basisfood geeignet. Also bin ich da nicht so entweder oder. Es kommt wirklich auf die Mischung an und darauf, was man so "meistens" macht.
Und ich denke inzwischen, lieber in die eine Richtung "spinnen", als in die andere. Aber vielleicht sollte ich Steiner auch mal wieder lesen.
Zur Eingliederung deiner Tochter, hatte sie denn massive Schwierigkeiten oder waren das nur etwas holprige Wege am Anfang? Klar, ich stelle es mir auch schwierig vor,wenn mein Sohn dann z.B.hier um die Ecke in die Grundschule käme, wo die Mehrzahl der Kinder bestimmt viel fernsieht, Videogames spielt und sich von Marsriegeln ernährt. Das ist bestimmt nicht einfach---
oh je, bis Mittwoch habe ich ja noch Zeit mit der Entscheidung ...
Viele Grüße
Kalani
PS: mein Sohn spielt gerne mit dem Fußball, rollert für sein Leben gern umher, aber er singt auch gerne und wir kneten oft, also ich könnte nicht sagen, ob er nun in die eine oder andere Richtung besonders begabt ist.

Hallo Kalani,
meine Tochter hatte um ehrlich zu sein, ziemliche Schwierigkeiten.

Die Lehrer mochten sie, weil sie eben einiges *reifer* war, als die anderen Kinder. Sie wurde im letzten Kindergartenjahr extrem auf die Schule vorbereitet und das zeigte sich dann auch in ihren Hausaufgaben und in der Gestaltung ihrer Hefte.

Hausaufgaben waren bei ihr überhaupt keine Aktion, denn sie kam von der Schule heim und setzte sich hin und machte sie ohne jegliche Aufforderung. Gut, in Mathe musste man ihr dann doch auch helfen, aber alles andere erledigte sie mit so einem Eifer.

Die Kinder in ihrer Klasse lehnten sie ab. Und Du wirst bestimmt wissen oder erahnen, dass das für ein Kind sehr schlimm ist, wenn es seinen Platz in der Klasse nicht einnehmen kann. Aber irgendwann legte es sich, aber dennoch war sie eben anders als ihre Mitschülerinnen.

Dass ich es in Punkto Spielzeug auch nie wirklich streng nahm und sowohl Holzspielzeug als auch Plastik-*Müll* kaufte, schadete meinen Kindern überhaupt nicht.

Worauf ich jedoch ganz viel Wert legte, waren Bücher.

Bücher sind für Kinder sehr sehr wichtig für ihre Entwicklung. Wir hatten unglaublich viele Bücher und meine Lieblingsbücher waren von Richard Scary( Hoffe, dass ich den Nachnamen richtig geschrieben habe )

Der hatte viele Fantasienamen wie das Tomatenauto oder das Bananomobil. Meine Kinder liebten diese Bücher über alles.

Dass Deine Sohn sowohl Blumen giesst als auch Fussball spielt ist doch schön.

Ich könnte mir schon vorstellen, dass es ihm dort wirklich gefallen würde.

Meine Entscheidung für unseren Kindergarten traf ich aus dem Bauch heraus. Die Kindergärten, die bei mir in der Nachbarschaft waren, gefielen mir schon von der Optik her nicht und auch das *Publikum* war nicht wirklich meine Welt. Unser Kindergarten hatte einen wunderschönen Garten und das allein war für mich erst einmal entscheidend.

Als ich dann in die Krabbelgruppe ging, wurde man mit der Ideologie des Trägers vertraut gemacht und es war für mich die beste Entscheidung, die ich je getroffen habe.

Dass man in der heutigen Zeit die Dinge aus anderen Blickwinkeln betrachten sollte, weiß ich aus eigener Erfahrung. Auch ich gehöre zu den *Spinnern* was mich jedoch auch ein Stückweit freut. Man geht nicht in der Masse unter, sondern ragt immer ein Stückchen heraus.

Ich habe meine Kinder zu Persönlichkeiten wachsen lassen und ich bin jetzt überzeugt, dass es richtig war ihnen keine feste Regeln aufzuerlegen.

Sie wissen intuitiv, was richtig und was falsch ist und wenn sie mal über die Stränge schlagen, wird es als Lernprozess angesehen.

Sicher sind meine Kinder auch keine *Lämmer* oder *Heilige* denn sie können auch anders, aber gerade das macht es so spannend. Sie müssen uns keine Kindheitsträume erfüllen und sie dürfen sich ganz individuell entwickeln.

Vielleicht wurde das auch durch die Kindergartenwahl beeinflusst ?!

Der Kindergarten hat sehr viel Einfluss auf den späteren Werdegang der Kinder. Deshalb ist es eine sehr wichtige Entscheidung und ich hoffe, Du findest DEINE richtige Entscheidung indem Du auch das Wohl Deines Sohnes im auge behältst.

Liebe Grüße Kaffeemaus

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18. März 2005 um 12:52
In Antwort auf kaffeemaus

Hallo Kalani,
der Waldorfkindergarten macht nur dann Sinn, wenn Du Deinen Sohn später auch auf die Waldorfschule schicken möchtest.

Außerdem ist im Waldorfkindergarten die Mitwirkung der Eltern sehr großgeschrieben.

Unteranderem musst Du Dir darüber im Klaren sein, dass die Pädagogik in einem solchen Kindergarten eine völlig andere ist und Du diese auch verinnerlicht haben oder verinnerlichen musst.

Ich denke, dass das Essen alleine nicht der Maßstab für Deine Entscheidung sein sollte. Sondern vielmehr die zugrundeliegende Ideologie, der Waldorfkindergartens.

Letztlich musst Du auch für Deinen Sohn entscheiden, ob er für so eine Form von Pädagogik überhaupt *geeignet* ist.

Denn nicht alle Kinder kommen damit auch wirklich klar.

Vor allem geht es jetzt darum, den Grundstein für das weitere Leben Deines Kindes zu legen. Wenn Du ihn jetzt in den Waldorfkindergarten schickst, ihn aber dann auf eine normale Schule schickst, kann es unter Umständen zu Integrationsschwierigkeiten kommen.

Grüße Kaffeemaus

Einspruch!
Unsere Kinder sind in einen Waldorfkindergarten gegangen bzw. gehen hin (der Kleine ist fast 4)Trotzdem kommt die Einschulung in die Waldorfschule für uns aus verschiedenen Gründen überhaupt nicht in Frage.
Wir finden, daß der Waldorfkindergarten gut für Kinder ist, das Konzept ideal auf die Bedürfnisse der Kinder zugeschnitten ist:

-es gibt einen rhythmischen Tages-, Wochen und Jahresablauf

-gespielt wird mit dem, was selbst hergestellt wird/wurde, was die Natur hergibt, vorgefertigtes Spielzeug haben sie doch meist zu Hause - das muß man ja nicht komplett verbannen, nur weil das Kind einen WaldorfKiGa besucht)

-Geschichten werden erzählt, nicht vorgelesen, dadurch ergibt sich ein ganz anderes Erlebnis

-das Essen ist ökologisch

...um nur einige Beispiele zu nennen...

Übrigens: unser WaldorfKiGa ist weitgehend frei von "Elternarbeit", wobei das nicht verkehrt wäre, und in vielen KiGa und KiTa üblich.
Phyllis



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18. März 2005 um 18:46
In Antwort auf kaffeemaus

Hallo Kalani,
meine Tochter hatte um ehrlich zu sein, ziemliche Schwierigkeiten.

Die Lehrer mochten sie, weil sie eben einiges *reifer* war, als die anderen Kinder. Sie wurde im letzten Kindergartenjahr extrem auf die Schule vorbereitet und das zeigte sich dann auch in ihren Hausaufgaben und in der Gestaltung ihrer Hefte.

Hausaufgaben waren bei ihr überhaupt keine Aktion, denn sie kam von der Schule heim und setzte sich hin und machte sie ohne jegliche Aufforderung. Gut, in Mathe musste man ihr dann doch auch helfen, aber alles andere erledigte sie mit so einem Eifer.

Die Kinder in ihrer Klasse lehnten sie ab. Und Du wirst bestimmt wissen oder erahnen, dass das für ein Kind sehr schlimm ist, wenn es seinen Platz in der Klasse nicht einnehmen kann. Aber irgendwann legte es sich, aber dennoch war sie eben anders als ihre Mitschülerinnen.

Dass ich es in Punkto Spielzeug auch nie wirklich streng nahm und sowohl Holzspielzeug als auch Plastik-*Müll* kaufte, schadete meinen Kindern überhaupt nicht.

Worauf ich jedoch ganz viel Wert legte, waren Bücher.

Bücher sind für Kinder sehr sehr wichtig für ihre Entwicklung. Wir hatten unglaublich viele Bücher und meine Lieblingsbücher waren von Richard Scary( Hoffe, dass ich den Nachnamen richtig geschrieben habe )

Der hatte viele Fantasienamen wie das Tomatenauto oder das Bananomobil. Meine Kinder liebten diese Bücher über alles.

Dass Deine Sohn sowohl Blumen giesst als auch Fussball spielt ist doch schön.

Ich könnte mir schon vorstellen, dass es ihm dort wirklich gefallen würde.

Meine Entscheidung für unseren Kindergarten traf ich aus dem Bauch heraus. Die Kindergärten, die bei mir in der Nachbarschaft waren, gefielen mir schon von der Optik her nicht und auch das *Publikum* war nicht wirklich meine Welt. Unser Kindergarten hatte einen wunderschönen Garten und das allein war für mich erst einmal entscheidend.

Als ich dann in die Krabbelgruppe ging, wurde man mit der Ideologie des Trägers vertraut gemacht und es war für mich die beste Entscheidung, die ich je getroffen habe.

Dass man in der heutigen Zeit die Dinge aus anderen Blickwinkeln betrachten sollte, weiß ich aus eigener Erfahrung. Auch ich gehöre zu den *Spinnern* was mich jedoch auch ein Stückweit freut. Man geht nicht in der Masse unter, sondern ragt immer ein Stückchen heraus.

Ich habe meine Kinder zu Persönlichkeiten wachsen lassen und ich bin jetzt überzeugt, dass es richtig war ihnen keine feste Regeln aufzuerlegen.

Sie wissen intuitiv, was richtig und was falsch ist und wenn sie mal über die Stränge schlagen, wird es als Lernprozess angesehen.

Sicher sind meine Kinder auch keine *Lämmer* oder *Heilige* denn sie können auch anders, aber gerade das macht es so spannend. Sie müssen uns keine Kindheitsträume erfüllen und sie dürfen sich ganz individuell entwickeln.

Vielleicht wurde das auch durch die Kindergartenwahl beeinflusst ?!

Der Kindergarten hat sehr viel Einfluss auf den späteren Werdegang der Kinder. Deshalb ist es eine sehr wichtige Entscheidung und ich hoffe, Du findest DEINE richtige Entscheidung indem Du auch das Wohl Deines Sohnes im auge behältst.

Liebe Grüße Kaffeemaus

Guten Abend Kaffeemaus
wieso sagst du das so bestimmt, daß der Kindergarten so viel Einfluß auf das spätere Leben hat? Gibt es dazu ein Buch? Es gruselt mich fast zu denken, daß ich dabei sein könnte die falsche Entscheidung zu treffen und damit sein Leben in falsche Bahnen zu lenken.
Vielen Dank für den Buchtip - werde unseren Bücherschrank mal demnächst aufstocken.
Ich kann mir vorstellen, daß es schwierig für deine Tochter war, sich immer anders zu fühlen. Aber was heißt es eigentlich "normal" so wie alle zu sein. Das ist ja nicht unbedingt erstrebenswert.
Aus dem Bauch raus, tja, das ist für mich im Moment nicht so einfach, da ich dauernd das Für und Wider abwäge. Mir hat es in dem städtischen auf Anhieb eigentlich gefallen, weil ich die Erzieherinnen freundlich und nett fand. Das war mir unheimlich wichtig, weil in dem katholischen, der ja ganz am Anfang zur Debatte stand, ich die Leiterin als vermufft und negativ empfand. Mir war der Aspekt wichtig, daß mein Sohn liebe Frauen um sich hat, die eine Art Mamiersatz für ihn sein können. Denn ich hatte mal irgendwo gelesen, daß das sehr wichtig an einem Kindergarten ist, bzw. das es für Kinder sehr positiv ist, wenn sie zu Erziehern gute Bindungen aufbauen können. Wie kann ich das besser ausdrücken, aber du weißt schon, was ich meine.
Wenn ich genauer darüber nachdenke, stört mich am meisten das "Kantinenessen" und die Tatsache, daß die täglichen Beschäftigungen nicht so durchdacht sind und nicht auf so hohem Niveau stattfinden wie im Waldorf-Kiga.
Aber vielleicht kann man das Essen selbst ausgleichen und selbst zu Hause was "Anspruchsvolles" machen? Und ich muß sagen, daß mein Sohn sich wohlzufühlen scheint, bzw. das hat mir eine Erzieherin heute bestätigt. Er findet sich in der Gruppe zurecht und ist fröhlich. Das ist doch wiederum ein gutes Zeichen und vielleicht sollte ich ihn da doch lieber nicht rausreißen???
Oh, ich kann schon gar nicht mehr gerade denken vor lauter Abwägen. Vielleicht sollte ich eine Münze werfen.
Vielen Dank auf jeden Fall für deinen lieben Beitrag
Kalani

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18. März 2005 um 18:55
In Antwort auf harterkern

Wie wärs
mit einer neuen Wohngegend?
Sorry, aber das schoß mit beim Lesen spontan durch den Kopf...

Es gibt durchaus Gegenden, in denen die Kindergärten der Gemeinden und Kirchen höchsten Ansprüchen genügen, in denen Süßigkeiten verboten sind, wo einmal pro Woche gemeinsam ein gesundes Frühstücksbuffet gestaltet wird, wobei den Kindern auseinandergesetzt wird, welche Lebensmittel gesund sind und welche nicht, usw.
Da gibts auch draußen viel Platz zum Spielen, vielleicht einen Wald für Spaziergänge in der Nähe, phantasievolle Spielgeräte,...

Ich habe meinen Wohnort bewußt danach gewählt, ob ich dort Kinder großziehen kann, ob dort Menschen leben, die ähnliche Vorstellungen haben, wie ich.
Und da gibts dann auch Schulen, auf denen Kinder sind, die in ihrer Freizeit Sport treiben und draußen spielen, statt vor der Glotze zu hocken und sich mit Süßigkeiten vollzustopfen.

Gruß, harter Kern

Hallo Harter Kern
in der Stadt, in der ich wohne, gibt es eine große Wohnungsnot. Da zieht man dorthin, wo man es sich leisten kann und vor allem, wo es eine Wohnung gibt! Unsere Gegend ist auch nicht schlecht und ich könnte jetzt nicht einfach meine Koffer packen. Wie weiß man das eigentlich vorher, wie die Kindergärten sind, hast du die alle vorher abgeklappert? Ich muß auch zugeben, daß ich erst jetzt, wo ich mittendrin stecke, Kriterien nennen könnte, die mir wichtig sind. Vorher hätte ich das gar nicht so formulieren können.
Gegeben kirchliche Träger habe ich ein Vorurteil, aber das kommt aus meiner eigenen belasteten Vorgeschichte...
Viele Grüße
kalani

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19. März 2005 um 1:41
In Antwort auf kalani

Hallo Harter Kern
in der Stadt, in der ich wohne, gibt es eine große Wohnungsnot. Da zieht man dorthin, wo man es sich leisten kann und vor allem, wo es eine Wohnung gibt! Unsere Gegend ist auch nicht schlecht und ich könnte jetzt nicht einfach meine Koffer packen. Wie weiß man das eigentlich vorher, wie die Kindergärten sind, hast du die alle vorher abgeklappert? Ich muß auch zugeben, daß ich erst jetzt, wo ich mittendrin stecke, Kriterien nennen könnte, die mir wichtig sind. Vorher hätte ich das gar nicht so formulieren können.
Gegeben kirchliche Träger habe ich ein Vorurteil, aber das kommt aus meiner eigenen belasteten Vorgeschichte...
Viele Grüße
kalani

Hallo Kalani!
Wir mußten berufsbedingt vor ca. 10 Jahren gen Hamburg ziehen und theoretisch hätte ich da das gleiche Problem gehabt, wie Du.
Wenn ich fünf Zimmer will und deren Preis nicht den größten Teil des Einkommens schlucken soll, muß man in Gegenden, in denen man seine Kinder nicht gerade großziehen möchte.
Genau darum wohnen wir jetzt völlig bewußt 20 km außerhalb - genau in einer der Gegenden, in die die Hamburger Akademiker ziehen, um ihr Häuschen zu bauen und ihre Kinder aufwachsen zu lassen...

Dazu haben wir uns noch für das "hinterletzte Dorf" entschieden, wodurch wir hier nie ohne Auto leben könnten, aber das stört mich herzlich wenig, denn meine Kinder konnten, als sie noch kleiner waren, auf der Straße vor dem Haus spielen.

An Kindergärten hat man hier natürlich nicht gerade die große Auswahl, aber da die Eltern den Kindergarten maßgeblich durch ihre Ansprüche mitgestalten, haben alle eine recht hohe Qualität.
Wenn hier Eltern ihren Kindern Süßigkeiten mitgeben, um bei dem Beispiel zu bleiben, wird sofort von den Erzieherinnen eingegriffen, weil sonst der Ärger auf dem nächsten Elternabend vorprogrammiert wäre.
Schließlich sind locker 90% der Eltern hier so eingestellt, daß das für ihre Kinder so niemals in Frage käme...

Mit der Wahl des Kindergartens und der Frage, wie weit da der Einfluß auf das weitere Leben des Kindes reicht, ist das Problem ja nur für kurze Zeit aufgeschoben.
Wie Du schon richtig gefolgert hast, sind die gleichen Kinder und die gleichen Eltern, mit denen Du jetzt schon nichts anfangen kannst, ja auch wieder auf der Schule zu finden - das Problem setzt sich fort, bzw. wird sogar noch verschlimmert, falls z.B. wirklich ein extrem hoher Ausländeranteil in der Gegend ist.

Mir gehts da wie Dir - ich bezeichne mich als überhaupt nicht ausländerfeindlich, bin selbst in einer kleinen Industriestadt mit recht hohem Ausländeranteil großgeworden, aber bei uns haben seinerzeit alle astrein deutsch gesprochen, lebten größtenteils schon in der 2. Generation hier, aber heutzutage sieht die Lage eben oft anders aus.

Ich habe selbst zwei Jahre an einer Schule mit extrem hohem Ausländeranteil den Nachmittags- und Förderunterricht geleitet und muß ganz ehrlich sagen: Auf einer Grundschule, an der 12 oder 13jährige Schüler eingeschult werden, die frisch aus dem Ausland kommen, kein Wort Deutsch sprechen und selbst in ihren Heimatländern nie eine Schule von innen gesehen haben, würde ich meine Kinder niemals einschulen!

Natürlich können die ausländischen Schüler nichts dafür, aber der Unterricht läuft naturgemäß dann recht schleppend ab, der Leistungsstand in den Klassen ist sehr niedrig und somit fallen dort zumeist die guten Schüler durchs Raster, weil sie nicht entsprechend gefördert und gefordert werden können.
Außerdem kommt es auch zu Reibereien durch die zu großen Altersunterschiede.

Ich habe immer liebend gerne für mich Abstriche in Kauf genommen (viel Fahrerei, eingeschränkte Arbeitsmöglichkeiten, usw.), um meinen Kindern zu ermöglichen, in optimalen Verhältnissen aufzuwachsen und werde das auch weiterhin tun. Naja, einen Großteil des Weges haben wir inzwischen geschafft...

Für Euren Weg drücke ich Euch die Daumen.

Gruß, harter Kern

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19. März 2005 um 17:35
In Antwort auf harterkern

Hallo Kalani!
Wir mußten berufsbedingt vor ca. 10 Jahren gen Hamburg ziehen und theoretisch hätte ich da das gleiche Problem gehabt, wie Du.
Wenn ich fünf Zimmer will und deren Preis nicht den größten Teil des Einkommens schlucken soll, muß man in Gegenden, in denen man seine Kinder nicht gerade großziehen möchte.
Genau darum wohnen wir jetzt völlig bewußt 20 km außerhalb - genau in einer der Gegenden, in die die Hamburger Akademiker ziehen, um ihr Häuschen zu bauen und ihre Kinder aufwachsen zu lassen...

Dazu haben wir uns noch für das "hinterletzte Dorf" entschieden, wodurch wir hier nie ohne Auto leben könnten, aber das stört mich herzlich wenig, denn meine Kinder konnten, als sie noch kleiner waren, auf der Straße vor dem Haus spielen.

An Kindergärten hat man hier natürlich nicht gerade die große Auswahl, aber da die Eltern den Kindergarten maßgeblich durch ihre Ansprüche mitgestalten, haben alle eine recht hohe Qualität.
Wenn hier Eltern ihren Kindern Süßigkeiten mitgeben, um bei dem Beispiel zu bleiben, wird sofort von den Erzieherinnen eingegriffen, weil sonst der Ärger auf dem nächsten Elternabend vorprogrammiert wäre.
Schließlich sind locker 90% der Eltern hier so eingestellt, daß das für ihre Kinder so niemals in Frage käme...

Mit der Wahl des Kindergartens und der Frage, wie weit da der Einfluß auf das weitere Leben des Kindes reicht, ist das Problem ja nur für kurze Zeit aufgeschoben.
Wie Du schon richtig gefolgert hast, sind die gleichen Kinder und die gleichen Eltern, mit denen Du jetzt schon nichts anfangen kannst, ja auch wieder auf der Schule zu finden - das Problem setzt sich fort, bzw. wird sogar noch verschlimmert, falls z.B. wirklich ein extrem hoher Ausländeranteil in der Gegend ist.

Mir gehts da wie Dir - ich bezeichne mich als überhaupt nicht ausländerfeindlich, bin selbst in einer kleinen Industriestadt mit recht hohem Ausländeranteil großgeworden, aber bei uns haben seinerzeit alle astrein deutsch gesprochen, lebten größtenteils schon in der 2. Generation hier, aber heutzutage sieht die Lage eben oft anders aus.

Ich habe selbst zwei Jahre an einer Schule mit extrem hohem Ausländeranteil den Nachmittags- und Förderunterricht geleitet und muß ganz ehrlich sagen: Auf einer Grundschule, an der 12 oder 13jährige Schüler eingeschult werden, die frisch aus dem Ausland kommen, kein Wort Deutsch sprechen und selbst in ihren Heimatländern nie eine Schule von innen gesehen haben, würde ich meine Kinder niemals einschulen!

Natürlich können die ausländischen Schüler nichts dafür, aber der Unterricht läuft naturgemäß dann recht schleppend ab, der Leistungsstand in den Klassen ist sehr niedrig und somit fallen dort zumeist die guten Schüler durchs Raster, weil sie nicht entsprechend gefördert und gefordert werden können.
Außerdem kommt es auch zu Reibereien durch die zu großen Altersunterschiede.

Ich habe immer liebend gerne für mich Abstriche in Kauf genommen (viel Fahrerei, eingeschränkte Arbeitsmöglichkeiten, usw.), um meinen Kindern zu ermöglichen, in optimalen Verhältnissen aufzuwachsen und werde das auch weiterhin tun. Naja, einen Großteil des Weges haben wir inzwischen geschafft...

Für Euren Weg drücke ich Euch die Daumen.

Gruß, harter Kern

Vielen Dank für euer Input
inzwischen habe ich erfahren (von einem Vater, dessen Sohn in den Wkiga geht), daß die eine Erzieherin, die die Ganztagesgruppe leitet, in die mein Sohn käme ziemliche Schwierigkeiten mit ihren drei eigenen Söhnen und privat ziemliche Probleme hat. Das spricht für mich wieder gegen Waldorf. Im Moment tendiere ich ihn wieder wie Temptress empfohlen hat dazu, ihn einfach zu lassen, wo er ist und das beste draus zu machen. Z.B. gab es heute den ganzen Tag nur Biosachen vom Fleisch über das Brot zum Honig...
Ich habe auch ein bisschen Angst, dass sich Schwierigkeiten auftun könnten, die ich mir jetzt nicht vorstellen kann und was dann, dauernd wechseln kann's auch nicht sein.
Allerdings kommt natürlich immer gleichzeitig mit der Intention zu bleiben das Gefühl, ich könnte ihm eine tolle Chance vermasseln--- oh je oh je...Zum Thema spätere Schulzeit fiel mir noch was ein. In der Grundschule werden wie harter Kern gesagt hat, genau die gleichen Kids gehen und mein Sohn wird sich damit wieder auseinander setzen müssen. Und ja, heute ist es ganz anders als früher,wo man selbst in der "Mehrheit" war und ab und zu ein paar "Exoten" dazwischen saßen. Heute sind wir mitten in einem strukturellen Gesellschaftswandel und das kulturelle Erbe, deutsche Sprache, Kultur (der gute alte Goethe etc.) ist am Untergehen. Dann fiel mir aber heute ein, daß ich selbst in einer Mädchen-Klosterschule (Gymnasialzeit) war. Alles Kiddies aus besten - deutschen- Familien oder solchen, die es sein wollten, höchstes Unterrichtsniveau. Aber für mich war die Schulzeit - auch trotz nicht vorhandener Ausländer- ziemlich furchtbar. Dieser Gedanke hat mich dann wieder ein bisschen beruhigt. Meine Hürden waren die extrem strengen Lehrer, für meinen Sohn wird es wohl das Multikulti der heutigen Gesellschaft und seiner späteren Schulen sein.
Jetzt schlafe ich einfach nochmal zwei Nächte über die Entscheidung und hoffe, daß ich dann die richtige Wahl treffe.
Viele Grüße und euch allen ein schönes Wochenende
Kalani

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