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Die "Mallorca-Oma" oder "Wenn Omi keinen Bock aufs Enkelkind hat

8. März 2009 um 9:14

Neulich habe ich mit einer Bekannte telefoniert, die ich schon länger nicht mehr gesprochen habe. Irgendwie kam dann das Gespräch auf die Oma bzw. die Mutter dieser Bekannten und wir tauschten uns darüber aus. Wir stellten fest, dass es uns ähnlich geht. Wir haben zwar Mütter und Schwiegermütter, aber beide interessieren sich NULL für das (einzige!) Enkelkind.
Mich würde mal interessieren, ob es noch mehr Mamas hier gibt, deren Kind(ern) von der Oma oder von den Omas kein Interesse entgegenbracht wird. Ich finde diese Situation ehrlich gesagt unter aller ...

Meine eigene Mutter hat sich vor mehr als 20 Jahren von meinem Vater scheiden lassen, liess uns der Praktikabilität wegen bei meinem Vater (wenig Verdienst, wir waren schon fast erwachsen). Sie verliess meinen Vater wegen eines Mannes, der ihr "die grosse Welt zeigte". Nach einigen Kritiken von unserer Seite und auch Kritik von seiten Ihrer Familie, brach meine Mutter den Kontakt zu uns vollkommen ab und "tingelte" durch die Welt. Das war es, was sie wollte. Nachdem der Mann offensichtlich nicht ganz monogam war, suchte sie wieder Kontakt zu ihrer Familie und mir, ihrer Tochter. Mein Sohn wurde geboren und uns fiel auf, dass das Interesse am Enkel doch mehr als gering war. Wir wohnen 10 Minuten mit dem Auto auseinander, und sahen uns vielleicht 3 x im Jahr (!!!). Meine Mutter war krampfhaft auf der Suche nach einem neuen Mann, griff ein paar Mal ins Klo und hat nun mit Ihrem jetzigen Freund offensichtlich das grosse Los gezogen. Man fährt 5 x im Jahr in Urlaub, jedes WE sind sie unterwegs, es wird nicht angerufen, es wird sich nicht gemeldet. Und bitte. Ich habe durchaus den Versuch gemacht und mehrmals angerufen und gemeint, dass sich unser Sohn freuen würde, wenn er mal mit der Oma was unternehmen könnte. Fehlanzeige. Kein Interesse. Ein derartiger Anti-Familienmensch ist mir noch nicht untergekommen. Ich missgönne meiner Mutter ihr unbeschwertes Leben nicht, finde es aber absolut unmenschlich, was da abgeht. Ihr reicht 2 x sehen im Jahr, zu allen Geburts- und Feiertagen wird uns ein Hunderter in die Hand gedrückt.

Meine Schwiegermutter ist ähnlich drauf. Vor 10 Jahren starb ihr Mann, dem es reichte, jeden Abend auf der Couch zu kuscheln. Angeblich war es die grosse Liebe und meine Schwiemu hat sich SEHR angepasst. Eine sehr unterwürfige Frau, die immer nachgibt. Nun war der Mann tot, und Schwiemu wollte wieder leben, verständlich. Seit dieser Zeit, sie ist auch seit 10 Jahren in Pension, ist sie unterwegs. Nicht weltweit, so meine Mutter, aber doch im näheren Umfeld, mal Norwegen, mal andere Länder in Europa, mit ebenfalls verwitweten Freundinnen. Zu uns findet sie den Weg 1 x im Jahr, wenn es hochkommt. Mittlerweile wohnen wir im Haus mit Gästezimmer, es wäre also alles KEIN PROBLEM. Aber sie will nicht. Sie hat zwar ein Auto und das wird auch täglich benutzt und damit wird auch in den Urlaub gefahren. Aber in unsere Stadt, knappe 400 km entfernt, möchte sie sich nicht wagen. Immerhin war sie zum Schuleintritt unseres Sohnes da, Wahnsinn! Das hat nicht mal meine eigene Mutter schaffen wollen, die wollte lieber arbeiten....aber trotzdem. Mein Sohn ist beiden egal. Weder rufen sie an, um mal mit ihm zu quatschen, oder ihn mal zu fragen (er ist 7, da gibts ne Menge zu erzählen), noch werden mir irgendwelche Fragen über ihn gestellt. Nix, nada, niente. Der Junge ist ihnen vollkommen schnurz.

Neulich im Radio hörte ich den Begriff der "Mallorca-Oma". Obwohl es eigentlich traurig ist, musste ich doch schmunzeln. Ich bin bestimmt niemand, der die tägliche Anwesenheit einer Grossmutter verlangt, ich möchte auch nicht, dass Oma permanent einspringt, wenn ich wegen meines Jobs in Schwulitäten komme, aber so GAR NICHTS? Ich finde dies menschlich unter aller ... Musste ich jetzt mal sagen, nachdem meine Mutter gestern nach 3 Monaten mal wieder eine Pflichtanruf absolvierte und sich erkundigte, wie es mir denn ginge. Und kein Wort vom Enkel. Ich begreife dies einfach nicht.

Gruss, Kiki

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8. März 2009 um 17:32

Hallo Moragh
Vielen lieben Dank für Deinen Zuspruch.

Eigentlich ist meine Mutter zu bedauern. Sie bekam ihre Kinder mit 17 und 19, hatte kaum Hilfe (mein Vater arbeitete im Schichtdienst), war geistig auch nicht sonderlich bemittelt und wünschte sich offensichtlich ein völlig anderes Leben. Eins muss man ihr lassen: gearbeitet und geschuftet hat sie immer, hat sich nie von irgendjemand aushalten lassen, aber das, befürchte ich, wars auch schon. Sie hat den Focus immer auf den Mann gelegt, kann nicht allein sein, verfiel in Depressionen, wenn einer der Kerle mal wieder mit ihr Schluß machte. Nun hat sie das geeignete Opfer gefunden. Es sei ihr gegönnt.

Es geht mir nicht um mich. Meine Mutter ist für mich schon 20 Jahre tot, und auch wenn sie heute stürbe, ich glaube, es wäre für mich nicht sonderlich schlimm. Traurig, sowas sagen zu müssen, aber es ist so. Meine Mutter ist auch keine Frau, mit der man über die Vergangenheit sprechen könnte. Das hat sie vollkommen ausgeklinkt. Als ich irgendwann mal erwähnt, dass ich meine Mandeln schon lange draussen habe, meine meine Mutter "ja aber das weiss ich ja gar nicht", meinte ich zu Ihr "Du, es gab eine Zeit, da hatten wir auch keinen Kontakt" (schlappe 9 Jahre), da hat sie mich angekuckt, als würde ich ihr die Story vom toten Kalb erzählen. Unangenehme Dinge blendet sie vollständig aus. Es gilt, einen tollen Mann zu finden, für den sie sich aufopfern kann, und um diesen Menschen dreht sich ihr Universum. Entschuldige Moragh, aber das ist KRANK.

Mein Sohn sagt nicht mal "Oma" zu ihr. Als wir im vergangenen Jahre monatelang keinen Kontakt hatten, und zufällig an ihrem Haus vorbeifuhren, sagte mein Sohn: "Mama, wohnt da nicht deine Mutter?" Ich sass im Auto und hätte heulen können. An seinem Geburtstag, im vergangenen Oktober, sprach ich dieses Thema sachte an. Ich meinte, der Tim würde sich so freuen, wenn die Oma mal Zeit für ihn hätte. Am darauffolgenden WE organisierte der Lebensgefährte meiner Mutter was (er war wohl die treibende Kraft) dann war das Wetter schlecht und es wurde abgeblasen. Und wohlgemerkt, das war im Oktober. Seitdem wieder Funkstille.

Du hast Recht, sie muss mein Kind nicht lieben. Es wird ja von uns geliebt, aber trotzdem, ein kleiner Stich im Herz bleibt. Ich wiederum kann sie nicht lieben, und meiner Beliebtheitsskala rangiert sie ganz ganz hinten. Schon schade, nicht?

Kiki

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8. März 2009 um 19:21

Muss gerade
lachen, meine Exschwiegermutter hatte auch nie Bock,... sie hieß bei uns immer die "Schönwetter Oma", die wollte die Kinder als die klein waren nur bei schönem Wetter,.... aber jetzt wo die Buben größer sind nimmt sie sie lieber,... ich muss aber immer betteln, von alleine würde nie jemand aus der Familie drauf kommen die Kinder zu nehmen,...

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9. März 2009 um 15:51

*meld*
Meine Mutter hat ein Lieblingenkelkind und das ist dauernd bei ihr. Und wenn sie dann man gnädigerweise Zeit hat dürfen die anderen auch kommen.
Meine Schwiegermutter knüpft das ganze immer an unerfüllbare Bedingungen. Ihr Sohn musse rst dies und jenes und ich muss das noch und dies machen damit sie ihr Enkelkind...
Die würde das nie so sagen, dreht es sich so hin als ob wir ihr den Kontakt nicht ermöglichen können.

Ich wäre fast shcon froh, wenn diese beiden Omas einen wirklichen Grund hätten, aber die sitzen daheim, ganz in der Nähe, haben Zeit und unsere Kinder haben keine Großeltern.
Meine Schwiegereltern haben ein einziges Enkelkind und sie hat es bisher 2 Mal gesehen und er einmal, und das in 2 Jahren. Wir haben nicht mal eine Glückwunschmail bekommen zur Geburt, geschweige denn eine Karte und bei unsere Hochzeit waren sie auch nicht obwohl sie eingeladen waren. Aber wir sind immer Schuld...ich sage ja.,... egal was wir tun es ist NIE richtig und deshalb machen wir das eizig richtige für uns.

Wir sagen: Ihr könnt uns mal!

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27. Februar 2017 um 14:52
In Antwort auf sana_12949330

Neulich habe ich mit einer Bekannte telefoniert, die ich schon länger nicht mehr gesprochen habe. Irgendwie kam dann das Gespräch auf die Oma bzw. die Mutter dieser Bekannten und wir tauschten uns darüber aus. Wir stellten fest, dass es uns ähnlich geht. Wir haben zwar Mütter und Schwiegermütter, aber beide interessieren sich NULL für das (einzige!) Enkelkind.
Mich würde mal interessieren, ob es noch mehr Mamas hier gibt, deren Kind(ern) von der Oma oder von den Omas kein Interesse entgegenbracht wird. Ich finde diese Situation ehrlich gesagt unter aller ...

Meine eigene Mutter hat sich vor mehr als 20 Jahren von meinem Vater scheiden lassen, liess uns der Praktikabilität wegen bei meinem Vater (wenig Verdienst, wir waren schon fast erwachsen). Sie verliess meinen Vater wegen eines Mannes, der ihr "die grosse Welt zeigte". Nach einigen Kritiken von unserer Seite und auch Kritik von seiten Ihrer Familie, brach meine Mutter den Kontakt zu uns vollkommen ab und "tingelte" durch die Welt. Das war es, was sie wollte. Nachdem der Mann offensichtlich nicht ganz monogam war, suchte sie wieder Kontakt zu ihrer Familie und mir, ihrer Tochter. Mein Sohn wurde geboren und uns fiel auf, dass das Interesse am Enkel doch mehr als gering war. Wir wohnen 10 Minuten mit dem Auto auseinander, und sahen uns vielleicht 3 x im Jahr (!!!). Meine Mutter war krampfhaft auf der Suche nach einem neuen Mann, griff ein paar Mal ins Klo und hat nun mit Ihrem jetzigen Freund offensichtlich das grosse Los gezogen. Man fährt 5 x im Jahr in Urlaub, jedes WE sind sie unterwegs, es wird nicht angerufen, es wird sich nicht gemeldet. Und bitte. Ich habe durchaus den Versuch gemacht und mehrmals angerufen und gemeint, dass sich unser Sohn freuen würde, wenn er mal mit der Oma was unternehmen könnte. Fehlanzeige. Kein Interesse. Ein derartiger Anti-Familienmensch ist mir noch nicht untergekommen. Ich missgönne meiner Mutter ihr unbeschwertes Leben nicht, finde es aber absolut unmenschlich, was da abgeht. Ihr reicht 2 x sehen im Jahr, zu allen Geburts- und Feiertagen wird uns ein Hunderter in die Hand gedrückt.

Meine Schwiegermutter ist ähnlich drauf. Vor 10 Jahren starb ihr Mann, dem es reichte, jeden Abend auf der Couch zu kuscheln. Angeblich war es die grosse Liebe und meine Schwiemu hat sich SEHR angepasst. Eine sehr unterwürfige Frau, die immer nachgibt. Nun war der Mann tot, und Schwiemu wollte wieder leben, verständlich. Seit dieser Zeit, sie ist auch seit 10 Jahren in Pension, ist sie unterwegs. Nicht weltweit, so meine Mutter, aber doch im näheren Umfeld, mal Norwegen, mal andere Länder in Europa, mit ebenfalls verwitweten Freundinnen. Zu uns findet sie den Weg 1 x im Jahr, wenn es hochkommt. Mittlerweile wohnen wir im Haus mit Gästezimmer, es wäre also alles KEIN PROBLEM. Aber sie will nicht. Sie hat zwar ein Auto und das wird auch täglich benutzt und damit wird auch in den Urlaub gefahren. Aber in unsere Stadt, knappe 400 km entfernt, möchte sie sich nicht wagen. Immerhin war sie zum Schuleintritt unseres Sohnes da, Wahnsinn! Das hat nicht mal meine eigene Mutter schaffen wollen, die wollte lieber arbeiten....aber trotzdem. Mein Sohn ist beiden egal. Weder rufen sie an, um mal mit ihm zu quatschen, oder ihn mal zu fragen (er ist 7, da gibts ne Menge zu erzählen), noch werden mir irgendwelche Fragen über ihn gestellt. Nix, nada, niente. Der Junge ist ihnen vollkommen schnurz.

Neulich im Radio hörte ich den Begriff der "Mallorca-Oma". Obwohl es eigentlich traurig ist, musste ich doch schmunzeln. Ich bin bestimmt niemand, der die tägliche Anwesenheit einer Grossmutter verlangt, ich möchte auch nicht, dass Oma permanent einspringt, wenn ich wegen meines Jobs in Schwulitäten komme, aber so GAR NICHTS? Ich finde dies menschlich unter aller ... Musste ich jetzt mal sagen, nachdem meine Mutter gestern nach 3 Monaten mal wieder eine Pflichtanruf absolvierte und sich erkundigte, wie es mir denn ginge. Und kein Wort vom Enkel. Ich begreife dies einfach nicht.

Gruss, Kiki

Du wirst leider akzeptieren müssen, dass Mutter und Schwiegermutter komplett anders sind als Du Dir das vorstellst. Das ist zwar schmerzhaft, aber nicht zu ändern. Es gibt aber auch die Möglichkeit, im eigenen Umfeld quasi eine "Ersatzoma" zu suchen. Ich kenn das aus meinem Umfeld, dass Frauen im typischen "Oma-Alter" sich rührend um eine Familie und deren Kinder in der Nachbarschaft kümmern. Die sind wirklich "Omas" und werden von den Kindern auch so angesprochen. Und sei sicher: Deine Kinder werden selbst eines Tages ihre leibliche Oma fragen, warum sie denn nie da war.

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27. Februar 2017 um 16:49

Noch etwas fällt mir erst beim zweiten Lesen Deiner Beiträge auf: Deine Mutter hat mit 17 und 19 ihre Kinder bekommen...  Möglicherweise hat sie - und das vielleicht bis in die Gegenwart hinein - das Gefühl, dass ihr Kinder ihr Leben "zerstört" habt. Vielleicht ist das - ich nenne das bewußt so - eine Art Trauma, mit dem sie bis auf den heutigen Tag nicht fertig geworden ist (vielleicht auch deshalb, weil sie - so wie Du es schreibst - so wenig reflektiert). Wenn es aber wirklich eine Art Trauma ist, dann wird erstens verständlich, dass sie dieses Trauma ständig durch "action" überdecken will. Und es wird zweitens verständlich, dass die Begegnung mit Kindern - in deinem Fall den Enkeln - in ihr die Angst vor einer "Re-Traumatisierung" auslöst. Versuche es einmal von dieser Seite aus zu sehen. Es wird für den Kontakt zwischen deiner Mutter und ihren Enkeln ganz sicher nichts austragen. Aber fast noch wichtiger erscheint es mir, dass DU Dich mit dem, wie Deine Mutter ist, einigermaßen aussöhnen kannst. Ich glaube, Du musst dich ein ganzes Stück weit von Deiner Mutter "verabschieden", aber eben nicht so, dass Du hinterher doch wieder ein fürchterlich schlechtes Gewissen hast. Denn das hast du derzeit doch auch noch immer oder?

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