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Dominante Mutter

27. November 2006 um 2:15 Letzte Antwort: 27. November 2006 um 4:13

Hallo zusammen!
Ich bin 29,seit 4 Monaten selbst Mutter, und meine eigene macht mir das Leben zur Hölle! Ich muß sagen sie ist irrsinnig vernarrt in den Kleinen, und da ich in der Schwangerschaft ein richtig gutes, freundschaftliches Verhältnis zu ihr hatte war sie auch nach der Geburt jederzeit willkommen. Hätte ich nur vorher gewußt wie das ausartet!
Kurzgefasst gibt sie uns (und der Umwelt) zu verstehen das der Kleine besser bei ihr aufwachsen sollte. Es würde ihm sooo viel besser gehen!

Nun ist aber der Hacken daran das sie wohl anscheinend vergessen hat welche Mutter sie bei mir war! Ich hatte eine Kindheit die ich meinem ärgsten Feind nicht wünschen würde! Kleinigkeiten konnten sie zum totalen Ausrasten bringen, gute Leistungen wurden akzeptiert, bei schlechter Leistung wurde ich mit tagelangen Nichtbeachtens bestraft. Eine eigene Meinung wurde von vorherein schon mitleidig belächelt. Urlaub in der Karibik, ich wurde zur Oma gesteckt. Und im schlechten Gewisseneinreden war sie Weltmeister! Schuld war- egal was- immer ich!
Bin eigentlich immer jedem Streit aus dem Weg gegangen. Sie wußte das - wenn sie auf beleidigte Leberwurst machte- ich dann angekrochen kam. Auch wenn sie der Auslöser des Streites war. Ging es nicht nach ihrem Willen war sie eingeschnappt und ich mußte regelrecht betteln das sie wieder mit mir redete.

Ich hatte mit 16 einen Selbstmordversuch, sie war sich aber keiner Schuld bewußt, sie machte ja nichts falsch. Nur ich war so ein aufmüpfiger Teenager.
Wenn ich sie auf die Probleme von damals anrede weiß sie heute von gar nichts mehr, und streitet alles voller Empörung ab!!!
Ich würde mir das alles einbilden, ich hatte so eine schöne Kindheit! Ich spinne mir da etwas zusammen! Auch als ich sie mal wegen ihres Alkoholkonsums angesprochen habe (ca. 1 Flasche Rotwein am Abend) spinne ich mir auch etwas zusammen! Sie habe bestimmt kein Problem mit Alkohol! Bitte wie kann man so verdrängen das das eigene Kind wegen mir mit aufgeschnittenen Pulsadern 1 Woche lang in einer Nervenklinik lag?
Ich weiß mir echt keinen Rat mehr. Einerseits habe ich sie lieb, wünsch mir wieder so ein Verhältnis wie in der Schwangerschaft, andererseids macht sie mir schön langsam wieder mein Leben zur Hölle.

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27. November 2006 um 4:13

Mutter
Das klingt ja wie meine eigene.. Sie sollte dankbar sein das du sie trotz allem an deinem Leben teilhaben lassen möchtest! Meine Mutter hat auch versucht mich mit Liebesentzug und Bevormundung zu dressieren, eine eigenständige Persönlichkeit durfte ich nicht sein. Jede Äuserung meiner Individualität wurde als Trotzhandlung abgewehrtet, weil sie ja besser wüßte wer und was ich bin. All meine Empfindungen und Sichtweisen sind einfach "falsch" und "nicht Wahr". Bis heute, ich bin 30. Aber ich habe mich von ihr gelöst und erwarte keine Veränderung mehr. Ich möchte positive Menschen in meinem Leben, Menschen die keine perviden Spiele auf meine Kosten spielen. Sie ist in sich selbst gefangen und will ihr Gefühl des "immer" Missachtet worden seins über mich und meine Geschwister kompensieren. Ich habe wirklich versucht eine neue Beziehung zu ihr aufzubauen, aber sie will mich nicht als erwachsene Person akzeptieren sondern in dem alten emotionalen Zangengriff halten. Ich war die letzte von drei Kindern die den Kontakt zu ihr abgebrochen hat, ich habe es wirklich mit ihr versucht. So hart das klingen mag, aber löse dich von deiner Sehnsucht nach ihrer Liebe und Anerkennung, denn das ist ihr Druckmittel, ihre Macht über dich. Das Schmerzt einen selbst natürlich sehr und hinterlässt eine Lücke, aber was ist die Alternative? Ändern wird sie sich nicht. Bevor sie dich als junge Mutter auch noch in eine Depression treibt, solltest du ein Leben ohne sie ausprobieren. Anders wäre es natürlich schöner, aber wenn das Wörtchen wenn nich wär, nicht war?
Ich hoffe sehr das der Vater des Kindes zu dir hält damit du gerade jetzt nicht ganz alleine bist. Wenn der Druck und die Belastung zu groß für dich werden, dann such dir Rat und Hilfe im "echten" Leben.
Macht und Abhänigkeit dürfen nicht die bestimmenden Elemente in irgendeiner Beziehung sein. Ware Liebe und Fürsorge zeichnet sich dadurch aus, das man dem anderen hilft zu eigener Kraft und Stärke zu finden!
Ich gestehe, mich hat mein Leben sehr sensibilisiert und kompromisslos gemacht, aber ich bin zufrieden

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