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Einfach mal auslassen!

29. Juli 2015 um 20:58

Hallo,

ich weiß, dass mein Beitrag sicherlich für viele böse Kommentare sorgen wird, aber ich muss es einfach mal rauslassen - besser als es in sich reinzufressen.

Zur Vorgeschichte: Ich und meine Ex, sie wohnhaft auf der anderen Seite in Deutschland, hat vor knapp 2 Jahren ein Kind bekommen - von mir.

Seit dem sie allerdings weiß, dass sie schwanger war, wollte sie dann keinen Kontakt mehr mit mir. Ich war mir natürlich anfangs nicht sicher durch viele Widersprüche, ob ich der Vater bin. Wollte daher einen Vaterschaftstest. Nachdem feststand, dass ich es bin, war ich natürlich erleichtert und wollte natürlich meine Tochter sehen, so oft es nur geht. Da die Distanz so groß ist, fällt es mir finanziell und zeitlich schwer, sie öfter zu sehen. Daher ist das in momentaner Lage auch nicht mehr als 4 x 1 Woche im Jahr möglich.

Sie machte mir von Anfang klar, dass sie jetzt das hat was sie will und sie auf keinen Fall will, dass die Kleine einen Vater hat, da sie das auch nicht hatte. Ich war natürlich teilweise so fertig, dass ich erstmal abbrechen musste und eine Weile brauchte, wieder zu kämpfen.


Irgendwann wendete ich mich an das Jugendamt, da mir ja fast keine Wahl blieb. Fuhr also zu dem Amt in Ihrer Nähe und wir redeten zusammen mit der Leiterin da, was man machen kann. Meine Ex war damals noch minderjährig für kurze Zeit, daher hatte noch das Jugendamt das Sagen über die Kleine. Dort erfuhr ich halt Sachen, die ich so von ihr nicht erfahren habe. Dazu gehörte eben, dass sie anscheinend mit der Erziehung der Kleinen noch gar nicht zurecht kommt (was ja am Anfang nichts problematisches ist) und in die Psychatrie muss eben wegen ihrer Psyche (was genau weiß ich jetzt nicht).

Sie hat immer weiter versucht, den Kontakt bloß nicht herzustellen. Da ich leider gar nichts mehr von der Kleinen hören durfte, musste ich den gerichtlichen Weg gehen, was ein Teil des Sorgerechts betrifft. Mir war von Anfang an bewusst, dass es schwierig wird, da ich so weit weg wohne, aber ein Umzug kam aufgrund meiner sicheren Arbeit hier erst mal nicht in Frage UND sie machte mir auch klar, dass ich sie trotzdem nicht sehen darf und solche Geschichten eben.

Die Gerichtskosten sind für mich enorm hoch und kosteten mich so viel, dass ich nur noch so viel Geld habe, was ich an Pfändungsfreigrenze habe. Dort hat sie natürlich ihrem Anwalt erzählt, dass ich ein richtig schlechter Vater sei, da ich nicht sofort die Vaterschaft anerkannt habe und mich schon monatelang nicht mehr gemeldet. Monatelang? Das waren nur wenige Wochen und das auch nur wegen Wohnungswechsel. Und das mit der Vaterschaft habe ich ja begründen können. Für sie ist es leicht zu sagen, dass sie die Mutter ist.

Was also tun? Ich habe dann meiner Anwältin gesagt, was Sache ist, dass ich immer wieder versuche, schriftlich Kontakt aufzunehmen, doch da leider fast immer scheiter. Je nach Laune meiner Ex (ich gehe auch davon aus dass ihre extremen Stimmungsschwankungen der Grund für diese Psyche ist), schickt sie mir zwar wieder Bilder und erzählt, aber minuten später sagt sie dass mich das alles eh nichts angeht.

Irgendwann hat das Gericht dann einen Vergleich aufgestellt, dass mir meine Ex geänderte Wohnanschriften und Telefonnummern, sowie alles was mit Amélie passiert, erzählen muss.

Ich war ganz ehrlich froh, dass ich zumindest ein bisschen was erreicht habe. Nun habe ich die Kleine wieder besucht und meine Ex hat seit 3 Wochen einen neuen Freund und sie ist ja in einem Mutter-Kind-Heim (während sie in der Psychatrie war, kam die Kleine in einer Pflegefamilie unter) und wir hatten eben einen Termin ausgemacht, dass ich sie 2 Stunden sehen kann. Doch wir sollten nicht alleine bleiben. Ich habe die Kleine seit Monaten nicht gesehen und es muss doch nicht sein, dass der dann auftaucht. Das sah die Betreuerin auch so und schickte diesen erst einmal ins Zimmer. Natürlich erkannte mich die Kleine nicht mehr. Es dauerte aber nur wenige Minuten und sie fasste immer mehr Vertrauen. Nach einer halben Stunde war sie nur noch am Lachen und verdammt glücklich. Dann konnte auch ihr Freund reinkommen. Die Stimmung bei ihr war übelst im Keller. Man hat ihr richtig aus dem Gesicht lesen können, dass sie es gerade hasst, dass die Kleine mich (wie bei jedem Treffen) total gern mag und nur am Lachen und Freuen ist.

Das hat man auch an seinem Gesicht gesehen, aber er konnte es doch noch etwas verstecken. Warum er einen Hass hatte? Ganz einfach! Ich habe dann von der Betreuerin erfahren, dass meine Ex der Kleinen beigebracht hat, dass er der Vater ist und sozuzsagen Papa zu ihm sagt. Ich hoffe immer noch, dass das nicht weiterhin so passiert, denn sie hat einen ziemlich wechselnden Partnerkreis und in wenigen Monaten ist dann wieder jemand anders der "Papa".

Doch ich muss sagen, das hat richtig gut getan, die Kleine so glücklich zu sehen, dass ich gekommen bin. Und ich weiß, dass ich auf jeden Fall weiter kämpfen werde. Wie kann ich leider noch nicht sagen. Ich bin momentan überfordert, da sie natürlich am längeren Hebel sitzt und als Mann natürlich keine Chance hast, irgendetwas zu bewirken, besonders nicht bei der Distanz.

Ich hoffe, dass sich irgendwann etwas ändert. Leider muss ich ihr so viel zutrauen, dass sie wohl der Kleinen nur negatives über mich erzählen wird, dass die mich gar nicht mehr sehen will. Dann hat sie erreicht, was sie will.

Alles in allem eine sehr schwere Situation!

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