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Der Vater meines Freundes ist schlecht für uns

5. Dezember 2015 um 23:35

Hey, ich versuche mich kurz zu fassen.
Mein Freund und ich sind zwei Jahre zusammen, hab mich mit seinen Eltern nie gut verstanden, die Mutter ist irgendwie total doof und langweilig, sieht nur gut aus und ist sonst für kein Gespräch zu gebrauchen, und der Vater ist ein "Diktator", der die Schwäche seiner Frau ausnutzt, allen das Leben schwer macht und alle Leute offen verurteilt und sich für den größten hält.
Wir sind Anfang 20 und studieren, mein Freund wohnt die Woche über bei mir und fährt dann am WE nach Hause. Für mich war das immer kein großes Problem, dass ich seine Eltern nicht mochte, hab mich da auch nur vllt einmal im Monat blicken lassen und mir immer brav auf die Zunge gebissen, wenn der Vater wieder losgelegt hat mit seinen Frechheiten.
Mein Freund hat Depressionen, schon als Kind wollte er sich umbringen, wurde in der Schule misshandelt und gemobbt, hatte nie Freunde. Die Eltern haben nie was " gemerkt", obwohl ich weiß, dass er einmal seiner Mutter sogar gesagt hat, er will sterben.
Wo ich da so langsam hinterkam, fing ich an, mich ein bisschen mehr über die Eltern aufzuregen.
Die Mutter, die zusieht, wie der Vater ihn und seine Brüder wegen Kleinigkeiten windelweich geprügelt hat. Der Vater, der sich die Bullys in der Schule "persönlich" vorgenommen hat, und damit natürlich sichergestellt hat, dass mein Freund nie wieder Anschluss gefunden hat. Dann dass er gegen nichts geimpft ist und als Kind mit Mumps, Masern etc absichtlich angesteckt wurde, weil die Mutter Medizin irgendwie verabscheut, dann aber bei jedem Wehwehchen die Globuli und Schüsslersalze rausholt und Arzt spielt.
Mein Freund war ein sehr braves Kind, und er kann sich auch jetzt nicht gegen seine Eltern durchsetzen. Er ist wirklich der traurigste Mensch, den ich kenne. Für seine Eltern würde er alles tun, und die geben ihm nur das Gefühl, eine Belastung zu sein. Weswegen er sich von seinem Vater anhören muss, er wär respektlos und undankbar, wegen ungemachten Betten oder leeren rumstehenden Sprudelflaschen. Bei denen zu Hause ist der Haushalt total durchgeplant, den Kindern werden Dienste zugewiesen, obwohl auch der jüngste fast volljährig ist, wird man behandelt, als wär man zehn Jahre alt, auch ich. Von Augenhöhe kann gar keine Rede sein.
Was so schlimm ist für mich, ist zu sehen, wie seine Eltern meinem Freund schaden bzw. wie sie ihm schon geschadet haben. Ich hatte auch Depressionen als Kind, und meine Mama ist sofort zum Arzt mit mir, als sie gemerkt hat, ich bin komisch und das hat mir sehr geholfen und ich bin da gut drüber hinweggekommen. Als er damals seinen Eltern erzählt hat, er wolle sterben, hat der Vater gesagt, er soll sich in der Schule mehr anstrengen, dann würds ihm besser gehen. Er ist auch von seinen Eltern trotz Gymnasiumsempfehlung auf die Realschule geschickt worden und musste sein Abitur nachholen, wo er dann sehr gut war. Die Brüder durften sofort aufs Gymnasium.
Er ist von seinen Eltern immer schlechter behandelt worden als seine Brüder, vielleicht, weil er immer so emotional angeknackst und in den Augen seines Vaters schwach war.
Naja, dann sind seine Depressionen schlimmer geworden, er hat angefangen, Psychopharmaka zu nehmen, die ihm sein Hausarzt verschrieben hat. Dieser hat auch gemeint, er bräuchte keine Therapie, sondern Globuli. Den Arzt hat natürlich seine Mutter ausgesucht.
Als seine Mutter dann davon erfuhr, hat sie versucht, ihm zu helfen, aber hilflos wie sie ist, hat sie alles nur schlimmer gemacht. Ich hab dann vor zwei Wochen den Rettungswagen rufen müssen, weil er sich aus dem Fenster stürzen wollte, seitdem ist er in der Psychiatrie. Sein Vater hat dann erst von der ganzen Sache erfahren, vorher wollte mein Freund nicht, dass er was mitkriegt, weil er Angst hatte, der macht sich lustig oder so.
Naja, nach fünf Tagen ist sein Vater dann auch mal zu Besuch gekommen, hat zu ihm kein Wort gesagt, die Pfleger gefragt, wo denn der Unterschied sei zwischen Depressionen und im Winter die Sonne vermissen und ob sein Sohn denn wenigstens GESUND sei. Nach fast einer Woche im Krankenhaus....
Ich kenne ihn zwar, aber das hat mich schon schockiert und enttäuscht.
Ich hab ihn danach mal gebeten, sich mit mir zu unterhalten, weil dazu hat er sich bis dahin nie zu herabgelassen. Da hat er erstmal total auf mich eingestürmt, ich wär ja sowas von unhöflich und würde immer nur "Hallo" statt "Guten Morgen" sagen und die Freundin von seinem jüngsten Sohn, die ist so ein verschüchtertes Ding, das nie was sagt, wär ja tausendmal besser als ich und die würde er richtig mögen, kein Wort dazu, dass ich seinen Sohn mindestens zweimal unmittelbar vom Selbstmord abgebracht hab und ihm mehr Unterstützung gegeben hab als er in seinem ganzen Leben... Nur abgerotzt hat er, hat mich nie reden lassen, hat gesagt, er hat sowieso kein Verständnis für so Psychoscheiß, für ihn zählen materielle Sachen und Leistung, und in ner Beziehung müsste immer einer stärker sein als der andere und nur so arschlöcherige Sachen. Er hat sich noch viel schlimmer verhalten, als ich befürchtet hatte. Danach hab ich beschlossen, nicht mehr zu denen zu gehen, weil mich das einfach total todtraurig macht, zu sehen, wie der mit den Leuten umgeht, und seine Familie unterstützt ihn ja auch noch und findet toll, wie er "die Sachen in die Hand nimmt"...
Nur mein Freund ist ja noch in der Psychiatrie, und jetzt will er von mir nicht besucht werden, wenn seine Eltern da sind. Er würde niemals nur ein schlechtes Wort über seinen Vater verlieren, und will auch von mir nichts darüber hören. Dass seine Eltern, die nie da waren für ihn und auch keine wirkliche Beziehung zu ihm haben, jetzt Vorrang haben und ich mich hinten anstellen muss, tut mir total weh. Am liebsten wär mir, sie würden gar nicht zu Besuch kommen, die haben genug Schaden angerichtet.
Ich weiß jetzt wirklich nicht, wie ich damit umgehen soll. Seine Eltern sind wirklich total deprimierende Menschen, mir gehts auch jedes Mal richtig schlecht, wenn ich bei denen bin. Wenn er da einfach ganz ausziehen würde, wäre alles besser, aber das geht im Moment vom Geld her nicht. Und ich hab total Angst, dass die da weiter scheiße bauen, und ich bin kurz davor, mich einfach von ihm zu trennen, damit ich diesen schrecklichen Mann nie wieder sehen muss, aber das bring ich nicht übers Herz, solange es ihm noch so schlecht geht...
Was sagt ihr dazu?

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6. Dezember 2015 um 18:09

Naja
Als jemand, der selbst mit Depressionen zu tun hatte, weiß ich ganz genau, dass er sich nicht um mich zu erpressen umbringen wollte. Und er hat auch vor seinem Studium eine Ausbildung mit Bestnote abgeschlossen und auch gearbeitet. Da hab ich eigentlich keine Bedenken, ich kenne Leute, die sich von viel wilderem wieder berappelt haben. So Aussagen finde ich immer scheiße, eine Depression ist ne Krankheit, die behandelt und geheilt werden kann. Das weiß ich zufällig ganz genau.

Mein Problem mit der Beziehung ist einzig und allein sein Vater. Und deswegen Schluss machen ziehe ich zwar in Betracht, aber finde das schon hart. Kann er ja nix für, dass sein Vater so scheiße ist.

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