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Eltern mit 40 jahren konfrontiert

2. November 2015 um 12:28

mich würde eure meinung interessieren, weil ich mir oft nicht sicher bin, ob ich richtig liege.
ich bin mit vater, mutter, einer kleinen und einer großen schwester in einem haus auf dem land groß geworden. der vater war arbeiten, die mutter zu hause. wir kinder waren ihr lebensinhalt. mir war das oft zu viel.
ich wurde früh in eine verantwortung genommen, für die ich zu klein war. ich habe meine mutter sozusagen beschützt.
mein vater war die ersten 10 jahre oft abends betrunken und setzte sich dann noch mal zu mir ans bett, um zu reden. ich war vielleicht 6, da kam meine mutter voll karacho gegen 22:00 uhr in mein zimmer. sie sagte zu ihm "du gehst raus" und "du hältst deine klappe". ich hatte vorher beteuert, dass nichts los gewesen ist. ich frage mich bis heute, ob er mich angefasst hat, weil sie so vehement reagiert hat. sie ließ sich sonst nur unterbuttern. um das alter bin ich auch nach unten zum badezimmer gegangen, weil sie sich eingeschlossen hatte und immer nur mit viel angst seinen namen rief, dass er sich beruhigen solle. er schlug und trat gegen die tür. ich kam ganz klein dazu und bat ihn aufzuhören. ich hatte angst, dass mein vater ihr etwas antun würde. als sie mich hörte, machte sie auf, er stürmt auf sie zu und sie streichelte nur sein gesicht und sagte, dass er sich beruhigen solle. ich wurde nach oben geschickt. ich glaube, ab dem tag war ich fertig. er schlug auch mal mit der faust, durch die glasscheibe unsere eingangstür, weil sie aus angst vor seiner wut nicht aufmachte. dabei zerschnitt er sich am glas die arme. sie öffnete und tröstete ihn. wir spielten weiter, als ob nichts gewesen wäre. er gab mir oft, nur so, ohrfeigen. oft rief er "komm her und hol dir einen bachs" ab. ich ging aus angst hin, holte mir den bachs ab und tat als wäre nichts gewesen. wenn meine mutter daneben stand, fragte ich "muss ich?" und sie sagte "ja".
er schleuderte mich mal durchs wohnzimmer, bis ich laut rief "er bringt mich um" und meine mutter rein kam. wenn er cholerisch war, schickte meine mutter mich hinterher, um ihn zurückzuholen. ich musste seine schläfen auf aufforderung meiner mutter massieren, wenn er einen kater hatte. er fasste mir in der pubertät an die brust und fragte, ob die knospen schon sprießen würden. meine mutter sagte nur, "lass das" und er "wieso denn"? wenn er mich ohrfeigte, kurz bevor wir uns mit jmd. trafen, sagte meine mutter "lächeln". usw.
ist das schlimm?? meine eltern nannten mich immer mimose. bin ich das?
ich outete mich mit 20 als lesbisch. mein vater nannte sich ab da nur noch "erzeuger". keine akzeptanz.
ich heiratete eine frau, er kam nicht zum standesamt und meinte, für homos würde es reichen, sich registrieren zu lassen. zu der feier abends kamen sie beide, ich hatte nicht den mut, sie auszuladen. was ich heute anders machen würde. meine mutter tat leidend, aber schloss sich ihm immer an.
dann ging ich mit 38 zur therapie, weil mein kinderwunsch nicht in erfüllung ging. die therapeutin fragte routinemäßig nach dem elternhaus und ich sagte, dass ich ihr nichts sagen werde, zumal ich erst kurze zeit bei ihr war. dann sagte ich zum ersten mal in meinem leben das oben genannte.
sie fand das allerhand.
ich finde es leider immer noch normal und frage mich, ob ich ein sensibilchen bin.
auf jeden fall: kurz darauf war meine neue frau schwanger und ich tatsächlich 5 monate später auch. sensationell und alles super für uns.
auf einmal standen meine eltern einmal die woche vor der tür und meine mutter rief fast täglich an.
ihre reise zum geburtstermin des lütten verschoben sie allerdings nicht.
irgendwann, nach 60 therapiestunden und x-vielen Büchern, habe ich sie vor 10 monaten angesprochen.
was ist: mein vater ist beleidigt, meine mutter leided.
ich habe ihnen gesagt, dass ich mir andere eltern gewünscht hätte und dass ich ein leben lang unter spannung stand. es war ein 1stündiges gespräch und das einizige was hängen blieb, ist die aussage, dass ich mir andere eltern gewünscht hätte.
das habe ich ihm nach folgegesprächen auch so gesagt.
dass er nur mitleid für sich selbst kennen würde.
auf jeden fall ist das verhältnis natürlich jetzt anders, was ich grundsätzlich gut finde.
nur, dass ich da anscheindend kurzfristig nur rauskomme, wenn ich mich entschuldige.
ich denke viel an sie und bin eigentlich wütend auf sie. Ich hatte mich übrigens auch viel selbst verletzt, was durch das erkennen, worauf ich eigentlich wütend bin - nämlich auf meine eltern- viel weniger geworden ist.
ich bin wütend auf eine mutter, die mich so oft in stich gelassen hat und wütend auf einen unbarmherzigen vater.
kann mich jemand bestätigen in meinen gefühlen, tipps geben oder sonst etwas hilfreichen sagen, was mich von dem thema und den ganzen gefühlen wegkommen lässt.
mein leben ist ansonsten top!!
Dank fürs Zuhören!

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