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Die Schnullerfrage...

17. November 2004 um 21:27

Immer wieder stoße ich in verschiedenen Elternforen über Menschen, die sich kolossal darüber aufregen, wenn ihre Sprösslinge auch im Schulalter noch einen Schnuller benutzen.

Meine Frage an euch, liebe Eltern:

Wenn ein Schnuller eine solch integrales Problem ist, warum gebt ihr eurem Kind dann einen Schnuller?

Es gibt doch auch haufenweise Kinder, die keinen Schnuller hatten und die trotzdem noch leben.

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18. November 2004 um 17:23

Psychologische Erklärung zum Nuckeln...
Da hatte ich heute rein zufällig was in meinem Psychoseminar dazu wenn man denn an sowas glaubt, dann kommt hier die Erklärung:

Babys befinden sich im 1. Lebensjahr in der oralen Phase. Deshalb stecken sie sich so ziemlich alles in den Mund. Über den Mund fühlen Babys nunmal besonders intensiv und es macht sie glücklich an Dingen rumzunuckeln. Eigentlich hat das was mit dem Stillen und der Nähe zur Mutter zu tun, aber es lässt sich halt auch auf andere Dinge übertragen.
Durch das Nuckeln und die Nähe zu den Eltern bekommen Kinder ine positive Einstellung zum Leben. Nuckeln ist also eigentlich was positives und selbst ohne Schnuller werden Babys irgendwas finden, worüber sie orale Befriedigung bekommen.

Diese orale Fixiertheit nimmt halt mit steigendem Alter ab, aber bleibt doch beibehalten. Deshalb haben wir so viel Spaß beim Küssen, genießen Essen oder kauen auf Stiften rum (bezieht sich auf nervöse Menschen).

Außerdem gehören Babys und Schnuller nunmal zusammen. Babys ohne Schnuller sind wie Weihnachten ohne Weihnachtsmann

Lila

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18. November 2004 um 19:28

Mein Sohn
ist auch ein totales Schnullerkind und nichts -fast nichts geht ohne den "Nuni". (und wie oft sind wir nachts auf allen Vieren durch die Wohnung gerobbt, um den tausendsten verschwundenen Schnuller wieder vor dem Einschlafen dingfest zu machen ...)Der Kinderarzt hat mir schon nahegelegt, den Nuni nun verschwinden zu lassen, aber das geht einfach nicht. Und ich kenne die drohenden Gefahren, Schnullerkaries, erhöhte Gefahr von Mittelohrentzündungen, Überbiss, etc.
Aber was sind diese Damoklesschwerter gegen ein verzweifeltes Kindchen, das nach seinem Nuni schreit. Viele Leute kommentieren auch ständig, "na du Kleiner, ich verstehe dich nicht, nimm doch mal deinen Schnuller raus" etc., das bekommen wir ständig zu hören- mit dem Untertons des unverhohlenen Vorwurfs an die verlegene dabeistehende Mami- und trotzdem, der Nuni ist nicht wegzukriegen.
Wieso verstehe ich nicht, ich habe den Mini doch fast ein Jahr lang gestillt??!
Ach ja, früher in der Steinzeit ohne die gute industrielle Massenfertigung gab es wohl diese ganzen Probleme nicht ...

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18. November 2004 um 20:00
In Antwort auf miruna_12868692

Psychologische Erklärung zum Nuckeln...
Da hatte ich heute rein zufällig was in meinem Psychoseminar dazu wenn man denn an sowas glaubt, dann kommt hier die Erklärung:

Babys befinden sich im 1. Lebensjahr in der oralen Phase. Deshalb stecken sie sich so ziemlich alles in den Mund. Über den Mund fühlen Babys nunmal besonders intensiv und es macht sie glücklich an Dingen rumzunuckeln. Eigentlich hat das was mit dem Stillen und der Nähe zur Mutter zu tun, aber es lässt sich halt auch auf andere Dinge übertragen.
Durch das Nuckeln und die Nähe zu den Eltern bekommen Kinder ine positive Einstellung zum Leben. Nuckeln ist also eigentlich was positives und selbst ohne Schnuller werden Babys irgendwas finden, worüber sie orale Befriedigung bekommen.

Diese orale Fixiertheit nimmt halt mit steigendem Alter ab, aber bleibt doch beibehalten. Deshalb haben wir so viel Spaß beim Küssen, genießen Essen oder kauen auf Stiften rum (bezieht sich auf nervöse Menschen).

Außerdem gehören Babys und Schnuller nunmal zusammen. Babys ohne Schnuller sind wie Weihnachten ohne Weihnachtsmann

Lila

Klingt gut...
Na, also bis auf das "Baby und Schnuller gehören einfach zusammen" klingt das, was Freund Freud und du, Lila, zum Thema Schnuller sagen gut.

Nur: eben weil Babys ja irgendwann etwas anderes zur oralen Befriedigung finden, ist es ja eigentlich vielleicht nicht so eine gelungene Maßnahme, ihnen etwas anzubieten, über dass sie orale Befriedigung erlangen können und es ihnen dann wieder zu entziehen?

Gibt ihnen dass dann nicht das Gefühl, dass die Befriedigung eben dieses Bedürfnisses etwas Schlechtes ist?

Wenn dem so ist, bringt es sie dann nicht im Extremfall dazu, nach gesellschaftlich anerkannten Kompensationen Ausschau zu halten? Kässen und Essen sind da sicher noch seeeehr positive Varianten, aber angesichts der vielen Raucher und übergewichtigen Leute kommt man da doch ein wenig ins Grübeln.

Sicher, der Grund dafür, dass es so viele übergewichtige Menschen und Raucher gibt ist sicher nicht nur der Schnuller, aber mich würde doch mal interessieren, wie groß seine Rolle dabei ist.

Ja, ich höre ja schon auf euch zuzutüten. Ein schönes Wochenende!

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18. November 2004 um 20:02

Das ist ja...
... eine wirklich goldige Geschichte! Kinder sind etwas Wunderbares.

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19. November 2004 um 7:58

Warum...
...habe ich meinen Kindern einen Schnuller gegeben?
Unsere beiden Großen, jetzt vierzehnjährige Zwillinge, kamen in der 34. Woche zur Welt. In der Kinderklinik mussten sie zwei, bzw. drei Wochen bleiben. Dort ist ihnen der Schnuller gegeben worden. Ich habe mir damals darüber auch nicht so viele Gedanken gemacht (war auch noch sehr jung und blauäugig). das Erwachen kam, als die Beiden vier wurden und wir beschlossen haben, die Schnuller (Duties) zu entsorgen. Sie nahmen ihn zwar nur zum Einschlafen, aber für die Eine war das ohne Schnuller ein Riesenproblem. Sie hatte regelrecht Entzugserscheinungen. Eine ganze Woche lang hat sie sich nach dem "Dutie" rufend in den Schlaf geweint.

Mit unserem dritten (jetzt sieben) wollte ich das nicht durchmachen. Eigentlich wollte ich ihm keinen Schnuller geben. Nur musste ich feststellen, dass er ein ziemliches Nuckelbedürfnis hatte. Er hat ein meiner Brustwarze herumgenuckelt, wenn er mit dem Trinken fertig war und dann gebrüllt, wenn noch Milch herauskam. So ist auch er zum Nuckel gekommen. Das "Entnuckeln" ging bei ihm von heute auf morgen. Er war nocch nicht ganz zwei Jahre alt, als wir den Schnuller abends nicht fanden. Er lag schon im Bett und wir waren auf Schnullersuche. Darüber ist er eingeschlafen (ohne Gebrüll). Natürlich haben wir ihn dann am nächsten Abend auch nicht gefunden . Das Thema Schnuller war damit vorbei.

Ich bin überzeugt davon, dass eine unzureichende Befriedigung in der oralen Phase aber auch ein übermäßiges Hinausziehen durch das Dauernuckeln mit Zigarettenkonsum und Ess-Sucht im Zusammenhang stehen. Gerade bei meinen Töchtern habe ich gesehen, dass sie abhängig von ihren Schnullern waren.

Bis hier hin erst mal, es wird sonst zuviel ))

Mira

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19. November 2004 um 13:30

Stimmt...
unsere wollten überhaupt keinen. Aber man kann ja schlecht von einem (bzw. zwei) auf alle schließen. Immerhin heißen SÄUGLINGE nicht für umsonst so. Sie saugen. Das ist ein Reflex, der angeboren ist, und natürlich auch völlig in Ordnung und gesund. Wenn ein Säugling saugen möchte, aber nicht wirklich etwas essen braucht, dann saugt es eben woanders herum. Bestenfalls auf dem Sauger, schlechtestenfalls auf dem Daumen, was enorme Fehlbildungen verursachen kann. Also, ich hätte kein größeres problem (eher ein kleineres) mit Schnuller-Kiddies, wie mit Daumen-lutscher-kiddies.

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