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Die Lebensgefährtin meines Vaters....

27. Dezember 2008 um 12:39 Letzte Antwort: 29. Dezember 2008 um 10:34

Hallo ihr Lieben!
Oft schreiben hier ja Stiefmamis von ihren Sorgen und Problemen. ich bin ein "Stiefkind", allerdings auch schon erwachsen (28 Jahre alt) hab noch eine Zwillingsschwester , eine jüngere Schwester, die jetzt 23 Jahre alt ist und einen Halbbruder, der jetzt 13 ist. Meine Mutter (und die meiner Schwestern) ist gestorben, als ich 13 war, mein Bruder ist von einer anderen Frau, mit der mein Vater 6 Jahre lang zusammen war.
Eigentlich hatten wir Mädels immer ein sehr gutes Verhältnis zu unserem Vater, besonders meine jüngere Schwester hat eine sehr enge Bindung zu unserem Vater (sie war erst 7 als unsere Mutter starb.).
Jetzt hat mein Vater seit gut 4 Jahren eine neue Lebensgefährtin. Anfangs war alles super, wir haben uns gut mit ihr verstanden und ich hatte das Gefühl, wieder so eine Art Mutter zu haben. Vor etwa einem Jahr ist diese Frau zu unserem Vater in unser "Zuhause" eingezogen und seit dem gibt es ständig Krach. Ich habe bis zum Juni in einer eigenen kleinen Wohnung im Haus meines Vaters gewohnt, mein Zwilling wohnt schon länger nicht mehr da. Meine jüngere Schwester studiert relativ weit weg und ist in den Semesterferien immer bei meinem Vater, mein Bruder lebt auch dort.
Das hört sich jetzt alles relativ kompliziert an, ich hoffe, das ist trotzdem einigermaßen verständlich...
Die lebensgefährtin meines Vaters hat auch drei erwachsene Kinder.
Für uns war es immer selbstverständlich, regelmäßig nach Hause zu kommen. Da ich auch noch einen relativ großen Freundeskreis in meinem Heimatort habe, habe ich auch des öfteren im Haus meines Vaters übernachtet (groß genug ist es da auf jeden Fall!).Allerdings zeichnet sich schon seit einiger zeit ab, dass das der Lebensgefährtin meines Vaters überhaupt nicht gefällt. Dazu muss ich allerdings auch sagen, dass mein Vater mich sehr oft bittet, nach Hause zu kommen um z.B. mit meinem Bruder zu lernen (ich bin Lehrerin, da bietet es sich einfach an, dass ich meinem Bruder gelegentlich Nachhilfe gebe). Dazu kommt auch noch, dass mein Vater in finanziellen Schwierigkeiten steckt und ich z.B. regelmäßig die Telefonrechnung bezahle und ihm ab und zu bei Rechnungen aus der Klemme helfe. Für mich war das immer selbstverständlich, wir sind schließlich eine Familie...
Seit einiger Zeit ist es schon so, dass wir uns überhaupt nicht mehr mit unserem Vater unterhalten können, ohne, dass sich seine Lebnesgefährtin einmischt (egal, um was es geht).Mein Vater kann nichts mehr selbst bestimmen, sie scheint das denken völlig zu übernehmen. Das fängt schon bei ganz banalen Dingen an, z.B. "darf" oder kann(?) mein Vater nicht mehr selbst bestimmen, wie er seinen Kaffee trinkt, wenn ich frage, ob ich mir sein Fahrrad ausleihen darf kommt immer nur "Frag meine Freundin", usw. Er trifft sich heimlich mit uns an der Pommesbude (er darf nämlich keine Bratwurst mehr essen)etc. Lauter so dämliche Kleinigkeiten...
Jetzt kam Weihnachten und meine Schwester ist wie immer zu den Ferien nach Hause gekommen.
Jetzt ist der Supergau ausgebrochen. Meine jüngere Schwester hat es gewagt, ein Handtuch im Badezimmer zu benutzen und daraufhin ist die Lebensgefährtin meines vaters völlig ausgerastet. Wir wären alle total frech und dreist und hätten kein Recht, ständig aufzukreuzen (ihre Tochter trennt sich gerade von ihrem Mann und lebt mit ihren beiden Kindern zumindest am Wochenende im Haus meines Vaters!)
Mein Vater hat meine Schwester am 23.12. aus dem Haus geworfen (wegen eines Handtuchs!!!). Meine Zwillingsschwester hat daraufhin die lebensgefährtin angerufen und sie (freundlich!) gefragt, was denn eigentlich los sei und sie gebeten, sich doch einmal mit uns zusammenzusetzen, damit wir über die Probleme sprechen können. Ihre Antwort darauf war, dass wir drei uns zusammensetzen sollten und über unsere Sünden nachdenken müssten. Sie wolle nicht, dass wir Heiligabend nach Hause kommen und mein vater würde das auch nicht wollen. Ich habe meinen Vater angerufen und ihn gefragt, ob er das wirklich nicht will, er hat es nicht bestritten, und einfach aufgelegt.
Heiligabend und die Weihnachtsfeiertage habe ich mit meinen Schwestern verbracht. Mein Bruder war bei seiner Mutter und mein Vater hat mit der Lebensgefährtin und ihren drei Kindern Weihnachten in meinem Elternhaus verbracht.
Ganz ehrlich, ich habe keine Idee, was ich oder auch meine Schwestern falsch gemacht haben. Mir geht es total schlecht, ich fühle mich, als wäre mein Vater gestorben!
Natürlich bin ich schon erwachsen, aber das ist immerhin mein Vater und eine Mutter habe ich nicht mehr...
Ist das denn wirklich so unnormal, dass wir regelmäßig nach Hause kommen und uns da auch (eigentlich) zu Hause fühlen?! Ist das Verhalten wirklich dreist und unverschämt? Ich bin völlig verwirrt und weiß grad einfach nicht weiter... Klar, wir sind alle erwachsen und außer unserer jüngeren Schwester auch finanziell unabhängig, aber trotzdem...

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27. Dezember 2008 um 16:58

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Hey Noddya,

was du da schreibst ist echt traurig. Eure "Zusammensetzung"ist wirklich ein bißchen kompliziert, aber ich konnte es ein bißchen nachvollziehen .. Das eigentliche Problem in eurer Familie hat ja offensichtlich dein Vater. Er kann einem ganz schön leid tun mit so einer beinahe hysterischen Frau. Vielleicht könnt ihr ihm helfen? Wenn ihr mal versucht, ihm einen Brief zu schreiben, und ihn darum zu bitten, dass er sich mit euch Kindern alleine trifft? Es wäre gut, wenn ihr ihm die Augen öffnen könntet. Er scheint ja nicht glücklich zu sein mit dieser Frau, die ihm sein Leben in mundgerechte Stücke schneiden will.

Mach dir kein schlechtes Gewissen. Deine Geschwister und du, ihr habt alles gut machen wollen und fühlt euch berechtigterweise zuhause. Ich drücke euch die Daumen, dass ihr eurem Vater helfen könnt!

Liebe Grüße
Softi

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29. Dezember 2008 um 10:34
In Antwort auf an0N_1225126799z

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Hey Noddya,

was du da schreibst ist echt traurig. Eure "Zusammensetzung"ist wirklich ein bißchen kompliziert, aber ich konnte es ein bißchen nachvollziehen .. Das eigentliche Problem in eurer Familie hat ja offensichtlich dein Vater. Er kann einem ganz schön leid tun mit so einer beinahe hysterischen Frau. Vielleicht könnt ihr ihm helfen? Wenn ihr mal versucht, ihm einen Brief zu schreiben, und ihn darum zu bitten, dass er sich mit euch Kindern alleine trifft? Es wäre gut, wenn ihr ihm die Augen öffnen könntet. Er scheint ja nicht glücklich zu sein mit dieser Frau, die ihm sein Leben in mundgerechte Stücke schneiden will.

Mach dir kein schlechtes Gewissen. Deine Geschwister und du, ihr habt alles gut machen wollen und fühlt euch berechtigterweise zuhause. Ich drücke euch die Daumen, dass ihr eurem Vater helfen könnt!

Liebe Grüße
Softi

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Hallo Softskill!
Vielen lieben Dank für deine tröstende Antwort! Es sind ja jetzt schon ein paar Tage vergangen, aber es hat sich absolut gar nichts geändert, nicht ein Anruf, keine Email, nichts...
Mittlerweile, muss ich ja ehrlich gestehen, bin ich ziemlich sauer auf meinen Vater, zumal ich jetzt auch noch von meiner Oma (Mutter meiner Mutter) erfahren habe, dass sie unser Haus zum größten Teil finanziert hatte und nicht mein Vater! Das klingt jetzt sehr materialistisch - so ist das gar nicht gemeint! Ich finde nur, das unterstreicht noch mehr, dass diese Frau absolut kein Recht hat, uns aus diesem Haus herauszuekeln!
Allerdings weiß ich auch nicht, wie man mit meinem Vater sprechen könnte. Er hat sich so unter den Pantoffel reden lassen, dass wir da zumindest im Moment keine Möglichkeit haben, normal mit ihm zu reden. Ich kann nur hoffen, dass er eines Tages mal versteht, was er da eigentlich mit sich machen lässt und dann aus seinem Dornröschenschlaf aufwacht! Ansonsten bin ich eigentlich der Meinung, er ist derjenige, der den ersten Schritt machen muss. Ich bin zwar total traurig, aber alles kann man mit mir auch nicht machen - irgendwann ist das Fass übergelaufen...
LG

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