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Dyskalkulie,Was tun?

20. Juni 2007 um 19:56

Meine Tochter ist in der 2 Klasse und hat sehr starke Schwierigkeiten mit der Zahlenvorstellung.Wenn man fragt wieviel sind acht plus elf, dann kann sie dies nicht beantworten,Sie fängt an zu raten.Hausaufgaben mit Ihr zu machen ist der reinste Stress. Hier kommt dazu ,dass sie für Rechnen die null- Bock Einstellung hat.Gehe mit Ihr einmal in der Woche zur Ergo.
Wenn sie nach den Ferien in die dritte Klasse kommt,wie soll sie das mit diesen Problemen schaffen?
Vielleicht ist irgendjemand hier im Forum,der so was auch mit macht.

Liebe Grüße

Linilinche

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21. Juni 2007 um 11:07

Hallo
Wirkliche Tipps hab ich leider nicht.
Aber ich habe ich habe zwei Beispiele.

Mein Freund hat Legasthenie. Bei ihm hat die Deutsch-Note keinen Wert. Ich weiß nicht, ob es an der Schule deiner Tochter machbar ist, oder ob es vielleicht schon gemacht wird, aber es sollte unbedingt im Zeugniss vermerkt sein.

Dann kenne ich noch jemanden, die trotz Dyskalkulie Verkäuferin gelernt hat. Sie hat das alles auswendig gelernt. Sie kann zwar nicht errechnen, wieviel 8 + 11 ist, aber sie weiß, dass 19 rauskommt. So wie andere Gedichte auswendig lernen hat sie das Rechnen auswendig gelernt. Vielleicht ist es machbar, dass deine Tochter keine Hausaufgaben in Rechnen bekommt, du ihr dafür eine Liste vorlegst, die sie auswendig lernen soll. So zum Beispiel:
1 + 1 = 2
1 + 2 = 3
1 + 3 = 4
und so weiter.
Gerade, wenn man keine Lust hat, weil man das Gefühl hat, es bringt nichts, kann es sehr entmutigend sein. Vielleicht macht ihr das Auswendig lernen mehr Spass.

Liebe Grüße
Diane

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21. Juni 2007 um 18:18

Hi!
Ist die Diagnose des Arztes Dyskalkulie? Oder tippst du nur darauf?
Organisationen wie die Caritas oder das örtliche Jugendamt bieten Informationen zu diesen Themen und oft auch Fördermöglichkeiten.
Wenn dein Kinderazt Dyskalkulie bestätigt,sollte er es dir in schriftlicher Form bestätigen. Gehe mit dem Schreiben zum Klassenlehrer und versuche mit ihm eine mögliche Regelung zu finden.


Gruß
Sternchen

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21. Juni 2007 um 20:05
In Antwort auf oona_12940336

Hi!
Ist die Diagnose des Arztes Dyskalkulie? Oder tippst du nur darauf?
Organisationen wie die Caritas oder das örtliche Jugendamt bieten Informationen zu diesen Themen und oft auch Fördermöglichkeiten.
Wenn dein Kinderazt Dyskalkulie bestätigt,sollte er es dir in schriftlicher Form bestätigen. Gehe mit dem Schreiben zum Klassenlehrer und versuche mit ihm eine mögliche Regelung zu finden.


Gruß
Sternchen

Hi,Sternchen
habe eine schriftliche Bestätigung vom Kinder psychologen bekommen. darauf hin bin ich in die Schule gegeangen. Kurz zur Vorgeschichte, meine Tochter war im ersten Schuljahr schon auffällig gewesen,hatte Schwierigkeiten sich zu Konzentrieren und Zahlen zusammen zu rechnen.Als ich den Lehrer darauf ansprach, gab diese mir zu Antwort,die Kleine hätte noch jede Menge Zeit,sie würde das schon schaffen.Nach mehreren Versuche meiner Tochter zu Hause das Rechnen beizubringen, das auch fehl schlug, lies ich sie austesten. Mit diesem Befund ging ich wiederum zu Schule.Als die Lehrein dies las, sagte sie zur mir ich könnte meine Tochter direkt (acht Wochen ) vor Schulende direkt in die erste Klasse schicken. Ich war natürlich sehr wütend,denn man kann doch ein Kind nicht einfach abschieben,Hauptsache sie hat keine Arbeit damit. Es ist alles gar nicht einfach,wenn man so viele Steine in den weg gelegt bekommt. Danke für deinen Tip,werde gleich morgen zu dieser Einrichtung fahren.

Danke Linilinche

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21. Juni 2007 um 20:09
In Antwort auf rei_12855373

Hallo
Wirkliche Tipps hab ich leider nicht.
Aber ich habe ich habe zwei Beispiele.

Mein Freund hat Legasthenie. Bei ihm hat die Deutsch-Note keinen Wert. Ich weiß nicht, ob es an der Schule deiner Tochter machbar ist, oder ob es vielleicht schon gemacht wird, aber es sollte unbedingt im Zeugniss vermerkt sein.

Dann kenne ich noch jemanden, die trotz Dyskalkulie Verkäuferin gelernt hat. Sie hat das alles auswendig gelernt. Sie kann zwar nicht errechnen, wieviel 8 + 11 ist, aber sie weiß, dass 19 rauskommt. So wie andere Gedichte auswendig lernen hat sie das Rechnen auswendig gelernt. Vielleicht ist es machbar, dass deine Tochter keine Hausaufgaben in Rechnen bekommt, du ihr dafür eine Liste vorlegst, die sie auswendig lernen soll. So zum Beispiel:
1 + 1 = 2
1 + 2 = 3
1 + 3 = 4
und so weiter.
Gerade, wenn man keine Lust hat, weil man das Gefühl hat, es bringt nichts, kann es sehr entmutigend sein. Vielleicht macht ihr das Auswendig lernen mehr Spass.

Liebe Grüße
Diane

Hallo Diana
auch mit dem auswendig lernen hat sie so ihre Schwierigkeiten. Sie kann dir das alles auswendig sagen,und morgen ist alles weg.Ich probiere es spielerisch,lege Ihr Steinchen usw.Auch mir geht solangsam die Puste aus.

Danke für Deine Mail

Linilinche

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24. Juni 2007 um 14:10
In Antwort auf jelle_12337841

Hallo Diana
auch mit dem auswendig lernen hat sie so ihre Schwierigkeiten. Sie kann dir das alles auswendig sagen,und morgen ist alles weg.Ich probiere es spielerisch,lege Ihr Steinchen usw.Auch mir geht solangsam die Puste aus.

Danke für Deine Mail

Linilinche

Meine Tochter auch
Hallo Linilinche,

meine Tochter hat auch eine Dyskalkulie. Sie wurde auch im 2. Schuljahr diagnostiziert.

Wichtig ist, dass deine Tochter eine richtige Dyskalkulietherapie erhält, die Ergo hilft da garnichts.

Beginnen muss man mit der Mengenvorstellung. Das kannst du mit unterschiedlichen Materialien üben, Centstücke, Blätter, Steine, Blüten etc. Erst ma in Gruppen anordnen, z.B. wie auf dem Würfel, später neue Gruppe erfinden und dann die Materialien kombinieren.

Erst mal nur bis zur 5, später bis zur 10. Das Kind darf dabei nicht zählen, es muss die Menegen auf einen Blick erfassen. Gut ist auch, das Kind schätzen zu lassen, wie viele Karotten in einer Packung sind oder z.B. wie viele Erbsen man braucht, um 10 cm zu legen.

Wenn dieser Lernschritt erfolgreich erreicht ist, dass müssen die Aufgaben im Bereich bis 10 geübt werden. Ein Kind mit einer Dyskalkulie muss diese Aufgaben auswendig lernen. Am besten diese Aufgaben auf Kärtchen schreiben und nach dem Lernkastenprinzip lernen lassen.

Zuerst wird das Ergebnis hinten gesucht z.B. 1*5=___
Danach die mittlere Zahl suchen, d.h. z.B. 2+___=9 und im 3. Schritt die vordere Zahl suchen, z.B: __+8=10

Werden die Aufgaben im Plusbereich beherrscht, dann alle Aufgaben genauso im Minusbereich auswendig lernen.

Mit den Kärtchen kann man im nächsten Schritt Systematiken herausarbeiten. z.B. 1+1= 1+2= 1+3= etc. Das gleiche für den Minusbereich machen.

Ist das geschafft, kommt der Bereich bis 15 dran, d.h. der Zehnerübergang. Das ist harte Arbeit, vor allem bei Minusaufgaben.

Wichtig ist, dass du nicht zu einem nächsten Arbeitsschritt übergehst, bevor der vorherige 100-prozentig sitzt. Das ist alles sehr langwierig, braucht unendlich viel Zeit und noch mehr Geduld.

Mit meiner Tochter habe ich genau auf diese Weise geübt. Sie hat ganz gut gelernt ihre Dyskalkulie zu kompensieren. Eine Teilleistungsstörung ist nicht heilbar, aber man kann lernen mit ihr umzugehen.

Um dir etwas Mut zu machen: Meine Tochter hat auch noch eine Dyskalkulie, d.h. wir hatten mehrere Baustellen. Heute besucht sie erfolgreich die 12. Klasse, nächstes Jahr hat sie ihr Abitur in der Tasche.

Ich wünsche dir viel Geduld beim täglichen Üben mit deiner Tochter (aber nicht mehr als 15 Minuten).

Viele Grüße
Dagmar

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24. Juni 2007 um 16:29
In Antwort auf darien_12258826

Meine Tochter auch
Hallo Linilinche,

meine Tochter hat auch eine Dyskalkulie. Sie wurde auch im 2. Schuljahr diagnostiziert.

Wichtig ist, dass deine Tochter eine richtige Dyskalkulietherapie erhält, die Ergo hilft da garnichts.

Beginnen muss man mit der Mengenvorstellung. Das kannst du mit unterschiedlichen Materialien üben, Centstücke, Blätter, Steine, Blüten etc. Erst ma in Gruppen anordnen, z.B. wie auf dem Würfel, später neue Gruppe erfinden und dann die Materialien kombinieren.

Erst mal nur bis zur 5, später bis zur 10. Das Kind darf dabei nicht zählen, es muss die Menegen auf einen Blick erfassen. Gut ist auch, das Kind schätzen zu lassen, wie viele Karotten in einer Packung sind oder z.B. wie viele Erbsen man braucht, um 10 cm zu legen.

Wenn dieser Lernschritt erfolgreich erreicht ist, dass müssen die Aufgaben im Bereich bis 10 geübt werden. Ein Kind mit einer Dyskalkulie muss diese Aufgaben auswendig lernen. Am besten diese Aufgaben auf Kärtchen schreiben und nach dem Lernkastenprinzip lernen lassen.

Zuerst wird das Ergebnis hinten gesucht z.B. 1*5=___
Danach die mittlere Zahl suchen, d.h. z.B. 2+___=9 und im 3. Schritt die vordere Zahl suchen, z.B: __+8=10

Werden die Aufgaben im Plusbereich beherrscht, dann alle Aufgaben genauso im Minusbereich auswendig lernen.

Mit den Kärtchen kann man im nächsten Schritt Systematiken herausarbeiten. z.B. 1+1= 1+2= 1+3= etc. Das gleiche für den Minusbereich machen.

Ist das geschafft, kommt der Bereich bis 15 dran, d.h. der Zehnerübergang. Das ist harte Arbeit, vor allem bei Minusaufgaben.

Wichtig ist, dass du nicht zu einem nächsten Arbeitsschritt übergehst, bevor der vorherige 100-prozentig sitzt. Das ist alles sehr langwierig, braucht unendlich viel Zeit und noch mehr Geduld.

Mit meiner Tochter habe ich genau auf diese Weise geübt. Sie hat ganz gut gelernt ihre Dyskalkulie zu kompensieren. Eine Teilleistungsstörung ist nicht heilbar, aber man kann lernen mit ihr umzugehen.

Um dir etwas Mut zu machen: Meine Tochter hat auch noch eine Dyskalkulie, d.h. wir hatten mehrere Baustellen. Heute besucht sie erfolgreich die 12. Klasse, nächstes Jahr hat sie ihr Abitur in der Tasche.

Ich wünsche dir viel Geduld beim täglichen Üben mit deiner Tochter (aber nicht mehr als 15 Minuten).

Viele Grüße
Dagmar

Liebe Dagmar
Danke für deine ausführliche Antwort. Es ist gut zu wissen,dass man nicht allein da steht. Du hast es selber miterlebt,wie nervenzerreisend dies sein kann.Ich bin kein Mensch ,der gleich bei Problemen weg läuft und mein Schatz sagt immer,ich weis nicht wo du all diese Geduld her nimmst. ich würde alles geben,damit meine Tochter nicht einfach als dumm abgestempelt wird. Sie hat einen iq von 120.Wir waren jetzt drei Monate in Ergo ,aber ich habe gemerkt,das bringt nicht viel. Ab nächste Woche gehen wir dann zu einem Diplom Legastinie und Dyskalkulie
lehrer. Ich erhoffe mir dort,das man ein gutes Stück voran kommt.
Wie war es bei dir in der Schule, ist deine Tochter auch so fallen gelassen worden,gab es eine Beurteilung über die Leistung in Mathe?
Hast du auch Tage gehabt in denen du total fertig warst und wie bist du mit der Sache umgegangen?

Liebe Grüße
Linilinche

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24. Juni 2007 um 20:46
In Antwort auf jelle_12337841

Liebe Dagmar
Danke für deine ausführliche Antwort. Es ist gut zu wissen,dass man nicht allein da steht. Du hast es selber miterlebt,wie nervenzerreisend dies sein kann.Ich bin kein Mensch ,der gleich bei Problemen weg läuft und mein Schatz sagt immer,ich weis nicht wo du all diese Geduld her nimmst. ich würde alles geben,damit meine Tochter nicht einfach als dumm abgestempelt wird. Sie hat einen iq von 120.Wir waren jetzt drei Monate in Ergo ,aber ich habe gemerkt,das bringt nicht viel. Ab nächste Woche gehen wir dann zu einem Diplom Legastinie und Dyskalkulie
lehrer. Ich erhoffe mir dort,das man ein gutes Stück voran kommt.
Wie war es bei dir in der Schule, ist deine Tochter auch so fallen gelassen worden,gab es eine Beurteilung über die Leistung in Mathe?
Hast du auch Tage gehabt in denen du total fertig warst und wie bist du mit der Sache umgegangen?

Liebe Grüße
Linilinche

Hallo )
Hallo Linilinche,

ohja, ich hatte Tage, an denen hätte ich heulen und gleichzeitig schreien könne. Meine Tochter ist mein 3. Kind, die anderen waren ja auch noch da mit all ihren großen und kleinen Problemen.

Meine Tochter hat auch eine sehr gute Begabung, das macht es für die Kinder einerseits schwerer aber auch leichter.

Schwerer ist es, weil sie genau ihre Defizite spürte. Sie wusste genau den Unterschied zwischen ihrer Anstrengung und dem Ergebnis. Sie registrierte auch sehr genau, dass sie mehr Schwierigkeiten hatte als ihre Klassenkameradinnen. Das war für sie sehr hart und sie zog sich stark zurück.

Die gute Intelligenz war aber auch positiv. Sie konnte die vielen Erklärungen, die ich ihr gab gut verstehen, sie konnte sich vieles merken und auswendig lernen, was andere sich durch begreifen behielten.

Später half es ihr dann, dass ich ihr Strukturen in Mathe begreiflich machte. Ich reduzierte jede Aufgabe auf ihre Struktur. Dadurch konnte sie sich gut durch die Aufgaben entlang hangeln.

In der Mittelstufe trug dieses Prinzip recht gut, da konnte meist eine 4 erreichen, so dass die Versetzung nie gefährdet war. Jetzt in der Oberstufe hat sie eine 5 in Mathe. Das kränkt sie zwar sehr, da sie aber ansonsten ein ziemlich gutes Zeugnis hat, kann sie diese 5 ausgleichen.

Die Lehrer haben nie auf ihre Dyskalkulie Rücksicht genommen. In einigen Bundesländern können die Kinder heute einen Nachteilsausgleich erhalten, d.h. sie haben z.B. 15 Minuten länger Zeit eine Arbeit zu schreiben. Die Note wird m.W. in keinem Bundesland ausgesetzt.

Die Hausaufgaben musste meine Tochter alle erledigen. Hier habe ich sie allerdings unterstützt. Aufgaben, die absolut noch ihrem Lernniveau entsprachen, habe ich ihr vorgesagt. Die ersparte zeit habe ich mit ihr die grundlegenden Schritte erlernt.

Textaufgaben habe ihr ihr vorgelesen, da sie hierbei wegen ihrer Legasthenie zusätzliche Schwierigkeiten hatte. Dann habe ich sie die Aufgaben spielen lassen. Oder ich habe sie eine Geschichte dazu erzählen lassen. So hat sie die Aufgabe meist verstanden. Das war mir das Wichtigste. Das Rechnen kam dann dazu, als sie von den rechnerischen Fähigkeiten so weit war.

Zum Ausgleich und zur Stärkung des Selbstwertgefühls ist sie zum Tanzen gegangen. Das liebte sie über alles, so dass ich sie mehrmals pro Woche dorthin gefahren habe. Aber das war die ganze Sache wert. Hat deine Tochter auch ein Hobby?

Wenn ich merkte, dass ich die Geduld verlor, dann bin ich zur Toilette gegangen. So konnte ich mal tief durchschnaufen ohne meine Tochter damit zu belasten.

Sehr geholfen haben auch ganz kurze Übungszeiten, da hat sie oft ganz motiviert mitgemacht.

Ein Kind mit einer Teilleitungsstörung durch die Schule zu coachen ist verdammt harte Arbeit. Denke auch daran an deine Bedürfnisse zu denken und dir Räume zu schaffen, wo du deine Kräfte auftanken kannst.

Alles Gute
Dagmar

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25. Juni 2007 um 20:32
In Antwort auf darien_12258826

Hallo )
Hallo Linilinche,

ohja, ich hatte Tage, an denen hätte ich heulen und gleichzeitig schreien könne. Meine Tochter ist mein 3. Kind, die anderen waren ja auch noch da mit all ihren großen und kleinen Problemen.

Meine Tochter hat auch eine sehr gute Begabung, das macht es für die Kinder einerseits schwerer aber auch leichter.

Schwerer ist es, weil sie genau ihre Defizite spürte. Sie wusste genau den Unterschied zwischen ihrer Anstrengung und dem Ergebnis. Sie registrierte auch sehr genau, dass sie mehr Schwierigkeiten hatte als ihre Klassenkameradinnen. Das war für sie sehr hart und sie zog sich stark zurück.

Die gute Intelligenz war aber auch positiv. Sie konnte die vielen Erklärungen, die ich ihr gab gut verstehen, sie konnte sich vieles merken und auswendig lernen, was andere sich durch begreifen behielten.

Später half es ihr dann, dass ich ihr Strukturen in Mathe begreiflich machte. Ich reduzierte jede Aufgabe auf ihre Struktur. Dadurch konnte sie sich gut durch die Aufgaben entlang hangeln.

In der Mittelstufe trug dieses Prinzip recht gut, da konnte meist eine 4 erreichen, so dass die Versetzung nie gefährdet war. Jetzt in der Oberstufe hat sie eine 5 in Mathe. Das kränkt sie zwar sehr, da sie aber ansonsten ein ziemlich gutes Zeugnis hat, kann sie diese 5 ausgleichen.

Die Lehrer haben nie auf ihre Dyskalkulie Rücksicht genommen. In einigen Bundesländern können die Kinder heute einen Nachteilsausgleich erhalten, d.h. sie haben z.B. 15 Minuten länger Zeit eine Arbeit zu schreiben. Die Note wird m.W. in keinem Bundesland ausgesetzt.

Die Hausaufgaben musste meine Tochter alle erledigen. Hier habe ich sie allerdings unterstützt. Aufgaben, die absolut noch ihrem Lernniveau entsprachen, habe ich ihr vorgesagt. Die ersparte zeit habe ich mit ihr die grundlegenden Schritte erlernt.

Textaufgaben habe ihr ihr vorgelesen, da sie hierbei wegen ihrer Legasthenie zusätzliche Schwierigkeiten hatte. Dann habe ich sie die Aufgaben spielen lassen. Oder ich habe sie eine Geschichte dazu erzählen lassen. So hat sie die Aufgabe meist verstanden. Das war mir das Wichtigste. Das Rechnen kam dann dazu, als sie von den rechnerischen Fähigkeiten so weit war.

Zum Ausgleich und zur Stärkung des Selbstwertgefühls ist sie zum Tanzen gegangen. Das liebte sie über alles, so dass ich sie mehrmals pro Woche dorthin gefahren habe. Aber das war die ganze Sache wert. Hat deine Tochter auch ein Hobby?

Wenn ich merkte, dass ich die Geduld verlor, dann bin ich zur Toilette gegangen. So konnte ich mal tief durchschnaufen ohne meine Tochter damit zu belasten.

Sehr geholfen haben auch ganz kurze Übungszeiten, da hat sie oft ganz motiviert mitgemacht.

Ein Kind mit einer Teilleitungsstörung durch die Schule zu coachen ist verdammt harte Arbeit. Denke auch daran an deine Bedürfnisse zu denken und dir Räume zu schaffen, wo du deine Kräfte auftanken kannst.

Alles Gute
Dagmar

Danke Dagmar,
gestern abend habe ich mit meiner Tochter einen Tisch zusammen geklappt,hierbei habe ich sie nebenbei gefragt,wieviel Tischbeine sie sehen könnte,sie gab mir wie aus der Pistole geschossen 4 zur Antwort. Dann sagte ich ,wenn du jetzt zwei Beine dazu stellst ,wieviel sind dies, Antwort 6. So haben wir fünf Minuten lang da gesessen und keine Aufgabe die ich Ihr gestellt habe war falsch. Ich war so stolz auf sie.habe sie geknuddelt und ihr gesagt,wie toll sie eben gerechnet hat.Ich habe ihr heute Kärtchen gemacht,so wie du mir erzählt hast und einen Längemaß von 0- 100 ( 0 + 1 = 1 ) usw. damit haben wir heute gerechnet und es hat besser geklappt.
weist du wenn man nur ein kind hätte, dann könnte man dies intensiver üben ,aber ich habe da noch einen ein Jahr älteren Sohn, der sehr aktiv ist,und mich auch sehr anstrengt.
Gehe halbtags arbeiten, helfe den Kindern,habe kranke Eltern und einen Mann,der selbstständig im Beruf ist.Hier mache ich dann Abrechnungen usw. Abend falle ich dann todmüde ins bett,kann aber einfach nicht einschlafen.Stehe zwei drei Mal nachts für meine Tochter auf,weil sie alles im Schlaf verarbeitet.
Da bleibt man oft selber auf der Strecke oder man hat für nichts Lust.Aber mir geht es da nicht allein so.
Da muss ich durch und wenn es das letzte wäre was ich für meine Kinder tun könnte.
Meine Tochter liebt die Natur, sie ist jeden Tag mit mehreren Kindern draußen. ein richtiges Hobby,hat sie leider nicht.
Nach den Sommerferien bekommt sie einen neuen Lehrer, bin gespannt wie es da abgeht. Man hat keinerlei Unterstützung von den Lehrern, denen ist das Wurscht ob man mit kommt oder nicht, hier heißt es friss oder stirb. So hart das rüber kommen mag, aber leider ist es so. Hier müsste grundlegend etwas passieren.Für Alkoholiker oder Drogenabhängige werden Therapien raus geworfen und einem Kind das Schwierigkeiten in der Schule hat verweigert man Maßnahmen die nützlich sein könnten, zumal diese Kinder mit Dyskalkulie nichts dafür können. So was ärgert mich.
Ich möchte mich noch einmal recht herzlich für deine Wertvollen Tips bedanken,schade das man sich halt nicht näher kennt. Woher kommst du eigentlich ?

Liebe Grüße
Linilinche

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26. Juni 2007 um 23:01
In Antwort auf jelle_12337841

Danke Dagmar,
gestern abend habe ich mit meiner Tochter einen Tisch zusammen geklappt,hierbei habe ich sie nebenbei gefragt,wieviel Tischbeine sie sehen könnte,sie gab mir wie aus der Pistole geschossen 4 zur Antwort. Dann sagte ich ,wenn du jetzt zwei Beine dazu stellst ,wieviel sind dies, Antwort 6. So haben wir fünf Minuten lang da gesessen und keine Aufgabe die ich Ihr gestellt habe war falsch. Ich war so stolz auf sie.habe sie geknuddelt und ihr gesagt,wie toll sie eben gerechnet hat.Ich habe ihr heute Kärtchen gemacht,so wie du mir erzählt hast und einen Längemaß von 0- 100 ( 0 + 1 = 1 ) usw. damit haben wir heute gerechnet und es hat besser geklappt.
weist du wenn man nur ein kind hätte, dann könnte man dies intensiver üben ,aber ich habe da noch einen ein Jahr älteren Sohn, der sehr aktiv ist,und mich auch sehr anstrengt.
Gehe halbtags arbeiten, helfe den Kindern,habe kranke Eltern und einen Mann,der selbstständig im Beruf ist.Hier mache ich dann Abrechnungen usw. Abend falle ich dann todmüde ins bett,kann aber einfach nicht einschlafen.Stehe zwei drei Mal nachts für meine Tochter auf,weil sie alles im Schlaf verarbeitet.
Da bleibt man oft selber auf der Strecke oder man hat für nichts Lust.Aber mir geht es da nicht allein so.
Da muss ich durch und wenn es das letzte wäre was ich für meine Kinder tun könnte.
Meine Tochter liebt die Natur, sie ist jeden Tag mit mehreren Kindern draußen. ein richtiges Hobby,hat sie leider nicht.
Nach den Sommerferien bekommt sie einen neuen Lehrer, bin gespannt wie es da abgeht. Man hat keinerlei Unterstützung von den Lehrern, denen ist das Wurscht ob man mit kommt oder nicht, hier heißt es friss oder stirb. So hart das rüber kommen mag, aber leider ist es so. Hier müsste grundlegend etwas passieren.Für Alkoholiker oder Drogenabhängige werden Therapien raus geworfen und einem Kind das Schwierigkeiten in der Schule hat verweigert man Maßnahmen die nützlich sein könnten, zumal diese Kinder mit Dyskalkulie nichts dafür können. So was ärgert mich.
Ich möchte mich noch einmal recht herzlich für deine Wertvollen Tips bedanken,schade das man sich halt nicht näher kennt. Woher kommst du eigentlich ?

Liebe Grüße
Linilinche

Genau
Hallo Linilinche,

ja, du hast recht, wenn man nur ein Kind hätte, könnte man sie besser fördern, gerade Kinder mit einer Teilleitungsschwäche.

Ich bin schon sehr lange in der Selbsthilfe tätig (anderer Bereich), da schrieb mir einmal eine Mutter: Gott schenkt nur den starken Müttern Kinder mit besonderen Bedürfnissen.

Ich denke, da ist viel dran, man wächst mit seinen Aufgaben und ich finde es immer wieder erstaunlich, welche Kräfte wir Mütter mobilisieren können, um unsere Kinder zu untertützen.

Du hast ja auch eine Menge am Hals, da ist es nicht einfach immer die nötige Geduld zu haben.

Vor zwei Monaten habe ich das Coaching meiner Tochter outgesourced, d.h. ich habe beschlossen, dass 12 Jahre Coaching lang genug waren und ich habe einen Studenten engagiert, der nun diese Aufgabe übernimmt. Wäre das auch eine Möglichkeit für dich? Der Vorteil einer außerfamiliären Hilfe ist, dass diese emotional nicht so beteiligt ist und deshalb häufiger geduldig bleibt.

Bei uns zahlt teilweise das Jugendamt über den $35a eine Therapie. Hast du dort schon mal nachgefragt? Wir haben uns sehr Demütigendes anhören müssen, aber meine Tochter bekam zumindest die Legasthenietherapie bezahlt. Vielleicht wäre es eine Möglichkeit sich beim JA zu erkundigen und einen Antrag zu stellen. Dieses Recht hat jeder. Falls du Fragen dazu hast, kann ich dir gerne weiterhelfen.

Was du über die Erfolge deiner Tochter geschrieben hast, hat mich richtig gefreut. Freue dich darüber, und gewöhne dich daran von solchen Erfolgen einige Zeit zu leben und Misserfolge durch solch positiven Erlebnisse zu relativieren. Was deine Tochter dir zeigte ist nicht weg, auch wenn sie zu einem anderen Zeitpunkt nicht darauf zurückgreifen kann. Wichtig ist, dass du dich daran erinnerst und deiner Tochter sagst, dass sie das schon kann und dass es ganz normal ist, dass einem Dinge nicht mehr einfallen, die man eigentlich schon weiß, das passiert mir ehrlich gesagt auch heute noch.

Du fragst woher ich komme. Ich bin auch Frankfurt. Wahrscheinlich wohnen wir hunderte von Kilometern auseinander, aber da schöne ist ja, dass dies heute dank des Internets kein Problem mehr ist

Liebe Grüße
Dagmar

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27. Juni 2007 um 14:26
In Antwort auf darien_12258826

Genau
Hallo Linilinche,

ja, du hast recht, wenn man nur ein Kind hätte, könnte man sie besser fördern, gerade Kinder mit einer Teilleitungsschwäche.

Ich bin schon sehr lange in der Selbsthilfe tätig (anderer Bereich), da schrieb mir einmal eine Mutter: Gott schenkt nur den starken Müttern Kinder mit besonderen Bedürfnissen.

Ich denke, da ist viel dran, man wächst mit seinen Aufgaben und ich finde es immer wieder erstaunlich, welche Kräfte wir Mütter mobilisieren können, um unsere Kinder zu untertützen.

Du hast ja auch eine Menge am Hals, da ist es nicht einfach immer die nötige Geduld zu haben.

Vor zwei Monaten habe ich das Coaching meiner Tochter outgesourced, d.h. ich habe beschlossen, dass 12 Jahre Coaching lang genug waren und ich habe einen Studenten engagiert, der nun diese Aufgabe übernimmt. Wäre das auch eine Möglichkeit für dich? Der Vorteil einer außerfamiliären Hilfe ist, dass diese emotional nicht so beteiligt ist und deshalb häufiger geduldig bleibt.

Bei uns zahlt teilweise das Jugendamt über den $35a eine Therapie. Hast du dort schon mal nachgefragt? Wir haben uns sehr Demütigendes anhören müssen, aber meine Tochter bekam zumindest die Legasthenietherapie bezahlt. Vielleicht wäre es eine Möglichkeit sich beim JA zu erkundigen und einen Antrag zu stellen. Dieses Recht hat jeder. Falls du Fragen dazu hast, kann ich dir gerne weiterhelfen.

Was du über die Erfolge deiner Tochter geschrieben hast, hat mich richtig gefreut. Freue dich darüber, und gewöhne dich daran von solchen Erfolgen einige Zeit zu leben und Misserfolge durch solch positiven Erlebnisse zu relativieren. Was deine Tochter dir zeigte ist nicht weg, auch wenn sie zu einem anderen Zeitpunkt nicht darauf zurückgreifen kann. Wichtig ist, dass du dich daran erinnerst und deiner Tochter sagst, dass sie das schon kann und dass es ganz normal ist, dass einem Dinge nicht mehr einfallen, die man eigentlich schon weiß, das passiert mir ehrlich gesagt auch heute noch.

Du fragst woher ich komme. Ich bin auch Frankfurt. Wahrscheinlich wohnen wir hunderte von Kilometern auseinander, aber da schöne ist ja, dass dies heute dank des Internets kein Problem mehr ist

Liebe Grüße
Dagmar

Hey Dagmar
Frankfurth ist gar ncht so weit weg. Ich bin aus dem Raum Hunsrück (Idar-Oberstein ) ungefair 100 km.Wäre schön,wenn wir in Kontakt bleiben könnten.
Liebe Grüße
Linilinche

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27. Juni 2007 um 23:37
In Antwort auf jelle_12337841

Hey Dagmar
Frankfurth ist gar ncht so weit weg. Ich bin aus dem Raum Hunsrück (Idar-Oberstein ) ungefair 100 km.Wäre schön,wenn wir in Kontakt bleiben könnten.
Liebe Grüße
Linilinche


Hallo Linilinche,

du kannst mir gerne auch eine orivate Nachricht schicken, wenn du Fragen hast.

Liebe Grüße
Dagmar

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