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Emotional unabhängig werden?

23. Februar 2015 um 20:39

Liebe Community,
da ich unbedingt einen Rat oder zumindest ein paar motivierende und inspirierende Worte brauche, hoffe ich, hier auf einige Menschen zu stoßen, die mir helfen können.
Ich bin frische 20, und vor ca. 1 1/2 Jahren 700km von meiner Heimatstadt weggezogen, um dort zu studieren. Eingelebt habe ich mich sehr gut, Freunde gefunden, eine nette WG und mittlerweile auch einen tollen Partner.
Heimweh habe ich zwar auch oft, damit komme ich aber klar- schlimm ist es jedoch ca. seit einem Jahr.
Denn seit dieser Zeit schleppe ich ein durchgehend schlechtes Gefühl mit mir rum, dass mir oft den Atem raubt und für schlaflose Nächte sorgt. Ich habe das Gefühl, meine Eltern im Stich gelassen zu haben, dass ich für sie verantwortlich bin; sie können sich nicht wirklich für mich freuen und mir sagen, dass sie stolz auf mich sind, weil es sie schmerzt, dass ich so weit weg bin. aber genau das könnte ich manchmal so sehr gebrauchen... Noch dazu finden sie mein geisteswissenschaftliches Studium absolut "brotlos und unbrauchbar".
Ich habe Angst, dass ich der Grund dafür bin, dass es ihnen schlecht geht, und dass ich sie enttäusche.
Und wenn es mich wieder komplett erwischt und ich nervlich zerbreche, bin ich gegen jeglichen logischen Argumente immun. Ich beneide alle meine Freunde, von denen die meisten auch weit weggezogen sind, jedoch nicht im Ansatz das Bedürfnis verspüren, ständig ihre Eltern zu besuchen und sich um sie Gedanken zu machen. Ich kann einfach nicht loslassen.
Hinzu kommt (was mich auch sehr belastet), dass ich meinen Eltern nicht von meinem Freund erzählen kann (sie sind sehr konservativ, noch dazu haben mein Freund und ich verschiedene Religionen.. autsch ), was zwar auf die Distanz nicht schwer zu verheimlichen ist; trotzdem habe ich das Gefühl, dass es ihnen vielleicht besser gehen würde, wenn sie wüssten, dass ich oben jemanden habe, der sich gut um mich kümmert.

Ich bin hin und hergerissen, und fühle mich sowohl in meiner alten, als auch in meiner neuen Heimat nicht zu 100% wohl, weil mich ständig der Gedanke bedrängt, dass ich doch lieber woanders sein sollte/will.

Vielleicht möchte jemand seine eigenen Erfahrungen mit mir teilen; vielleicht übertreibe ich auch mit meinen 20 Jahren und das alles regelt sich von alleine. Fakt ist jedoch, dass es mir seit einiger Zeit nicht gut geht damit.

Ich bin für jegliche Kommentare und Hilfen offen, gerne auch Kritik.

Einen schönen Abend und liebe Grüße.

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24. Februar 2015 um 12:23

Emanzipiere dich!
Hi,

ich möchte dir gerne ein paar "Lebensweisheiten" mit auf den Weg geben.
Ich bin 53 Jahre alt und habe selbst einen erwachsenen Sohn,
der inzwischen allein lebt und als Modefotograf selbstständig arbeitet. Manchmal nur von der Hand in den Mund. Oft denke auch ich, dass für ihn eine feste Anstellung sicherer wäre, aber er ist mit so einer Leidenschaft dabei, dass ich voll und ganz hinter seinem Berufswunsch stehe, weil er es so möchte hat und weil er als erwachsener Mensch allein über sein Leben entscheiden kann.

Aber nun zu dir:

1. kein Kind ist für das Glück seiner Eltern verantwortlich.
Für sein Glück ist jeder erst einmal selbst verantwortlich!
Du bist nicht auf die Welt gekommen, nur um deine Eltern glücklich zu machen, sondern zu allererst, um dich selbst glücklich zu machen.

2. Wenn deine Eltern ein Problem mit deiner Berufswahl haben, haben sie in erster Linie ein Problem mit sich selbst.
Möglicherweise hatten sie eine vorgefertigte Vorstellung, die du jetzt erfüllen sollst, damit sie glücklich sind. Vielleicht sollst du DAS erreichen, was sie NIE erreicht haben.
Deine Eltern sollten anfangen ihr Leben lebenswerter zu gestalten und sich endlich glücklich zu machen (ohne dich)

3. Indem sie dir sagen, sie wären von dir enttäuscht, erpressen sie dich emotional. Soll heißen: "Wir lieben dich nur, wenn du das oder das machst oder so oder so bist.
Sie stellen Bedingungen, damit du es wert bist geliebt zu werden. Das ist ein hochegozentrisches Verhalten!
Lass dich nicht erpressen!

4. Stehe zu deinem Freund und verheimliche ihn nicht! Wenn deine Eltern ihn nicht mögen - egal! Dein Freund ist in erster Linie für dich da und nicht für deine Eltern.
Wichtig ist, dass DU ihn magst.
Sage deinen Eltern, dass du einen Freund hast den du liebst. Haben sie damit ein Problem, liebst du ihn trotzdem!
Oder möchtest du, dass deine Eltern dir den Mann aussuchen?
So wie es aussieht werden deine Eltern mit jedem Freund ein Problem haben, egal wie er ist.

Du musst dich abnabeln! Deine Eltern können es nicht! Also musst DU es machen!
Sage ihnen klipp und klar, das sie deine Entscheidungen zwar nicht schön finden müssen, aber dass sie diese akzeptieren müssen - egal wie sie sich dabei fühlen!
Das kann auch gerne mal etwas direkter werden und du musst davon ausgehen, dass sie sagen: "Ja, dann melden wir uns eben gar nicht mehr!"
Dann sagst du: "Gut, wenn ihr das so wollt..." und gehst!

Ich schwöre dir, innerhalb von 6 Monaten werden DIE sich bei dir melden. Wenn das geschehen ist, haben sie akzeptiert, dass du ein erwachsener Mensch geworden bist. Und euer
Verhältnis normalisiert sich

Machst du aber deinen Eltern nicht klar, dass du über dein Leben entscheiden willst und kannst, wirst du dein Leben lang das kleine Schulmädchen für deine Eltern bleiben, das noch bevormundet werden muss.

Und das willst du doch nicht wirklich!?

Hab MUT!!!! Deine Eltern werden dich immer lieben, egal was du tust und egal wie du dich entscheidest!
Auch dann, wenn sie es dir nicht so zeigen können.

Ich wünsche dir ganz viel Gück!!!!!!!


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