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Distanzlos oder Normal???

9. Juni 2007 um 23:10 Letzte Antwort: 11. Juni 2007 um 15:37

Hallo liebe Mamas,

ich habe echt ein Problem mit meiner Tochter und wollte euch mal fragen, ob das auch jemand von euch kennt.

Meine älteste Tochter ist fast 5 und spricht immer und ständig ob passend oder unpassend Fremde Leute an. Auf der Straße, im Geschäft, einfach überall und dabei ist es egal, ob es sich um einen Mann oder eine Frau handelt. Sie redet einfach jeden an und erzählt dann gleich Dinge von sich.

Ich habe sie schon geschimpft, mit ihr geredet, ihr erzählt, dass das Gefährlich ist und dass man das nicht tut. Es hilft nichts, nichtmal wenn ich sie wegziehe, sie redet einfach weiter. Was ist nur mit meiner Tochter los?

Sie ist ein sehr aufgeschlossenes und eigentlich auch sehr liebes Kind. Ich habe nur echt angst, dass sie durch ihre Offenheit zu Fremden mal in schwierigkeiten kommt! Ich bin richtig besorgt und weiß einfach nicht, was ich ihr noch sagen soll.

Hat vielleicht jemand einen Tipp für mich oder kennt das einfach, damit ich mich damit nicht so allein fühle?

Vielen Dank fürs Antworten,

Christa

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10. Juni 2007 um 20:43

Danke...
für die Aufmunternden Worte! Ich denke auch, dass meine Tochter einfach noch nicht erlebt hat, dass es auch böse Menschen gibt. Ich mein Gott sei dank, aber wie soll sie es dann auch begreifen.

DAs mit den Büchern ist eine gute Idee, ich werde nachher gleich mal schaun. Auf die einfachsten Dinge kommt man manchmal selbst gar nicht. Also danke für den Tipp!

Ich hoffe ich bekomm das in den Griff, du hast aber echt recht, wie traurig, dass man das Vertrauen, dass die Kinder so blindlings haben muss, aus Schutz kaputt machen muss.

Also nochmal danke für deine Antwort,

Christa

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10. Juni 2007 um 20:54

Hallo Mara,
danke für deine Antwort. Ich finde deine Überlegung bzw deine Beobachtung ganz interessant. Überlege auch immer, ob es ein Charakterzug ist oder dieses dicke Urvertrauen, aber ich denke vielleicht ein bissl von beidem.

Du hast übrigens genau meinen Gedankengang verstanden, ich finde auch das an erster STelle die Gefahr steht, die von so einem Verhalten ausgeht. Aber für mich ist das natürlich auch peinlich, ständig in genervte Gesichter zu schaun, oder mich von Blicken pieksen zu lassen, weil meine Tochter meint sie musss mit jedem quatschen, ob der will oder nicht. Schön ist das nicht! Ich wünschte ich könnte ihr das begreiflich machen, wie ungut das ist, was sie tut.

LG,

Christa

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11. Juni 2007 um 15:37

Wie der Gang über's Eis
ist die Verantwortung, seine Kinder auf das "Böse" vorzubereiten. Der Wunsch, das Vertrauen in den Menschen zu bewahren und das Wissen um die Notwendigkeit, das Schlechte an ihm aufzuzeigen, liegen ständig im Widerstreit. Unser "Zwitschervögelchen" hat jedem alles erzählt, ob wir/die das wollten oder nicht. Man lernt zumindest die Sichtweise seines Kindes auf den eigenen Alltag kennen und lernt, dass das Wort "peinlich" sehr viele Facetten hat.
Die Angst davor, dass dieses unbedarfte Verhalten einen Mißbrauch geradezu herausfordert, war/ist gewaltig. Trotzdem wollten wir nicht "die Angst vorm schwarzen Mann" heraufbeschwören. Wir haben deshalb auch zusammen Bücher gelesen. www.gegen-missbrauch.de hat da ein paar gute Empfehlungen:

1. Ich möchte nicht den Igel streicheln
2. Mein Körper gehört mir (Dagmar Geisler)
3. Geh nie mit einem Fremden mit (Trixi Haberlander)
4. Ich dachte, du bist mein Freund -Kinder vor sexuellem Mißbrauch schützen (Marie Wabbes)
5. Das Kummervolle Kuscheltier (Katrin Meier)
6. Das große und das kleine Nein (Gisela Braun)
7. Lass das, nimm die Finger weg.
Ein Comic für Mädchen und Jungen von Ursula Enders, Ulfert Boehme, Dorothee Wolters

Auch wenn in den Nachrichten über Fälle von Gewalt an Kindern gesprochen wurde, haben wir das nicht totgeschwiegen sondern im Familienkreis darüber gesprochen: Oh, da war das Kind aber unvorsichtig, es kannte doch den Mann gar nicht und hat ihm trotzdem alles erzählt, ist einfach mitgegangen ohne daheim zu fragen u.s.w. Je älter sie werden desto mehr verstehen sie, dass es tatsächlich Menschen gibt, die schlecht sind. Die Angst (bei den Eltern) bleibt.

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