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Eltern sind gegen Heiratsantrag

11. Juli um 17:39 Letzte Antwort: 12. Juli um 0:35

Hallo alle zusammen,

ich habe ein (großes) Problem und möchte es gerne in diesem Forum teilen, in der Hoffnung etwas Hilfe zu bekommen.
Zu mir: Ich bin Studentin und bin im Juni 21Jahre alt geworden. Ich studiere Lehramt und muss nach meinem Bachelor dann auch meinen Master machen, um als Lehrerin durchstarten zu können. Ich bin bereits im 6. Semester, werde die Regelstudienzeit aber um ein bis zwei Semester verlängern, da ich aufgrund eines Krankheitsfalles (Krebs) in der Familie mit den Prüfungen etwas hinterher hänge. Ich bin zudem seit zwei einhalb Jahren mit meinem Freund zusammen. Er ist bereits 27, trotzdem sind wir auf der selben Wellenlänge. Er hat einen festen Vollzeitjob, steht mit beiden Beinen im Leben und meine Eltern kennen ihn auch schon seit einem Jahr und kommen soweit auch ganz gut mit ihm klar. Nun das Problem. Er hat mir gestern einen Heiratsantrag gemacht und ich habe mich sehr gefreut. Als ich aber meinen Eltern davon erzählt habe, haben sie sich total aufgeregt, weil ich noch zu jung sei und mein ganzes Studium vor mir habe (Randinfo: meine Eltern, insbesondere mein Vater legt sehr viel Wert auf Bildung und darauf, dass seine beiden Töchter selbstständige junge Frauen werden, die finanziell nicht von einem Mann abhängig sind). Mein Freund und ich sind der selben Meinung (dass es zu früh ist) und sind uns auch beide einig, dass die Hochzeit erst in 2-3 Jahren stattfinden sollte. Trotzdem hat er sich impulsiv für einen frühen Antrag entschieden und ich fand es schön so wie es war. Wir kommen beide aus der Türkei, deshalb wird aus kulturellen Gründen die Beziehung mehr oder weniger geheim vor anderen Leuten gehalten (auf Wunsch meiner Eltern, damit ich keinen "schlechten Ruf hab und man über mich redet". Unsere Hoffnung war, dass dadurch die Geheimnistuerei aufhören könnte und wir etwas freier mit unserer Beziehung wären, aber leider vergeblich. Wir sind in vielen Punkten Kompromisse eingegangen, damit meine Eltern zufrieden sind. Nun ignorieren meine Eltern die Tatsache, dass der Antrag nunmal gemacht wurde und wollen es nicht wahrhaben. Dazu soll das auch weiterhin geheim gehalten werden. Das Thema wird nicht wirklich angesprochen und ich kann sie auch nicht beruhigen, dass wir nicht sofort vor haben zu heiraten und dass die Uni natürlich vorgeht. Aufgrund ihrer Reaktion (beide haben uns nicht einmal gratuliert + meine Mutter redet den Antrag auch noch total schlecht, weil es ihrer Meinung nach zu "schlicht" und "langweilig" ist und mein Freund sich ihrer Meinung nach keine Mühe gegeben hat) habe ich auch keine Lust mehr das Gespräch zu suchen und ihnen zu sagen, dass wir in diesem Thema kompromissbereit sind. Der Antrag war für mich wunderschön und so wie mein Freund gezitter hat vor Aufregung und gleichzeitig vor Freude gestrahlt hat, hat mein Herz erfüllt.
Jetzt ist meine Frage, wie ich mit der familiären Situation umgehen sollte. Sollte ich vielleicht doch das Gespräch suchen oder meinen Eltern lieber die Zeit geben, sich an den Gedanken zu gewöhnen und mit der Situation klarzukommen? Danke an alle die meinen Text bisher gelesen haben ♥️

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11. Juli um 17:46

Achja und was ich noch vergessen habe. Meine verheiratete 26 Jährige Schwester und mein Schwager waren sogar mit meinem Freund dabei, als er den Ring gekauft hat und wussten daher schon seit längerem über den Antrag bescheid. Jetzt geben sie vor meinen Eltern aber vor, es nicht gewusst zu haben, damit sie keinen Konflikt mit meinen Eltern eingehen müssen und stehen uns somit kein bisschen zur Seite. Das war für mich bisher das enttäuschendste. Ich bin wirklich verzweifelt, weil meine Familie wirklich alles ist für mich. Dass jeder jetzt gegen uns ist, macht mich total traurig. Ich möchte auch nicht, dass meine Eltern schlecht gemacht werden, da sie eigentlich sehr liebevolle und herzensgute Menschen sind und mich in allem anderen (vorallem finanziell) unterstützen. Außerdem sind sie eigentlich auch ganz modern, trotzdem ist ihnen die Meinung von anderen (zb Familienfreunden) unheimlich wichtig, was ich persönlich überhaupt nicht nachvollziehen kann.

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11. Juli um 19:01

Tatsächlich suche ich grad das Problem in der Situation.
Da wurde aus Liebe ein Heiratsantrag gemacht und du hast ihna us Liebe angenommen. Öh? Und jetzt? Jetzt hört dein Leben auf und du wirst unselbstständig und abhängig?
Oder mit nem angenommenen Heiratsantrag ist man direkt schwanger und du wirst dein Studium nicht beenden?

Also irgendwie....

Ich habe selbst in der Ausbildung geheiratet und auch mein Mann war noch in Ausbildung. Warum ist das ein Problem?

Also die Kultur ist natürlich anders. Türkische Hochzeiten kosten Gerüchteweise einen haufen Geld und sind sehr groß. Da kann ich mir schon vorstellen, dass man da ein wenig hinsparen muss.
Aber was ist so schrecklich dran, dass ihr euer Leben miteinander verbringen wollt?

Was können denn Bekannte daran auszusetzen haben?

Grundsätzlich finde ich es gut, dass deine Familie eher modern ist, wobei sie sich ja auch schwer tut, zeigt ja die Heimlichtuerei. Aber es ist manchmal nicht leicht, in der eigenen Haut zu stecken. Sie sind vermutlich schon mit etwas konservetiveren Werten aufgewachsen. Da ist es nicht leicht, sich in eine "deutsche" Richtung weiterzuentwickeln.

Aber das Problem am Verloben find ich einfach nicht. Klärst du mich auf?

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11. Juli um 19:20
In Antwort auf schnuckweidev

Tatsächlich suche ich grad das Problem in der Situation.
Da wurde aus Liebe ein Heiratsantrag gemacht und du hast ihna us Liebe angenommen. Öh? Und jetzt? Jetzt hört dein Leben auf und du wirst unselbstständig und abhängig?
Oder mit nem angenommenen Heiratsantrag ist man direkt schwanger und du wirst dein Studium nicht beenden?

Also irgendwie....

Ich habe selbst in der Ausbildung geheiratet und auch mein Mann war noch in Ausbildung. Warum ist das ein Problem?

Also die Kultur ist natürlich anders. Türkische Hochzeiten kosten Gerüchteweise einen haufen Geld und sind sehr groß. Da kann ich mir schon vorstellen, dass man da ein wenig hinsparen muss.
Aber was ist so schrecklich dran, dass ihr euer Leben miteinander verbringen wollt?

Was können denn Bekannte daran auszusetzen haben?

Grundsätzlich finde ich es gut, dass deine Familie eher modern ist, wobei sie sich ja auch schwer tut, zeigt ja die Heimlichtuerei. Aber es ist manchmal nicht leicht, in der eigenen Haut zu stecken. Sie sind vermutlich schon mit etwas konservetiveren Werten aufgewachsen. Da ist es nicht leicht, sich in eine "deutsche" Richtung weiterzuentwickeln.

Aber das Problem am Verloben find ich einfach nicht. Klärst du mich auf?

Ich vermute, dass es sogar viel mehr damit zutun hat, dass ich das letzte "Kind" (das Zweite) im Haus bin und sie Angst haben mich gehen zu lassen. Ich kann mein Leben aber leider nicht abhängig von ihren Wünschen machen, was sie leider nicht begreifen wollen. Auf solche Themen sind sie überhaupt nicht gut anzusprechen, obwohl ich schon immer die Tochter war, die immer Klarheit wollte und die Probleme direkt ansprechen wollte. Scheinbar haben sie die Befürchtung, dass jetzt alles im Schnelldurchgang zur Hochzeit führt, was absolut nicht unser Ziel ist. Ich wünschte ich könnte ihnen das klarmachen, aber selbst wenn sie mir zuhören verstehen sie letztendlich das, was sie verstehen wollen. 

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11. Juli um 19:26
In Antwort auf schnuckweidev

Tatsächlich suche ich grad das Problem in der Situation.
Da wurde aus Liebe ein Heiratsantrag gemacht und du hast ihna us Liebe angenommen. Öh? Und jetzt? Jetzt hört dein Leben auf und du wirst unselbstständig und abhängig?
Oder mit nem angenommenen Heiratsantrag ist man direkt schwanger und du wirst dein Studium nicht beenden?

Also irgendwie....

Ich habe selbst in der Ausbildung geheiratet und auch mein Mann war noch in Ausbildung. Warum ist das ein Problem?

Also die Kultur ist natürlich anders. Türkische Hochzeiten kosten Gerüchteweise einen haufen Geld und sind sehr groß. Da kann ich mir schon vorstellen, dass man da ein wenig hinsparen muss.
Aber was ist so schrecklich dran, dass ihr euer Leben miteinander verbringen wollt?

Was können denn Bekannte daran auszusetzen haben?

Grundsätzlich finde ich es gut, dass deine Familie eher modern ist, wobei sie sich ja auch schwer tut, zeigt ja die Heimlichtuerei. Aber es ist manchmal nicht leicht, in der eigenen Haut zu stecken. Sie sind vermutlich schon mit etwas konservetiveren Werten aufgewachsen. Da ist es nicht leicht, sich in eine "deutsche" Richtung weiterzuentwickeln.

Aber das Problem am Verloben find ich einfach nicht. Klärst du mich auf?

Das mit den Hochzeitskosten stimmt übrigens. Bei uns wird immer sehr groß gefeiert. Nur sind wir darauf gut vorbereitet, mein Freund spart schon länger und hat genug Ersparnisse, um die Hochzeit zu finanzieren + unsere eigene Wohnung einzurichten. Wir wären finanziell gesehen also weder auf meine Familie, noch auf seine angewiesen.

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11. Juli um 20:50

Du willst ihn heiraten und ihr wohnt nicht mal zusammen, zeigt euch nicht öffentlich 

oh mein Kind, lauf 

und werd erst mal erwachsen 

man könnte meinen ihr seid 13 und habt euch mit nem Kaugummiautomatenring verlobt 

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11. Juli um 20:57
In Antwort auf joie_18825562

Du willst ihn heiraten und ihr wohnt nicht mal zusammen, zeigt euch nicht öffentlich 

oh mein Kind, lauf 

und werd erst mal erwachsen 

man könnte meinen ihr seid 13 und habt euch mit nem Kaugummiautomatenring verlobt 

Es ist gut möglich, dass dir das merkwürdig erscheint. In unserer Kultur ist es aber üblich, dass man erst zusammen wohnt, wenn man geheiratet hat. Und das ist für mich auch völlig okey, weil ich sehr viel Stress mit der Uni habe und somit vieles im Haushalt von meinen Eltern übernommen wird. Dadurch bleibt mir einiges an Arbeit erspart und im Großen und Ganzen genieße ich auch die Zeit, die ich dadurch mit meinen Eltern habe. Wenn man auszieht bleibt man zwar immer noch das Kind von Mama und Papa, trotzdem sieht man sich verständlicherweise weniger, da alle arbeiten und genug zu tun haben. Da sieht man sich auch nicht mehr 24/7. 

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11. Juli um 21:32
In Antwort auf unknown22

Hallo alle zusammen,

ich habe ein (großes) Problem und möchte es gerne in diesem Forum teilen, in der Hoffnung etwas Hilfe zu bekommen.
Zu mir: Ich bin Studentin und bin im Juni 21Jahre alt geworden. Ich studiere Lehramt und muss nach meinem Bachelor dann auch meinen Master machen, um als Lehrerin durchstarten zu können. Ich bin bereits im 6. Semester, werde die Regelstudienzeit aber um ein bis zwei Semester verlängern, da ich aufgrund eines Krankheitsfalles (Krebs) in der Familie mit den Prüfungen etwas hinterher hänge. Ich bin zudem seit zwei einhalb Jahren mit meinem Freund zusammen. Er ist bereits 27, trotzdem sind wir auf der selben Wellenlänge. Er hat einen festen Vollzeitjob, steht mit beiden Beinen im Leben und meine Eltern kennen ihn auch schon seit einem Jahr und kommen soweit auch ganz gut mit ihm klar. Nun das Problem. Er hat mir gestern einen Heiratsantrag gemacht und ich habe mich sehr gefreut. Als ich aber meinen Eltern davon erzählt habe, haben sie sich total aufgeregt, weil ich noch zu jung sei und mein ganzes Studium vor mir habe (Randinfo: meine Eltern, insbesondere mein Vater legt sehr viel Wert auf Bildung und darauf, dass seine beiden Töchter selbstständige junge Frauen werden, die finanziell nicht von einem Mann abhängig sind). Mein Freund und ich sind der selben Meinung (dass es zu früh ist) und sind uns auch beide einig, dass die Hochzeit erst in 2-3 Jahren stattfinden sollte. Trotzdem hat er sich impulsiv für einen frühen Antrag entschieden und ich fand es schön so wie es war. Wir kommen beide aus der Türkei, deshalb wird aus kulturellen Gründen die Beziehung mehr oder weniger geheim vor anderen Leuten gehalten (auf Wunsch meiner Eltern, damit ich keinen "schlechten Ruf hab und man über mich redet". Unsere Hoffnung war, dass dadurch die Geheimnistuerei aufhören könnte und wir etwas freier mit unserer Beziehung wären, aber leider vergeblich. Wir sind in vielen Punkten Kompromisse eingegangen, damit meine Eltern zufrieden sind. Nun ignorieren meine Eltern die Tatsache, dass der Antrag nunmal gemacht wurde und wollen es nicht wahrhaben. Dazu soll das auch weiterhin geheim gehalten werden. Das Thema wird nicht wirklich angesprochen und ich kann sie auch nicht beruhigen, dass wir nicht sofort vor haben zu heiraten und dass die Uni natürlich vorgeht. Aufgrund ihrer Reaktion (beide haben uns nicht einmal gratuliert + meine Mutter redet den Antrag auch noch total schlecht, weil es ihrer Meinung nach zu "schlicht" und "langweilig" ist und mein Freund sich ihrer Meinung nach keine Mühe gegeben hat) habe ich auch keine Lust mehr das Gespräch zu suchen und ihnen zu sagen, dass wir in diesem Thema kompromissbereit sind. Der Antrag war für mich wunderschön und so wie mein Freund gezitter hat vor Aufregung und gleichzeitig vor Freude gestrahlt hat, hat mein Herz erfüllt.
Jetzt ist meine Frage, wie ich mit der familiären Situation umgehen sollte. Sollte ich vielleicht doch das Gespräch suchen oder meinen Eltern lieber die Zeit geben, sich an den Gedanken zu gewöhnen und mit der Situation klarzukommen? Danke an alle die meinen Text bisher gelesen haben ♥️

Naja, du bist 21 und somit volljährig. Was deine Eltern gut oder nicht gut finden, kann dir somit egal sein. Deine Mutter darf natürlich der Meinung sein, dass der Antrag deines Freundes langweilig sei, aber das ist doch egal! Ihr muss er ja nicht gefallen, Hauptsache ist doch, dass er dir gefällt.

Ich würde mich an deiner Stelle für deine Entscheidungen nicht rechtfertigen. Es ist dein Leben. Deine Eltern können sich daran gewöhnen und damit leben, oder eben nicht, das ist nicht dein Problem. 

Natürlich wäre es schade, wenn deine Eltern dann den Kontakt zu dir abbrechen, aber das muss ja gar nicht sein. Wie stellen sie sich denn die Konsequenzen dir gegenüber vor, wenn du doch schon jetzt heiraten würdest, haben sie dir da irgendwas gesagt? Wenn sie nur sagen, dass sie es nicht gut finden - sei's drum. Müssen sie ja nicht. So lange sie also nicht drohen, dich zu enterben, den Kontakt abzubrechen oder sowas in der Art, sehe ich gar keine Veranlassung dazu, dass du mit deinen Eltern nochmal das Gespräch suchst. Sie müssen akzeptieren, dass du erwachsen bist, dein eigenes Leben lebst und ihre Meinung von deiner in manchen Dingen abweicht. 

Verheiratet zu sein hat ja nichts mit dem Studium zu tun, ich war auch schon verheiratet, als ich studiert habe. Ich hoffe ja, dass du nicht vorhast, nach der Hochzeit nur mehr zu Hause herumzusitzen, oder? Natürlich ist es wichtig, dass du eine gute Ausbildung hast und dein Geld selbst verdienst, da hat dein Vater schon recht! Das kannst du aber genauso als Ehefrau. 

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11. Juli um 21:33
In Antwort auf unknown22

Ich vermute, dass es sogar viel mehr damit zutun hat, dass ich das letzte "Kind" (das Zweite) im Haus bin und sie Angst haben mich gehen zu lassen. Ich kann mein Leben aber leider nicht abhängig von ihren Wünschen machen, was sie leider nicht begreifen wollen. Auf solche Themen sind sie überhaupt nicht gut anzusprechen, obwohl ich schon immer die Tochter war, die immer Klarheit wollte und die Probleme direkt ansprechen wollte. Scheinbar haben sie die Befürchtung, dass jetzt alles im Schnelldurchgang zur Hochzeit führt, was absolut nicht unser Ziel ist. Ich wünschte ich könnte ihnen das klarmachen, aber selbst wenn sie mir zuhören verstehen sie letztendlich das, was sie verstehen wollen. 

Und selbst wenn ihr gleich morgen auf dem Standesamt heiratet, was ist so schlimm daran? Du kannst doch dein Studium trotzdem beenden und danach arbeiten gehen. 
 

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11. Juli um 21:54
In Antwort auf spitzentanz

Naja, du bist 21 und somit volljährig. Was deine Eltern gut oder nicht gut finden, kann dir somit egal sein. Deine Mutter darf natürlich der Meinung sein, dass der Antrag deines Freundes langweilig sei, aber das ist doch egal! Ihr muss er ja nicht gefallen, Hauptsache ist doch, dass er dir gefällt.

Ich würde mich an deiner Stelle für deine Entscheidungen nicht rechtfertigen. Es ist dein Leben. Deine Eltern können sich daran gewöhnen und damit leben, oder eben nicht, das ist nicht dein Problem. 

Natürlich wäre es schade, wenn deine Eltern dann den Kontakt zu dir abbrechen, aber das muss ja gar nicht sein. Wie stellen sie sich denn die Konsequenzen dir gegenüber vor, wenn du doch schon jetzt heiraten würdest, haben sie dir da irgendwas gesagt? Wenn sie nur sagen, dass sie es nicht gut finden - sei's drum. Müssen sie ja nicht. So lange sie also nicht drohen, dich zu enterben, den Kontakt abzubrechen oder sowas in der Art, sehe ich gar keine Veranlassung dazu, dass du mit deinen Eltern nochmal das Gespräch suchst. Sie müssen akzeptieren, dass du erwachsen bist, dein eigenes Leben lebst und ihre Meinung von deiner in manchen Dingen abweicht. 

Verheiratet zu sein hat ja nichts mit dem Studium zu tun, ich war auch schon verheiratet, als ich studiert habe. Ich hoffe ja, dass du nicht vorhast, nach der Hochzeit nur mehr zu Hause herumzusitzen, oder? Natürlich ist es wichtig, dass du eine gute Ausbildung hast und dein Geld selbst verdienst, da hat dein Vater schon recht! Das kannst du aber genauso als Ehefrau. 

Danke für deine hilfreiche Antwort. Ich habe keineswegs vor, mein Leben als Hausfrau zu Hause zu verbringen. Es ist sogar gut möglich, dass ich in der Ehe diejenige sein werde, die dann mehr verdient als mein Freund. Daher würde es uns viel mehr bringen, wenn ich dann auch einen festen Job habe, den auszuführen und im besten Fall sogar verbeamtet zu werden. Mein Freund ist momentan finanziell eine sehr große Unterstützung für mich und abgemacht ist, dass ich ihn in Zukunft genauso unterstütze. Ich bin froh, dass ich hier Bestätigung für meine Denkweise bekomme. Es ist mein Leben und meine Entscheidung. Meine Eltern sind für mich unheimlich wichtig. Vorallem seit meine Mutter den Krebs besiegt hat, versuche ich sie mit allem glücklich zu machen und will es denen deshalb auch in dieser Situation recht machen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass meine Eltern den Kontakt abbrechen würden, wenn wir uns dazu entscheiden würden, sofort zu heiraten. Sie würden uns dabei aber mit Sicherheit nicht unterstützen und es würde eine gewisse Distanz entstehen. Zumindest kann ich mir das so vorstellen.

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11. Juli um 23:41
In Antwort auf unknown22

Hallo alle zusammen,

ich habe ein (großes) Problem und möchte es gerne in diesem Forum teilen, in der Hoffnung etwas Hilfe zu bekommen.
Zu mir: Ich bin Studentin und bin im Juni 21Jahre alt geworden. Ich studiere Lehramt und muss nach meinem Bachelor dann auch meinen Master machen, um als Lehrerin durchstarten zu können. Ich bin bereits im 6. Semester, werde die Regelstudienzeit aber um ein bis zwei Semester verlängern, da ich aufgrund eines Krankheitsfalles (Krebs) in der Familie mit den Prüfungen etwas hinterher hänge. Ich bin zudem seit zwei einhalb Jahren mit meinem Freund zusammen. Er ist bereits 27, trotzdem sind wir auf der selben Wellenlänge. Er hat einen festen Vollzeitjob, steht mit beiden Beinen im Leben und meine Eltern kennen ihn auch schon seit einem Jahr und kommen soweit auch ganz gut mit ihm klar. Nun das Problem. Er hat mir gestern einen Heiratsantrag gemacht und ich habe mich sehr gefreut. Als ich aber meinen Eltern davon erzählt habe, haben sie sich total aufgeregt, weil ich noch zu jung sei und mein ganzes Studium vor mir habe (Randinfo: meine Eltern, insbesondere mein Vater legt sehr viel Wert auf Bildung und darauf, dass seine beiden Töchter selbstständige junge Frauen werden, die finanziell nicht von einem Mann abhängig sind). Mein Freund und ich sind der selben Meinung (dass es zu früh ist) und sind uns auch beide einig, dass die Hochzeit erst in 2-3 Jahren stattfinden sollte. Trotzdem hat er sich impulsiv für einen frühen Antrag entschieden und ich fand es schön so wie es war. Wir kommen beide aus der Türkei, deshalb wird aus kulturellen Gründen die Beziehung mehr oder weniger geheim vor anderen Leuten gehalten (auf Wunsch meiner Eltern, damit ich keinen "schlechten Ruf hab und man über mich redet". Unsere Hoffnung war, dass dadurch die Geheimnistuerei aufhören könnte und wir etwas freier mit unserer Beziehung wären, aber leider vergeblich. Wir sind in vielen Punkten Kompromisse eingegangen, damit meine Eltern zufrieden sind. Nun ignorieren meine Eltern die Tatsache, dass der Antrag nunmal gemacht wurde und wollen es nicht wahrhaben. Dazu soll das auch weiterhin geheim gehalten werden. Das Thema wird nicht wirklich angesprochen und ich kann sie auch nicht beruhigen, dass wir nicht sofort vor haben zu heiraten und dass die Uni natürlich vorgeht. Aufgrund ihrer Reaktion (beide haben uns nicht einmal gratuliert + meine Mutter redet den Antrag auch noch total schlecht, weil es ihrer Meinung nach zu "schlicht" und "langweilig" ist und mein Freund sich ihrer Meinung nach keine Mühe gegeben hat) habe ich auch keine Lust mehr das Gespräch zu suchen und ihnen zu sagen, dass wir in diesem Thema kompromissbereit sind. Der Antrag war für mich wunderschön und so wie mein Freund gezitter hat vor Aufregung und gleichzeitig vor Freude gestrahlt hat, hat mein Herz erfüllt.
Jetzt ist meine Frage, wie ich mit der familiären Situation umgehen sollte. Sollte ich vielleicht doch das Gespräch suchen oder meinen Eltern lieber die Zeit geben, sich an den Gedanken zu gewöhnen und mit der Situation klarzukommen? Danke an alle die meinen Text bisher gelesen haben ♥️

Seltsam. Sehr seltsam. Dein Freund hörte zu deinem Eltern gehen müssen mitbseunee Familie habt offiziell und um deine Hand anhalten müssen wie es Tradition ist. So 'deutsch' wie er es gemacht hat, würde ich es auch nicht akzeptieren wenn ich zu deiner Familie gehören würde. Zudem bist du auch wirklich zu jung. Such in drei Jahren noch. Also da verstehe ich deine Eltern total. Du verstehst sie nicht, weil du zu jung bist. Du denkst nur aus deiner Sicht, später wirst du sie verstehen können. Also wenn es deinem Freund wirklich ernst sein sollte und wenn er wirklich Türke ist, dann wundert es mich, dass er so einen harten regelbruch begangen hat. 

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12. Juli um 0:35
In Antwort auf zitronenschokokuchen

Seltsam. Sehr seltsam. Dein Freund hörte zu deinem Eltern gehen müssen mitbseunee Familie habt offiziell und um deine Hand anhalten müssen wie es Tradition ist. So 'deutsch' wie er es gemacht hat, würde ich es auch nicht akzeptieren wenn ich zu deiner Familie gehören würde. Zudem bist du auch wirklich zu jung. Such in drei Jahren noch. Also da verstehe ich deine Eltern total. Du verstehst sie nicht, weil du zu jung bist. Du denkst nur aus deiner Sicht, später wirst du sie verstehen können. Also wenn es deinem Freund wirklich ernst sein sollte und wenn er wirklich Türke ist, dann wundert es mich, dass er so einen harten regelbruch begangen hat. 

Wer sagt denn, dass es kein traditionelles Hand anhalten geben wird? Das wird es mit Sicherheit, nur ist es doch viel wichtiger erstmal mich zu fragen, ob ich überhaupt heiraten möchte. Wie soll ich mich denn fühlen, wenn einfach zum Hand anhalten gekommen wird und die "Erwachsenen" das nach alt-traditioneller Art nur unter sich klären und meine Meinung nicht gefragt ist? Diesen ersten einmaligen Moment möchte ich natürlich ganz allein mit meinem Freund teilen und bin auch sehr froh darüber, dass es ihn interessiert, wie ICH (diejenige, um die es im Endeffekt auch geht) dazu stehe. Nur weil ihm meine Meinung und meine Antwort darauf wichtig ist, heißt es noch lange nicht, dass das ein Regelverstoß ist. Außerdem finde ich es persönlich auch nicht früh, wenn man mit 23 oder 24 heiraten will. Außerdem wäre mein Vater sicherlich komplett überfordert gewesen, wenn es aus dem nichts plötzlich zum Hand anhalten kommt und alles so ernst wird. Der Antrag ist im Moment einfach nur eine Sache zwischen uns beiden. Wie ein kleines Versprechen was wir uns auf diese Weise geben. Aber dein Beitrag ist letztendlich deine Meinung und die respektiere ich. Ich muss schließlich auch damit rechnen, dass nicht jeder meine Meinung teilt, wenn ich mein Anliegen in einem Forum teile.

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